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February 05 2014

Netzpolitische Filmtipps: Berlinale

Wie mittlerweile auch in die etwas isolierteren Filterblasen vorgedrungen sein durfte, laufen morgen die alljährlichen Berliner Filmfestspiele an. Seit jeher ist die Berlinale eines der politischeren Filmfestspiele, aber netzpolitische Anliegen, die ja gerade im Kunstbereich eben auch kulturpolitische Fragen aufwerfen, sind noch immer eine Randerscheinung. 2012 ließ sich die Berlinale von Lobbyverbänden einen Spot bei der Preisverleihung platzieren, der vor der “Demokratisierung der Kunst” warnte und um “klare gesetzliche Regelungen” in der Urheberrechtsthematik bat – eine Forderung, die wir natürlich auch unterschreiben können, aber der Subtext, dass nur ein stärker durchgesetzes restriktives Urheberrecht das Abendland retten könne, der ist natürlich … diskussionswürdig.

Nichtsdestotrotz gab es in den letzten Jahren immer wieder Beiträge in den verschiedenen Sektionen, die entweder vom Inhalt, der Produktion oder der Lizensierung die Nutzung des Internets und das (künstlerische) Potenzial der Neuen Öffentlichkeit und rechtliche Alternativen erforscht haben. Es gibt auf dieser Berlinale zwar Beiträge die entweder direkt oder indirekt Bezug auf das Internet nehmen, doch die Thematisierung einer allgegenwärtigen Überwachungserfahrung, wie es vielleicht nach dem letzten Jahr zu erwarten gewesen wäre, geschieht nicht. Nichtsdestotrotz haben wir für euch eine kleine Auswahl an Filmen aus diesem und aus vergangenen Jahrgängen erstellt. Finden, kaufen und gucken könnt ihr sie natürlich über die wohlbekannten Vertriebswege. Hinweise auf weitere interessante Filme die auf der Berlinale gelaufen sind könnt ihr uns gerne in den Kommentaren zukommen lassen.

Berlinale 2014

 

Obietnica (2014)

In der Sektion 14plus läuft dieses Jahr mit Obietnica ein Jugenddrama, welches maßgeblich über Textnachrichten, Skype-Gespräche und Chats erzählt wird. Damit fängt der Film einen erheblichen Teil der Lebenswirklichkeit der heutigen Generation ein, die mit den Selbstverständlichkeiten des Internets aufgewachsen ist. Die Nutzung dieser Kommunikationstechnologien wird nicht bewertet, kein Verlust von Nähe oder Wirklichkeit wird beklagt – und obwohl die Handlung des Films ganz und gar nicht Technologien behandelt, sind sie ständig präsent.

 

House of Cards – Staffel 2, Episoden 1 & 2 (2013/14)

House of Cards erzählt die Machtspiele des fiktiven US-Demokraten Frank Underwood und ist ähnlich wie die dänische Serie Borgen unter PolitikerInnen ausgesprochen beliebt. Es ist explizit keine inhaltlich netzpolitische Serie aber dafür ist der Vertriebsweg, der eingeschlagen wurde, fortschrittlich. Es ist eine der ersten TV-Serien, die ausschließlich per Online-Streaming verfügbar sind und aus dieser Reihe die erste, die mit haufenweise Preisen überschüttet wurde (und das zu Recht!). House of Cards hat gezeigt, dass Formate die nur noch das Internet als Vertriebsweg benutzen keine inhaltliche und kommerzielle Nullnummer sein müssen. Am 14. Februar wird die gesamte zweite Staffel online gestellt und am 16. Februar zeigt die Berlinale die beiden ersten Folgen im Haus der Berliner Festspiele als “Berlinale Special TV Event”.

The Midnight After (2014)

2005 zeigte Fruit Chan mit “Dumplings” einen … ähm, kulinarischen Horror-Thriller auf der Berlinale. In seinem neuen Film begleitet er eine bunt zusammengewürfelte Gruppe Buspassagiere, die nach einer Tunneldurchfahrt plötzlich in einem menschenleeren Hong Kong ankommen und von einer unsichtbaren Bedrohung verfolgt werden. “The Midnight After” basiert auf dem Online-Roman “Lost on a Red Minibus to Taipo” des Hongkonger “netizens” Mr. Pizza, welcher zwischen Februar 2012 bis Mai 2012 online im Internetforum “Hongkong Golden Forum” veröffentlicht wurde. Die Wege von online veröffentlichten Romanen und Serien führen also mittlerweile zu international renommierten Filmfestspielen. So soll es sein.

