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March 30 2012

February 16 2012

NDR: ACTA, das Netz und die Urheber

NDR-Zapp hat gestern in einem Bericht von Daniel Bröckerhoff über “ACTA, das Netz und die Urheber” berichtet, wo ich auch zu Wort komme als Kontrast zur GVU.

Bevor Beschwerden aufkommen: Ein Zitat ist leicht aus dem Zusammenhang gerissen, wo ich auf die Überwachung des Echtzeitverkehrs auf Urheberrechtsverletzungen eingehe. Das ist keine direkte Folge aus ACTA, aber eine mögliche durch den ACTA-Punkt, dass Nationalstaaten eine Privatisierung der Rechtsdurchsetzung durch eine Kooperation zwischen Rechteinhabern und Providern fördern sollen. Übrigens ist das Beispiel nicht aus der Luft gegriffen: Nicht anderes fordern die Rechteinhaber inklusive GEMA und GVU im Rahmen des Wirtschaftsdialoges zur Förderung einer Kooperation zwischen ihnen und Providern hier in Deutschland.

August 30 2011

Mal was neues: Netzsperren gegen Verletzungen des Urheberrechts

Der Bundesverband Musikindustrie, der Börsenverein des deutschen Buchhandels und die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechten haben heute das vierteljährliche Update ihres Katalogs dystopischer Forderungen zur Bekämpfung von Urheberrechtsverletzungen herausgebracht.

Dieses Mal geht es – wie hätte es anders sein sollen? – um die Anonymität und – alter Hut! Aber bald ist ja wieder #fsa– um Netzsperren.

Aber dort, wo auch den Behörden eine Aufklärung nicht gelingt, ist die Politik gefragt, als ultima ratio den Internet Service Providern den klaren Auftrag zu erteilen, die Anonymität von Rechtsverletzern aufzuheben und anonym betriebene illegale Seiten unerreichbar zu machen.

Besonders schön an der Pressemitteilung: Die zitierten Zahlen sind recht nüchtern und deuten auf alles andere als eine die Industrie in Verderbnis stürzende Massenkriminalität:

Unter allen Internetangeboten für TV-Serien dienen Online-Mediatheken der TV-Sender den meisten Nutzern (26% von 2 Millionen) als Anlaufpunkt Nummer 1. Beliebteste illegale Quellen waren in 2010 auch für TV-Serien-Inhalte solche illegale Streaming-Portale, wie kino.to & Co. (10%), gefolgt von Sharehostern (8%).

Die Replik des Digitale Gesellschaft e.V. trägt den Titel “Jammern der Musik- und Filmindustrie selbstverschuldet – Rechtslage und Anbieter benachteiligen Nutzer”

„Wer nur teure und dann auch noch mangelhafte, restriktive Angebote macht, darf sich nicht wundern, wenn der wirtschaftliche Erfolg ausbleibt“, sagt Markus Beckedahl. „Ein überteuertes Auto, dass man zudem nur Dienstags und bei Regen fahren darf, kauft ja auch keiner freiwillig, wenn er stattdessen auch einfach den Bus nehmen kann.“

Disclaimer: Ich engagiere mich bekanntlich im Verein Digitale Gesellschaft, Stellungnahmen anderer Gruppen habe ich bisher nicht gefunden, ich nehme sie bei Hinweis direkt in den Artikel auf.

July 22 2011

GVU lässt sogar in Bielefeld Leute verhaften

Laut einer Pressemitteilung der Polizei NRW wurde in Bielelefeld der Betreiber eines geschlossenen Torrent-Trackers – für dessen Nutzung man Geld bezahlen musste – verhaftet.

Das passierte auf Initiative der GVU, die sich ja in letzter Zeit echt nicht lumpen lässt. Die GVU feierte kürzlich erst die Razzien zur Schließung von kino.to, kämpft gerade wohl gegen kinox.to und ist früher eher durch so geistreiche Aktionen wie dem Sperren von CC-lizensierten Videos aufgefallen. Gegen den Beschuldigten hatte die GVU im März Strafantrag gestellt. Ob daraufhin über 5 Monate lang Beweise gegen ihn gesammelt wurden, oder die Polizei erst jetzt Zeit gefunden hat, wird nicht berichtet.

