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May 03 2011

JMStVCamp: Interview mit Organisator Christian Scholz

Wie, schon Dienstag und immer noch kein Bericht zum JMStVCamp bei Netzpolitik.org? Doch, schon, allerdings drüben, bei Hyperland. Ich bin fremdgegangen. War übrigens klasse. Sowohl die Veranstaltung, wie auch der Veranstaltungsort.

Torsten Kleinz war auch in Essen und hat was für Heise Online geschrieben. Und dann gibt es natürlich noch eine Menge weiterer Stimmen, mp3s und Etherpad-Mitschriften auf der Doku-Webseite des JMSTVCamp.

Was es allerdings nur hier und exklusiv bei Netzpolitik.org geben wird, sind die Interviews, die ich im Vorfeld und auf dem JMStVCamp für den Beitrag bei Hyperland geführt habe. Und zwar ungekürzt (somit auch weitgehend unredigiert) und in voller Länge. Das ZDF/Blinkenlichten hat mir freundlicherweise eine Freigabe gegeben.

Den Anfang machen heute Christian “mr.topf” Scholz, als Organisator JMSTVCamp und so gegen 16:30 Uhr der Medienpädagoge Jürgen Ertelt, der die Debatte im letzten Jahr als Sachverständiger begleitet hatte. Viel Spaß!

Christian Scholz ist Mitinhaber einer Software-Agentur in Aachen, die sich auch Web-Entwicklung im Open Source-Bereich spezialisiert hat. Er ist zudem Blogger, Podcaster und auch mehr und mehr im politischen Bereich aktiv. Er ist Mitglied des Dialog Internet des BMFSFJ, Mit-Initiator der Online-Beteiligungsplattform http://enquetebeteiligung.de und Veranstalter von Barcamps zum Thema Open Data, Open Government oder Jugendmedienschutz.

Was genau ist das JMStVCamp?

JMStV steht für Jugendmedienschutzstaatsvertrag und die Novelle desselbigen ist im Dezember letzten Jahres hier in NRW gescheitert, da es von Seiten der Internetnutzer aufgrund der vorgesehenen Kennzeichnungspflicht für Webseiten doch recht viel Protest gab. Diese Veranstaltung in Form eines Barcamps soll daher auch dazu dienen, die Internetnutzer sowie die Verbände und Politiker einmal auf Augenhöhe an einen Tisch zu bringen, damit bei der nächsten Novellierung nicht wieder dasselbe geschieht und wir vielleicht auch ein besseres Verständnis dafür haben, was guten Jugendmedienschutz eigentlich ausmacht.

Was ist das Ziel des JMStVCamps?

Mir persönlich geht es gar nicht mal so sehr um den konkreten JMStV, sondern eher um die Problemdefinition – der Name dient mehr als Aufhänger. Vielfach dreht es sich ja in der Diskussion nur um Paragrafen, nicht aber darum, was Kindern und Jugendlichen denn jetzt wirklich schadet oder nützt. Mir ist es daher wichtig, erstmal zu verstehen, wie das Problem aussieht, bevor ich mir sinnvolle Lösungsmöglichkeiten ausdenken kann. Das ist aber meine persönliche Idee, denn was genau diskutiert wird, hängt bei einem Barcamp ja nicht von mir, sondern von allen Teilnehmern ab, da diese das Programm bestimmen.

Wer hatte überhaupt die Idee?

Die Idee eines Barcamps zum Thema hatten wohl schon mehrere Leute. Dieses konkret ist aus einer Podiumsdiskussion der Grünen entstanden, die meines Erachtens nicht viel neues brachte, vor allem aber keine Diskussion. Nachdem ich dies mal anmerkte, gab es ein kleines Treffen zwischen u.a. Grünen, Piraten und mir, wo die Idee konkretisiert wurde und ich irgendwie als Hauptorganisator draus hervorging.

Wie konnten Sie die zahlreichende Teilnehmer überzeugen, an einem Samstag hier in das Unperfekthaus nach Essen zu kommen? Honorar gibt es meines Wissens doch keines, oder?

Die musste gar nicht gross überzeugt werden. Viele sind ja inzwischen auch online vernetzt und im Prinzip kam dies alles mehr oder weniger durch Mundpropaganda zustande. Hinzu kommt, dass man wohl verstanden hat, dass man den nächsten JMStV wohl nicht im Hinterzimmer ausdiskutieren kann und da bietet so ein Barcamp natürlich eine gute Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen.

Vermissen Sie wen?

Das kann ich wohl erst richtig nach Ende des Camps beantworten, aber im Moment vor allem Jugendliche, würde ich sagen. Da sollte sicher in Zukunft mehr dafür getan werden, dass diese auch einbezogen werden.

Wie geht es weiter, ist das nächste JMStV-Camp bereits geplant?

Ich denke, das wird man sinnvollerweise erst nach diesem JMStVCamp entscheiden. Es gibt aber durchaus Personen, die an einer Fortsetzung Interesse haben. Die nächste Veranstaltung, wo das Thema diskutiert werden soll, wird aber wohl das PolitCamp sein, dass am 4.-5. Juni in Bonn stattfinden wird (und auch noch Plätze frei hat, siehe http://politcamp.org).

Gibt es Kontakte zu den mit der Ausarbeitung des nächsten Vertragsentwurfs befassten Staatskanzleien?

