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December 03 2013

“Singen im Advent” – Gemeinfreie Advents- und Weihnachtslieder zum Download

Coverbild Singen im AdventKopieren und Verbreiten erwünscht. Das ist das Motto für die vom Musikpiraten e.V. veröffentlichten gemeinfreien Notenblätter für die Advents- und Weihnachtszeit, die in diesem Jahr bereits in der dritten Auflage erscheinen.

Die Sammlung umfasst insgesamt über 50 populäre Lieder von “Alle Jahre wieder” über “Ihr Kinderlein kommet” bis hin zu “Zu Bethlehem geboren”.

Da die Urheber der Lieder bereits seit über 70 Jahren verstorben sind, dürfen alle Noten kostenfrei gesungen, kopiert und verbreitet werden. Und das ist ausdrücklick willkommen.

Die Notensammlung kann kostenlos heruntergeladen werden oder bei epubli.de in gedruckter Form zum Herstellungspreis von 6,67€ bestellt werden.

Die meisten der neu aufgenommenen Lieder sind der “Ebersberger Liedersammlung” entnommen, einige wurden aus alten Liederbüchern übertragen.
Enthaltene Stücke:

A B C, die Katze lief im Schnee
A, a, a, der Winter, der ist da
Aber heidschi, bumbeidschi, schlaf lange
Alle Jahre wieder
Als ich bei meinen Schafen wacht’
Am Weihnachtsbaume die Lichter brennen
Auf, auf, ihr Hirten!
Der Christbaum ist der schönste Baum
Der Christbaum ist der schönste Baum (Mehrstimmig)
Der Heiland ist geboren
Ein sehr harter Winter ist
Empor zu Gott, mein Lobgesang
En gardant ma bergerie
Es ist ein Ros’ entsprungen
Es ist ein Ros’ entsprungen (Mehrstimmig)
Es kommt ein Schiff geladen
Es wird scho glei dumpa
Es ziehn aus weiter Ferne
Freut euch, ihr lieben Christen
Fröhliche Weihnacht überall
Herbei, o ihr Gläub’gen – Adeste Fideles
Herbei, o ihr Gläub’gen – Adeste Fideles (Mehrstimmig)
Ich lag und schlief, da träumte mir
Ich steh an deiner Krippe hier
Ich steh an deiner Krippe hier (Mehrstimmig)
Ihr Kinderlein kommet
In dulci jubilo
Jingle Bells
Joseph, lieber Joseph mein
Kling, Glöckchen, klingelingeling
Kommet, ihr Hirten
Lasst uns froh und munter sein
Leise rieselt der Schnee
Macht hoch die Tür
Maria durch ein Dornwald ging
Morgen kommt der Weihnachtsmann
Morgen, Kinder, wird’s was geben
O Tannenbaum
O du fröhliche
Schneeflöckchen
Sei uns willkommen
Still, still, still
Stille Nacht, heilige Nacht
Süßer die Glocken nie klingen
Tochter Zion, freue dich
Tochter Zion, freue dich (Mehrstimmig)
Vom Himmel hoch, da komm’ ich her
Vom Himmel hoch, ihr Englein kommt
Was soll das bedeuten
We Wish You A Merry Christmas
Winter ade
Zu Bethlehem geboren

Für etwaige weitere Projekte stehen auch die Rohdaten des Buches bei github zur freien Verfügung. Über eine Spende zur Finanzierung weiterer solcher Projekte freuen sich die Musikpiraten bestimmt.

(Coverbild cc-by-sa, Sven Scholz)

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October 18 2013

Wikileaks, iPredator und jetzt Rock aus Rügen – PayPal sperrt Crowdfunding-Konto

PayPal fiel schon öfters durch die Sperrung von Transaktionen auf. Bisher mussten dran glauben: Der crowdfinanzierte Maildienst Mailpile, der VPN-Anbieter iPredator, die Vereinigung Courage to resist, die Bradley Manning unterstützt, Wikileaks und Online-Händler, die Rum verkaufen wollen. Jetzt hat PayPal auch erklärt, keine Transaktionen mehr für die Rügener Trashrock-Band COR abzuwickeln. Die Musiker haben auf startnext.de eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Damit wollen sie eine Tour durch Kuba finanzieren, die kostenlos und von einem Filmteam begleitet sein wird. Ziel ist es, die kubanische Punk- und Metalszene zu unterstützen – mit öffentlicher Aufmerksamkeit wie auch mit Sachspenden in Form von Instrumenten und anderem Equipment.

 


 

Startnext musste den Musikern nun mitteilen, dass PayPal für das Projekt deaktiviert wurde. Grund dafür ist das US-Handelsembargo gegen Kuba, dass amerikanischen Unternehmen (wie PayPal eines ist) die Finanzierung kubanischer Bürger, Marken oder Produkte verbietet. Jetzt müssen die Musiker nachweisen, dass von den Crowdfunding-Geldern nur das Projekt direkt unterstützt wird und nichts davon in die kubanische Wirtschaft fließt.

Knapp 3.800 Euro wurden via PayPal bereits gespendet, berichtete der Bassist der Band in einem Interview mit der taz. Das ist bei einem Gesamtspendenziel von 8.307 Euro ein gewaltiger Anteil. Die Musiker lassen sich dadurch nicht entmutigen und wollen das Projekt fortführen, vorzugsweise mit Spenden aus anderen Bezahlmodellen wie Vorkasse oder Sofortüberweisung.

Im Moment beträgt die Gesamtspendensumme bereits 8.848 Euro, was mehr als die angestrebte Summe darstellt. Der Überschuss soll in weitere Unterstützung für Kubas Musikszene gesteckt werden. Es bleibt zu wünschen, dass den Musikern durch die Aufmerksamkeit, die durch die PayPal-Sperre entstanden ist, mehr Nutzen als Schaden zuteil wird.

Außerdem zeigt der Fall, dass es notwendig ist, alternative und sichere Bezahlmodelle zu entwickeln bzw. zu etablieren. Wenn auch eine der neuesten Ideen, Zahlen per E-Mail, durch Sicherheitsbedenken eher wie eine riskante Schnapsidee daherkommt.