Für den 46-jährigen Bielefelder sieht es wohl düster aus: Er hatte anscheindend hunderte gebrannter DVDs zu Hause rumliegen und die Polizei war auch in der Lage, die Tracker-Datenbank sicher zu stellen [und hey! Die reden in der PM "dem BitTorrent-Netz" und "dem unter Raubkopierern beliebten DViX-Format" - wenn die die Datenbank sicherstellen konnten, dann war das nicht schwer.]

Da der Beschuldigte für die Tracker-Nutzung Geld genommen haben soll, wird er wohl etwas kaum gegen den Vorwurf der gewerblichen Urheberrechtsverletzung vorbringen können. Interessant wird auch, ob die Polizei sich daran machen wird, die Zahlungs- und Nutzerdaten auszuwerten, die ja auch irgendwie aufgezeichnet worden sein müssen.

flattr this!

September 10 2010

Kommunikationstraining mit der GVU

Gestern Abend fand im Rahmen des “Verbotene Filme”-Symposiums eine Diskussion zwischen Matthias Leonardy (GVU) und Mario Sixtus (Elektrischer Reporter) zum Thema “Ein anfälliges System? – Rechtsdurchsetzung im Internet und ihre Folgen” statt.

Die Diskussion war jetzt ganz lustig, aber nicht so herausragend, um darüber ausführlich zu berichten. Interessanter fand ich die Einblicke in die Kommunikatonsarbeit der GVU, von der man eine Menge lernen kann. Am Anfang brachte Matthias Leonardy zahlreiche Forderungen in die Debatte, wie man Urheberrechtsverletzungen im Netz sanktionieren könne, ohne jemanden das Internet zu entziehen. Letzteres ist ja in Deutschland derzeit aus politischen, gesellschaftlichen und wahrscheinlich auch verfassungsrechtlichen Gründen nicht wirklich durchsetzbar und daher fordert das auch nur die Lobby der Musikindustrie. Zu den Forderungen der GVU gehörten Drosselungen des Netzes, Netzsperren gegen bestimmte Seiten oder das blocken von einzelnen Ports. Letzteres wäre ja technisch machbar, wie man im blocken von Skype in manchen Mobilfunknetzen sehen könnte. Insgesamt keine neuen Forderungen, die alle schonmal in Statements und Pressmeitteilungen hier und anderswo zu lesen waren.

Etwas überrascht war ich hingegen, als ich in der Frage & Antwort Runde auf konkrete Forderungen wie die Drosselung kommen wollte und Leonardy mit Hilfe seiner PR-Mitarbeiterin im Publikum mir erklärte, dass das keine Forderungen sei, die sie erhoben haben. Mein Hinweis, dass ich eben nochmal eine Pressemitteilung aus dem Jahre 2008 gelesen habe, wurde damit beantwortet, dass das keine Forderung sei, sondern lediglich ein Vorschlag. Auf die Idee muss man erstmal kommen! Wenigstens zu der Forderung mit den Netzsperren wollte Leonardy stehen und forderte sie weiter. Meine Frage, welche konkreten Auswirkungen die Errichtung einer Netzzensur-Infrastruktur auf Demokratie und Meinungsfreiheit haben könne, wollte er leider nicht beantworten.

Ab sofort sollten wir alle radikalen Vorschläge einfach im Konjunktiv formulieren, damit man darauf angesprochen immer abwehren kann, dass man das doch gar nicht gemeint habe. Wie den Vorschlag, dass man doch mal das Urheberrecht abschaffen könne, damit private Ermittler wie die GVU keine Aufgabe mehr hätten.