Bei mir persönlich nicht, allerdings ist so mancher Landtagsabgeordnete jetzt doch aktiv und es wird sicher in nächster Zeit zumindest weitere Podiumsdiskussionen dazu geben. Ich hoffe aber, dass dieses JMStVCamp auch einen Anreiz dafür setzt, auch bei der eigentlichen Ausarbeitung vielleicht mehr mit den Internetnutzern zusammenzuarbeiten. Ansonsten bleibt uns ja am Ende wieder nur das Meckern.

Haben sich eigentlich Vertreter aus den Staatskanzleien angekündigt?

Wie schon gesagt, direkt involvierte bei mir persönlich nicht, aber viele der Personen auf der Liste kenne ich auch gar nicht, wird man
also am Samstag sehen.

(Disclosure: Das Interview wurde am Vortag des JMStVCamp per Mail geführt)

flattr this!

November 06 2010

“Dialog Internet”: Drei kurze Empfehlungen

Christian “Mr. Topf” Scholz hat, wie versprochen, einen umfassenden Bericht zur Auftaktveranstaltung des vom Familienministerium initiierten [1] “Dialog Internet” verfasst. Auch wenn wir in unterschiedlichen Arbeitsgruppen waren, kann ich größtenteils unterschreiben, was Christian berichtet:

Insgesamt fand ich die Veranstaltung und Zusammensetzung schon recht gelungen, vor allem, da man eben auch mit “der anderen Seite” mal ins Gespräch kam. So stehen die meisten wohl auch hinter ihrer Sache, kennen aber leider das Internet kaum. Allerdings gab es natürlich auch Lobbystimmen und Angst um Töpfe [2] [...]

Auch die Einbindung der Öffentlichkeit hätte besser sein können. Es gab zwar ein Social Media-Team, das ein Monitoring durchgeführt hat, aber die Öffentlichkeit bekam ja kaum Input. [...]

Wie schon erwähnt, war auch die Festlegung auf die Tische nicht ganz optimal, da man wenig Leute kennenlernte. Zudem hat man auch nur 1 Stunde konstruktiv gearbeitet, der Rest war so drumrum. [...]

Ich bin also gespannt, wie es weitergeht und werde zusätzliche Fragen dann auch noch online eintragen (wobei das definitiv zuviel Geklicke ist auf der Site). [...]

Vielleicht muss man das noch einmal erklären. Diskutiert wurde in 6 Arbeitsgruppen, bzw. an 6 Tischen. Eine Arbeitsgruppe bestand aus 8 nicht ganz zufällig zusammengesetzten Personen zzgl. Moderator. Die Redezeit war mit effektiv 2×30 Minuten (Ablaufplan, PDF) recht kurz, überraschenderweise wurden die Gruppen nach dem Tischwechsel bzw. Fokuswechsel auch nicht neu gemischt, sondern blieben zusammen.

Das “Drumrum” sehe ich übrigens durchaus positiv. Es war auch einer der Gründe, warum ich überhaupt nach Berlin gefahren bin. Gerade bei einer Auftaktveranstaltung sind die Gespräche am Rande – z.B. mit Christian Stöcker, siehe unten – oft interessanter, als die eigentlichen Panels/Sessions. Man darf den Organisatoren da wohl Absicht unterstellen.

Liest noch einer mit? Gut, ab jetzt bitte zuhören. Und zwar diesen beiden Radio-Beiträgen von Philip Banse (Mache ich auch gleich, ich muss nur noch diese Zeilen fertig tippen). Da haben wir einmal den Podcast “Medienradio034: Christian Stöcker” (Direkt-mp3):

Christian Stöcker ist stellvertretender Leiter des Ressorts Netzwelt bei Spiegel Online. Er war heute geladen zum “Dialog Internet” bei Familien-Ministerin Kristina Köhler. Wir haben uns unterhalten über den seit Monaten versuchten Dialog des Staates mit Protagonisten des neuen Politkfeldes Netzpolitik. Ist der Austauch ernst gemeint oder nur PR? Muss wirklich alles live übertragen werden?

… und dann noch einen Beitrag  für Deutschlandradio Kultur: (Direkt-mp3)

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder hat jetzt auch das Internet entdeckt. In dieser Woche startete sie den “Dialog Internet” im Rahmen einer Konferenz und parallel im Netz. Damit will sie die Online-Community in ihre Kinder- und Jugendnetzpolitik einbeziehen. Auch bei SchülerVZ und Facebook soll diskutiert werden. Was bringt´s? Philip Banse hat sich die Idee näher angeschaut.

Schönes Wochenende!

[1] Dazu vielleicht eine kurze persönliche Anmerkung, mit der ich mich hoffentlich nicht allzu sehr in die Nesseln setze. Ja,  das Konzept/die Idee der Veranstaltung stammt wohl noch aus der Amtszeit von Ursula von der Leyen und soll ursprünglich als Teil einer Appeasement-Kampagne entwickelt worden sein. Das ist zumindest ein Gerücht, das seit der Ankündigung im Februar immer mal wieder die Runde machte. Und ja, natürlich verfolgen alle Beteiligten eigene Interessen. Das ist legitim und bei Lobbyvertretern wenig überraschend. Auf der anderen Seite ist das – u.a. übrigens von Jürgen Ertelt, der als Pirat und Zensurkritiker einer Kollaboration mit dem Feind unverdächtig sein dürfte, und seinem Team entwickelte – Konzept zunächst hinreichend offen, um der Idee eine Chance zu geben. Wie auch immer: Die erste Runde hat sich gelohnt, dem weiteren Verlauf sehe ich, wie Christian, mit Spannung entgegen.

[2] Also Etats. Nicht um Mr. Topf ,)

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