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February 20 2014

May 02 2011

Immer mehr Netzzensur in Subsahara-Afrika

Die Unruhen in Uganda sind vond er Weltöffentlichkeit weitgehend ignoriert worden, weil die Revolutionen in Nordafrika wohl etwas cooler waren. Computerworld berichtet über Entwicklungen in Subsahara-Afrika, wo immer mehr Regierungen mit Netzzensur gegen Möglichkeiten zur Vernetzung und Mobilisierung vorgehen. In Kamerun und Swasiland sollen Social-Media-Plattformen schon gesperrt sein und die Regierung von Uganda hat das jetzt auch angekündigt: Uganda moves to block social networks.

flattr this!

Reposted byurfinkrekk

January 19 2011

Map Kibera: Ein Slum erhält Namen

Das Tagesschau.de – Videoblog “Afrika, Afrika!” berichtet über Kibera und ein Projekt, wo der Slum mit Hilfe von Open-Street-Map kartografiert wird: Ein Slum erhält Namen.

Kibera gibt es scheinbar gar nicht. Der größte Slum in der kenianischen Hauptstadt Nairobi ist ein weißer Fleck auf der Landkarte – ohne Straßennamen, ohne Hausnummern. Das soll sich ändern: Eine Karte des Armutsviertels Kibera soll Hilfsmaßnahmen erleichtern.

Hier ist die OGG-Datei zum downloaden.

Die Futurezone hat vor ein paar Monaten ein Interview mit einem der Projektverantwortlichen gemacht: Map Kibera: Offene Landkarte gegen die Armut.

(danke an Micu)

September 25 2010

Internetverbreitung und -nutzung in Lesotho Teil II

Nachdem meine ersten Nachforschungen gemischte Ergebnisse zutage förderten, habe ich heute den Selbstversuch gemacht.

Die allgemeinen Geschäftsbedingungen des Internetcafés waren kurz und prägnant gehalten:

Für 4 Rand, also knappe 0,5 CENT(!) gibt es eine Viertelstunde Internet. Das klingt zunächst nicht nach besonders viel. Draußen vor der Tür habe ich mir vom Straßenhändler eine Banane gekauft – für 1 Rand, also 0,1cent. Wenn man jetzt also deutsche Bananenpreise zugrunde legen würde, wäre das Internet ziemlich teuer. So auch, wenn wir bei der Perspektive des Bananenhändlers bleiben: Wenn er Reingewinn machen würde, müsste er für eine Stunde Internet 16 Bananen verkaufen. An jeder Straßenecke Maserus hat er Konkurrenz.

Deshalb hat er ein zweites Standbein. Er hat ein Telefon. Es sieht aus wie ein klassisches Festnetz-Telefon, ist aber kabellos und funktioniert über GSM. Mit dieser Dienstleistung hat er leider noch viel mehr Konkurrenz als mit dem Bananenhandel.

Im Handy-Laden erfahre ich, dass so ein Gerät ungefähr 40€ kostet. Wie viel das für die Menschen hier sein muss, lässt nur das blühende Geschäft der Inhaber dieser Geräte erahnen.

Ich entscheide mich für den Kauf einer Prepaid-Karte. Wie schon berichtet, gibt es hier (in der Stadt) auch 3G. Für 2 Euro bekomme ich 20MB Traffic. Außerdem lade ich 4 Euro als Gesprächsguthaben auf. Damit kann ich in der Hauptzeit 13, in der Nebenzeit 25 Minuten telefonieren.

In Deutschland hätte ich dafür 45 Minuten telefonieren und 200MB Traffic umsetzen können.

September 24 2010

Bilderserie: HIV-positive Mütter in Lesotho

Zuletzt habe ich von den Transparenz-Prinzipien des Global Fund berichtet. Heute möchte ich beispielhaft einige in Lesotho finanzierte Projekte mit wenig Text und mehr Bildern dokumentieren.

Die Übertragung des HI-Virus von Müttern auf ihre Kinder ist eines der großen Probleme in der Ausbreitung der Infektionen. Es gibt aber Maßnahmen, die Wahrscheinlichkeit einer Infektion des Kindes stark zu minimieren. Aufklärung über diese Vorsichtsmaßnahmen und Medikationen ist die wichtigste Waffe im Kampf um das Leben der Kinder.