Vergangene Berlinale-Jahrgänge

 

Iron Sky (2011)

Als zur Berlinale 2012 Iron Sky seine Weltpremiere feierte, frohlockte das Internet: Nicht nur war der Film von Energia Productions über Nazis in geheimen Mondbasen mit Reichsflugscheiben und Weltraum-Zeppelinen ein ziemliches Trash-und-Verschwörungstheorien-Feuerwerk, sondern auch das Ergebnis einer umfassenden Crowdfunding-Kampagne, in deren Zuge auch das Drehbuch kollaborativ geschrieben wurde (Schlagwort: participatory cinema). Etwas mehr als 1 Million Euro, also knapp 14% des gesamten Budgets, ist durch Einzelpersonen beigesteuert worden. Das Ergebnis ist eine schwarze Komödie die zwar leider weit hinter ihren Möglichkeiten zurück bleibt, aber hey. Nazis im Weltraum. Pew Pew!

 

The Pirate Bay: Away from Keyboard (2013)

Die Dokumentation des Piratebay-Prozesses wurde 2013 in der Sektion Panorama gezeigt. Während es bemerkenswert ist, dass ein Film über Filesharing auf einem der größten Filmfestspiele der Welt gezeigt wurde, war die Interpretation seitens der Berlinale trotzdem wenig positiv:

In seinem Langfilmdebüt zeigt Simon Klose die Hacker der Pirate Bay anders als die Medienanwälte Hollywoods sie darstellen. Es wird deutlich, dass sie keine abgebrühten Abzocker sind, sondern vielmehr weltfremde Nerds, deren soziale Fähigkeiten und Verständnis für die analoge Welt begrenzt sind.
TPB: AFK ist frei verfügbar, allerdings hat der schwedische Sender SVT die Lizenzierung von 4 Minuten Filmmaterial unter einer Creative Commons Lizenz untersagt. Aus diesem Grunde gibt es eine zweite, um die besagten Minuten gekürzte Version mit separaten Audiotrack unter einer CC BY-NC-SA Lizenz.
The Green Wave (2010) 
Die großen Widerstandsbewegungen in Nordafrika und dem Mittleren wie Nahen Osten waren in den letzten Jahren der Berlinale ein zentrales Thema. Neben Paneldiskussionen zur Situation von widerständigen FilmemacherInnen wurden auch mehrere Dokumentationen und Verfilmungen der Ereignisse gezeigt. Die Arbeiten an The Green Wave begonnen zwar schon vor dem schicksalshaften 17. Dezember 2010, die Ereignisse gaben dem Film aber noch zusätzliche Brisanz. The Green Wave erzählt die Ereignisse um die gefälschten Präsidentschaftswahlen im Iran des 12. Juni 2009 anhand einer Collage aus Facebook-Postings, Twitter-Nachrichten und Youtube-Videos, eingebettet in eine fiktive Handlung. Ein im wahrsten Sinne multimedialer Film, der auch dem später erdachten Schlagwort “Facebook-Revolution” zuarbeitet. Damit portraitiert er angemessen die politische Schlagkraft der sozialen Medien.

Chocolate City – We are here to stay

Rein technisch gesehen ist Chocolate City kein Berlinale-Film. Der viertelstündige Dokumentarfilm über die Aufräumarbeiten und humanitäre Arbeit in New Orleans 155 Tage nach Hurricane Katrina wurde während der Berlinale 2006 von der “dropping knowledge” Initiative veröffentlicht. Besonders hervorhebungswürdig: Der Regisseur Ralf Schmerberg trat alle Urheberrechte an dem Film ab, die Initiative bezeichnet den Film als “Copyleft“-Film und damit war dieser Film eine Weltpremiere. Allerdings gab es wohl große Unstimmigkeiten über die tatsächliche Auslegung der Lizenz, und als auf der Pressekonferenz eben diese Frage aufkam, führte das zu einem heillosen Durcheinander. Während klar war, dass der Film nicht-kommerziell verbreitet werden soll, wurde sich explizit gegen eine kommerzielle Nutzung ausgesprochen – was eigentlich im Widerspruch zum Idee hinter dem Copyleft-Prinzip steht. Chocolate City sollte daher eher als Beispiel dafür gesehen werden, wie die richtigen Ideen alleine noch lange keine gute Umsetzung garantieren. Er ist auf der Seite der Dropping Knowledge Initative zu finden.