Reposted bykrekk krekk

August 17 2010

Öffentliches Gespräch: ElRep trifft GVU

Und gleich noch einer aus der Abteilung Service & Termine: Im Rahmen des auch sonst ziemlich interessanten Symposiums „Verbotene Filme“ (8.09. bis 10.09, Berlin) unterhält sich der Elektrische Reporter Mario Sixtus am 09. September ab 21:00 Uhr mit Dr. Matthias Leonardy von der GVU. Die beiden dürften einiges zu besprechen haben:

Ein anfälliges System? – Rechtsdurchsetzung im Internet und ihre Folgen
mit Dr. Matthias Leonardy, Geschäftsführer der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberechtsverletzungen (GVU)
und Mario Sixtus, Journalist und “Elektrischer Reporter”

Ort des öffentlichen Gesprächs ist die HomeBase Lounge in der Köthener Straße 44, 10963 Berlin. Details gibt es auf der Webseite des Symposiums bei iRights.info.

August 12 2010

GVU vs. ElRep: GVU verweigert Unterlassungserklärung (2. Update)

Zugegeben, ich hatte nicht damit gerechnet, dass die GVU die von Mario Sixtus und Alexander Lehmann geforderte Unterlassungserklärung abgibt. Schließlich würde die Abgabe einer Unterlassungsaufforderung auch für andere Urheber Signalwirkung haben, deren Werke Opfer einer GVU-induzierten Netzsäuberung wurden bzw. in Zukunft noch werden. Ausgehend davon, dass das Verfahren der “Löschaufforderungen” weitgehend automatisiert abzulaufen scheint, wären die Konsequenzen für die GVU kaum überschaubar.

Die Begründung, mit der GVU die Abgabe der Unterlassungserklärung ablehnt, überrascht mich nun aber schon. Die GVU ist der Ansicht, sie sei schlicht “der falsche Ansprechpartner”. Anbei die aktuelle Pressemeldung (noch nicht online verfügbar) im Wortlaut:

Update: Gesprächsangebot von GVU an Sixtus und Lehmann

Organisation nimmt Geschehen zum Anlass für Nachbesserungen

Berlin, 12. August 2010. Nachdem sich die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e.V. (GVU) davon überzeugt hat, dass die vier Beiträge des „Elektrischen Reporters“ sowie der Titel „Du bist Terrorist“ wieder inklusive Kommentaren und Statistiken online sind und Fehler beim Versand von Löschungsaufforderungen behoben wurden, hat die Organisation heute Vormittag auf die Aufforderung einer Unterlassungserklärung per Fax an den Rechtsanwalt Vetter reagiert. In diesem Schreiben bestätigt die GVU, dass sie für diese Aufforderung der falsche Ansprechpartner ist.

Die GVU steht Alexander Lehmann für Gespräche zur Verfügung. Gleichzeitig erneuert sie ihr Gesprächsangebot an Mario Sixtus zum sachlichen Dialog über Tätigkeit und Selbstverständnis der GVU. Danach liegt die Kernaufgabe der Organisation in der Unterstützung und Zuarbeit bei der Durchführung von Strafverfahren. Dieser Ansatz zielt auf den Werterhalt des geistigen Eigentums, zu denen die GVU auch potenziell kritische Inhalte zählt. Die Tätigkeit richtet sich gegen Täter, die am Beginn und an den Schnittstellen der illegalen Massenverbreitung agieren.

Zur Erfüllung ihrer Aufgaben arbeitet die GVU auch zukünftig projektbezogen mit verschiedenen Dienstleistern zusammen, zu denen auch OpSec Security zählt. Das aktuelle Geschehen nimmt die Organisation zum Anlass, konkrete Verfahrensweisen nachzubessern und zu optimieren.

[Update, 13:30]: Laut Mario Sixtus hat zumindest die Münchener Firma OpSec Security die geforderte Unterlassungserklärung abgegeben:

[Vorgeschichte hier.] Heute um kurz vor vor zwolf schob sich aus dem Fax meines Anwalts eine von der Münchener Firma OpSec Security unterschriebene, strafbewehrte Unterlassungserklärung, in der sich das Unternehmen verpflichtet, es künftig zu unterlassen, “Urheberrechte des Gläubigers [Anm.: das ist Meinereiner] an dessen [...] Werken zu verletzen”. Für jede Zuwiederhandlung verpflichtet sich OpSec eine Vertragsstrrafe zu zahlen, außerdem tragen sie die Kosten der anwaltlichen Abmahnung. Eine identische Erklärung gab OpSec auch für Alexander Lehmann ab.