Die folgenden Bilder zeigen positive Mütter mit Ihren Kindern. Sie werden ambulant in einem Krankenhaus, das ein Programm zur Verhinderung der Übertragung auf die Kinder unterhält, beraten und kostenlos versorgt.

‘Positiv’ bedeutet auch in Ländern, in denen dies an der Tagesordnung ist, eine gesellschaftliche Ächtung. Kinder sind einige der wenigen Freuden, die das Leben dieser Frau ihr vergönnt. Und das merkt man.

Mit psychischen Problemen, Sehproblemen und einer HIV-Infektion – eines davon kostet sie nach kürzester Zeit jeden Job – bleibt die einzige Hoffnung dieser schwangeren Frau, dass auch ihr zweites Kind negativ sein wird. Sie ist 28 Jahre alt und verheiratet.

Jeden Montag läuft diese Frau mit ihrem Kind auf den Schultern über eine Stunde durch unwegsames Gelände zum Krankenhaus. Sie besucht dort das Mutter-Kind-Treffen für positive Mütter und Schwangere, oder holt sich Ihre Medikation ab, lässt Routinechecks vornehmen.

Seine Eltern haben sich in der HIV-Therapie kennengelernt. Sie erwarten in wenigen Tagen ein Kind, und werden alles tun, damit auch der neue Nachwuchs negativ bleibt. Er weiß noch nicht, ob es ein Bruder oder eine Schwester wird.

Doch selbst wenn es gelingt, eine Infektion durch strenge Disziplin und verschiedene Maßnahmen zu verhindern, werden diese Kinder wahrscheinlich früh ihre Eltern verlieren. HIV-Waisenheime gibt es hier an jeder Ecke. Um Diskriminierung im Klassenverband zu verhindern, besuchen die Kinder in der Regel weiter entfernte Schulen.

Diese Kinder zeige ich euch morgen.


Alle Bilder CC-BY-NC-ND aus Respekt vor den den abgebildeten Personen, die – sorget euch nicht – nicht nur zugestimmt haben, sondern fotografiert werden wollten. Sie möchten ihre Geschichte erzählen. Eine größere Auswahl der Bilder vom gestrigen Tag gibt es in meinem persönlichen Blog.

Bilderserie: Schule für blinde Kinder und Waisen in Lesotho

Diese Bilderserie geht ohne Einleitung los, denn ich habe auch keine bekommen. Ich stieg aus dem Van aus und stand auf dem Schulhof. Und mich hatte auch niemand gewarnt, so wie ich es jetzt trotzdem mit euch mache. Die Bilder gehen im Zweifelsfall an die Nieren.

Diese Schule ist eine Grundschule für blinde und sehbehinderte Kinder zwischen 7 und 15 Jahren. Es ist die einzige ihrer Art in Lesotho, und sie ist nicht sehr bekannt. So kommt es, dass immer wieder neue Schüler kommen, die vorher im Niemandsland der Dörfer Lesothos gelebt haben ohne zur Schule zu gehen, weil dort niemand etwas mit Ihnen anfangen konnte. In einigen Fällen dauert es Jahre, bis irgendjemand die Eltern auf diese Schule hinweist.

Hier kümmern sich 4 Lehrer um 70 Kinder zwischen 7 und 15 Jahren. Die meisten schlafen dort, aber nicht alle – es ist zu wenig Platz. Das ist natürlich ein Problem, denn auch mit einwandfrei funktionierenden Augen ist die Teilnahme am Straßenverkehr hier eine Herausforderung.

Vor einiger Zeit hat die Schule 4 Drucker für Braille (“Blindenschrift”) und 10 PCs bekommen. Von den 4 Druckern sind 3 kaputt. Sie scheinen mit den Stromnetzschwankungen nicht klarzukommen, vermutet die Lehrerin.

Von den 10 PCs ist einer im Einsatz. Gerne würden sie mit den Kindern daran arbeiten, aber es gibt keinen Platz für einen Computer-Raum – weil die Kinder ja auch irgendwo schlafen, essen und lernen müssen. Hatte ich erwähnt, dass die 4 Lehrerinnen natürlich auch die 24/7-Betreuerinnen sind?

Die Lehrerinnen haben einen Computerkurs gemacht, aber sie wissen und merken jetzt schon dass sie schnell vergessen. Dabei würden sie ihren Schützlingen so gerne den Umgang damit näher bringen. Zugang zu zu Braille-Büchern haben sie kaum. Zum Glück können sie mit dem PC Dinge in Braille drucken.

