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January 20 2011

Kann Interessensausgleich zwischen Kunstschaffenden, Industrie und Nutzern funktionieren? Diskussion zum Urheberrecht in Hannover

Am heutigen Donnerstag findet um 19:30 Uhr eine Diskussionsrunde zum Thema Urheberrecht statt. Spezieller Fokus soll dabei laut Einladungstext der Grünen-EU-Abgeordneten Rebecca Harms und Jan Philipp Albrecht auf der Frage des Interessensausgleichs zwischen Kunstschaffenden, Industrie und Nutzern liegen.

Das Urheberrecht spaltet die Geister. Oft scheint ein Interessensausgleich zwischen KünstlerInnen, der Industrie und den NutzerInnen unmöglich. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt: Wem gehören die Ideen und Werke von KünstlerInnen und wer darf sie nutzen? Wie kann das Urheberrecht neu gestaltet werden? Wer soll davon profitieren? Und wie kann eine gerechte Vergütung der KünstlerInnen gewährleistet sein?

Auch der OMC e.V. (der Verein hinter dem Open Music Contest) wird auf dem Podium durch seinen Vorsitzenden Meik Michalke vertreten sein. Für die Musikwirtschaft spricht Reinher Karl vom Verband unabhängiger Musikunternehmen e.V. (VUT). Bereits eine Stunde vor Diskussionbeginn soll eine kleine Creative-Commons-Ausstellung an einigen Beispielen freie Kultur veranschaulichen. Die Veranstaltung ist öffentlich und kostet keinen Eintritt.

Meik Michalke hatte bereits auf der SIGINT einen Vortrag zum Thema “Chancen, Risiken und Nebenwirkungen freier Musikultur” gehalten, dessen Aufzeichnung hier online ist.

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December 14 2010

Wiesbaden: Creative-Commons-Party “CreativeChaos” am 18.12.2010 in der Kreativfabrik

Am kommenden Samstag, den 18.12.2010 findet organisiert vom Chaos Computer Club Mainz in der Wiesbadener Kreativfabrik wieder die Creative-Commons-Party “Creative Chaos” statt. Bei freiem Eintritt darf zu freier Musik, Videos und günstigen Getränken entspannt gefeiert werden. Der Sampler, den es vor Ort auch immer in schicker Ausführung zu erwerben gibt, steht schon bereit zum Download und zur Weiterverbreitung.

creative chaos cc ccc cccmz

CreativeChaos ist ein musikalisches und multimediales Event, welches vom CCCMZ für die Kreativfabrik als Veranstalter durchgeführt wird. CreativeChaos soll den Gedanken ‘Freie Musik für freie Menschen’ als Leitsatz haben und die legale und freie Verbreitung von Informationen, im besonderen der Musik, fördern.

Weitere Informationen zum CreativeChaos unter www.creative-chaos.org und bei Twitter unter cc_party

December 11 2010

Kopieren erwünscht: Musikpiraten veröffentlichen gemeinfreie Notenblätter für Advents- und Weihnachtslieder

Der Musikpiraten e.V., der sich der Förderung freier Musik verschrieben hat und z.B. den “Free Music Contest” organisiert sowie aktuell einen Creative-Commons-Adventskalender anbietet, startete zu Beginn der Adventszeit ein Projekt zum Neusetzen gemeinfreier Weihnachtslieder, damit diese frei und kostenlos kopiert, verbreitet und natürlich gesungen werden können ohne dass dies der GEMA gemeldet werden und dafür bezahlt werden muss.