 

 

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August 20 2013

31.8. in Berlin: Das 3. Torstraßen Festival

tsf_flyerAm Samstag, den 31. August 2013 findet das 3. Torstraßen Festival von 14:00 – 22:00 Uhr in Berlin-Mitte statt. Mehr als 30 Musikacts treten in zehn Locations an. Eine Karte mit allen Locations findet sich hier. Am Festivaltag gibt es in allen teilnehmenden Veranstaltungsorten Tickets zum Abendkassenpreis von 15 Euro, vorab auch schon zum Vorverkaufspreis von 12 Euro im St. Oberholz oder bei KOKA36.

Bereits am 30.8. gibt es um 20 Uhr im Ackerstadtpalast eine Diskussionsrunde zum Thema “Wie steht es eigentlich um die Musikkultur in Berlin-Mitte?” Hier ist der Trailer zum Torstraßen Festival 2013:

Torstraßen Festival 2013 from Torstraßen Festival on Vimeo.

Was das mit Netzpolitik zu tun hat? Das Torstraßen Festival wird einige Türen weiter von newthinking organisiert und findet rund um unser Büro statt. Einige von uns sind auch in der Durchführung vor Ort beteiligt und Ihr könnt uns dort treffen.

In einem Soundposter kann man sich viele Bands vorab anhören:


Watch this soundposter in full size.

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March 23 2012

Der Auf#Regener: Kim Schmitz singt statt YouTube – oder – frei geht immer nur gegen die Künstler

Wenn ich früher an Element of Crime dachte, wäre mir dazu ein Begriff wie Ignoranz als einer der letzten eingefallen. Seit gestern ist das anders, seit Sven Regener, Frontmann der fast schon legendären Band, bei Zündfunk auf Bayern 2 einen so unfassbar ignoranten Rant abgelassen hat, dass sogar Jan Delays Lapsus in Sachen Abmahn-Einnahmen dagegen fast noch putzig wirkt. Dass Sven Regener das Opfer einer Verwerter-Gehirnwäsche geworden sein könnte, halte ich für eher unwahrscheinlich. Vielmehr dürfte es sich um ein unfreiwilliges Eingeständnis des verloren gehenden Kontakts zum jüngeren Teil der Bevölkerung handeln. An diesen “auch jüngeren” Menschen scheint dem “Rock’n'Roller” Regener wohl selbst eher wenig zu liegen, schließlich sind für ihn all die YouTube-Schauer “asoziale” “Deppen”, die sich zu “Lobbyisten” von Google machen lassen.

Auch “Scheiße” kommt oft vor sowie wüste Unterstellungen und insgesamt ein Grundton, dass ja “vor 10 bis 15 Jahren” alles noch besser war. Wenn es nach Regener ginge, würden wir noch immer brav einbahnstraßenartig UKW hören und die Sender, Plattengeschäfte und Dorf-DJs wären noch mehr oder weniger alle, mit denen sich ein Künstler zwecks Bezahlung befassen müsste. So ist die Welt allerdings nicht mehr – also die echte, nicht die von Element of Crime. Die Tirade spricht ansonsten für sich selbst (würde sich akustisch sicherlich auch gut für einen Remix eignen), weshalb ich mir mal die Mühe gemacht habe, ein Transkript zu schreiben. Nur an ein paar Stellen konnte ich es nicht lassen, korrigierende Anmerkungen zu ergänzen:

Sven Regener: … wir machen keine Verträge, wir machen keine Geschäftsbeziehung mit [unverständlich] Firma, weil wir doof sind oder aus Schingschangdoodle Schierschandudel oder so oder weil wir ‘was zu veschenken haben, sondern weil wir sonst unsere Musik nicht machen können. Und mein Problem, das ich dabei habe, ist: Man wirkt uncool, wenn man sagt “hier Urheberrecht” und so. Aber es wird so getan, als wenn wir Kunst machen würden als exzentrisches Hobby oder so. Und das Rumgetrampel darauf, dass wir irgendwie uncool seien, wenn wir darauf beharren, dass wir diese Werke geschaffen haben, ist im Grunde nichts anderes als dass man uns ins Gesicht pinkelt und sagt: “Euer Kram ist eigentlich nichts wert. Wir wollen das umsonst haben, wir wollen damit machen können was wir wollen und wir scheißen drauf, was du willst oder nicht”. Die Gesellschaft, die so mit ihren Künstlern umgeht, ist nichts wert! Das einzig Wahre am Rock’n'Roll ist, dass wir jede Mark, die wir bekommen, selber verdienen. Die bekommen wir von Leuten, die sagen “Ja, das ist mir das wert. Ich geb’ 99 Cent aus für dieses Lied”. Das ist die Idee dabei. Das macht den Rock’n'Roll groß. Alles andere ist Subventionstheater. Ja, alles andere ist Straßenmusik, aber ich möchte kein Straßenmusiker sein. Und das ist halt ‘ne Frage des Respekts und des Anstands. Muss ich mal ganz ehrlich sagen. So wie es ‘ne Frage auch des Respekts und des Anstands ist, nichts im Supermarkt zu klauen, selbst dann, wenn man wüsste, dass man nicht erwischt wird. Solange das funktioniert, ist das gut. Wenn das nicht funktioniert, müssen wir uns natürlich andere Wege überlegen, wie wir unsere Platten produzieren – oder eben auch nicht! Denn zu glauben, man könne auf Plattenfirmen verzichten und dann würde man sozusagen noch dieselbe Art von Musiklandschaft vorfinden wie wir sie eigentlich jetzt haben, oder sagen wir mal vor 10 Jahren hatten, dass ist ‘n großer Irrtum.

Anm.: Und ein glücklicher dazu: Nie war die künstlerische Bandbreite verfügbarer Musik größer als heute, nachdem durch das Internet endlich die auf quasi-korrupten Mechanismen beruhende Heavy Rotation der Radiosender großenteils entmachtet wurde. Endlich ist live allgemein wieder wichtig und nicht nur in großen Arenen und bei Festivals im Sommer.

Sven Regener: Und den Leuten, die in den Plattenfirmen arbeiten, also, das ist ja kein cooler Job mehr, nicht? Und es arbeiten ja auch nur noch ‘n Bruchteil von den Leuten dort wie vor 10 oder 15 Jahren. Und diesen Leuten zu erzählen, dass sie irgendein Scheiß sind, weil sie bei ‘ner Plattenfirma arbeiten, das ist schon ganz schön dreist.

Moderator: Das hab’ ich auch niemandem unterstellt.