Ich habe in meinem Leben keinen Ort gesehen, wo Neid, Gemeinheit, Hass und Wut so weit weg waren wie hier. Hier wird nicht mit Stock gelaufen, hier wird niemand allein gelassen. Die Sehenden helfen den Blinden. Hier wird zusammen gelitten, zusammen gelacht und zusammen aufrichtig geliebt. Hier wird sich andauernd offenherzig in den Arm genommen. Wenn man von diesem Ort kommt, reichen auch Stunden, wahrscheinlich Tage danach die kleinsten Alltagsvorkommnisse aus, um einen zum Weinen zu bringen. Es ist ein Gefühl, dass ich gar nicht mehr kannte.

Ich glaube es nennt sich Rührung.

September 23 2010

HIV-positiv, na und? Teil II

Ich habe ja schon einmal über die Einstellung zu HIV hier in Lesotho geschrieben, und wie schwer es fällt, dafür ein Gefühl zu bekommen, sie zu verstehen. Heute fiel mir in einer Shopping-Mall amerikanischen Vorbilds, wie sie in Europa schon überall stehen, in Lesotho aber noch eine Attraktion sind, folgendes Schild auf:

Die 3-Monatskur gegen HIV/Aids für nur 150€ aus dem Kosmetik-Salon. Nach 3 Monaten ist alles vorbei, und man kann aufhören die Pillen zu nehmen. Es sei denn man infiziert sich erneut.

Mir fehlen die Worte – und doch wird so einiges klar.

Unklar bleibt nur, welche Strafe ich für einen so bösartigen Betrug, eine so zynische, verantwortungslose, ekelhafte Geschäftspraxis für angemessen hielte.

Wie bereits erwähnt, gibt es die ‘besten’ Mittel, die wirklich so weit helfen, wie es möglich ist, hier kostenlos. In der Klinik.

Reposted bycliffordastrid

September 21 2010

Internetverbreitung und -nutzung in Lesotho

“Klar haben wir hier Internet.” Die Abdeckung sei hier ziemlich gut, versichert mir der Leiter eines Krankenhauses in Lesotho. Während ich mich Frage wo denn wohl die Kabel liegen, die zu den Hütten führen und wie es um die Computer unter den undichten Dächern bestellt ist, zückt er sein Blackberry und sagt “Insbesondere, seit es das jetzt auch fürs Handy gibt. Mit dem Kabel ist das so eine Sache, das gibt es hauptsächlich in den Städten.” Ich muss also nur noch herausfinden, wie verbreitet hier Internet-fähige Handies sind.

Einer der Hotelköche ist immer sehr bemüht, mich in ein bisschen Small-Talk zu verwickeln. Eine junge Frau aus unserer Gruppe hat es ihm angetan. Eigentlich alle. Fünf. Ich soll wohl so eine Art Proxy für ihn sein. “Ja, Internet. Klar, bin ich oft.” Wie viele Stunden denn so? “Immer, wenn ich frei habe.” Auf wie viele Stunden er denn da so in der Woche käme? “Einen Tag” Erst nachdem ich ihn gefragt habe, wofür der das Internet so nutzt, stellt sich heraus, dass dieses “frei” in dieser Woche am Freitag ist. Wenn ich will, kann ich gerne mitkommen. Dann geht er ins Internetcafé und schreibt seinen Verwandten in Südafrika, schickt ihnen Bilder, die guten und die schlechten Neuigkeiten. Ob er das Internet auch zu etwas anderem nutze? Ein fragender Blick.

Sein Kollege kommt gerne mit ins Internetcafé. Es ist spottbillig, sagt er, 50 Rand oder so, weiß er nicht genau. Fünfzig Rand sind ungefähr 5,50€. Wonach sich die 50 Rand den richten, frage ich – Zeit? Wieder nur ein verständnisloser Blick. Warum ich das denn alles wissen wolle. Er würde eh nicht so viel ins Internet gehen, weil er mit seinen Verwandten über das Handy telefoniert. Nach 20h wird es sehr viel billiger, sie in Südafrika anzurufen – oder er fährt direkt an die Grenze, das sind nur ein paar Minuten, und wechselt die SIM-Karte, dann ist es noch billiger. Das machen hier alle so. Die Rezeptionsdame nickt.

