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July 26 2013

FSF: Spendenkampagne für freies Android Replicant gestartet

replicant_bannerDas Mobilfunkbetriebssystem Android, das von Google entwickelt wird, gilt allgemein als freies Betriebssystem. Auch wenn das Betriebssystem Open Source ist, ist es aber nicht frei von proprietärer, also unfreier, Software. Aus diesem Grund versucht das Projekt Replicant seit Mitte 2010 Android von seinen proprietären Teilen zu befreien und eine komplett freie Version von Android bereit zu stellen. Um die Arbeit an Replicant voranzutreiben hat die Free Software Foundation (FSF) nun eine Spendenkampagne gestartet.

Der derzeit aktuelle Version 4 des freien Betriebssystems Replicant unterstützt nach eigenen Angaben 10 Geräte, größtenteils Geräte des Herstellers Samsung. Um Replicant auf weitere Geräte portieren zu können und somit die Verbreitung des freien Android Systems verbessern zu können, wurde nun die Spendenkampagne der FSF ins Leben gerufen. Mit dem in der Spendenaktion gesammelten Geld sollen in erster Linie weitere Smartphones und Tablets für die Entwickler beschafft werden.

Wondering how much to donate? Any amount will help with Replicant’s infrastructure and promotion. $400-600 will allow the Replicant team to buy one new device and make the OS compatible with it.

Die Nutzung von Replicant anstelle von Android ermöglicht es dem Nutzer nicht nur, vollständig auf propritäre Software zu verzichten. Die Entwickler von Replicant betonen, dass ihr Betriebssystem frei von Googles sonst vorinstallierten Systemen zum Benutzertracking sei und so im, Gegensatz zu Android, den bestmöglichen Schutz der Privatsphäre biete.

Replicant ist dabei zur Zeit nicht das einstige Projekt, das versucht Alternativen zu den etablierten mobilen Betriebssystemen wie Android, iOS oder Windows Phone aufzubauen. So hat Canonical, der Sponsor der Linux-Distribution Ubuntu, erst vor einigen Tagen eine Crowdfunding-Kamapgne auf Indiegogo gestartet. Ziel der Kampagne ist es die Produktion und Vermarktung des Smartphones Ubuntu Edge zu finanzieren. Das Ubuntu Edge soll dabei mit Ubuntus mobilem Betriebssystem Ubuntu Touch laufen. Schließt man das Gerät jedoch an einem Monitor an, soll der Nutzer die normale Ubuntu Desktopumgebung erhalten. Canonical erhofft sich durch die Crowdfunding-Kampagne enorme 32 Millionen Dollar von denen bisher, nach knapp 3 Tagen, rund 6,4 Millionen Dollar eingenommen wurden.

Und erst am gestrigen Tag gab der spanische Hersteller Geeksphone bekannt, erste Vorbestellungen zu seinem Smartphone Peak+ entgegen zu nehmen. Das Peak+ ist damit das erste Smartphone mit Mozillas freiem Betriebssystem Firefox OS, dass sich an den Endkunden richtet. Das Peak+ kostet 149€ ohne Steuern und soll ab Mitte September ausgeliefert werden.

Wir wollen netzpolitik.org weiter ausbauen. Dafür brauchen wir finanzielle Unterstützung. Investiere in digitale Bürgerrechte.

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Reposted by5fehlerschlingel

February 08 2011

Jugendmedienschutz: Und, wie geht’s weiter?

Als Ende des Jahres – letztendlich überraschend – der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag scheiterte, durfte man etwas Hoffnung haben.

Hoffnung, dass die Politik verstanden hatte. Hoffnung, dass der nächste Staatsvertrag im konstruktiven Dialog mit Experten und Zivilgesellschaft verhandelt wird. Hoffnung vor allem auf einen zeitgemäßen Jugendschutz, der mehr ist, als der zum Scheitern verurteilte Versuch, dem Internet die Regulierungs- und Machtmechanismen des Rundfunks aufzuzwingen.

Das war vielleicht ein wenig optimistisch. Ich will nicht undankbar sein, immerhin gab es erste Einladungen. Bisher freilich eher auf Schnittchenebene:

15.02.: Veranstaltung von FSM & FSF bei Bertelsmann Berlin
18.02.: Veranstaltung der Grünen im Düsseldorfer Landtag
18.03:  Veranstaltung der KJM in München

Gut, dann gehen wir halt in Vorleistung. Den Anfang macht Medienpädagoge Jürgen Ertelt. In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Merz ist ein gemeinschaftlich verfasster Artikel zum Thema erschienen, eine Zusammenfassung gibt es im Praxisblog Medienpädagogik:

Jugendmedienschutz-Staatsvertrag – ein Ungetüm stolpert über die Internet-Evolution
Strategien für einen akzeptablen Jugendmedienschutz (Teil 1)

Nächsten Montag kommt der zweite Teil.