Sven Regener: Ich weiß nicht wie alt Sie sind, aber eins muss Ihnen klar sein: Für die Leute zwischen 15 und 30 gibt es keine endemische Musik mehr. Die haben keine eigene Musik mehr. Die kleinen Labels, die vor allem ihr studentisches Zielpublikum hatten, äh, die ganzen Indie-Labels und so, sind alle tot. Die sind alle weg. Und was bleibt, ist Volksmusik, deutscher Schlager und Pop-Musik für die Älteren. Der Rest dazwischen ist schon tot. Und das ist nicht lustig. Nun ist auch das Problem, gerade wenn man Indie-Rocker ist wie wir oder so, dass man natürlich … das Letzte, was man gebrauchen kann, ist, uncool dazustehen. Das ist sozusagen das Tödlichste, was einem passieren kann. Also halten alle schön die Füße still und die Schnauze, und den Kopf unten, und schauen dabei zu, wie die Sache immer weiter den Bach runter geht. Und zu glauben, irgendwann käme das Sozialamt um die Ecke und würde die Bezahlung der Künstler unternehmen und dabei würde noch gescheiter Roch’n'Roll bei rauskommen, das kann man knicken. Und was wir zum Beispiel im Augenblick haben, diese Sache mit YouTube, ja, da muss man mal ganz klar irgendwie die Fronten klar machen. YouTube gehört Google. Das ist ‘n milliardenschwerer Konzern, die aber nicht bereit sind, pro Klick zu bezahlen. Nun hat aber weder YouTube noch Google uns irgendwas zu bieten – außer, was andere Leute geschaffen haben und da reingestellt wird.

Anm.: Vielleicht kennt Sven Regener ja geheime Details aus den Verhandlungen, aber mein letzter Stand war, dass YouTube durchaus auch pro Klick was zahlen will, aber eben nicht so viel wie verlangt wird. Wo da genau die Schmerzgrenzen für beide Seiten liegen mögen, entzieht sich meiner Kenntnis, aber dass die Streaming-Dienste von YouTube nicht “irgendwas zu bieten” sein sollen, von der Interaktion mit Fans und sonstigen Möglichkeiten gar nicht geredet, ist absurd.

Sven Regener: Und da sind wir gerade an dem Punkt, wo die Musiker sagen und die GEMA sagt – und die GEMA sind wir, das sind die Komponisten und Textdichter – und wir sagen: Nein, für dieses Geld kriegt ihr unseren Kram nicht! Und wir sehen nicht ein, dass Milliardengeschäfte gemacht werden, auch mit Werbung in diesem Bereich, ja, und wir kriegen davon nichts ab. Wir sind sozusagen die Penner in der letzten Reihe. Das ist ‘ne Unverschämtheit.

Anm.: Auch hier frage ich mich, ob die Abgeber solcher Statements einfach nicht wissen, dass YouTube nur mit Zustimmung der Künstler Werbung zum Video schaltet, oder ob sie’s einfach gar nicht wissen wollen. Das klingt doch sehr nach dem Verleger-Lamento: “Da verdient irgendwer im Netz Milliarden, darum muss es doch einen Grund geben, warum wir davon was abbekommen müssen”.

Sven Regener: Da sollte sich jeder auch junge Mensch überlegen, ob er sich wirklich zum Lobbyisten von so’nem milliardenschweren Konzern wie Google machen möchte. Und das sind große Lobby-Verbände, diese Internetfirmen, ja, und viel stärkere als die Plattenindustrie. Und bringen dann als Hilfstruppen die ganzen Deppen ans Spiel, die sagen “Warum kann ich denn das Video nicht auf YouTube gucken?”. Ja dann gucks halt woanders! Ja? Unsere Videos kann man alle bei Element-of-Crime.de gucken, da muss man nicht zu YouTube gehen. Tut mir leid, gibt’s halt nicht bei YouTube – bis die nicht bereits sind, dafür auch was zu bezahlen.

Anm.: Sven Regener scheint nicht zu wissen, dass zumindest die meisten der Element-of-Crime-Songs durchaus auf YouTube zu finden sind. Und ironischerweise nutzen Element of Crime auf ihrer Homepage einen Open-Source-Player, also Software, die offensichtlich ohne striktes Beharren auf Monopolen dennoch ihren Wert hat. Vielleicht sollte Sven Regener mal den Erfinder des JW Players, Jeroen Wijering in New York (USA, dem Land der nerdigen Abzocker) anrufen und sich da was erklären lassen. Und ihm scheint auch nicht klar zu sein, dass sein gleichaltriger Fan boehmackl die Hommage “Kaffee und Karin” schwerlich auf Element-of-Crime.de hätte posten können. Wenn das nicht “irgendwas zu bieten” ist, muss man daraus wohl den Schluss ziehen, dass Sven Regener seine Fans tatsächlich lieber als reines Konsum-Vieh gehalten sehen will.

Sven Regener: Denn, ein Geschäftsmodell, was darauf beruht, dass diejenigen, die den Inhalt liefern, nichts bekommen, das ist kein Geschäftsmodell, das ist Scheiße. Ja, ansonsten können sich ja alle ihre Lieder dann von Kim Schmitz vorsingen lassen.

Moderator: Das ist ja eine ganz schön dezidierte Meinung, Herr Regener.

Sven Regener: Ha ha, ja, das ist nicht schön. Das tut mir auch leid, dass ich so schwall-artig jetzt hier runterkomme, aber mir steht’s echt bis hier! Ich kann das alles nicht mehr hören. Ich kann vor allem die ganzen asozialen Leute nicht mehr hören, die immer sagen, hier so, “Diese Künstler, die hier, die sind ja sowieso alles Nutten, wenn sie’s für Geld machen”. Ja, die Leute haben für alles Geld, aber wir sollen das irgendwie umsonst machen. Was soll das? Auch der Begriff “Piratenpartei” ist geistiges Eigentum, und wenn ich morgen hier die Piratenpartei gründe, steht ‘ne halbe Stunde später der Anwalt der Piratenpartei auf der Matte. So sieht’s nämlich aus. Und was weiß ich, der Chef hier von der örtlichen Piratenpartei, der hat ‘ne Firma, die machen Apps, für’s iPhone, ja? Das ist ein geschlossenes System, das ist 100% Copyright, mit Anwälten und allem Drum und Dran. Und der Typ sagt “Ja hier, alles schön frei” und so weiter. Aber das möcht’ ich mal sehen, was passiert, wenn ich sein Programm, was er da gerade verkauft, wenn ich das knacke und ins Internet stelle, für jeden zum freien Runterladen und installieren auf seinem iPhone. Dann hab’ ich die Anwälte von iTunes auf dem Hald bevor ich überhaupt das Ding hochgeladen hab. Und dieselben Leute, diese ganze Verlogenheit, das ist im Grunde ein reines Banausentum und es geht immer nur gegen die Künstler. Und das finde ich höchstgradig unangenehm.