Lesothos TLD ist .ls. Vodacom bieten in fast allen Städten GSM an, in 6 Städten 3G. Lesotho ist ungefähr so groß wie Belgien. Die grauen Fläche auf der Karte ist das Funkloch.

Transparency und Open Data in der medizinischen Entwicklungshilfe

CC-BY Linus Neumann

CC-BY-NC-ND Linus Neumann

Wenn ich einen Euro spende, wie viel kommt davon dann eigentlich bei den Notleidenden an? Und wie viel geht für den Maserati des Geschäftsführers der Organisation drauf, für die das hübsche Mädel arbeitet, das mir die Spende abgequatscht hat? Wie viel vom Rest steckt dann noch irgendein korrupter Diktator in seine Privatjet-Kasse? Treiben wir nicht sowieso mit unseren Hilfsprojekten die dritte Welt nur in die Abhängigkeit und subventionieren nebenher unsere Gesundheits-Industrie?

In wenigen Bereichen bekommt die Forderung nach Transparenz eine so essentielle Bedeutung, wie in der medizinischen Entwicklungshilfe – insbesondere in Anbetracht des starken Zusammenhangs zwischen Armut und Korruption. Natürlich will keine Hilfsorganisation dass ihre Mittel veruntreut werden – die unmittelbare Reaktion, wenn es dann doch geschieht, ist aber häufig die Vertuschung. Dadurch wird die Organisation zum Mittäter.

Mit Marcela Rojo habe ich mich heute über Ansätze unterhalten, diesen Problemen durch Transparenz und Offenlegung aller Daten zu begegnen.

Marcela Rojo arbeitet für den Global Fund to Fight AIDS, Tuberculosis and Malaria. Das Gespräch gibt es als Podcast in englischer Sprache (bald) HIER.

(Anmerkung für Spreeblick-Leser: Bitte überspringt die nächsten 2 Absätze, wenn ihr Kathrins Artikel schon gelesen habt. Sie behandelt Finanzierung und Projekte ausführlicher.)

Lesotho Mother and Child

CC-BY-NC-ND Linus Neumann

Wo kommt die Kohle her?
Vom Global Fund gibt es gar keine hübschen Mädels mit Spende-Dosen und 6,50€ Stundenlohn in der Fußgängerzone.  95% der Spender sind Staaten, den größten Teil davon machen die G8 aus. Wie aber konnte eine Organisation in die Position kommen, das Geld direkt bei den Staaten abzugreifen, und frei darüber verfügen zu können? Sie wurde von den G8 selbst gegründet.

Dabei wurde auch festgelegt, dass jeder einzelne gespendete Dollar direkt bei den Notleidenden ankommen muss. Die (verhältnismäßig wenigen) Angestellten des Global Fund werden aus den Zinsen, die für dieses Geld anfallen bevor es ausgegeben werden muss, finanziert. Der Global Fund unterhält nur ein Büro in Genf.


Wo geht die Kohle hin? oder: Hilfe zur Selbsthilfe
Der Global Fund hat kein einziges eigenes Projekt vorzuweisen. Nirgendwo auf der Welt stehen Krankenhäuser, die vom Global Fund unterhalten werden, nirgendwo sind Sanitäter im Einsatz, die auf der Gehaltsliste des Global Fund stehen. Wenn ein Staat ein Problem mit Aids, Malaria oder Tuberkulose hat, und es bekämpfen möchte, dann muss er sich selbst ein Projekt ausdenken und auf die Beine stellen.

Darüber, wie realistisch das Projekt und die finanziellen Vorstellungen sind, entscheidet ein Expertengremium und bewilligt die Mittel – oder eben nicht.

Transparenz und Open Data
Für jedes geförderte Projekt gelten strenge Anforderungen an die Transparenz und Möglichkeiten zur Erfolgskontrolle. Werden diese Möglichkeiten nicht eingeräumt, wird das Projekt nicht gefördert. Auch laufenden Projekten wird mitunter die Unterstützung entzogen, wenn die Tranparenzanforderungen nicht erfüllt werden. In der Tat ist dies der häufigste Grund für diese sehr seltene Maßnahme. Bis zur Korruption will man es gar nicht erst kommen lassen. Im Übrigen wird selbstverständlich sofort nach anderen Wegen gesucht, den Bedürftigen die Hilfe zukommen zu lassen – ein weiterer Vorteil der Projektunabhängigkeit.