Warum die ganze Geschichte etwas komplizierter ist, als von der GVU dargestellt, erklärt Mario in seinem Blog übrigens auch gleich.

[Update, 14:10]: Der von Mario Sixtus und Alexander Lehmann beauftragte Anwalt Udo Vetter erklärt dazu in seinem Blog:

[...] In einem Prozess gegen die GVU müssten Sixtus und Lehmann beweisen, dass die GVU doch Auftraggeber war und somit für die eingestandenen Fehler der OpSec Security GmbH mit haftet. Weder Sixtus noch Lehmann haben Einblick in die (Vertrags-)Beziehungen zwischen GVU und der OpSec Security GmbH. Somit dürfte es ihnen kaum möglich sein, den Nachweis zu führen.

Ich habe meinen Mandanten geraten, hier keinen weiteren Streit zu suchen. Dieser wäre weitgehend auf formaler Ebene auszutragen, nämlich auf dem Gebiet der Beweislast. So ein Rechtsstreit brächte ein enormes finanzielles Risiko mit sich. [...]

August 11 2010

GVU meldet: Alles ist gut! Wirklich?

Die GVU hat im Laufe des Tages eine zweite Pressemeldung veröffentlicht, die mich ein wenig ratlos zurücklässt. Man betont darin noch einmal, dass die gelöschten Videoclips von Mario Sixtus und Alexander Lehmann innerhalb von 24 Stunden wieder online waren. Das ist schön, im Grunde aber eine Selbstverständlichkeit. Wer Mist baut, ist für die Beseitigung des Schadens verantwortlich.

Dass die Inhalte überhaupt wieder hergestellt werden konnten, ist dabei wohl vor allem dem Videoportal Vimeo zu verdanken. Anfangs musste man noch befürchten, dass zumindest die Kommentare und Diskussionen zu Alexander Lehmanns Clip “Du bist Terrorist” unwiderbringlich verloren seien.

Interessant auch, dass die GVU explizit betont, man habe sich bei Mario Sixtus und Alexander Lehmann schriftlich entschuldigt. Auch das ist wohl das Mindeste, was man von ertappten “Raublöschern” erwarten darf.

Die geforderte Unterlassungserklärung hingegen hat die GVU bisher noch nicht abgegeben, wie mir Mario Sixtus gerade auf Rückfrage bestätigte. Im Falle weiterer “fehlerhafter Löschungsaufforderungen” von Sixtus’ Clips muss die GVU daher keine Vertragsstrafe fürchten.

Bemerkenswert finde ich aber vor allem den letzten Absatz der Pressemeldung:

Bei der Nachprüfung ist der GVU noch am Rande aufgefallen, dass bei der Verlinkung der fraglichen Videos auf dem bekannten Raubkopie-Portal “Monsterstream” gegen die CC Lizenzbedingungen verstoßen wurde, welche die Einbettung in dieser Form nicht zulassen.

Richtig ist, dass die Clips offenbar nicht lizenzkonform eingebettet wurden. Zum einen verzichtet das inkriminierte Portal auf die in der CC-Lizenz geforderte Nennung des Urhebers, zum anderen verbietet die Lizenz Creative Commons “BY-NC-SA 3.0″ eine kommerzielle Nutzung.

Sollten sich die Alexander Lehmann und Mario Sixtus nun für die fürsorgliche “Nachprüfung” bedanken? Nun, man kann die Sache auch anders sehen.

Ausgehend davon, dass die wenigstens Empfänger der Pressemitteilung mit den Feinheiten der CC-Lizenzen vertraut sind und die GVU vorsorglich auf verwirrende Details verzichtet, soll von obigem Absatz wohl vor allem eines hängenbleiben: “Eigentlich haben wir doch nur unseren Job gemacht!”

Davon ab: Warum ausgerechnet die Löschung fehlerhaft eingebetteten Originalmaterials durch Dritte (siehe auch “Geschäftsführung ohne Auftrag”) einem Urheber bei der Wahrung seiner Rechte helfen sollte, weiß wohl nur die GVU.