Fazit:

Man kann sich ja in der Netz-Urheberrechts-Debatte über diverse Punkte trefflich streiten und nicht immer wird da ganz fair argumentiert, von allen Beteiligten. Aber inhaltlich so dünne und teils schlicht falsch liegende Anwürfe wie der von Sven Regener sind kein Beitrag zur Debatte, sondern offenbaren die Hilflosigkeit einer Künstlergeneration, die die Welt nicht mehr versteht und sich zwecks Welterklärung offenbar instinktiv an die guten alten Institutionen wendet. Und je einfacher die Story, desto emotionaler wird sie dann angenommen: Irgendwer verdient irgendwo online Milliarden, die eigentlich den Künstlern zustehen, und die letzte Bastion Urheberrecht wird unter Instrumentalisierung einer Generation von Deppen-Jungendlichen gerade geschleift. Sorry Sven, den Blödsinn kann man “echt knicken” …

Hier noch ein paar Links (Dank an Leonhard Dobusch) zu anderen Texten, die den Rant kritisch unter die Lupe nehmen:

January 31 2012

GEMA gibt neue Stellungnahme zu CC-Lizenzen ab

Im Nachgang zum Start des neuesten Pilotprojekts zum Einsatz von CC-Lizenzen durch Mitglieder von Musik-Verwertungsgesellschaften hat die Redaktion von telemedicus.info die GEMA um eine Stellungnahme gebeten. Darin (PDF) erfährt man einiges über angeblich eherne Vertragswerke, unwillige Mitglieder und Rosinen. Die Analysen von telemedicus und iRights (Disclaimer: Letztere von mir verfasst) untersuchen den GEMA-Text eingehend.

January 16 2012

Off Book: The Evolution of Music Online

Der US-TV-Sender PBS hat eine interessante, und auch nur sechs Minuten lange, Kurz-Doku zum Thema “Off Book: The Evolution of Music Online” gemacht:

Off Book: The Evolution of Music Online from PBS Arts on Vimeo.

As the 90s came to a close, the business of music began to change profoundly. New technology allowed artists to record and produce their own music and music videos, and the internet became a free-for-all distribution platform for musicians to promote themselves to audiences across the world. The result was an influx of artists onto the cultural scene, and audiences were left wondering how to sort through them all. In this episode we discuss these massive changes, and reveal how music blogs and websites have arisen as the new arbiters of quality.

January 03 2012

Hypemachine: Music Blog Zeitgeist 2011

Die Musikblogs-Aggregationsplattform Hypemachine hat wieder ihre jährliche Zeitgeist-Edition mit den besten 50 Künstlern, Alben und Songs des Jahres 2011 veröffentlicht. Traurig für deutsche Hörer: Zumindest die Top 50 Alben sind “currently not streamable in your region”.

December 22 2011

Three Strikes in Irland (vorerst) gekippt

Der irische Data Protection Commissioner (DPC) hatte in letzter Zeit alle Hände voll zu tun: Abgesehen vom Fall Facebook (hier ausführlich aufgeschlüsselt von Richard Gutjahr) musste sich die Behörde auch um Urheberrechtslobbyismus kümmern, der im Land ziemlich erfolgreich gewirkt hat. Ergebnis der Prüfung: Die Gängelung der Internetkunden muss in Zukunft auf andere Art vollzogen werden.

Nachdem beim DPC eine Beschwerde eines Kunden eingegangen war, der nach eigener Angabe fälschlicherweise der Urheberrechtsverletzung beschuldigt worden war, wurde eine Untersuchung in Gang gesetzt. Diese führte zu dem Schluss, dass das Three-Strikes-Modell in der praktizierten Form nicht mit dem Datenschutz vereinbar sei. Der Internetprovider und Ex-Monopolist Eircom wird aufgefordert, innerhalb von drei Wochen auf das Ergebnis der Untersuchung zu reagieren, wie siliconrepublic.com berichtet. Die irische Regierung kündigte unterdessen bereits an, die Interessen der Rechteinhaber auf gesetzlichem Weg zu schützen – mit einem Verfahren, das nicht die Zustimmung des Parlaments benötigt:

Junior minister Seán Sherlock has said he expects to issue secondary legislation by mid-January which is set to require ISPs to cut internet services for users who are ‘committing digital copyright theft’. [...] Because the legislation being prepared by Sherlock will take the form of a Statutory Instrument, it is not required to be put through the Houses of the Oireachtas.

(Quelle: businessinsider.com)

Hintergrund: 2009 vereinbarte Eircom mit einigen Musikkonzernen die Regelung, nach der der Breitband-Internetzugang eines Kunden bei Urheberrechtsverstößen im Zuge einer 3-Strikes-Regelung für eine Woche und beim nächsten Verstoß für ein Jahr gekappt wird. Eircom wollte damit einem Urteil zuvorkommen, nachdem die Musikkonzerne Warner, Sony, EMI und Universal gerichtlich gegen die Firma vorgegangen waren. Die Konzerne waren dabei großzügig: Statt auf einer Überwachungssoftware zu bestehen, kamen sie dem Provider entgegen und gaben sich damit zufrieden, dass er auf Zuruf tätig wird und sie selbst für die Überwachung sorgen (wofür sie auf die Dienste der Firma Dtecnet zurückgriffen).

