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February 26 2014

February 25 2014

February 18 2014

February 13 2014

Rezension: ‘Der unsichtbare Mensch’ von Ingrid Brodnig

brodnig-coverVor etwas mehr als einem Jahr haben wir hier über den Artikel “Täter hinter der Tastatur” von Ingrid Brodnig, Medienjournalistin bei der Wiener Stadtzeitung “Falter“, berichtet, in dem sie anonyme Kampfposter auf Blogs und in Foren porträtiert hatte. Aufbauend auf ihre damaligen Beobachtungen ist jetzt im Czernin-Verlag ein Buch zum Thema Anonymität im Netz mit dem Titel “Der unsichtbare Mensch” erschienen. Weil die Rezension etwas länger geraten ist, vorweg ein tl;dr: Ingrid Brodnigs Buch liest sich gut, ist reich an anschaulichen Beispielen, klarer Haltung und konkreten Ableitungen. All jene die in Zeitungsforen, auf Blogs, in Wikipedia oder sonst wo im Netz mit Beiträgen anonymer Nutzer zu tun haben, sollten es dringend lesen.

Anonym, Pseudonym, Klarnamen

Im ersten Teil ihres Buches führt Brodnig an Hand des Beispiels es chinesischen Dissidenten Michael Anti, dessen “echter” Name Zhao Jing lautet, sehr gut in die verschiedenen Facetten der Debatte um Anonymität, Identität, Pseudonymität und Klarnamenszwang ein: Während die Universität Harvard ein offizielles Zeugnis auf den Namen “Michael Anti” ausstellte und auch Twitter diesen Namen “verifizierte”, sah Facebook sein Klarnamensgebot verletzt. Vor allem in der Klarnamensdebatte sieht Brodnig jedoch nur einen “Stellvertreterkrieg”:

“Im Kern geht es darum, wie wir das menschliche Miteinander in digitalen Zeiten regeln wollen, wie wir ein Mindestmaß an Respekt wahren können.” (S. 9)

Zusätzlich unterscheidet Brodnig Anonymität im Netz als Unsichtbarkeit von sichtbarer Anonymität wie zum Beispiel in der Straßenbahn und stellt die These auf, dass nicht die Anonymität die Ursache für Aggressivität im Netz ist, sondern das Gefühl der Unsichtbarkeit:

“Weil die Kommunikation oft so konsequenzenlos und der Gesprächspartner fern scheint, werden viele Aussagen unachtsam hingeschleudert, und etliche User neigen zu einer harscheren, enthemmteren Sprache. […] Übrigens ein großer Trugschluss: So anonym sind wir Internetuser meist gar nicht.” (S. 21)

Dass Anonymität im Netz oft trügerisch ist liegt nicht nur daran, dass Geheimdienste mit Hilfe von Überwachung und “Big Data” aus verteilt-anonymisierten Daten auf Einzelpersonen zurückschließen können. Viele Schreiber von Hassmails und -kommentaren unterschätzen, wie einfach sie auf Grund ihrer Mailadresse oder des verwendeten Pseudonyms identifizierbar sind. Auch diesen Umstand, dass Menschen zwar relativ leicht identifizierbar sind, sich aber dennoch verhalten, als wären sie komplett anonym, erklärt Brodnig mit einem “Gefühl der Unsichtbarkeit” (S. 74).

Anonymität und Überwachung

Umgekehrt ist dieses Gefühl der Unsichtbarkeit aber auch hilfreich wenn es um Enthüllungsjournalismus bzw. Whistleblowing geht und wurde durch die jüngsten Enthüllungen Edward Snowdens erschüttert:

“Was unsere Anonymität im Netz betrifft, sind all diese Dinge deswegen Quelle von Unbehagen, weil man als User gar nicht richtig einschätzen kann, ob man denn anonym ist, inwiefern alle Aktionen im Rahmen einer riesigen digitalen Rasterfahndung erfasst werden.” (S. 49)

Schon im Untertitel ihres Buches – “Wie die Anonymität im Internet unsere Gesellschaft verändert” – macht Brodnig klar, dass die Frage von Anonymität im Internet für sie keine ist, die nur die Online-Sphäre betrifft; vielmehr geht sie von einem Verschmelzen von Online- und Offline-Identität aus und fundiert so ihre Forderung nach stärkerem Grundrechtschutz im digitalen Bereich:

“Unser Leben findet immer mehr im digitalen Bereich statt, auch im digitalen Umfeld müssen Grundrechte gelten. Vor hundert Jahren haben die Menschen Briefe geschrieben, heute schreiben sie E-Mails. Warum sollte das Briefgeheimnis nicht auch für E-Mails gelten? […] Wird die Anonymität im Internet von Staaten und ihren Geheimdiensten eingeschränkt, wirkt sich das freilich auf dieses Machtverhältnis zwischen der Regierung und ihrer Bevölkerung aus.” (S. 51f.)

Obwohl Brodnig also die Möglichkeit von Anonymität im Netz grundsätzlich für erstrebenswert hält, plädiert sie dennoch für einen “Interessenabgleich” und ist der Meinung, dass Anonymität nicht in jedem Fall vom Grundrecht auf freie Meinungsäußerung gedeckt sein sollte. So wendet sie sich beispielweise gegen die Verharmlosung der Nutzung von Anonymisierungsdiensten im Kontext von dokumentiertem Kindesmissbrauch:

“In Teilen der Netzcommunity gibt es diese Tendenz. Sie haben recht mit ihrer Behauptung, dass Kinderpornografie von Politikern gern als Ausrede verwendet wird, um generell härtere Überwachungsgesetze einzuführen; aber es ist auch gefährlich, Kinderpornografie zu verharmlosen und nicht ernst zu nehmen, wie furchtbar die Verbreitung von derartigem Material ist.” (S. 99)

Im Bereich des Journalismus und des Informantenschutzes tritt sie dann aber doch für absoluten Schutz von Anonymität ein. Interessant ist dabei Brodnigs Journalismus-Definition, die auf die Tätigkeit und nicht das Medium oder die Bezeichnung als “Journalistin” abstellt. Die entscheidende Frage für weitgehenden Schutz von Anonymität auch vor staatsanwaltlichem Zugriff ist demnach ob eine Person Inhalte publiziert, und Dinge aufdeckt, die für die Öffentlichkeit relevant sind.

Anonymität in Blogs und Foren

Hinsichtlich Kommentaren in Blogs und Zeitungsforen hilft diese Unterscheidung aber nur bedingt weiter. Während veröffentlichte Leserbriefe unter das Redaktionsgeheimnis fallen, ist das bei anonymen Forenkommentaren keineswegs genauso. Interessant in diesem Zusammenhang der Verweis auf die interne Richtlinie der österreichischen Zeitung “Der Standard“, wonach diese sich nur in solchen Fällen auf das Redaktionsgeheimnis beruft, in denen der Poster nach Ansicht der Redaktion die Forenregeln eingehalten hat.

Jenseits der Frage, inwieweit die Autorennamen von Online-Kommentaren unter ein Redaktionsgeheimnis fallen fragt Brodnig im vierten Kapitel nach den allgemeinen Auswirkungen auf öffentliche Debatten und widmet sich dafür dem Beispiel der besonders im Internet sehr lauten “Antifeministen” bzw. “Maskulinisten“, die Anonymität – ähnlich wie das im Kapitel davor beschriebene Kollektiv “Anonymous” -  auch zur Simulation von Größe nutzen. In diesem Zusammenhang treibt Brodnig die mit wissenschaftlichen Studien begründete Sorge um, dass eine Minderheit radikaler Stimmen den Rest übertonen, das Klima vergiften und “Hass-Postings tatsächlich den Hass nähren” (S. 33) können.