Wir wollen netzpolitik weiter ausbauen. Dafür brauchen wir finanzielle Unterstützung. Investiere in digitale Bürgerrechte.

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April 12 2013

Sight – Wenn Computer und Kontaktlinsen verschmelzen

“Sight” ist ein sehr gut gemachter futuristischer Kurzfilm von Eran May-raz und Daniel Lazo über eine Zukunft, wo Computern und Bildschirme auf Kontaktlinsen bereits Realität sind. Tolle Welt, was kann da schon passieren?

Sight from Sight Systems on Vimeo.

Dank an @einfachBen für den Tip.

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January 18 2012

DigitalFilmCamp 2012

Das bereits siebte DigitalFilmCamp wird am 14. und 15. Februar in der HomeBase Lounge Berlin stattfinden. Das DFC ist eine Konferenz für OpenSource- und Creative-Commons-geprägte Filmprojekte und bietet eine Plattform, um sich über die Möglichkeiten von Crowdfunding zu informieren und auszutauschen.

Gestern wurde ein erster Teil des Programms des DigitalFilmCamp bekannt gegeben. Zu den Referenten gehören unter Anderem der Crowdfunding-Experte Konrad Lauten und der chilenische Dokumentarfilmer Felipe Bustos Sierra.
Wer sich möglichst schnell Tickets sicher will, kann hier tun. Die Teilnahme inkl. kleiner Verpflegung kostet 32€ für einen Tag und 60€ für die ganze Konferenz.

 

November 22 2010

Saalschutz

Nicolas Semak, auch bekannt als Macher des empfehlenswerten Elementarfragen-Podcasts, bastelt seit bald vier Jahren an einem Portraitfilm über die Ravepunk-Band Saalschutz aus Zürich. Mittlerweile gibt es auch schon einen Namen, “Über den Berg mit…Saalschutz”, ein etwas präziseres Release-Datum, “Kommender Winter”, und einen weiteren Trailer:

“Über den Berg mit…Saalschutz” Trailer from blinked.film on Vimeo.

Der Film soll dann als auf Nicolas neuer Plattform blinked.de erscheinen und durch Spenden / Flattr refinanziert werden. Ich bin auf das Ergebnis gespannt und beim Vorab-Buzz machen wir gerne mit, um ihn weiterhin zu motivieren. Apropos Saalschutz: Wer die Band noch nicht kennt, sollte unbedingt mal reinhören. Man kann sie irgendwo zwischen Ravepunk und Elektropop einordnen und die Ironie-beladenen deutschen Texte erinnern oftmals an die früheren Ärzte, nur mit besseren Beats. Live kommt die Musik noch besser rüber als auf den vergangenen drei Alben.

Hier kann man sich das aktuelle Album anhören, was vor kurzem auf Audiolith erschienen ist (Netzpolitik-Podcast mit dem Audiolith-Chef Lars Lewerenz):

ENTWEDER SAALSCHUTZ by SAALSCHUTZ

Und das ist die aktuelle Single-Auskopplung: Saalschutz – Ravepunk für eine bessere Welt.

September 28 2010

Film über Datenjournalismus

Toller Film von Geoff McGhee über Daten-Visualisierung und Storytelling: Journalism in the Age of Data.

Journalism in the Age of Data from geoff mcghee on Vimeo.

Unbedingt auch diese Webseite dazu anschauen, wo der Film nochmal in einzelnen Kapiteln mit Hintergrundinformationen steht.