Nebenbei wurde außerdem ausgemacht, dass Eircom den Zugang zu bestimmten Seiten sperrt. Bedenken gegen die Regelungen wischte ein Richter Mitte 2010 zur Seite, der unter anderem die Position des Musikindustrie-Lobbyverbands übernahm, derzufolge IP-Adressen keine persönlichen Daten, also nicht schützenswert, seien. Was als gerichtliche Auseinandersetzung zwischen Provider und Musikindustrie begann, entwickelte sich zu einer so innigen Freundschaft, dass Eircom schließlich ankündigte, in das Musikgeschäft einzusteigen und nun in Kooperation mit den Labels einen Webstore betreibt. Ein wunderbares Beispiel dafür, wie kommerzielle Interessen verschwimmen können, das man sich auch bei der Diskussion um Netzneutralität und der Bewertung der Position von Providern zu diesem Thema vor Augen führen sollte.

December 03 2011

Rock-Klassiker mit alter Hardware nachgespielt

Der Youtube-Nutzer bd594 spielt mit alter Hardware bekannte Rock-Klassiker nach und hat bisher zwei Videos veröffentlicht. Echt faszinierend, was man mit Festplatten, Nadeldruckern und Osziloskopen für Musik machen kann:

Queen – Bohemian Rhapsody (Old School Computer Remix)

Instrumente:

Atari 800xl and Floppy Drive 0$ (no joke found it sitting on a garbage pile near Queen and Coxwell)
3.5 Inch Hard Drive 0$ (old defective drive)
Adaptec 2940UW SCSI Card $5 (craigslist)
TI-99/4A and Tape Drive $15 (e-bay)
8 Inch Floppy Drive $20 (a1 electronics)
HP ScanJet 3C $25 (craigslist)
Eico Oscilloscope $28 (the best deal i ever got on e-bay)

The Animals – House of the Rising Sun (Old School Computer Remix)

Instrumente:

a. HP Scanjet 3P, Adaptec SCSI card and a computer powered by Ubuntu v9.10 OS as the Vocals. (hey, the scanner is old)
b. Atari 800XL with an EiCO Oscilloscope as the Organ
c. Texas instrument Ti-99/4A with a Tektronix Oscilloscope as the Guitar
d. Hard-drive powered by a PiC16F84A microcontroller as the bass drum and cymbal

The Bit-52′s The World’s Greatest Robot Parts Band playing The B-52′s – Rock Lobster

Hier hat er eigene Roboter gebaut, die alte Instrumente bedienen:

November 25 2011

Jan Delay vs. Abmahnindustrie: Ein Rant in zwei Teilen

Mit folgender Statusmeldung hat sich der Hamburger Musiker Jan Delay vor zwei Tagen auf Facebook und Google+ auf derb-deutliche Weise mit dem Problem des Abmahnunwesens im Bereich des Musik-Filesharings auseinandergesetzt:

mal n paar harte zahlen und fakten: im letzten jahr hat es 800.000 (!) abmahnungsverfahren wg. illegalen downloads gegeben. heißt: windige anwälte beschäftigen billiglöhner, die den ganzen tag nix anderes tun als ip-adressen von illegalen saugern aufzuschreiben um diese mit einem bußgeldbescheid von durchschnittlich 1500 euro abzumahnen und mit Gerichtsverfahren zu drohen falls nicht gezahlt wird. heraus kommt das stolze sümmchen von 1,2 Milliarden (!!), welches unter den anwälten und den plattenfirmen gesplittet wird. die künstler sehen davon nix! das sind alles miese schweine!! saugt bitte alle ruhig weiter, und lasst euch nicht erwischen! kein peer 2 peer!! und wenn es Künstler gibt, die ihr schätzt und die sich den arsch aufreißen um gute platten zu machen: bitte supported sie!!

Stand Freitag, 25.11., 14.30 Uhr wurde diese Statusmeldung alleine auf Facebook fast 3.000 Mal geteilt und hält bei über 6.700 “Likes”, auf Google+ wurde die identische Meldung weitere 900 Mal geteilt und über 1.500 Mal geplusst. Das war Jan Delay dann offensichtlich doch zuviel der Aufmerksamkeit und er “ergänzt” und “verdeutlicht”, wiederum auf Facebook und Google+, in einer weiteren, diesmal viel ausführlicheren Stellungnahme, eingeleitet mit “oooops.. da hab ich ja was losgetreten ;-)“. Ein paar Auszüge daraus:

ich rufe nicht dazu auf grundsätzlich musik zu klauen! ich rufe dazu auf, sich nicht beim saugen von schlechter – oder ohne herzblut gemachter musik erwischen zu lassen!
(…)
des weiteren hat universal mich darauf hingewiesen, daß bei meiner letzten abrechnung auch ein nicht gerad geringer betrag aus solcherlei erlösen stammte.. peinlich ;-).. das habe ich nicht gewusst! ein sorry dann auch an universal! dieses ekelige kriegsgewinnler geld will ich aber gar nicht haben! ich werde das komplett spenden, auch in zukunft! und es ändert nichts daran, daß ich diese art von geschäftemacherei um die einbrechenden umsätze zu kompensieren ein unding finde! anwälte, die ihr komplettes geschäft darauf basieren lassen kids, studenten oder sonst wen mit abstrusen summen abzuzocken, sind miese schweine! punkt!
(…)
generell, will ich mich hier auch gar nicht zum heinz-rudolf kunze aufschwingen. meine auf die schnelle hingehassten zeilen haben nur solche wellen geschlagen, daß ich das bedürfnis hatte mich noch einmal detaillierter zu erklären. und da das hier eh schon in so nem pamphlet ausartet, mein hirn gerad rumort und ich ein fan von konstruktiver kritik bin, hier mal ein paar gedankenspielchen:
- wieso das alles nicht handhaben wie schwarzfahren? “fahrkartenkontrolleure” werden eingestellt, und wer so dumm ist sich erwischen zu lassen muss 60 euro blechen..
- eine “musik-steuer” auf alles was musik wiedergeben kann. rechner, mp3-player, boxen, anlagen, usb-sticks, etc.. die erlöse gehen über eine dafür geschaffene institution an newcomer, plattenlabel, studios, produzenten, komponisten, video-regisseure, usw.. an alle unter einer festgesetzten einkommensgrenze. dieter bohlen und ich kriegen davon nix!
- mal konsequent die ganzen anwälte statt auf mittellose kids, auf all die “taff”s und “explosiv”s dieser welt ansetzen. die sollen mal gerne und viel dafür zahlen, daß sie ständig unsere musik kommerziell ausbeuten.
- oder eine selbstbestimmte, erweiterte “radiohead”-variante. die musikschaffenden gründen einen verein mit einem konto, und jeder der was saugt kann sein schlechtes gewissen mit einem selbstbestimmten betrag frei kaufen. hat was kirchlich-mittelalterliches ;-) man müsste natürlich schreiben für welchen künstler/song, aber ich denke in unserer heutigen verlinkten online-welt, sind es keine kosten oder mühen, mal irgendwohin 1 euro zu überweisen. das würde die ganze industrie natürlich außen vor lassen..