Dieses Verlangen nach Transparenz ist die einzige große Säule, auf dem die Arbeit des Global Fund fußt. Die Selbstständigkeit der Projekte wird nicht angegriffen, sie können sich den regionalen Gegebenheiten und Anforderungen individuell ohne bürokratisches Regelwerk anpassen. Sie können Selbstvertrauen aufbauen und sich weiterentwickeln, der Hilflosigkeit entgegentreten. Alles, was von den Projekten verlangt wird ist dass sie erfolgreich sind, und kein Geheimnis daraus machen, wie sie den Erfolg erreicht haben. Das ist nicht viel verlangt von jemandem der helfen will. Auf diesen zentralen Anforderungen fußen viel hundert Projekte weltweit.

Und was passiert mit den ganzen Daten? In welcher Schublade verschwinden sie? Nahezu beiläufig erwähnte Marcela das Global Fund Grant Portfolio – ein Musterbeispiel für die Online-Aufbereitung und Bereitstellung offener Daten, sowohl was Umfang, als auch die intuitive Darstellung betrifft. “Das ist doch wohl das Mindeste, was wir unseren Spendern schulden. Die müssen sich doch informieren können.” sagte sie im Vorgespräch, und auch in der Podcast-Aufnahme merkt man ihr noch an, dass sie meine Mischung aus Ungläubigkeit und misstrauischer bis manischer Begeisterung über diesen Fundus an Informationen und den offenen Umgang damit gar nicht so wirklich teilen konnte. Dass der Global Fund nicht nur Transparenz verlangt, sondern auch selbst transparent ist, ist für sie einfach nur klar, kaum der Rede wert…

Hier bei Netzpolitik wird seit jeher für Open Data plädiert, und auf viele kleine Sternchen der offenen Daten (leider meist im Ausland) stürze auch ich mich lobpreisend. Dass ich eines der besten Beispiele dort finden würde, wo ich es am wenigsten vermutet hatte…

Ihr interessiert euch für das HIV-Projekt in Myanmar, wie viel Geld dort ausgegeben wurde, und wie es um die Performanz des Projektes steht? Oder ihr wollt euch mal die Poposals für zukünftige Projekte anschauen, die noch nicht bewilligt sind? Wie wäre es mit einer tabellarischen Auflistung der Daten verschiedener Projekte? Ihr müsst nur in der Lage sein, Myanmar auf der interaktiven Karte zu finden.

Im Kampf gegen Korruption und Betrug zeigt der Open Data-Ansatz und das radikale Verlangen nach Transparenz große Erfolge, so weit ich das anhand dessen, was ich hier in Lesotho heute zu sehen bekomme, beurteilen kann (dazu später mehr).

Merke: Wenn es um Leben und Tod nicht um die eigenen Daten geht, wird Open Data radikal durchgezogen – und zwar auf Initiative der G8. Interessant.

Disclaimer: Ich bin gerade auf Einladung des Global Fund in Lesotho, Afrika. Diese Einladung wird als Teil der Transparenz-Bemühungen gesehen – also bitte schreibt eure Fragen in die Kommentare – ich werde alles tun, um sie euch zu beantworten.

Reposted bycrispy crispy

September 19 2010

Afrika-Tage bei Netzpolitik und Spreeblick

Vor einigen Tagen murmelte Markus beiläufig (wir waren beide gerade in das Schreiben von Artikeln vertieft) irgendetwas von “Mist, da kann ich nicht. Hast du Bock nach Afrika zu fliegen?” In Gedanken versunken antwortete ich “Klar…” und maß dem aber erstmal keine weitere Bedeutung bei.
Nun bin ich vor einigen Stunden in Lesotho gelandet. Das als Enklave in Südafrika liegende Königreich Lesotho gehört zu den ärmsten Ländern der Welt und hat mit 29% HIV-Infektionen (Stand: 2003, Tendenz natürlich steigend) eine der höchsten Quoten weltweit. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt hier unter 50 Jahren.

Angereist bin ich mit einer Hand voll Blogger aus Spanien, Frankreich, Kanada, USA und Deutschland. Mit dabei ist auch Kathrin Kaufmann, die für Spreeblick von der Reise berichten wird. In den nächsten Tagen werden wir uns hier Hospize, Kranken- und Waisenhäuser ansehen – und hoffentlich auch ein paar ermutigende Dinge erleben. Das zumindest hat der Global Fund uns in Aussicht gestellt, der uns hier einen Einblick in die Entwicklungshilfe und darüber hinaus verschaffen möchte.