Zur Erklärung von Meinungsexzessen in Online-Kommentaren verweist Brodnig auf das Konzept der “toxischen Enthemmung” des US-Psychologen John Suler, das sich in fünf Bausteine gliedert:

  1. Anonymität in Form von Pseudonymität, die eine Trennung zwischen Online- und Offline-Person ermöglicht.
  2. Unsichtbarkeit der Online-Gesprächspartner und deren (nonverbale) Reaktionen auf Kränkungen
  3. Asynchronität, also das Fehlen von unmittelbarem Feedback mit der Möglichkeit zu “emotionalem Hit-and-Run”
  4. Solipsistische Introjektion, eine Art Fantasievorstellung des Gegenübers
  5. Vorstellungskraft, die eine gedankliche Trennung zwischen Spiel und Alltag ermöglicht.
  6. Fehlende Autorität, die außerhalb des Netzes sowohl formalen (z.B. Vorgesetzte) oder informalen (z.B. Kleidung, Körpersprache) Ursprungs sein kann.

Zur Illustration verweist Brodnig außerdem auf ein YouTube-Video (siehe Embed), das sich humoristisch mit Enthemmung in Onlineforen auseinandersetzt und bezeichnet Sulers Ansatz als kompliziertere Fassung der “Greater Internet Fuckwad Theory“:

“Normale Person + Anonymität + Publikum = totale Arschgeige” (S. 69)

Problematischer als in Online-Foren kann dieser Effekt vor allem dann sein, wenn dadurch ein Cybermob entsteht, der auf digitale Menschenjagd geht. Auch hier liefert Brodnig eine Reihe anschaulicher Beispiele dafür, wie unverhältnismäßig sich die Wut ganzer Horden (vermeintlich) anonymer Verfolger an Einzelnen entladen. Mit Viktor Mayer-Schönberger, der auch ein Vorwort für das Buch verfasst hat, kritisiert sie “wie unbarmherzig eine Gesellschaft werden kann, die nichts vergisst.” (S. 82)

Anonymes Trollen 

Ein weiterer Unterabschnitt widmet sich dem Phänomen des Trollens, wo unter anderem erklärt wird, dass der Begriff wahrscheinlich weniger mit dem Sagenwesen sondern mehr mit Anglersprache zu tun hat:

“Fischer kennen die Methode, einen Köder auf ihre Angel zu spannen und mit dem Motorboot langsam durch ein Gewässer zu fahren. Die Raubfische sehen den Köder davonschwimmen und schnappen zu – prompt hängen sie am Haken. Im Englischen heißt diese Technik »Trolling«, im Deutschen »Schleppfischen«. Auch der Internettroll wirft einen Köder aus, nur will er keine Fische, sondern andere Internetuser an die Angel kriegen. Trolle amüsiert die Aufregung der anderen. Sie sehen es als Beweis ihrer eigenen emotionalen und kognitiven Erhabenheit, wenn sie bei anderen Wut, Verwirrung oder Trauer auslösen.”

Das Hauptproblem von Trollen ist aber, dass diese sich genau auf jenen Wert berufen, der auch Anonymität und Pseudonyme rechtfertigen kann: die Meinungsfreiheit. Leider bleibt die Darstellung des Trolling-Themas etwas einseitig und Brodnig geht nicht auf jüngere Debatten (z.B. rund um die Trollcon) ein, die auch positive Seiten des Trollens identifizieren. Diesbezüglich lohnt es also vielleicht, auf das seit einiger Zeit angekündigte Buch von Julia Seeliger zu warten.

Ein Schönheitsfehler ist auch die Diskussion des Falls Wikipedia, den Brodnig fast ausschließlich als Positivbeispiel für die produktive Kraft anonymer Beiträge anführt. Gerade die Wikipedia kämpft aber genauso mit Trollen, mit mangelnder Vielfalt unter den Beitragenden sowie durch Anonymität erleichterte Manipulationen aus PR-Interessen. Wikipedia hätte sich deshalb auch sehr gut als Beispiel für die Ambivalenz von Anonymität im Internet geeignet – mehr noch, Brodnigs Analyse liefert einige Denkanstöße für laufende Diskussionen, wie sich z.B. der Anteil von weiblichen Autoren in der Wikipedia erhöhen ließe.

Ideen für respektvolle Anonymität

So schlägt Brodnig vor, persönliche Verantwortung auch online einzufordern und meint, dass das auch mit Anonymität gelingen kann. Denn die Anonymität im Netz bringe keineswegs die “wahre Natur” des Menschen zum Vorschein, so Brodnig, sondern das Verhalten hänge sehr stark von den jeweiligen Rahmenbedingungen ab. Konsequenterweise widmet sie ein ganzes Kapitel ihres Buches der Fragestellung “wie man online gegenseitigen Respekt fördert” (S. 138) – und zwar ohne die in Südkorea zeitweilig von Seiten des Staates verordnete Realnamenspflicht einzuführen (eine Maßnahme die das Ziel eines respektvolleren Umgangs im Internet übrigens keineswegs erreichte und schließlich als verfassungswidrig wieder aufgehoben wurde).

brodnig-häufigkeit-beleidigender-postings

Jenseits staatlich verordneter Klarnamenspflicht sorgt beispielsweise bereits die Möglichkeit sich mittels Social-Media-Profil auf einer Seite zu registrieren für zivilisierteren Umgang (siehe Abbildung). Auch Asymmetrie bei der Gestaltung von Interaktionsmöglichkeiten auf Online-Plattformen kann zu einem respektvolleren Klima beitragen und ist wohl einer der Gründe, warum es auf Facebook nur einen “Like” und keinen “Dislike”-Button gibt. Als ein weiteres positives Beispiel für den Umgang mit Anonymität führt Brodnig die klaren Richtlinien von Zeit Online an, wo nach Schätzungen eines Community-Managers bei wirtschaftlichen und politischen Themen jeder fünfte Kommentar gelöscht oder gekürzt wird. Gleichzeitig werden besonders originelle Kommentare als Empfehlung der Redaktion hervorgehoben. Letzteres ist Brodnig zu Folge eine bislang noch viel zu wenig genutzte Strategie zur Verbesserung des digitalen Diskussionsklimas:

“Entscheidend ist, nicht ständig nur die fiesen Postings zu beachten, sondern die guten Beiträge und Diskussionen aktiv hervorzuheben.”

Und wahrscheinlich wäre es wirklich hilfreich, nicht nur Trolle zu ignorieren und Hasskommentare zu löschen, sondern wertvolle Beiträge sichtbarer zu machen. In dieser Hinsicht könnten wir vielleicht auch bei netzpolitik.org noch nachlegen, wenn wir wieder einmal den Umgang mit Kommentaren hier am Blog diskutieren.

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February 12 2014

Jung & Naiv: Diskriminierung digitaler Journalisten im Bundestag?

In den letzten Wochen hat die Pressestelle des Bundestages entschieden: Blogger und andere digitale Journalisten kommen ab sofort nur noch mit Presseausweis rein. Auch Jahresakkreditierungen, wie sie die Journalisten von ARD, ZDF und Print fast selbstverständlich bekommen, wurden Journalisten wie Tobias Schwarz (netzpiloten), Markus Beckedahl (netzpolitik.org) sowie dem Team von “Jung & Naiv” verwehrt.

Was steckt hinter dieser Entscheidung? Wird nun getrennt zwischen neuen und alten Journalisten? Darf die Bundestagsverwaltung eigentlich da trennen und auswählen? Ich hab dazu heute Jens Koeppen (CDU) und Lars Klingbeil (SPD) interviewt.