April 06 2010

JMStV in der Praxis: Scientology-Film in der ARD-Mediathek nur zwischen 20 und 6 Uhr abrufbar

Hin und wieder gibt es Themen, deren Relevanz ich für Netzpolitik.org komplett falsch einschätze. Die Liste der Sachverständigen, die auf einem Ticket der Union in die Internet-Enquete geschickt werden, fand ich zum Beispiel vergleichsweise uninteressant.

Ein unvermeidlicher Lobbyist der Musikindustrie, ein IT-Branchenvertreter (Ich hätte aus Gewohnheit auf T-Com getippt, war dann Bitkom), ein mir unbekannter Informatiker und ein bekannt konservativer Medienwächter. Dazu eine Quotenfrau für die Community.
Hatte jemand etwas anderes erwartet?

Nun, vermutlich nicht. Und auch, obwohl der zugehörige Beitrag hier bei Netzpolitik.org spät kam und recht blutleer formuliert war, kam es noch zu einer angeregten Diskussion.

Bei den Stichworten “GEZ” und “öffentlich-rechtlicher Rundfunk” ist es regelmäßig ähnlich. Ich finde ja, dass da eigentlich alles gesagt ist. Nur vielleicht noch nicht von jedem. Sei’s drum, es gibt einen neuen Aufreger.

Und zwar einen Fernsehfilm über die Sekte “Scientology” des SWR, der in der Mediathek der ARD nur zwischen 20 und 6 Uhr zu sehen ist. Begründung: Die Sendung sei für Jugendliche unter 12 Jahren nicht geeignet.

Internet-Sendezeit

(Screenshot: Jan Filter, “Die ARD hält mich für 12!”)

Womit der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag zuschlägt. Und zwar bereits in seiner bestehenden Form. Der reglementiert nämlich “Sendezeiten” für “entwicklungsbeeinträchtigende Angebote”. Auch im Internet, sofern dem Angebot kein geeignetes Altersverifikations-System vorgeschaltet ist. Letzteres dürfte bei öffentlich-rechtlichen Angeboten nicht denkbar sein, da diese grundsätzlich frei zugänglich sein müssen.

So neu, wie man vielleicht vorschnell annehmen mag, dürfte obige Tafel aber gar nicht sein. Sie sind bisher lediglich nicht aufgefallen, da von der Sendezeitenregelung im Internet üblicherweise nur Fremdproduktionen betroffen sind, die aus lizenzrechtlichen Gründen ohnehin nur selten den Weg in die öffentlich-rechtlichen Mediatheken finden. Möchte man sich hingegen den Tatort “Tango für Borowski” vom Sonntag in der Mediathek ansehen,  bekommt man die gleiche Tafel zu sehen.

Randnotiz: Für die Alterseinstufung von Eigenproduktionen sind die öffentlich-rechtlichen Sender eigenverantwortlich zuständig. Die FSK als Kontrollorgan der Filmwirtschaft ist hier ebenso aussen vor, wie die FSF (Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen), die sich lediglich um das Programm der privatrechtlichen Programmveranstalter kümmert.

Obige Entscheidung, ein für Kinder bis 12 Jahren nicht geeignetes Format aus dem Tagesprogrammm (6 bis 20 Uhr) auszublenden, orientiert sich allerdings an den Grundsätzen der FSF bzw. an den Sendezeitschiene in § 5 des JMStV:

(4) Ist eine entwicklungsbeeinträchtigende Wirkung im Sinne von Absatz 1 auf Kinder oder Jugendliche anzunehmen, erfüllt der Anbieter seine Verpflichtung nach Absatz 1, wenn das Angebot nur zwischen 23 Uhr und 6 Uhr verbreitet oder zugänglich gemacht wird. Gleiches gilt, wenn eine entwicklungsbeeinträchtigende Wirkung auf Kinder oder Jugendliche unter 16 Jahren zu befürchten ist, wenn das Angebot nur zwischen 22 Uhr und 6 Uhr verbreitet oder zugänglich gemacht wird. Bei Filmen, die nach § 14 Abs. 2 des Jugendschutzgesetzes unter 12 Jahren nicht freigegeben sind, ist bei der Wahl der Sendezeit dem Wohl jüngerer Kinder Rechnung zu tragen.

(Quelle: § 5 (4)  Jugendmedienschutz-Staatsvertrag auf  Landesrecht-BW)

Reposted byurfinmondkroetesofiasElbenfreund
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