Für Netzpolitik werde ich mich hauptsächlich bemühen, die Rolle von Patenten im medizinischen Bereich und Strategien zur Verhinderung von Korruption zu ergründen. Das alles lässt sich natürlich nicht gesondert von den gesellschaftlichen Bedingungen betrachten, deshalb wird es hier in den nächsten Tagen (wie auch drüben beim Spreeblick) eine Art “Afrika-Tage” geben, bei denen wir auch mal ein bisschen über unsere klassischen Themen hinausblicken – aber natürlich ohne diese aus den Augen zu verlieren, versprochen!

Außerdem werde ich ein paar mehr Photos, als hier in die Artikel passen, in meinem Blog posten. Nach einem kleinen Spaziergang habe ich das heute zum Beispiel schon gemacht. Neben mir für Netzpolitik berichten Catherine Connors (her bad mother), Monique Griffin (yes I am my sisters keeper) und, wie schon erwähnt, Spreeblick (die spanisch- und französisch-sprachigen liefere ich nach).

Alle Fotos CC-BY Linus Neumann

January 11 2010

Interview: Patrick Meier über die freie Crisis-Mapping-Software Ushahidi

Ushahidi ist eine freie Software mit einer beeindruckenden Geschichte: Innerhalb weniger Tage während der Unruhen nach den kenianischen Wahlen vor zwei Jahren als einmaliges Projekt auf die Beine gestellt, wird Ushahidi heute von dutzenden Organisationen weltweit genutzt, um Wahlbetrug, Umweltvergehen oder Menschenrechtsverstöße auf die Karte zu bringen. Nach dem Gewinn diverser Auszeichnungen arbeitet ein internationales Team an der Weiterentwicklung von Ushahidi. Die derzeitige Version 1.0 “Mogadishu” kann kostenlos heruntergeladen werden.

Patrick Meier ist Mitglied des Vorstandes von Ushahidi und dort zuständig für Crisis Mapping und strategische Partnerschaften. Patrick ist Doktorand an der Fletcher School of Law & Diplomacy und arbeitet als Berater für diverse internationale Organisationen. Im vergangenen Jahr gründete er mit Kollegen das International Network of Crisis Mappers. Patrick bloggt auf iRevolution und Early Warning.

Simon Columbus: We are talking about a software, Ushahidi. Which word do you think describes Ushahidi the best?

Patrick Meier: Hmmm (let me think)… awareness.

Simon Columbus: Awareness. I thought you might say “Ushahidi” – the term sounds a little strange to Western ears, but it has a meaning, doesn’t it?

Patrick Meier: Ushahidi means “testimony” or “witness” in Swahili.

Simon Columbus: Which is pretty close to awareness… So what is Ushahidi?

Patrick Meier: Ushahidi is a free and open source platform that allows organizations to crowdsource information and to visualize this information dynamically on a map.

Simon Columbus: That sounds really technical. Can you delve a little deeper into Ushahidi’s structure?

Patrick Meier: Sure thing. Ushahidi simply aggregates information, so users can text in information or tweet in or go directly on the Ushahidi website and enter in information that way. The easiest way to think of Ushahidi is as a clever website, which you can send information to using different communication technologies. Information on human rights abuses, for example, or human trafficking. This information can then be mapped geographically, such as riots in a particularly neighborhood of Tehran.

Simon Columbus: What is mapping such information good for? In the last years, you have worked hard to establish “crisis mapping” as an academic field, so it is more than just a nice overview, I guess?

Patrick Meier: Sometimes it’s easier to understand information when it is mapped. For example, take a spreadsheet with lots of numbers: It may be difficult to make sense of the spreadsheet, but one could take the numbers and graph them, which would reveal more about the information. The same is true with mapping. It is simply a way to visualize information in order to reveal more about said information, e.g., like patterns. And yes, crisis mapping as a field is not just about mapping. It’s about information collection, data visualization, geospatial analysis and decision-support for operational response.

Simon Columbus: And Ushahidi provides a tool for the first two?

Patrick Meier: Yes, that’s right. And we have plans to include functionalities for geospatial analysis and later on exploring ways to render the platform useful for decision-support.

Simon Columbus: That sounds very interesting! Can you explain how that would look like?