Schon nach wenigen Tagen war aufgrund der großen Resonanz und der tatkräftigen Mitarbeit vieler fleißiger Helfer ein ganzes Liedbuch mit gemeinfreien Notenblättern für Advents- und Weihnachtslieder entstanden, das die Noten zahlreicher traditioneller Stücke enthält. Ein Teil der Stücke stammt dabei aus dem Projekt “Kinder wollen singen”, bei dem freie Notenblätter für alle Jahreszeiten erarbeitet werden. Da Kopieren ausdrücklich erwünscht ist, steht das Liedbuch auch in verschiedenen Formaten zum Download bereit, was nicht nur Kindergärten und Schulen freuen dürfte. Auch die Notationen für das freie Notensatzprogramm LilyPond stehen zur Verfügung und via scribd.com ist das Liedbuch einbindbar und kann so weiter Verbreitung finden:

Übrigens: In der Wikipedia ist der Artikel zum Musikpiraten-Verein leider wie so viele andere interessante und durchaus relevante Informationen aktuell Gegenstand einer Löschdiskussion

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November 24 2010

Remix-Visualisierung: Girl Talk – All day

All day ist das neue Album des US-MashUp-Künstlers Girl Talk. Wie die vergangenen Alben besteht das ganze Werk aus zahlreichen ineinandergemixten Hits aus verschiedenen Epochen und Genres und wurde unter der CC-BY-NC-Lizenz veröffentlicht. Hier ist ein Link zum Download und hier zum Torrent.

Was das ganze spannender macht, sind die vielen kleinen Innovationen der Fans rund um das Album. Direkt nach Erscheinen des Albums wurden die einzelnen Samples kollaborativ identifiziert und in einem Wiki gesammelt. Mittlerweile gibt es mit mashupbreakdown.com auch eine eigene Seite, wo die Samples in der Timeline der einzelnen Songs anschaulich visualisiert werden. Und das ist dann ein kleiner Trip durch die jüngere Musikgeschichte mit Lernfaktor.

(Danke an @antischokke)

November 22 2010

Saalschutz

Nicolas Semak, auch bekannt als Macher des empfehlenswerten Elementarfragen-Podcasts, bastelt seit bald vier Jahren an einem Portraitfilm über die Ravepunk-Band Saalschutz aus Zürich. Mittlerweile gibt es auch schon einen Namen, “Über den Berg mit…Saalschutz”, ein etwas präziseres Release-Datum, “Kommender Winter”, und einen weiteren Trailer:

“Über den Berg mit…Saalschutz” Trailer from blinked.film on Vimeo.

Der Film soll dann als auf Nicolas neuer Plattform blinked.de erscheinen und durch Spenden / Flattr refinanziert werden. Ich bin auf das Ergebnis gespannt und beim Vorab-Buzz machen wir gerne mit, um ihn weiterhin zu motivieren. Apropos Saalschutz: Wer die Band noch nicht kennt, sollte unbedingt mal reinhören. Man kann sie irgendwo zwischen Ravepunk und Elektropop einordnen und die Ironie-beladenen deutschen Texte erinnern oftmals an die früheren Ärzte, nur mit besseren Beats. Live kommt die Musik noch besser rüber als auf den vergangenen drei Alben.

Hier kann man sich das aktuelle Album anhören, was vor kurzem auf Audiolith erschienen ist (Netzpolitik-Podcast mit dem Audiolith-Chef Lars Lewerenz):

ENTWEDER SAALSCHUTZ by SAALSCHUTZ

Und das ist die aktuelle Single-Auskopplung: Saalschutz – Ravepunk für eine bessere Welt.

October 20 2010

Anti-ACTA rap

Von Dan Bull gibt es den “Anti-ACTA rap” als Video und MP3.

Cory Doctorow schreibt dazu auf BoingBoing:

Copyfighting rapper Dan Bull (he of Dear Lily Allen fame) has just released a new track, “Death of ACTA,” about the secretive Anti-Counterfeiting Trade Agreement, a privately negotiated super-copyright treaty. He says, “I wrote it after reading about the terrifying implications of ACTA. I want it to raise awareness and make people act directly, by joining lobby groups (eg EFF and ORG) and putting pressure on their political representatives. The video was made on a zero budget, filmed and edited with the voluntary help of friends and colleagues. Directed and produced by Russ Houghton, and filmed at the Golden Hinde in Southwark. I’m an unsigned, unsignable geek rapper and activist, determined to make a living out of my music whilst sharing it all for free. Not sure how that will work yet, but working it out is all part of the fun.”

Hier kann man die MP3 herunterladen.