Reposted byMeinSueppchencliffordcygenb0ckurfinsotti

August 10 2010

GVU vs. ElRep: Erste Ergebnisse (2. Update)

Mario Sixtus berichtet in seinem Blog vom aktuellen Stand “In Sachen GVU“:

Ich habe gestern Abend per Fax bei der GVU eine Erklärung für diesen Amoklauf eingefordert. Daraufhin meldete sich heute Vormittag Matthias Leonardy, Geschäftsführer der GVU telefonisch bei mir. Leonardy erklärte, bei der Sperrung handele es sich um einen “Irrtum”, die Sperre sei von einem Dienstleister (der Firma Opsec Securities aus München) initiiert worden, der im Autrag der GVU handele. Man “bemühe” sich derzeit um “Aufklärung” und habe Vimeo bereits um eine Aufhebung der Sperren gebeten.

Diese “Erklärung” reicht mir natürlich nicht. [...] Die GVU, bzw. der von ihr beauftragte Dienstleister haben in meine Publikationsrechte eingegriffen und dabei ein Werkzeug missbraucht, das Vimeo zum Schutz der Rechte der Urheber – also meiner – eingerichtet hat. [...] Ich habe Hernn Leonardy daher aufgefordert, eine rechtsverbindliche und strafbewehrte Unterlassungserklärung abzugeben, [...]

Die ganze Geschichte gibt es nebenan bei Mario. Fortsetzung folgt.

[13:02] … und zwar hier und jetzt in Form eines Updates.  Soeben ist die gemeinsame Presseinformation von OpSec und GVU in meiner Mailbox gelandet, die ich zunächst unkommentiert durchreichen möchte:

5 von 5 Millionen Löschungsaufforderungen im Namen der GVU

Branchenprojekt richtet sich gegen Portalseiten mit illegalen Inhalten

Berlin, München, 10. August 2010. Im Rahmen des branchenweiten Anti-Piraterie-Projekts „Portalschließungen“ wurde der Videohost Vimeo aufgefordert, vier Videos von Mario Sixtus und den Titel „Du bist Terrorist“ von Christian Lehmann zu löschen. Diese Aufforderungen erfolgten irrtümlich und eine Löschung der Titel war von der GVU weder gewünscht noch beabsichtigt. Deshalb ging  gestern um 22:59 Uhr eine weitere Mail an den Host Vimeo mit der Bitte, die Links zu den fraglichen Titeln wieder zu aktivieren.

Das Projekt „Portalschließungen“ richtet sich nicht gegen einzelne Hosts und somit nicht gegen Vimeo. Vielmehr werden ausgesuchte Portalseiten bekämpft, die als zentrale Plattformen zur Verteilung von illegal ins Internet gestellten urheberrechtlich geschützten Filmen identifiziert wurden. Die aktuelle Aktion richtete sich gegen die Portalseite „Monsterstream“. Neben den zahlreichen Links zu aktuellen Kinofilmen und TV Serien waren dort auch solche zu den genannten Titeln gepostet. Diese sind versehentlich mit erfasst worden. Die Ursache dafür wird gerade analysiert.

Die meistfrequentierten Portalseiten mit Links zu urheberrechtlichem Material werden von der Firma OpSec Security kontinuierlich gescannt. Anschließend werden Löschungsaufforderungen verschickt (notice-and-takedown-Verfahren). Im Rahmen des Projekts „Portalschließungen“ der deutschen Filmwirtschaft wurden seit 2008 für mehr als 5 Millionen Links Löschungsaufforderungen an verschiedenste Hoster weltweit versandt. Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e.V. (GVU) ist als Anti-Piraterie-Organisation der Filmwirtschaft in das Projekt eingebunden. Die Anzahl der auf solchen Streaming-Portalseiten gelisteten illegalen Filmdateien stieg nach GVU-Erkenntnissen im vergangenen Jahr um 217 Prozent.