Patrick Meier: Sure. On analysis, one common technique in geospatial analysis is clustering to identify where there are patterns of clustered data, which is not always visible when one has a lot of data on the map. On decision-support (which will come later), we hope to add functionalities that will allow users to query the data, i.e., to ask certain questions in order to better decide on a course of action. But all this will come later. Right now we’re focusing on visualization as the next step in the crisis mapping process. The built-in analysis features will most likely come towards the end of the year.

Simon Columbus: But you are currently working on another side-project to enhance Ushahidi, Swift River, aren’t you?

Patrick Meier: yes, that’s right. Swift River is part of the information collection phase that I described earlier. The four pillars of crisis mapping are: 1. info collection, 2. visualization, 3. analysis, 4. decision support. So we’re now focusing our efforts and 1 and 2.

Simon Columbus: Can you describe a little what Swift River is about?

Patrick Meier: Swift River will allow users to validate information in near real time. The advantage of crowdsourcing is that you can collect information from multiple sources, but some of these sources may be unknown or unofficial sources, so you don’t know if you can rely on them. Swift River will be able to rate the probability that collected information is genuine. Does that make sense?

Simon Columbus: It does. But how is that going to work? It would be nice if you could allow us a glimpse into Swift River’s “machine room”, so to say.

Patrick Meier: Sure. An algorithm will be used for predictive tagging. This means that it will read text and produce tags. The tags will represent who, where, when, what. Events when they happen are typically described by what happened, who was involved, where and when the event happened, so this algorithm will read through text (e.g. SMS, Twitter feeds, online news) and create tags for each article, SMS, etc. That way, if you get a text message that has similar tag words as some tweets, you have more trust that the event being reported is true. Think of it this way: It’s no different to collecting evidence, say for a court. You try to find as much evidence as possible to show that someone committed a crime. You look for fingerprints, witnesses, you interview the different witnesses and if their stories line up, then you have more of a case.

Simon Columbus: but the system can still be tricked if somebody massively produces false evidence?

Patrick Meier: Yes, if someone really wants to, has the time and resources, they could. But it would require initiative, coordination, time, resources, etc, so it makes it a little harder.

Simon Columbus: Ok. This future sounds very exciting – but Ushahidi has already been put to use. Can you describe some projects which use the software?

Patrick Meier: The Hatari project in Kenya is used to crowdsource and map incidents of crime. Another is the Kanco map of Aids and TB service organizations. Ushahidi was also used in Afghanistan and Mexico to monitor the elections there, another group used Ushahidi for monitoring human trafficking.

Simon Columbus: Do you know how many installations of Ushahidi are currently running somewhere?

Patrick Meier: well, we’ve had 778 downloads at this point, but it’s hard to say which are being fully deployed.

Simon Columbus: That these examples come from developing countries has reminded me that we maybe need to address why Ushahidi is mostly useful in a low-tech environment.

Patrick Meier: I think this is because it’s free and that one can use basic SMS to collect information.

Simon Columbus: … which is useful in countries where mobile phone is often the only means of telecommunication. The fact that Ushahidi is technology out of Africa has certainly influenced that direction. Maybe to finish you would also like to introduce who is behind the software?

Patrick Meier: Sure. David Kobia, a Kenyan living in Atlanta, is the lead software developer. We also have Henry in Ghana, Ken Kasina in Kenya, Soyapi Mumba in Malawi and Brian Herbert also in Atlanta. Brian was previously in Ghana.

Simon Columbus: Now you’ve got to tell us how these people came together – Ushahidi’s founding myth, so to say.

Patrick Meier: Lol. It started with a blog post by Ory Okolloh in Dec 2007, asking whether it would be possible to use google maps to document the human rights abuses. Erik Hersman, who grew up in Kenya, saw the post and got in touch with David Kobia. The rest, as they say, is history.

Simon Columbus: One should mention that was during the post-election violence in Kenya, and that they managed to get a platform running within four days, if I’m correct.

Patrick Meier: Yes, that’s correct.

Simon Columbus: Ok, I think we will leave our readers with this impression. If there’s nothing you want to add I thank you for taking the time to answer my questions about this exciting project!

Patrick Meier: Thanks for your interest, Simon!

Ebenfalls sehenswert ist dieses Video, mit dem sich Ushahidi selbst vorstellt:

What is Ushahidi? from Ushahidi on Vimeo.

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