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September 25 2010

Metric starten CC-Remix-Wettbewerb

Die kanadische Alternativ-Rockband Metric hat einen Remix-Wettbewerb gestartet. Das alleine reicht nicht für ein Posting hier aus. Aber einerseits stellen sie ihr gesamtes letztes Album “Fantasies” zum Remix, was ich für eines der besten Rock-Alben der letzten Jahre halte, und andererseits müssen die Remix-Ergebnisse unter einer Creative Commons-BY-NC-ND-Lizenz eingereicht werden. Die eingereichten Stücke können gleichzeitig auch unter dieser Lizenz von den einreichenden Künstlern zu Promo-Zwecken weiterverwendet werden. Für jeden Song gibts 1000 $ als Gewinnerprämie und man wird gefeatured. Die Ergebnisse kann man sich dann auf der Seite anhören.

Reposted byreturn13 return13

September 15 2010

NPP101: Audiolith – Labels und das Netz

Der Netzpolitik-Podcast Folge 101 ist ein Gespräch mit Lars Lewerenz (Twitter) über Musik im Netz, was ich auf der all2gethernow letzte Woche aufgezeichnet habe. Lars ist Gründer und Betreiber des Audiolith-Labels, dass er mitten in der sogenannten Krise der Musikwirtschaft gegründet hat. Zu den Künstlern auf Audiolith gehören Bratze, ClickClickDecker, Frittenbude, Plemo, Ira & Rampue, Egotronic, der Tante Renate und Saalschutz.

In der Diskussion um Urheberrecht, Tauschbörsen, Internet und Künstler kommt immer wieder das gern verwendete Argument, dass Labels nicht mehr benötigt werden, weil Künstler auch alles selbst tun können. Warum es trotzdem noch Labels gibt, Künstler gerne bei einem Label unterkommen und man nicht immer verallgemeinern sollte, dass Labels die Bösen sind, wird vielleicht nach diesem Podcast etwas klarer. Wir unterhalten uns auch darüber, welche Chancen das Netz Künstlern und Labels bietet, wieviel Geld man über CD-Verkäufe und Downloads verdient und wer noch alles mitverdient, ohne etwas abzugeben. Das und noch mehr gibt es in den rund 30 Minuten langen Podcast und der liegt als MP3 und OGG auf dem Server.

Vor kurzem erschien bei Spiegel-Online auch ein POrtrait über Lars Lewerenz, wo seine Arbeit beschrieben wurde: “T-Shirts kannst du nicht einfach runterladen”.

Wer mal in das Audiolith-Label reinhören will:

Audiolith by Audiolith

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September 13 2010

“Free! Music! Contest” 2010: Gewinner und kostenloser CC-Sampler veröffentlicht

Musikpiraten e.V. startet "Free! Music!"-Contest 2010

Free! Music! Contest 2010

Um Creative Commons-lizenzierte Musik und CC-Musiker bekannter zu machen, hatte der Musikpiraten e.V. auch dieses Jahr wieder den Free! Music! Contest ausgerufen (wir berichteten). Eine 17-köpfige Jury, die u.a. aus Musikbloggern, Netlabelbetreibern und Künstlern bestand, entschied nun in der vergangenen Woche, wer es tatsächlich auf den Sampler geschafft hat, der ab sofort zum kostenlosen Download im OGG- und MP3-Format bereitsteht. Er trägt den passenden Namen “Freeloaded” und enthält 36 Songs auf 2 CDs.

Insgesamt hatten nach Angaben der Musikpiraten über 130 aus über 30 verschiedenen Ländern ihre CC-lizensierten Werke eingesendet. Der Wettbewerb, der in diesem Jahr unter der Schirmherrschaft von Cory Doctorow stand, stellt somit nach 2009 einen erneuten Erfolg für freie Musik und deren Szene dar. War er letztes Jahr vor allem mit Bands und Künstler aus Deutschland besetzt, ist er 2010 auch durch eine deutliche Internationalisierung geprägt.

“Die enorme Steigerung der Teilnahmezahlen wurde nur durch die Unterstützung vieler Blogger, Online-Magazine, freier Radios und Internetradios möglich, die über den Contest berichtet haben. Insbesondere ist hierbei auch Cory Doctorow zu erwähnen, der als Schirmherr des Contests fungiert.”, erklärte Christian Hufgard, Vorsitzender des Musikpiraten e.V. den Erfolg.