GVU und OpSec Security bedauern das Versehen und sind gemeinsam bemüht,  die Ursache zu klären, um derartige Versehen in Zukunft ausschließen zu können.“

[14:34] Ebenso wie Mario Sixtus hält auch Alexander Lehmann eine rechtswirksame Unterlassungserklärung der GVU zur Wahrung seiner Rechte für angemessen. Vertreten werden beide vom Düsseldorfer Anwalt Udo Vetter. Vetter schreibt in seinem Lawblog:

Wie Mario Sixtus verlangt auch Alexander Lehmann eine rechtswirksame Unterlassungserklärung von der GVU. Auch, um dafür zu sorgen, dass die GVU die offenbar im eigenen Haus oder bei ihren Dienstleistern herrschenden Missstände abstellt.

Wir haben für Mario Sixtus und Alexander die GVU angeschrieben und förmlich abgemahnt. Die GVU hat nun bis Donnerstag Zeit für eine Reaktion.

August 09 2010

GVU lässt den Elektrischen Reporter löschen

Mario Sixtus, vielen evtl. besser als Elektrischer Reporter mit 8bit-Krawatte bekannt, twittert gerade, dass die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) die Löschung von 4 Episoden des “Elektrischen Reporters” bei Vimeo veranlasst haben sollen.

Spaßige Sache, zumal es die Urheberrechtsschützer nicht für nötig hielt, beim Urheber (Mario) nachzufragen. Zudem stehen die Episoden auch unter Creative-Commons-Lizenz, können und sollen also für die nichtkommerzielle Nutzung verbreitet werden.

Während Mario gerade versucht, eine funktionierende Mailadresse der GVU zu finden (“Die, die ich habe, bouncen alle.“), witzelte ich, dass man bei der GVU evtl. der Meinung ist, sich auf eine Regelung analog zur GEMA-Vermutung berufen zu können.

Nur für den Fall, dass die jemand nicht kennt. Es handelt sich um eine der absurdesten Ideen im deutschen Urheberrecht:

Wer GEMA-freie Musik öffentlich aufführt oder gewerblich nutzt, muss, um Ansprüchen der GEMA zu entgehen, die Vermutung widerlegen, dass die genutzten Werke GEMA-pflichtig sind. Notwendig sind nach der bisherigen Rechtsprechung dafür die Nennung von Komponist, Texter, Bearbeiter und gegebenenfalls des Verlags, die an dem Werk beteiligt waren[2], auch dann, wenn es sich um ausländische Musik handelt[3]. Kann die Sachlage nicht eindeutig geklärt werden, wird davon ausgegangen, dass die Musik nicht GEMA-frei ist, also zum GEMA-Repertoire gehört und somit entsprechende GEMA-Gebühren zu entrichten sind.

PS: Offenbar ist nicht nur der “Elektrische Reporter” betroffen. Auch Alexanders Lehmanns herausragende Animation “Du bist Terrorist” wurde auf Veranlassung der GVU gelöscht.

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GVU läuft Amok und läßt unberechtigt Videos löschen

Auf Twitter häufen sich Beschwerden, dass die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) gerade Amok läuft und anscheinend wahllos Videos bei der Video-Plattform Vimeo löschen läßt. Betroffen sind u.a. Mario Sixtus, der die Löschung von gleich vier Videos seines Elektrischen Reporters beklagt, von denen er jeweils der Urheber ist und die unter einer Creative Commons Lizenz veröffentlicht wurden. Alexander Lehmann ist mit “Du bist Terrorist” ebenfalls betroffen. Statt dem Video findet man nur noch den Hinweis:

Sorry, “Du bist Terrorist” was deleted at 1:58:33 Mon Aug 9, 2010. Vimeo has removed or disabled access to the following material as a result of a third-party notification by Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen claiming that this material is infringing: Du bist Terrorist. We have no more information about it on our mainframe or elsewhere.

“Du bist Terrorist” ist übrigens auch Creative Commons – lizenziert. Eine andere Version des Videos mit englischen Untertiteln blieb von der Löschaktion verschont.

Hat sonst noch jemand Erfahrungen damit gesammelt? Auf die Erklärung und Ausrede der GVU bin ich mal gespannt. Wie ist denn da die Rechtslage, kann man da eigentlich als betroffener Urheber irgendwie Schadensersatz verlangen?

P.S. Kommt manchmal vor: Joerg-Olaf hat parallel gebloggt und noch die Vermutung geäussert, dass vll die GEMA-Vermutung im Spiel sein könnte.

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