(via)

August 17 2010

Öffentliches Gespräch: ElRep trifft GVU

Und gleich noch einer aus der Abteilung Service & Termine: Im Rahmen des auch sonst ziemlich interessanten Symposiums „Verbotene Filme“ (8.09. bis 10.09, Berlin) unterhält sich der Elektrische Reporter Mario Sixtus am 09. September ab 21:00 Uhr mit Dr. Matthias Leonardy von der GVU. Die beiden dürften einiges zu besprechen haben:

Ein anfälliges System? – Rechtsdurchsetzung im Internet und ihre Folgen
mit Dr. Matthias Leonardy, Geschäftsführer der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberechtsverletzungen (GVU)
und Mario Sixtus, Journalist und “Elektrischer Reporter”

Ort des öffentlichen Gesprächs ist die HomeBase Lounge in der Köthener Straße 44, 10963 Berlin. Details gibt es auf der Webseite des Symposiums bei iRights.info.

August 13 2010

Symposium Verbotene Filme: Remix meets Giftschrank

iRights.info und die Deutsche Kinemathek veranstalten am 9. und 10. Spetember in Berlin das “Symposium Verbotene Filme: Remix meets Giftschrank“. Das Programm klingt spannend und der Eintritt ist frei. Einen Besuch kann man auch verbinden mitder “Freiheit statt Angst” – Demonstration, die anschließend am 11. September in Berlin stattfindet.

Stars der internationalen Mashup-Szene treffen auf Filmemacher, deren Filme nicht gezeigt werden dürfen, und auf solche, deren Projekte aus rechtlichen Gründen gar nicht erst verwirklicht werden konnten: eine interessante Mischung, zu erleben beim Symposium „Verbotene Filme“ am 9. und 10. September 2010 in Berlin – veranstaltet von iRights.info und der Deutschen Kinemathek.

Das Vorgehen der GVU gegen die Filmemacher Mario Sixtus und Alexander Lehmann zeigt aktuell einmal mehr, welchen Gefahren die Freiheit ausgesetzt ist, Filme zu machen und sie zu veröffentlichen. Schon immer verschwanden Spielfilme im Giftschrank, weil sie – vermeintlich oder tatsächlich – gegen Gesetze verstoßen Dokumentationen wurden erst gar nicht gedreht, weil das Justiziariat sagt, man könne die zu erwartenden Klagen nicht durchstehen. Zugleich: Filme, die nach geltendem Recht verboten sind, können weltweit angeschaut werden – drei Aspekte des selben Themas. Das Symposium Verbotene Filme wird sich mit der Frage auseinandersetzen, wie das Rechts beschränkt, welche Filme hergestellt, gezeigt und angeschaut werden können.

Gemeinsam mit der Deutschen Kinemathek veranstaltet iRights.info dieses zweitägige Symposium in Berlin. Es richtet sich nicht nur an Juristen, sondern an Filmemacher, Mashup-Interessierte, Filmwissenschaftler, Museums- und Archivmitarbeiter und Kinobetreiber – entsprechend der Idee von iRights.info, urheberrechtliche Themen und ihre Relevanz im Alltag juristischen Laien verständlich zu machen.

Reposted byflopsbox flopsbox

July 23 2010

The Yes Men fix the world – p2p Edition

Die Yes Men haben ihren aktuellsten Dokumentarfilm “The Yes Men fix the world” als p2p Edition veröffentlicht. Mittels Bittorrent kann man sich die 700 MB große Datei hier herunterladen. Gleichzeitig sammeln sie Geld für einen neuen Film. 67,035 Dollar wollen sie über die Aktion einnehmen. Je nachdem, wieviel man spendet, erhält man dafür auch Geschenke. Für 25 Dollar bekommt man eine gedruckte Fake-New York Times und für 100 Dollar bekommt man eine signierte DVD des Films.

Bei Torrentfreak gibt es einen Artikel dazu und auch ein Statement der Yes Men, warum man Bittorrent nutzt. Einer der Hauptgründe: Zensur vermeiden.

“There are a few reasons why we chose BitTorrent. First off, it’s a way to avoid censorship,” Mike Bonanno told TorrentFreak. “This version includes video of an action against the US Chamber of Commerce that we are being sued for. No commercial outlets will touch it. We had a TV show scheduled on Planet Green and their lawyers nearly wet themselves when they heard we wanted to use footage of us making political mince-meant out of the largest lobbying organization in the world.”

Viel Spaß beim herunterladen.