Auch stilistisch bedient der Sampler viele Geschmäcker und demonstriert damit, wie breitgefächert Creative-Commons-Lizensierung im Musikbereich mittlerweile Verwendung findet. Den Abschluss des Contests bietet am 2. Oktober eine große Party in der Wiesbadener “Kreativfabrik” bei der fünf der Gewinnerbands live auftreten werden.  Zu diesem Termin wird dann auch der Sampler auf CD gepresst vorliegen. In einer Auflage von 1.000 Stück soll er von Hand numeriert und für einen äußerst fairen Preis von 2,50€ plus Versandkosten abgegeben  werden (Vorbestellungen möglich). Bis zum 30. September läuft parallel außerdem noch ein Publikumsvoting, bei dem Gewinne für die Künstler warten.

September 10 2010

SGAE setzt EXGAE juristisches Ultimatum

Das spanische Pendant zur GEMA, die “Sociedad General de Autores y Editores” (kurz SGAE) hat ihre Anwaltskanzlei Lehmann & Cabaleiro ein Schreiben an die Initiative EXGAE schicken lassen, in dem die EXGAE offenbar aufgefordert wird, sich binnen 7 Tagen aufzulösen. Anderenfalls werde man ohne weitere Vorwarnung wettbewerbsrechtlich und wegen Verletzung der Markenrechte der SGAE gegen die EXGAE vorgehen und auf Schadensersatz klagen.

Leider ist noch keine englische Übersetzung des Schreibens erstellt. Falls also jemand des Rechts-Spanischen so mächtig ist, es zu übersetzen, dann wäre das hilfreich.

Weitere Details zum Hintergrund gibt’s auf CC DE.

September 08 2010

Wenn der Wind des Wandels weht,…

…bauen die einen Windmühlen, und die anderen Schutzmauern.

Von carta als eine der interessantesten #a2n-Sessions empfohlen, kündigten Lukas Schneider und Stefan Herwig eine Analyse zur Strukturkrise der Musikwirtschaft an. Die Frage Wohin bewegt sich das Netz? sollte geklärt werden. Die Programmankündigung ließ schon auf das Fazit schließen: Welche Schranken sollte es dabei geben? Es ging also mal wieder darum, in das Internet kontrollierend einzugreifen.

Die groß angekündigte Strukturanalyse lässt sich in wenigen Worten zusammenfassen:

Es gab früher einen Markt für Musikaufnahmen. Durch die Lösung der Musikaufnahme von einem physikalischen Träger verliert die Musikaufnahme ihre Exklusivität, und der Markt versagt. Bei Marktversagen ist der Staat in der Pflicht, den Markt wieder herzustellen. Tut er das nicht, dann haben wir ein Staatsversagen.


Wieso der Staat in der Pflicht sein sollte, das Marktversagen (wenn davon überhaupt die Rede sein kann, Stefan Peter Roos nannte es korrekt ein “Geschäftsmodellversagen”) zu verhindern, wurde nicht ausgeführt. Auch auf das Argument, dass der Markt für Musikaufnahmen ja gerade einmal ca. 100 Jahre alt ist, und es davor ebenso Musik und ökonomische Lebensentwürfe für Musiker gab, wurde nicht eingegangen. Weiterhin hätten natürlich auch die Folgen des Staatsversagens interessiert. Laufen wir Gefahr, dass bald die Hütten brennen und Blut in den Straßen fließt? (Erläuterung hier)

Für Schneider und Herwig war ein Eingreifen des Staates alternativlos. Der Staat müsse den Verlust der Exklusivität für geistige Güter rückgängig machen, um den Markt zu retten. Der Hinweis, dass die momentanen gesetzlichen Regelungen bereits das immaterielle geistige Eigentum durch Urheberrechte und Patente schützen, wurde überhört.