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February 11 2014

Edward Snowden auf der Berlinale

Der rote Teppich ist ausgerollt auf der Berlinale, nicht nur für George Clooney, sondern auch für Edward Snowden. Ganz kurzfristig wurde das Interview von Hubert Seipel mit Edward Snowden als offizieller Programmpunkt für die Berlinale aufgenommen. Super eigentlich, aber warum denn so kurzfristig und warum überhaupt Berlinale, wenn es denn schon im Fernsehen gelaufen ist?

Dazu sagte uns Dieter Kosslick, der Berlinale-Chef:

Wir möchten einem internationalen Publikum die Möglichkeit geben, dieses umfangreiche Interview zu sehen, denn bisher lief es ja ausschließlich im deutschen Fernsehen. Die Berlinale ist ein guter Ort für dieses Screening.

Hintergrund ist die schwierige rechtliche Situation dieses Interviews. Laut FAZ sei das Interview mit Snowden im Zusammenhang mit einer geplanten Dokumentation “Abgehört und abgenickt” für den NDR entstanden, die am 5. Mai 2014 in der ARD laufen solle und im Widerspruch zur Ankündigung des weltweit ersten Interviews mit Edward Snowden nur im deuschen Fernsehen zu sehen war.

Die am Sonntag gezeigte Fassung ziele „auf die Verbreitung einer deutschen Version – entsprechend des Auftrags des NDR“. Daraus ergebe sich auch das „Geoblocking“ im Internet. [...] Auslandsrechte dürfe der NDR „prinzipiell nicht selbst verwerten“.

Insofern ist die Berlinale, schon immer als politisches Filmfestival bekannt, genau der richtige Ort, um das Interview einem internationalen Publikum in einem offiziellen Rahmen zu zeigen.

Allerdings war der Saal bei der Vorstellung nicht gerade bis auf den letzten Platz gefüllt. In der anschließenden Fragerunde mit Hubert Seipel lag der Schwerpunkt des Interesses auf der Person Edward Snowdens und den Umständen des Interviews, wie er wirke, ob er in Russland sicher sei. Dazu hatte Seipel bereits im Vorfeld ausführlich Auskunft gegeben. Snowden sei sehr präzise und konzentriert, für seine Sicherheit sei Sorge getragen. Neu war die Information, dass Seipel das Interview, das Ende Januar durchgeführt wurde, bereits seit Juli geplant hatte. Er vermutete: “Die Konkurrenz war sehr groß”.

Angesichts der Überwachungsaffäre waren Seipels Kommentare zu seinem eigenen Kommunikationsverhalten amüsant. Er sei “ein hoffnungsloser Fall”, was verschlüsselte Kommunikation angehe und stamme noch aus der “analogen Welt”. Dafür habe er andere, die dafür sorgen, dass er als investigativer Journalist sicher mit seinen Quellen in Kontakt treten könne.

Falls im nächsten Jahr Filme zum Thema Snowden, Hacker, Geheimdienste und Überwachung fertig gestellt würden, wäre ein thematischer Schwerpunkt auf der Berlinale wünschenswert. Das könnte sich Dieter Kosslick auch gut vorstellen:

Sollten sich solche Inhalte herauskristallisieren, spräche nichts gegen diese thematische Ausrichtung.

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February 06 2014

I can haz digital security – Lolcats support open source and strong crypto

Diesen Titel trägt ein tumblr-Blog, der am 27. Januar gestartet ist. Das Prinzip ist einfach und trifft in der heutigen Zeit genau ins Schwarze: Es gibt niedliche Katzen und die Katzen geben Tipps, wie man sich besser vor Überwachung, Zensur und anderen unliebsame Bedrohungen des Internets schützen kann.

Das Konzept ist großartig und innovativ, da es sich erfrischend von dem mahnenden Zeigefinger unterscheidet, der oft mitschwingt, wenn man gesagt bekommt, man solle doch “einfach” all seine Mails mit PGP verschlüsseln. Und neben den Linktipps zu nützlichen Tools und Infoseiten schafft es das Blog, mit Sprüchen wie “Long cat iz long, but mah password iz longer” im Gedächtnis zu bleiben und trägt hoffentlich dazu bei, digitalen Selbstschutz auch in anderen Zielgruppen “cool” zu machen.

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February 05 2014

Überwachungsskandal illustrieren: Blogs werden schöner, und gewinnen kann man auch was

Um zu verhindern, dass wir hier ebenso wie andere Blogs und Online-Medien weiterhin unsere Artikel mit NSA-Powerpointfolien bebildern und entstellen müssen, hat die “Web We Want“-Kampagne ein Preisausschreiben gestartet: Bis zum 8. Februar kann man anlässlich des “Day We Fight Back” drei Tage später Karikaturen einsenden, die den Überwachungsskandal illustrieren. Der Gewinner erhält 1000$, auch die nächsten beiden Plätze werden ausgezeichnet. Bedingung für die Teilnahme: Die Werke müssen unter der Creative-Commons-Lizenz 4.0 Attribution Share Alike stehen.

Teilnehmen kann man, indem man sein Bild per Mail an grants@webfoundation.org oder per Twitter an @webwewant schickt.

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Netzpolitische Filmtipps: Berlinale

Wie mittlerweile auch in die etwas isolierteren Filterblasen vorgedrungen sein durfte, laufen morgen die alljährlichen Berliner Filmfestspiele an. Seit jeher ist die Berlinale eines der politischeren Filmfestspiele, aber netzpolitische Anliegen, die ja gerade im Kunstbereich eben auch kulturpolitische Fragen aufwerfen, sind noch immer eine Randerscheinung. 2012 ließ sich die Berlinale von Lobbyverbänden einen Spot bei der Preisverleihung platzieren, der vor der “Demokratisierung der Kunst” warnte und um “klare gesetzliche Regelungen” in der Urheberrechtsthematik bat – eine Forderung, die wir natürlich auch unterschreiben können, aber der Subtext, dass nur ein stärker durchgesetzes restriktives Urheberrecht das Abendland retten könne, der ist natürlich … diskussionswürdig.

Nichtsdestotrotz gab es in den letzten Jahren immer wieder Beiträge in den verschiedenen Sektionen, die entweder vom Inhalt, der Produktion oder der Lizensierung die Nutzung des Internets und das (künstlerische) Potenzial der Neuen Öffentlichkeit und rechtliche Alternativen erforscht haben. Es gibt auf dieser Berlinale zwar Beiträge die entweder direkt oder indirekt Bezug auf das Internet nehmen, doch die Thematisierung einer allgegenwärtigen Überwachungserfahrung, wie es vielleicht nach dem letzten Jahr zu erwarten gewesen wäre, geschieht nicht. Nichtsdestotrotz haben wir für euch eine kleine Auswahl an Filmen aus diesem und aus vergangenen Jahrgängen erstellt. Finden, kaufen und gucken könnt ihr sie natürlich über die wohlbekannten Vertriebswege. Hinweise auf weitere interessante Filme die auf der Berlinale gelaufen sind könnt ihr uns gerne in den Kommentaren zukommen lassen.

Berlinale 2014

 

Obietnica (2014)

In der Sektion 14plus läuft dieses Jahr mit Obietnica ein Jugenddrama, welches maßgeblich über Textnachrichten, Skype-Gespräche und Chats erzählt wird. Damit fängt der Film einen erheblichen Teil der Lebenswirklichkeit der heutigen Generation ein, die mit den Selbstverständlichkeiten des Internets aufgewachsen ist. Die Nutzung dieser Kommunikationstechnologien wird nicht bewertet, kein Verlust von Nähe oder Wirklichkeit wird beklagt – und obwohl die Handlung des Films ganz und gar nicht Technologien behandelt, sind sie ständig präsent.