Fortsetzung folgt?

June 01 2011

Was tun, wenn das Internet voll ist? Na, Nutzer abklemmen! (Update)

Letzte Woche haben wir noch gelacht, was Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) tun würde, wenn “das Internet voll ist“. Dabei hat Neumann eigentlich längst eine praktische Lösung zur Hand: Einfach ein paar Nutzer abklemmen abmahnen!

So stand es am Montag einmal mehr in der französischen Zeitung Le Monde (Danke an Kirsten für die Übersetzung):

Bernd Neumann, le ministre de la culture allemand, a annoncé envisager de mettre en place un système de riposte graduée, similaire à celui instauré par la Hadopi en France, pour lutter contre le téléchargement illégal. S’exprimant lors d’une convention de la CDU (conservateurs), le ministre a estimé que les fournisseurs d’accès à Internet devaient “prendre leurs responsabilités” et il s’est dit favorable à la mise en place d’un système d’avertissement avant la sanction juridique.

(Bernd Neumann, deutscher Kulturstaatsminister, kündigte an, ein Three-Strikes ähnliches System (riposte graduée) einführen zu wollen, welches auch mit dem französischen Hadopi verglichen werden könnte, um gegen illegale Downloads vorzugehen. Während einer Veranstaltung der CDU erklärte der Minister, dass die Internetprovider „Verantwortung übernehmen“ sollten und sprach sich für ein Warnsystem mit anschliessenden rechtlichen Sanktionen aus.)

Update: Le Monde bezieht sich – wie bereits vermutet – auf die Rede Neumanns auf der CDU Medianight am 24. Mai. Laut Manuskript sagte Neumann:

Zur besseren Durchsetzung geistiger Eigentumsrechte sollte der rechtliche Rahmen daher um ein sogenanntes Warnhinweismodell ergänzt werden, das es ermöglicht, bei illegaler Nutzung zu verwarnen, ohne sofort zu bestrafen. Bei wiederholter Rechtsverletzung muss aber mit einer ernstzunehmenden Reaktion zu rechnen sein, z.B. einer kostenträchtigen Abmahnung.

Den von Le Monde gezogenen Vergleich mit Hadopi, Three Strikes und dem Abklemmen von Nutzern (“qui pourra décider d’une peine d’amende ou de suspension de l’accès à Internet” – Also Geldstrafe oder Entzug des Internetzugangs als dritter Schlag) gibt zumindest das Manuskript damit nur zum Teil her (Dafür hat sich Neumann für ein Leistungsschutzrecht für Presseverleger ausgesprochen …). Zwar hatte sich Neumann vor zwei Jahren tatsächlich für die französische Lösung erwärmen können …

Kulturstaatsminister Bernd Neumann machte sich auf der CDU MediaNight in Berlin am gestrigen Dienstagabend erneut für Internetsperren bei wiederholten Urheberrechtsverstößen stark. “Wir dürfen nicht sagen, das geht nicht”, erklärte der CDU-Politiker. Das Kappen von Netzverbindungen sei “überall möglich”, freute er sich über das Vorpreschen Frankreichs bei einem entsprechenden “Three Strikes”-Modell. (Quelle: Heise Online, 27.05.2009)

.. vermied es in aktuelleren Statements aber die Forderung nach Anschlussperren zu wiederholen. So hieß es am 26.11.2010 bei Heise Online:

Damit spricht sich Neumann für einen Urheberrechtsschutz nach französischem Vorbild aus – allerdings ist im “Three Strikes”-Modell der Staatsministers von Anschlusssperren bisher nicht die Rede. Neben den Nutzern will der Kulturpolitiker auch die Internetwirtschaft stärker in die Verantwortung nehmen. Die “sogenannte Providerhaftung” sei “fortzuentwickeln”. Damit meint Neumann, die für Provider im Telemediengesetz geschaffenen Haftungsprivilegien durch “weitergehende Prüf- und andere Pflichten” einzuschränken.

/Update

Lars Klingbeil, MdB der SPD und Mitglied der Enquete-Kommission “Internet und digitale Gesellschaft”, nutzt die Äusserungen Neumanns* derweil für eine parlamentarische Anfrage:

  1. Welche Maßnahmen bzw. Initiativen plant die Bundesregierung – vor dem Hintergrund der Äußerungen des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Bernd Neumann, gegenüber der französischen Zeitung Le Monde am 31.05.2011, denenzufolge die Bundesregierung die Einführung eines dem französischen Hadopi-Gesetzes vergleichbaren “graduated Response”-Modells in Deutschland beabsichtige – zur Bekämpfung von Urheberrechtsverletzungen im Internet und wann wird sie diese vorlegen?
  2. Wie soll dieses Konzept konkret ausgestaltet werden und welche konkrete Maßnahmen oder Aufgaben sollen von Internetzugangsprovidern geleistet werden?
  3. Beabsichtigt die Bundesregierung die Einführung eines  (automatisierten) Warnhinweissystems, welches die flächendeckende Filterung des Datenstromes voraussetzen würde, oder plant sie – vor dem Hintergrund der bereits heute über 3 Millionen IP-Beauskunftungen seitens Internetzugangsanbieter – die Etablierung eines anbieterübergreifenden Datenpools zu Urheberrechtsverletzungen von Internetnutzern, aus dem sich Rechteinhaber und Strafverfolgungsbehörden für die Durchsetzung des Urheberrechtes bedienen können?
  4. Beabsichtigt die Bundesregierung die nach dem französischen Hadopi-Modell vorgesehenen Internetzugangssperren nach dreimaliger Verwarnung des Internetnutzers und wie bewertet sie das französische Vorbild hinsichtlich seiner verfassungsrechtlichen Zulässigkeit in Deutschland?