Reposted byhakulydschimusternamedtviepenpenWoozahkoniRKylem235datenwolfAndi

December 14 2009

Hacker Filme – A hacker screening series

FREE KEViN – A HACKER SCREEINING SERIES” stellt als Kunstprojekt Filme mit Hacker-Bezug von 1982 bis 2006 zusammen. Auf der Webseite finden sich viele Schnipsel aus den Filmen als Youtube-Videos. Die Filme selbst findet man dann in der Regel bei Tauschbörsen.

Aus der Selbstbeschreibung:

FREE KEVIN is a screening series featuring 15.4 GB of downloaded films and documentaries depicting hackers and related computer culture from the 1980s-2000s. A range of material, representing divergent points of view and intended audiences, including blockbuster films, educational television programming for public broadcast, and documentaries produced within the hacking community itself will be shown side-by-side.

Wer sich für Filmkultur mit Hacker-Bezug interessiert, wird auch mit dieser ausführlichen Liste glücklich, die Caspar Clemens Mierau zusammen gestellt hat.

December 01 2009

Cartoon-Zeichnerin Nina Paley verdient $ 55.000 mit Creative Commons

Die amerikanische Künstlerin Nina Paley verdient an ihrem Zeichentrickfilm “Sita Sings the Blues” mehr, als ihr alle Vertriebsprofis versprochen hatten – indem sie ihn unter einer Creative-Commons-Lizenz kostenlos weggibt.

Insgesamt 55.000 Dollar hat ihr der Film eingebracht, obwohl er unter einer Share-Alike-Lizenz von Creative Commons kostenlos heruntergeladen werden kann. In einem Vortrag auf dem Cross-Media Film Forum von “Power to the Pixel” in London zählte Paley detailliert auf, woher die Einnahmen kamen:

Spenden: $23,000
Einnahmen aus ihrem Online-Store für DVDs und Fanartikel: $19,000
Einnahmen aus dem Kinofilmverleih: $3,000 (aus Eintrittsgeldern in Höhe von $22,350)
Sonstiger DVD-Vertrieb: $3,000
Zahlungen von Fernsehsendern: $3,000
Freiwillige Zahlung eines Kinos, das den Film gezeigt hat: $4,000
Gesamtbetrag: $55,000

Das ist mehr, als herkömmliche Filmvertriebsunternehmen Paley in Aussicht gestellt hatten. Allerhöchstens 50.000 Dollar könne sie erwarten, wahrscheinlicher seien 10.000 oder 20.000, habe man ihr gesagt. Für die Abtretung aller ihrer Rechte wurde ihr ein Vorschuss von gerade einmal 20.000 Dollar geboten.

Statt eine Vertriebslösung aus einer Hand zu wählen, setzt Paley auf verschiedene Anbieter. Ihr Online-Shop wird von einer Initiative betrieben, die freie Inhalte fördern will. Dagegen übernehmen herkömmliche Filmverleiher die Produktion und den Vertrieb von 35mm-Filmen für Kinos. Dass ihr Anteil an den Box-Office-Einnahmen ausgesprochen gering ist, lastet Paley den Unternehmen nicht an: Deren Geschäftsmodell funktioniere nun einmal nicht besonders gut.

Es sei ein Vorteil, sagt die Künstlerin, dass sie nicht exklusiv von einem Vertriebspartner vertreten werde. Dadurch könne “Sita Sings the Blues” auf diversen Filmfestivals gezeigt werden – und habe dort einige Preise gewonnen.

Die Zeichnerin berichtet allerdings auch, dass besonders TV-Sender nicht damit zurechtkämen, dass sie ihren Film ohne jeden Lizenzvertrag zeigen könnten. “Aber wir brauchen Exklusivrechte”, heiße es dort. Paleys Antwort, es werde ja niemand anderes den Film zeigen, stieß dagegen auf Unverständnis.

Das Beispiel zeigt, dass auch weniger bekannte Künstler davon leben können, dass sie ihre Werke frei zugänglich machen. Paley steht auf dem Standpunkt, Inhalte sollten frei sein, Datenträger aber bezahlt werden. In der Tat macht der Verkauf von DVDs und Fanartikeln einen großen Teil der Einnahmen aus. Doch freiwillige Zahlungen stehen dem ebenbürtig entgegen. Für Paley ist das keine Überraschung: “Audiences want to support artists. Who knew?!”

(via)

Reposted byfreidenkeracidcygenb0cklithaku02mydafsoup-01
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