 

House of Cards – Staffel 2, Episoden 1 & 2 (2013/14)

House of Cards erzählt die Machtspiele des fiktiven US-Demokraten Frank Underwood und ist ähnlich wie die dänische Serie Borgen unter PolitikerInnen ausgesprochen beliebt. Es ist explizit keine inhaltlich netzpolitische Serie aber dafür ist der Vertriebsweg, der eingeschlagen wurde, fortschrittlich. Es ist eine der ersten TV-Serien, die ausschließlich per Online-Streaming verfügbar sind und aus dieser Reihe die erste, die mit haufenweise Preisen überschüttet wurde (und das zu Recht!). House of Cards hat gezeigt, dass Formate die nur noch das Internet als Vertriebsweg benutzen keine inhaltliche und kommerzielle Nullnummer sein müssen. Am 14. Februar wird die gesamte zweite Staffel online gestellt und am 16. Februar zeigt die Berlinale die beiden ersten Folgen im Haus der Berliner Festspiele als “Berlinale Special TV Event”.

The Midnight After (2014)

2005 zeigte Fruit Chan mit “Dumplings” einen … ähm, kulinarischen Horror-Thriller auf der Berlinale. In seinem neuen Film begleitet er eine bunt zusammengewürfelte Gruppe Buspassagiere, die nach einer Tunneldurchfahrt plötzlich in einem menschenleeren Hong Kong ankommen und von einer unsichtbaren Bedrohung verfolgt werden. “The Midnight After” basiert auf dem Online-Roman “Lost on a Red Minibus to Taipo” des Hongkonger “netizens” Mr. Pizza, welcher zwischen Februar 2012 bis Mai 2012 online im Internetforum “Hongkong Golden Forum” veröffentlicht wurde. Die Wege von online veröffentlichten Romanen und Serien führen also mittlerweile zu international renommierten Filmfestspielen. So soll es sein.

Vergangene Berlinale-Jahrgänge

 

Iron Sky (2011)

Als zur Berlinale 2012 Iron Sky seine Weltpremiere feierte, frohlockte das Internet: Nicht nur war der Film von Energia Productions über Nazis in geheimen Mondbasen mit Reichsflugscheiben und Weltraum-Zeppelinen ein ziemliches Trash-und-Verschwörungstheorien-Feuerwerk, sondern auch das Ergebnis einer umfassenden Crowdfunding-Kampagne, in deren Zuge auch das Drehbuch kollaborativ geschrieben wurde (Schlagwort: participatory cinema). Etwas mehr als 1 Million Euro, also knapp 14% des gesamten Budgets, ist durch Einzelpersonen beigesteuert worden. Das Ergebnis ist eine schwarze Komödie die zwar leider weit hinter ihren Möglichkeiten zurück bleibt, aber hey. Nazis im Weltraum. Pew Pew!

 

The Pirate Bay: Away from Keyboard (2013)

Die Dokumentation des Piratebay-Prozesses wurde 2013 in der Sektion Panorama gezeigt. Während es bemerkenswert ist, dass ein Film über Filesharing auf einem der größten Filmfestspiele der Welt gezeigt wurde, war die Interpretation seitens der Berlinale trotzdem wenig positiv:

In seinem Langfilmdebüt zeigt Simon Klose die Hacker der Pirate Bay anders als die Medienanwälte Hollywoods sie darstellen. Es wird deutlich, dass sie keine abgebrühten Abzocker sind, sondern vielmehr weltfremde Nerds, deren soziale Fähigkeiten und Verständnis für die analoge Welt begrenzt sind.
TPB: AFK ist frei verfügbar, allerdings hat der schwedische Sender SVT die Lizenzierung von 4 Minuten Filmmaterial unter einer Creative Commons Lizenz untersagt. Aus diesem Grunde gibt es eine zweite, um die besagten Minuten gekürzte Version mit separaten Audiotrack unter einer CC BY-NC-SA Lizenz.
The Green Wave (2010) 
Die großen Widerstandsbewegungen in Nordafrika und dem Mittleren wie Nahen Osten waren in den letzten Jahren der Berlinale ein zentrales Thema. Neben Paneldiskussionen zur Situation von widerständigen FilmemacherInnen wurden auch mehrere Dokumentationen und Verfilmungen der Ereignisse gezeigt. Die Arbeiten an The Green Wave begonnen zwar schon vor dem schicksalshaften 17. Dezember 2010, die Ereignisse gaben dem Film aber noch zusätzliche Brisanz. The Green Wave erzählt die Ereignisse um die gefälschten Präsidentschaftswahlen im Iran des 12. Juni 2009 anhand einer Collage aus Facebook-Postings, Twitter-Nachrichten und Youtube-Videos, eingebettet in eine fiktive Handlung. Ein im wahrsten Sinne multimedialer Film, der auch dem später erdachten Schlagwort “Facebook-Revolution” zuarbeitet. Damit portraitiert er angemessen die politische Schlagkraft der sozialen Medien.

Chocolate City – We are here to stay

Rein technisch gesehen ist Chocolate City kein Berlinale-Film. Der viertelstündige Dokumentarfilm über die Aufräumarbeiten und humanitäre Arbeit in New Orleans 155 Tage nach Hurricane Katrina wurde während der Berlinale 2006 von der “dropping knowledge” Initiative veröffentlicht. Besonders hervorhebungswürdig: Der Regisseur Ralf Schmerberg trat alle Urheberrechte an dem Film ab, die Initiative bezeichnet den Film als “Copyleft“-Film und damit war dieser Film eine Weltpremiere. Allerdings gab es wohl große Unstimmigkeiten über die tatsächliche Auslegung der Lizenz, und als auf der Pressekonferenz eben diese Frage aufkam, führte das zu einem heillosen Durcheinander. Während klar war, dass der Film nicht-kommerziell verbreitet werden soll, wurde sich explizit gegen eine kommerzielle Nutzung ausgesprochen – was eigentlich im Widerspruch zum Idee hinter dem Copyleft-Prinzip steht. Chocolate City sollte daher eher als Beispiel dafür gesehen werden, wie die richtigen Ideen alleine noch lange keine gute Umsetzung garantieren. Er ist auf der Seite der Dropping Knowledge Initative zu finden.

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January 28 2014

“This Is Not a Conspiracy Theory”

Kirby Ferguson, der Kopf hinter der urheberrechtskritischen Dokumentation Everything Is A Remix (Teil 1, Teil 2, Teil 3 & Teil 4 können alle auf Youtube eingesehen werden) hat nun sein neues Projekt angekündigt, dessen erste Episode frei auf Youtube verfügbar ist: This Is Not a Conspiracy Theory.

Die kommenden Beiträge werden über den Indie-Filmdistributionsdienst VHX veröffentlicht, auf dem die Serie DRM-frei zum Kauf angeboten werden wird.

In seinem neuen Werk wird sich Ferguson erneut mit einem Kulturphänomen beschäftigen, welches nicht direkt mit dem Internet zusammen hängt, allerdings durch dieses sichtbarer wird: Der politischen Verschwörungstheorie und dem Versuch, die Strukturen und Technologien, die unsere Leben beeinflussen, nachvollziehen zu können. Konzentrieren tut er sich dabei vor allem auf Verschwörungstheorien in der englischsprachigen Öffentlichkeit, wie dem Attentat auf John F. Kennedy oder der Mondlandung, und auf die Rolle, die Informationstechnologien in ihrer Entstehung und Verbreitung spielen.