So neu ist Neumanns Plan übrigens gar nicht. Bereits in der Vergangenheit hatte sich der Kulturstaatsminister mehrfach für industriefreundliche Regelungen stark gemacht. Eine kurze Suche bei Heise Online liefert einen bemerkenswerten track record (Auszug):

*Unklar ist übrigens noch, wo sie gefallen sind. Le Monde schreibt von einer “convention” der CDU. Damit könnte auch die Medianight gemeint sein, von der “Internet ist voll”-Clip stammt. Hat jemand Details?

Update: Le Monde bezieht sich offenbar tatsächlich auf die Rede Neumanns auf der Medianight. Siehe dazu auch die Ergänzung in den Kommentaren.

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May 13 2011

Rethink Music – Creativity, Commerce, and Policy in the 21st Century

Ende April fand in Boston die “Rethink Music – Konferenz” mit dem Untertitel “Creativity, Commerce, and Policy in the 21st Century” statt, die ich im Nachhinein gerne besucht hätte.

Dabei gab es u.a. ein spannend-besetztes Panel über alternative Kompensationsmodelle mit Jim Griffin, Lawrence Lessig, Volker Grassmuck, Terry Fisher und Ronaldo Lemos:

Many alternative compensation schemes for recorded music, such as legislated blanket licensing, have been proposed in a few international jurisdictions. We’ll interview speak with representatives from Brazil, a country that has been nontraditional in its copyright schemes, as well as look at the impediments to adopting such a scheme in the U.S.

Von dem Panel gibt es einen Videomitschnitt:

Watch live streaming video from rethinkmusic at livestream.com

Volker Grassmuck hat nochmal ausführlich über das Panel gebloggt:

Rethink Music? Think again.
Rethink Music: My ACS Panel Notes

Ebenfalls spannend ist ein längeres Gespräch mit der Indie-Band Metric über neue Strategien und Geschäftsmodelle für Künstler:

Watch live streaming video from rethinkmusic at livestream.com

Auch spannend sind die Materialien des Berkman-Centers zur Konferenz: Rethinking Music: A Briefing Book. Bei Livestream.com finden sich weitere Videos der Konferenz.

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April 26 2011

2 Jahre Tanzen ohne Kopierschutz: #CreativeChaos-Party am 29.04.2011 in Wiesbaden

“Wir brechen ein neues Bit an! “: Der Chaos Computer Club Mainz feiert das 2-jährige Jubiläum seines CreativeChaos-Projekts. Am 29. April wird in der Wiesbadener Kreativfabrik wieder freie Musik geboten. Zum achten Mal in 2 Jahren präsentiert der CCCMZ die Creative Chaos Party.

Zusätzlich zur freien Musik für die Ohren gibt es diesmal auch freie Bilder auf die Netzhaut. Kräftige Unterstützung in Sachen freier House-Musik bekommen die Resident DJs Martin und Boris von Gast Oliver Sebastian, der schon beim Free! Music! Contest! die Menge in der Kreativfabrik zum Tanzen brachte. Der Abend wird entsprechend recht elektronisch geprägt sein.

Der Eintritt ist wie immer frei. Los geht es um 22:30 Uhr. Die Sampler der aktuellen und der vergangenen Parties (die konsequenterweise auch online zu finden sind) sind am Abend gegen Spende auch in aufwändig-schicker Aufmachung physikalisch erhältlich.

Zum Warmup bietet sich der CC-Rock im Rüsselsheimer “Rind” an, wo The Nuri aus Wiesbaden Alternative Rock darbieten, Pornophonique aus Darmstadt für kuschelige 8-Bit-Lagerfeuer-Romantik sorgt und Das Frivole Burgfräulein für Punk zuständig ist. Der Musikpiraten e.V. wird ebenfalls vor Ort sein und eine Creative Commons-Kopierstation mitbringen, bei der es nicht nur die Alben der auftretenden Bands zum Mitnehmen geben wird. Einlass 20:00 Uhr, laut wird es ab 20:30 Uhr, der Eintritt beträgt 5€.

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Reposted bymondkroete mondkroete

March 28 2011

“Freiheit” nicht verfügbar in deinem Land

Fun Fact: Das offizielle Video von Georg Danzer (österr. Liedermacher) und seinem großen Hit  “Freiheit” ist bei Youtube “in deinem Land nicht verfügbar“.

Hier der Kommentar dazu aus Österreich (grandios).

PS: Natürlich gibt es das Lied im Netz, aber ohne Einverständnis von Sony Music Entertainment und ohne offizielles Video von Georg Danzer.

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February 25 2011

Zum Mitsingen: Wir haben raubkopiert

Für allgemeine Erheiterung sorgte am heutigen Freitag Nachmittag der Song “Wir haben raubkopiert” (Lyrics) von der Humppa-Band “Die Wallerts”. Hier ist die MP3. Melodie dürfte “We are in the army now” von Status Quo sein, wenn ich das richtig im Kopf habe.

Auch wenn du nichts von Soft- und Hardware verstehst
Du kennst doch sicher Copy and Paste
Wir haben raubkopiert, ohhho, wir haben raubkopiert…

Wo wir schonmal bei Singer & Songwriter Musik in deutscher Sprache mit irgendwas rund um Netzpolitik sind: Lustig ist auch der Song “Ich hab keinen Eintrag bei Wikipedia” (MP3) von Mr Renz.

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February 14 2011

Gesucht: Beispiele für Künstler-Geschäftsmodelle mit Offenheit

Die Enquete-Kommission Internet & digitale Gesellschaft hat eine Arbeitsgruppe Urheberrecht. Für den Zwischenbericht soll es ein Kapitel über neue Geschäftsmodelle für Künstler geben, was ich übernommen habe. Meine Vorgehensweise wäre eigentlich, ein Pad zu eröfnnen und alle einzuladen, daran kollaborativ mitzuschreiben. Das darf ich aber leider nicht, denn die Texte sollen von den Sachverständigen alleine geschrieben werden. Nun hat man dabei als Netzaktivist gegenüber den meisten anderen Mitgliedern der Enquete den Nachteil, dass man nicht auf einen Stab von Mitarbeitern der eigenen Lobbyorganisation oder des eigenen Bundestagsbüros zurückgreifen kann, die dann (heimlich) beim Schreiben mithelfen. Dafür hab ich dieses Blog und die Kommentare und lade einfach alle ein, mir Hinweise zu geben, welche spannenden Projekte ich in dem Text mit auflisten soll.