Vor dem Spiegel der zeitgleich ablaufenden Veränderungen im Vertrauensverhältnis Öffentlichkeit-Staat und der fortschreitenden Technologisierung des Alltags versucht er zu dokumentieren, wie Verschwörungstheorien funktionieren, welche Vorannahmen sie benötigen und was sie darüber aussagen, wie wir die komplexen Zusammenhänge unserer Welt verarbeiten. Wir sind gespannt!

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January 27 2014

Programmtip: Geek Night mit Nerd Alarm! (noch bis 1. Februar)

Manchmal ärgert man sich, wenn man im Nachhinein merkt, dass es im Fernsehen ausnahmsweise etwas Lohnenswertes gab, aber man es wiedermal verpasst hat. So ging es mir mit der Geek Night auf ARTE, die Samstag Nacht ausgestrahlt wurde. Aber zum Glück gibt es die Mediathek und sieben Tage Zeit zum Nachschauen (die Diskussion über die Sieben-Tages-Frist lasse ich mal außen vor). Zu sehen gibt es:

Frohes Fernsehen!

 

 

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January 11 2014

Interview mit Dirk Franke über “Grenzen der Bezahlung” in der Wikipedia

Die Entlassung von Sarah Stierch durch die Wikimedia Foundation, weil sie neben ihrer offiziellen Tätigkeit gegen Bezahlung in der Wikipedia geschrieben hatte (vgl. “Neue Probleme mit bezahlten Artikeln in der Wikipedia“), sorgt immer noch für Diskussionen. So widmet sich auch die aktuelle Ausgabe der Wikipedia-Onlinezeitung “Signpost” fast ausschließlich der Angelegenheit.

Die Kontroverse bietet aber auch einen guten Anlass, noch einmal etwas grundsätzlicher über die Frage des Für und Wider von bezahltem Schreiben in der Wikipedia zu diskutieren. In Deutschland bietet sich in diesem Zusammenhang besonders der langjährige Wikipedia-Autor und seit 1. Januar 2014 Wikimedia-Deutschland-Mitarbeiter Dirk “Southpark” Franke an. Denn Dirk Franke hat bis vor kurzem zu “Grenzen der Bezahlung” in der Wikipedia gearbeitet und wird sich auch weiterhin in seiner Freizeit mit dem Thema beschäftigen. Das folgende Interview hat deshalb auch nichts mit seiner Tätigkeit für Wikimedia Deutschland zu tun und seine Aussagen sind rein persönlicher Natur.

Dirk Franke (Foto: Tobias Schumann, CC-BY-SA-3.0)

Dirk Franke (Foto: Tobias Schumann, CC-BY-SA-3.0)

Du hast Dich für die Wikimedia Foundation in einem Projekt mit den “Grenzen der Bezahlung” auseinandergesetzt. Was war da die Fragestellung?

Dirk Franke: Das stimmt so nicht so ganz. Gefördert wurde das Projekt vom Verein Wikimedia Deutschland, der rechtlich unabhängig von der Stiftung ist. Ich habe es auch nicht für den Verein gemacht, sondern im Rahmen eines Förderprogramms in dem Mitglieder der Community verschiedene Projekte vorschlagen können – ich habe das immer so verstanden, dass ich das Projekt für die Wikipedia-Community mache, und nicht so sehr für den Verein. Die Fragestellung war auch eher eine praktische: bezahltes Schreiben ist einfach absehbar ein kommendes Problem und eine kommende Entwicklung: Wie schaffe ich es, die Community dazu zu animieren, sich Gedanken zum Thema zu machen, noch bevor das Problem in der Tür steht, und es eigentlich zu spät ist?

Was waren die wichtigsten Erkenntisse aus Deinem Projekt?

Dirk Franke: Ganz grundsätzlich muss die Community eine Entscheidung treffen, welcher Grundwert der Wikipedia ihr wichtiger ist: Offenheit oder totale Nicht-Kommerzialität. Entweder ist Wikipedia offen für alle, und es ist möglich, Wikipedia anonym zu bearbeiten – dann ist es quasi unmöglich, ein Paid-Editing-Verbot konsequent durchzusetzen. In dem Fall stellt sich allerdings weniger eine Verbotsfrage, sondern eine Regulierungsfrage: Wie kann man bezahltes Schreiben sinnvoll lenken, und möglichst nur auf seine nicht-schädlichen Aspekte eingrenzen.

Oder es ist der Community wichtig, bezahltes Schreiben wirklich konsequent zu verbieten? Dann allerdings lässt sich die Anonymität im Projekt nicht mehr aufrecht erhalten, und die Wikipedia würde sich inhaltlich und sozial deutlich verändern: das Projekt wäre nicht mehr dasselbe wie vorher.

Wie sieht es mit der Akzeptanz von bezahltem Schreiben in der Community aus?

Dirk Franke: Für die mehr oder weniger weitreichende Akzeptanz von bezahltem Schreiben in der Community gibt es mehrere Faktoren, die bei den bezahlten Schreibern selbst liegen. So findet es eher Akzeptanz, wenn es um nichtkommerzielle Zwecke geht, und der Autor nicht auch noch ehrenamtlich in der Wikipedia aktiv ist, oder gar eine Funktion innerhalb der Wikipedia hat. Der Idealfall aus Sicht der Community wäre es wohl, wenn eine nichtkommerzielle Organisation aus ihren eigenen Mitteln transparent Menschen mit Expertenwissen bezahlt, die bisher nicht Wikipedia editiert haben, um unparteiisch Artikel über allgemeine Themen des Wissens zu bearbeiten.

Schon heute ist es ja so, dass für einige Tätigkeiten im Bereich der Wikipedia, z.B. der Weiterentwicklung der Software, bezahlt wird. Warum darf nicht auch für das Verfassen von Artikeln bezahlt werden?

Dirk Franke: So ganz stimmt das auch heute schon nicht: Bezahltes Schreiben trifft zwar nur selten auf Freude oder Zustimmung im gesamten Wikiversum – explizit verboten ist es jedoch auch so gut wie nie. Fast alle Formen des bezahlten Schreibens bewegen sich in einer Grauzone aus informellen Gebräuchen, “man-soll-nicht”-Regeln, und einer oft ablehnenden Praxis. Dabei gibt es Formen, die mehr und weniger akzeptiert werden. Es gibt zum Beispiel einige wenige Fälle im englischsprachigen Raum, in denen Menschen von Kulturinstitutionen bezahlt werden, um Inhalte über Kunst oder Kultur zu schreiben. Schwierig wird es, wenn es auch um Artikel über die Institution an sich geht, oder die Artikel dazu dienen, einen bestimmten Themenkomplex zu bewerben.

Im Bereich Open Source Software gibt es ein nebeneinander von bezahlten und unbezahlten Beitragenden (vgl. z.B. eine aktuelle Studie “Paid versus Volunteer Work in Open Source” von Dirk Riehle und anderen) – warum ist das im Bereich der Wikipedia schwieriger?

Dirk Franke: Soweit ich weiß, ist es auch im Bereich Open Source Software nicht immer ganz einfach mit dem Nebeneinander. Bei Wikipedia fehlt allerdings bisher jede Erfahrung damit, wie so ein Nebeneinander überhaupt aussehen könnte. Viele Wikipedia-Autoren verstehen sich darüber hinaus als Nicht-Kommerziell und gegen Kommerz im Wissen ausgerichtet. Diese haben oft sehr klare und ausgesprochene Meinungen zum Thema.

Zudem unterscheidet sich Software und Wikipedia-Text auch erheblich: der Code eines Programms unterscheidet sich vermutlich nicht großartig, egal wer dafür bezahlt hat. Bei Wikipedia steht immer die Befürchtung im Raum, dass derjenige der bezahlt, auch die Ausrichtung und die Neutralität des Textes beeinflussen will.

Die Frage der Bezahlung ist auch im Kontext mangelnder Vielfalt ein Thema. In ihrem Vortrag “Diversity initiatives that worked in other open communities” (PDF der Slides) bei der Wikipedia Diversity Conference meinte beispielsweise Valerie Aurora, dass Bezahlung es unterrepräsentierten Gruppen wie z.B. Frauen leichter macht, Beiträge zu leisten. Wie siehst Du das?

Dirk Franke: Kurzfristig wäre dem vermutlich so. Wobei man sich vor Augen führen muss, wieviele Menschen in der Wikipedia aktiv sind. Die deutsche Wikipedia hat beispielsweise einen harten Kern von etwa 1000 Menschen, die fast täglich editieren und etwa 7000 Menschen, die regelmäßig mehrfach im Monat vorbeischauen. Wenn man da durch Bezahlung wirklich einen nennenswerten Unterschied in der Zusammensetzung der Community machen wollte, müsste man eine größere Personenzahl mit dementsprechenden Kosten bezahlen.

Welche Probleme wären abgesehen von den hohen Kosten noch zu erwarten?

Dirk Franke: Es stellen sich vor allem zwei Probleme: würden diese bezahlten Autorinnen jemals Akzeptanz unter den Ehrenamtlichen finden, oder würde das nicht eher das Problem verschärfen und zu einer Spaltung führen? Und: Wie würden sich beispielsweise die durchaus vorhandenen Wikipedianerinnen fühlen, die seit Jahren in Wikipedia aktiv sind, wenn ihnen plötzlich bezahlte Kolleginnen vor die Nase gesetzt werden? Bei solchen Projekten besteht immer eine immense Gefahr, dass man die seit Jahren aktiven Freiwilligen demotiviert, während jeglicher Effekt möglicher Bezahl-Programme sofort verpufft, sobald die Mittel erschöpft sind.

Wo lag im konkreten Fall von Sarah Stierch eigentlich genau das Problem? Sie hat schließlich aus ihrer Tätigkeit des bezahlten Schreibens kein Geheimnis gemacht, sondern sogar die Preise auf ihrem Blog transparent gemacht?

Dirk Franke: Zu dem Fall habe ich bisher deutlich zu wenig Detailwissen, um wirklich sinnvoll Auskunft geben zu könnnen. Alles was mir zur Zeit klar zu sein scheint, ist, dass Sarah Stierch etwas getan hat, von dem ihre Vorgesetzten in der Wikimedia Foundation nichts wussten. Anscheinend war dieses Handeln dann auch gravierend genug, um zu den gezogenen Konsequenzen zu führen.

Auf der Mailingliste der Wikimedia Foundation wird Sarah Stierch mit dem Argument verteidigt, dass das Problem nicht bezahltes Schreiben an sich, sondern bezahltes Lobby-Schreiben ist. Lässt sich zwischen “guter” und “schlechter” Bezahlung unterscheiden?

Dirk Franke: Wie weiter oben geschrieben; es gibt diverse Faktoren (Offenheit, Inhalt, Geldquelle etc.), die die Akzeptanz von Bezahlung erhöhen oder vermindern. Das Spektrum reicht da von hellgrau bis tiefschwarz. Für wirklich gutes Nicht-Lobby-Schreiben müsste ja eine Geldquelle gefunden werden, die mit der Bezahlung keinerlei eigene Interessen verfolgt. Das stelle ich mir in der Praxis recht schwierig vor.

Erik Möller, Vize-Direktor der Wikimedia Foundation, hat die Idee einer eigenen Organisation aufgeworfen, die Geld für das bezahlte Erstellen von Wikipedia-Artikeln einsammelt, gleichzeitig aber sicherstellt, dass mit dem Geld keine Inhalte gekauft werden können. Wäre das ein Ausweg?

Dirk Franke: Zumindest ist es ein Gedankenansatz, der meines Wissens bisher von der Stiftung her neu ist. Der geht das weiter oben angesprochene inhaltliche Problem an, löst aber noch nicht das soziale Problem, dass die Existenz von spendengeförderten Autoren möglicherweise ehrenamtliche Wikipedianer demotiviert und aus dem Projekt vertreibt.

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January 10 2014

Neue Probleme mit bezahlten Artikeln in der Wikipedia

Die Wikimedia Foundation hat eine Mitarbeiterin entlassen, die ihre Dienste kommerziell angeboten hat: 44,44$ pro Stunde Editierarbeit oder 300$ pro Artikel auf Wikipedia musste man zahlen, um Inhalte von Sarah Stierch verfasst zu bekommen.

Wer ist Sarah Stierch?

Sarah Stierch war ein öffentlich sehr sichtbares und aktives Mitglied der Wikimedia Foundation als “Program Evaluation & Design Community Coordinator” und hat sich vor allem darin engagiert, Frauen zur Teilnahme an der Wikipedia zu motivieren. Auch in der Ada Initiative, die Frauen bei der Mitarbeit in Open Source und Open Culture fördert, war sie Vorstandsmitglied. 2011 hat sie eine Umfrage zum Gender Gap in der Wikipedia durchgeführt, die auch andere interessante Erkenntnisse über die Zusammensetzung der Wikipedia-Autoren zu Tage gefördert hat. Außerdem war sie Wikipedian-in Residence für die Archives of American Art und die Smithsonian Institution Archives.  2012 bekam sie ein Stipendium der Wikimedia Community.

Verlauf der Diskussion

Am Anfang stand ein Blogpost, der am 5. Januar auf den oben verlinkten Screenshot von Stierchs Profil auf oDesk verwies. Daraufhin entstand eine Diskussion, die zunächst auf der Wikimedia-Mailingliste und der Usertalk-Page von Jimmy “Jimbo” Wales, dem Hauptgründer der Wikipedia, stattfand. Hauptkritik neben dem Interessenskonflikt, der potentiell besteht, wenn ein Autor Artikel gegen Bezahlung schreibt, war die ausbleibende Reaktion von Stierch, auch nachdem die Diskussion auf ihrer eigenen Seite weitergeführt wurde. Gestern erfolgte dann die Mitteilung über die Entlassung Stierchs bei der Wikimedia Foundation.

Ich schreibe hier, um euch mitzuteilen, dass Sarah Stierch nicht mehr Mitarbeiterin der Wikimedia Foundation ist.

Die Wikimedia Foundation hat kürzlich erfahren, dass Sarah für zahlende Kunden Wikipedia editiert hat, zuletzt vor wenigen Wochen. Sie hat das getan, obwohl allgemein bekannt ist, dass bezahltes Editieren unter vielen in der Community und der Wikimedia Foundation verurteilt wird.

Nicht das erste Problem mit bezahlten Artikeln

Im September 2012 gab es Anschuldigungen, dass gegen Zahlung Artikel auffällig häufig auf der Frontseite erschienen und im letzten Oktober und November haben wir darüber berichtet, dass eine PR-Agentur im großen Stil Dienstleistungen zum Erstellen und Pflegen von Artikeln angeboten hat. Im November erfolgte dann ein Unterlassungsschreiben an die beteiligte PR-Agentur, die das weitere Editieren verbot.

Und nun?