Eine Menge hab ich schon im Hinterkopf. Grob formuliert kann man diese in verschiedene Blöcke einteilen:

- Erschaffung von Mangel, wo es sonst keinen gibt (limitierte Deluxe-Sets, Nine Inch Nails, etc)
- Promo für andere Verkaufswege, Einbindung von Communities (Cory Doctorow, Nine Inch Nails, etc.)
- Crowd-sourcing und -funding (Flattr, Kickstarter, Musopen, Vodo, SellYourRights, Sell-a-Band, Nina Paley)
- Fair-Trade-Modelle für Musik und Film (MICA, Magnatune, OnlineFilm)
- Streaming (Last.fm, Spotify, Simify.de)

Welche Beispiele sollte ich noch unbedingt mit reinnehmen und kurz beschreiben? Gibt es noch einen Block, den ich vergessen habe?

Reposted bykrekk krekk

Amanda Palmer: The Portrait of the Self-Published Artist

Für Radio Berkman Folge 173 hat David Weinberger u.a. die Künstlerin Amanda Palmer über ihre Selbstvermarktungsstrategien interviewt: The Portrait of the Self-Published Artist (Rethinking Music II).

Big music publishers may be worried about declining CD sales and the inability of digital purchases to make up the difference. But independent artists have continued to create, innovate, connect with fans, and even make a pretty decent living on their own, without big budget promotions — or even physical copies of their albums in stores. For today’s show we were lucky to be joined by two amazing artists:

Amanda Palmer sat down with David Weinberger to talk about her latest self-release, Amanda Palmer Goes Down Under, and her mission to redefine what success as a musician means. And Donald Glover chatted with us about the wonder of his quintuple threat career — star of NBC’s Community, writer, standup comic, remix artist, and rapper — his most recent release, and how he makes a living making music that is free as in beer, and free as in speech.

Hier ist die MP3 dazu.

February 09 2011

Sampler: Nerdcore Now: Volume 1

BoingBoing verweist auf einen neu erschienen Sampler voller Nerdcore-Musik, den man sich frei herunterladen kann: Nerdcore Now: Volume 1.

01 – Beefy – Nerdcore Now
02 – Supercommuter – Robot Party
03 – The ThoughtCriminals – Warp Zone (1-2)
04 – The Future – Teleport
05 – Soup or Villainz – Live In The Arcade Ft. Danyeal McIntosh
06 – Milk-Plus & Lady DKX – I Can Be Your Supervillain
07 – Adam Warrock – Nightcrawlin’
08 – DeathStar – Social Apothecary
09 – Random – Sweeter Ft. Dale Chase
10 – PovertyMan – Rap Cliche
11 – Jake-bit – Redundant Me
12 – Illbotz – Give A Little Love
13 – XoC – A Seed Grows In Brooklyn
14 – Emergency Pizza Party – Never Going Back Ft. Rappy McRapperson & Shinobi Onibocho
15 – Bizarro X-Men – Character Select
16 – Ultraklystron – Bromance Dance
17 – Torrentz – Nerdcore International
18 – Klopfenpop – Don’t Panic Ft. MC 117, Milk-Plus & Diabeats
19 – MC 117 – Bulbasaur
20 – Untested Methods – Little Crow
[BONUS] 21 – Random – Fly (Klopfenpop Mix)

Reposted bycliffordmondkroetedeinneuerfreund

February 03 2011

Freie Kinderlieder für Kindergärten und Co.: Mithilfe und Spender gesucht

Im Auftrag der VG Musikedition hatte die GEMA zuletzt deutschlandweit Kindertagessstätten angeschrieben und darauf hingewiesen, dass das Anfertigen von Kopien von Notenblättern der Genehmigung der Rechteinhaber bedarf. Auch ein Angebot war gleich parat: 56€ plus Mehrwertsteuer für 500 Kopien sollten Kindergärten und Co. berappen. Neben der Finanzierung stellt dabei für die Kinderbetreuungseinrichtungen wohl vor allem der  notwendige Verwaltungsaufwand ein Problem dar, denn jede einzelne Kopie muss an die GEMA gemeldet werden, damit diese mit der VG Musikedition korrekt abrechnen kann.

Der Musikpiraten e.V. hat daher mal wieder eine tolle Aktion gestartet und will die rund 50.000 Kinderbetreuungseinrichtungen in Deutschland mit einem freien Liederbuch mit gemeinfreien Kinderliedern versorgen. So soll ein einfacher Zugang zu dem teilweise jahrhundertealten Kulturgut gewährleisten werden und Aufwand und Kosten für die Einrichtungen gesenkt werden.

“Damit sich die Erzieher und Erzieherinnen nicht noch aufwändig um die Recherche kümmern muss, ob nun ein Lied gemeinfrei ist oder nicht, werden wir ein Liederbuch mit ausschliesslich gemeinfreien Kinderliedern erstellen. Unser Ziel ist, allen 50.299 Kinderbetreuungseinrichtungen in Deutschland mindestens ein Liederbuch zukommen zu lassen – und zwar kostenlos.” erklärte Christian Hufgard, 1. Vorsitzender des Musikpiraten e.V.

Damit dies gelingt, werden allerdings sowohl noch viele Helfer, die die Bücher verteilen, als auch weitere Sponsoren und Spender  gesucht. Ebenso ist aufgerufen, wer dabei helfen kann, Kinderlieder neu zu setzen. Bislang sind bereits rund 9.000€ Spenden zusammengekommen, d.h. die Aktion ist schon jetzt ein großer Erfolg und es wird auf jeden Fall einen Druck geben. Um allen Einrichtungen ein freies Exemplar zur Verfügung stellen zu können, werden allerdings geschätzte 50.000€ benötigt.

Spendeninformationen so wie (ganz vorbildlich und transparent) der tägliche Spendenstand sind auf der Webseite der Musikpiraten verfügbar.

January 20 2011

Open Music Night: Creative-Commons-Party in Ludwigshafen

Am kommenden Samstag, den 22. Januar 2011, veranstalten die PIRATEN eine Creative-Commons-Party in Ludwigshafen. Der Eintritt ist frei und gespielt werden Gothic, EBM, Indie, Alternative, Rock und Punk. Aufgelegt wird von DJ Sven vom darkerradio. Gefeiert wird ab 22 Uhr unter dem Motto “Gut, Legal, GEMA-frei” im Exodus:

Reposted bypunisher punisher
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