Zu glauben, man könne die komplette Wikipedia frei von bezahlten Schreiberlingen halten, ist unrealistisch. Dafür ist die Arbeitslast zu hoch für die Freiwilligen. Und dann kommt noch die Frage, was als bezahltes Schreiben und Interessenskonflikt angesehen wird. Ein Schreiber, der von einer PR-Agentur beauftragt wird, um eine Firma oder Person gut dastehen zu lassen, ist sicherlich in einem inakzeptablen Abhängigkeitsverhältnis. Betrachtet man jedoch als Beispiel einen Mitarbeiter einer Forschungseinrichtung, der einen Artikel mit dem neuesten Forschungsverfahren erstellt (was man als indirekte Bezahlung und Interessenskonflikt werten kann), um die Welt daran teilhaben zu lassen, kann eine direkte Bereicherung für die Wikipedia entstehen.

Außerdem besteht bereits die Möglichkeit, einen “Disclaimer” zu erstellen, um selbst zu kennzeichnen, dass man parteiisch sein könnte – so wie hier.

Mich würde eure Meinung interessieren: Wo liegt die Grenze bei bezahltem oder potentiell parteiischem Editieren, (wie) lässt sich so ein Problem lösen?

Was meiner Meinung nach immer hilft: Meldet euch in der Wikipedia an, wenn ihr es nicht sowieso schon getan habt und helft mit, Artikel kritisch unter die Lupe zu nehmen. Ihr müsst keine ganzen Artikel verfassen, aber wenn ihr sowieso die Wikipedia benutzt, ist es leicht, zur Diskussion und Verbesserung beizutragen, wenn euch etwas auffällt.

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January 07 2014

Leseempfehlung: State of the World 2014

Traditionellerweise erscheint jedes Jahr im Januar auf der Konversationsplattform und Online-Konferenz Inkwell, die auf den Seiten von The WELL angesiedelt ist, eine Diskussion um den Stand der Dinge zu Beginn des neuen Jahres.

Geführt wird diese Diskussion von Bruce Sterling und Jon Lebowsky. Sterling ist als Science-Fiction-Autor und Mitgründer des Cyber-Punk-Genres bekannt, zeigte jedoch auch viel poltitisches Engagement und verfasste das Werk  The Hacker Crackdown: Law and Disorder on the Electronic Frontier um die Hackerbewegung der 80er. Lebowsky ist Webdeveloper und Aktivist, der unter anderem die Electronic Frontier Foundation Austin gründete.

Die Diskussion, die noch nicht abgeschlossen ist, behandelt auch – wie sollte es anders sein – die NSA-Enthüllungen. Besonders schön ist die bildliche Darstellung der öffentlichen Reaktion von Lebowsky:

Es ist erstaunlich wie abgestumpft die Reaktion auf die NSA-Überwachung [...] in den USA war. Es ist nicht so, als wollten oder erwarteten wir keine Privatsphäre. Es ist mehr wie ein Schockzustand, die Präsenz anhaltender Überwachung ist irgendwie weit weg und nicht real. [...] Ein billiger Kinofilm, der vorbeigeht, der Abspann wird kommen, wir gehen zurück ans Tageslicht und alles wird gut sein, einfach gut. Aber wir sehen keinen Kinofilm sondern ein bösartiges Youtube-Video, dass sich verbreitet hat [...] Wir sind beim Zusehen eingeschlafen, in einem verwobenen Traumzustand, der sich aus unserer Fantasie nährt und es gibt keinen klaren Weg zurück ins Bewusstsein.

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January 06 2014

Source Code in TV and Films

Eine tolle Idee ist das Tumblr-Blog “Source Code in TV and Films“. Dort werden Filmsequenzen gesammelt, in denen Sourcecode als visuelles Element genutzt wird und dabei beschrieben, was denn der Code eigentlich bedeutet (und wieviel Unsinn das jeweils ist).

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(via nerdcore)

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January 01 2014

“Jung & Naiv” beim #30c3: Constanze Kurz, Fefe, Tim Pritlove

Unser erstes Mal beim Kongress der chaotischen Kommunikation sollte gleich ein tolles werden. Ohne Vorahnung und -warnung fuhren wir nach Hamburg und verbrachten zwei Tage unter Menschen, die sich Gedanken machen und an die Zukunft denken. Ist ja eher die Ausnahme wenn’s um Politik geht heutzutage. Zurückgekommen sind wir mit fünf Folgen im Gepäck.

Tim Pritlove, Eröffnungsredner beim 30c3, fragte ich, ob und wie wir uns denn gegen die Überwachung wehren können und sollten



Jan Philipp Albrecht, Europaabgeordneter der Grünen, erklärte mir, was ein Politiker auf dem CCC zu suchen hat und warum es europäische Lösungen im Datenschutz und bei den Geheimdiensten geben sollte

Alexa O’Brien war beim Prozess von Chelsea Manning dabei. Doch wer ist Chelsea Manning? Was hat sie angestellt? Und warum muss sie dafür nun 35 Jahre ins Gefängnis?

Fefe alias Felix von Leitner war ein bisschen kamerascheu, aber erzählte mir von Fnords, warum Vorratsdatenspeicherung doof ist, welche Wunder er der neuen großen Koalition einräumt und ob er Hans-Peter Friedrich als vorbildlichen Innenminister vermissen wird.

Schließlich traf ich die grandiose Constanze Kurz, Sprecherin vom CCC. In einer tollen Folge ging es über ihre Rolle im Verein und in der Gesellschaft, über ein gutes Ende im Überwachungsskandal und warum sie ein Buch über Roboter geschrieben hat.

Alle bisherigen 106 Folgen Jung & Naiv gibt’s im Youtube-Kanal Eures Vertrauens. Abonnieren kostet auch nix.

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December 23 2013

Iran & die Bombe – Jung & Naiv: Folge 100

Pünktlich zum Fest feiern auch wir. Nur nicht den Jesus, sondern ein erstes kleines Jubiläum: 100 Folgen sind seit Ende Februar entstanden. 95 mehr als ursprünglich geplant. Jetzt also die Hundertste. Kein Promi, kein Politiker sollte mein Gast sein, sondern ein perfekter Repräsentant des Formats: Peng-und-Bumm-Erklärbär Thomas Wiegold. Mit ihm ging es um diesen Deal, der Ende November in Genf ausgeklüngelt wurde: China, Russland, Frankreich, Großbritannien und die Amis haben mit den Iranern vereinbart, dass es in den kommenden sechs Monaten keine Atombombe geben wird? Oder dass der Uran die Iran-Anreicherung stoppen wird? Und was passiert am Ende dieses halben Jahres? Irgendwie alles unklar. Zum Glück gibt’s Thomas.

An dieser Stelle einen herzlichsten Dank an das Netzpolitik-Team. Besonders an Markus Beckedahl. Ohne euch wäre die Sendung nicht das, was sie heute ist.

Alle restlichen 99 Folgen “Jung & Naiv“, ungekürzt & unbeschnitten, gibt’s natürlich im Youtube-Kanal Eures Vertrauens. Abo kostet auch nichts.

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Netzpolitischer Fahrplan des 30C3

Am Freitag beginnt der 30. Chaos Communication Congress in Hamburg. Unsere Redaktion wird überwiegend vor Ort sein, aber wahrscheinlich wie immer wenig Zeit zum bloggen und mehr zum reden haben. Wir bringen einen Stappel gedruckte Bücher von “Überwachtes Netz” mit, die Ihr direkt bei uns erwerben könnt (Wenn Ihr uns denn findet). Wahrscheinlich werden wir viel Zeit in der Assembly von European Digital Rights verbringen, die wiederum eine Sub-Assembly von NoisySquare ist (Wo auch immer die vor Ort zu finden ist).

Ich hab hier mal die netzpolitisch interessanten Vorträge aus dem offiziellen Fahrplan zusammen kopiert. Viele interessante Talks werden aber auch in den Assemblys und den Workshopräumen stattfinden. Unser Talk über Netzneutralität findet am ersten Abend um 21:45 Uhr in Saal 2 statt.

27. Dezember

12:45, Saal G, “Der tiefe Staat” mit Andreas Lehner.

14:00, Saal 1, “Keine Anhaltspunkte für flächendeckende Überwachung –
Die Diskussion um NSA, PRISM, Tempora sprachlich aufgearbeitet
” mit Martin Haase/maha und khamacher.

16:00, Saal 6, “IFGINT – Erkenntnisse aus Informationsfreiheitsanfragen – Hacks, Bugs, Workarounds” mit Stefan Wehrmeyer

17:30, Saal 6, “Policing the Romantic Crowd – Velocipedes and Face Recognition” mit MaTu.

19:30, Saal 1, “30c3 Keynote” mit Glenn Greenwald (über Video).

21:45, Saal 2, “Der Kampf um Netzneutralität – Wer kontrolliert das Netz?” mit mir und Thomas Lohninger.

23:00, Saal 1, “No Neutral Ground in a Burning World” mit Quinn Norton und Dymaxion.

28.12.

14:00, Saal 2, “EUDataP: State of the Union” mit Jan Philipp Albrecht.

16:00, Saal 1, “Die Bundesrepublik – das am meisten überwachte Land in Europa – Historische Grundlagen und notwendige Konsequenzen” mit Josef Foschepoth.

18:30, Saal 2, “V wie Verfassungsschutz” mit Talke Blase, Asta Nechajute, Felix Höfner, Mona Mucke.

20:30, Saal G, “Bullshit made in Germany – So hosten Sie Ihre De-Mail, E-Mail und Cloud direkt beim BND!” mit Linus Neumann.

29.12.

11:30, Saal G, “India’s Surveillance State” mit Maria Xynou.

12:45, Saal 2, ” ID Cards in China: Your Worst Nightmare. In China Your ID Card Knows Everything” mit Kate Krauss.

16:00, Saal G, “#SOPA, #NSA, and the New Internet “Lobby” mit Elizabeth Stark.

20:30, Saal 1, “The Four Wars. Terror, whistleblowers, drugs, internet.” von Annie Machon.

20:30, Saal 2, “The Internet (Doesn’t) Need Another Security Guide.
Creating Internet Privacy and Security Resources That Don’t Suck
” mit evacide.

23:00, Saal G, “Die Drohnenkriege. Kriegsführung der Zukunft?” mit Norbert Schepers.

30.12.

11:30, Saal 1, “To Protect And Infect. The militarization of the Internet” mit Claudio Guarnieri, Jacob und Morgan Marquis-Boire.

11:30, Saal G, “Beyond the Tech: Building Internet Freedom Tools for Real People” mit Michael Brennan.

14:00, Saal 1, “Through a PRISM, Darkly. Everything we know about NSA spying” mit Kurt Opsahl.

14:00, Saal 2, “THE DATABASE NATION, a.k.a THE STATE OF SURVEILLANCE” mit houndbee.

16:00, Saal 2, “Concepts for global TSCM getting out of surveillance state mode” mit Andy Müller-Maguhn.

16:00, Saal G, “Dead Man Edition. Auf dem Weg zu fairer Elektronik am Beispiel der Elkos” mit Sebastian Jekutsch.

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December 05 2013

Drohnen entführen mit SkyJack

Samy Kamkar hat vor ein paar Tagen SkyJack veröffentlicht – ein Programm samt Anleitung, um mit einer Hobby-Drohne andere Drohnen zu “entführen”. Mit ein bisschen zusätzlicher Hardware und dem entsprechenden Code ist es fortan möglich die Gewalt über fremde Parrot AR.Drohnen zu erlangen. Hierfür fliegt die eigene, entsprechend ausgestattete, Drohne herum und sucht nach anderen Drohnen in Reichweite. Wird eine Parrot AR.Drohne gefunden (anhand bestimmter MAC-Adressen leicht zu erkennen) wird die Verbindung der Ziel-Drohne mit ihrem Steuergerät (meist Tablet oder Handy) getrennt. Danach kann der “Entführer” die Drohne selbst lenken und auch einen Live-Feed der Kamera(s) sehen.

Benötigt wird hierfür lediglich eine Drohne, ein Raspberry Pi, eine Batterie und ein AWUS036H Wifi-Adapter. An Software kommen node-ardrone, node.js, Aircrack-ng und natürlich SkyJack zum Einsatz.

Samy Kamkars Motivation und Idee waren, dass es doch lustig wäre zukünftig Amazon Drohnen zu entführen. Es ist natürlich fraglich, dass ein ähnlich simpler Trick bei industriellen oder gar militärischen Drohnen funktioniert. Dennoch zeigt Kamkars Hack sehr schön, dass auch in Zeiten umfassender Automatisierung uralte Vorgänge, wie Entführungen, weiterhin funktionieren.

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December 04 2013

Netzpolitik-Spenden: Wir sind jetzt gemeinnützig!

Anfang des Jahres hatten wir den Netzpolitik e.V. gegründet, um darüber Spenden im Rahmen eines freiwilligen Abos einsammeln zu können. Für alle Spenderinnen und Spender haben wir jetzt die gute Nachricht: Das Finanzamt hat den Netzpolitik e.V. als gemeinnützig anerkannt und alle seit April eingegangenen Spenden sind damit von der Steuer absetzbar!

Für die Steuererklärung reicht es aus, bis 150 Euro den Kontoauszug als Beweis zu nehmen. Wir können auch Spendenquittungen ausstellen. Das werden wir aber von uns aus nur Spenden ab 150 Euro automatisch machen. Wer seine Kontoauszüge nicht mehr findet oder aus welchem Grund auch immer eine Spendenquittung für Beträge unter 150 Euro will, schickt eine Mail an spenden@netzpolitik. Die Spendenquittungen planen wir für das Frühjahr 2014.

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Jetzt neu und temporär: Eine Spenden-Wall

Angelehnt an die Paywall von taz.de experimentieren wir jetzt auch temporär mit einem Overlay-Banner herum, was auf die Spendenmöglichkeit hinweist. Das machen wir, weil sich die Spenden freundlicherweise positiv entwickelt haben, aber leider immer noch nicht ausreichen, um unseren Service und Unabhängigkeit weiter auszubauen. Ich werde im Laufe des Tages nochmal einen detaillierten Bericht zum Spendenstand mit vielen Zahlen bloggen, um einen tarnsparenten Überblick zu geben. Viele werden sich über das Overlay aufregen und wir würden auch gerne in einer Welt leben, wo wir darauf verzichten können. Erfahrungen von und der Austausch mit Epxerten der Wikipedia und Taz.de haben uns aber gezeigt, dass es tatsächlich etwas bringen kann. Und wir wollen damit Erfahrungen sammeln. Die Alternative wäre eine richtige Paywall oder weniger Inhalte. Beides finden wir uncool.

Unsere Spenden-Wall soll schöner werden

Die Paywall ist vom Design her rudimentär und der Text wird sich öfters ändern. Wer uns ein schöneres CSS für das Overlay-Banner basteln will: Nur zu, wir freuen uns über Beiträge. Der Code der Spenden-Wall liegt hier als .js-Datei. Auch das Aussehen wird mit CSS in dieser Datei gesteuert. Wenn ihr es schöner machen wollt, könnt ihr gern die Datei kopieren und verändern und mir das Ergebnis zusenden.

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