Wo also müsse der Markt gerettet werden? Natürlich, ans Netz müsse man heran. Der Begriff ‘rechtsfreier Raum’ fiel nicht explizit, aber das Aufkommen des Internets wurde mit dem Aufkommen des automobilen Straßenverkehrs verglichen. Hinkend:

Der Straßenverkehr expandierte auch enorm, brachte auch enorme Vorteile, hat auch die Gesellschaft stark beeinflusst. ABER: Zu Beginn fuhren alle viel zu schnell und rücksichtslos. Es gab viele Tote. Es starben 6 Kinder pro Tag. Die Nachteile überwogen also die Vorteile, es musste reguliert werden. Mit mehreren Reformen der StVO wurde der Straßenverkehr optimiert, es starben weniger Menschen.
Das gleiche ist nun beim Internet der Fall.

Dass für die Musikindustrie in ihrer momentanen, anachronistischen Positionierung die wirtschaftlichen Vorteile des Internets von den wirtschaftlichen Nachteilen überwogen werden, mag vielleicht sein. Schließlich weigert sich die Musikindustrie auch seit gut einem Jahrzehnt, beherzt und mutig von den Vorteilen Gebrauch zu machen. Die Behauptung, dass dies für die gesamte Gesellschaft der Fall ist, ist natürlich nicht haltbar.

Die Antwort auf die Frage “welche Schranken sollte es dabei geben?“, in der die etwas krude Argumentation letztlich münden sollte, wurde nicht gegeben. Lukas Schneider machte nur die vage Andeutung

Privatsphäre erlischt erst, wenn gesellschaftlich akzeptierte Regeln überschritten werden. [...]
Wen ich den Gedanken jetzt hier zu Ende führe, kriege ich vom Publikum nur noch mehr die Hucke voll.

Und das Publikum hätte auch allen Grund dazu gehabt. Dass ein industrieller Zweig sein eigenes Unvermögen, sich proaktiv an neuen Bedingungen der Gesellschaft auszurichten dadurch kompensieren will, in ein gesellschaftliches Medium einzugreifen und dieses Medium zur Wahrung der eigenen ökonomischen Interessen zu kontrollieren, ist schlichtweg unsäglich. Sich dabei einer (gelinde gesagt) streitbaren wissenschaftlichen Position zu bedienen, macht es nicht besser.

September 07 2010

Freier Musik-Sampler “Freiheit statt Angst 2010″

Zur “Freiheit-statt-Angst”-Demo am Samstag in Berlin gibt es nun den Sampler “Lauschangriff” (zip) mit überwachungskritischen Songs verschiedener Genres, der frei heruntergeladen und unter CC-Lizenz verteilt werden kann. Das FsA-Demo-Blog meldet:

Der Sampler besteht aus insgesamt 13 Titeln. Neben HipHop zum Thema RFID findet man dort auch Reggae aus Bayern von dem Musiker Ska-Jah, Folk-Rock der Band Die Singvøgel, Punk aus dem Kunstprojekt Systemfehler Freiheit und den Song Genug von der Schwesta aus Regensburg, den sie live auf der “Freiheit-statt-Angst”-Demo im Jahr 2009 aufgeführt hatte.
Der Sampler entstand aus der Idee heraus, in diesem Jahr ausschließlich gemafreie Musik während der Auftakt- und Abschlusskundgebung zu spielen. Alle Songs stehen daher unter einer Creative-Commons-Lizenz.

Ich habe noch nicht alles gehört, aber Schwesta – “Genug” erschließt sich mir erst heute in aller Wortgewalt, obwohl ich letztes Jahr direkt vor der Bühne mitgetanzt habe. Chapeau! Update: Dazu gibt es im FsA-Blog sogar ein schönes Video.

September 06 2010

#a2n: Weiss vs. Lobo: Filesharer.

Begonnen hatte alles ganz harmlos mit Sascha Lobos Artikel über flattr, in dem er illegales Filesharing als Diebstahl bezeichnete. Widersprochen wurde ihm (unter anderem) von Marcel Weiss, woraufhin Lobo sich korrigierte, Filesharer seien egoistisch (und 90% der Musikindustrie bescheuert und grauenhaft).

Unter dem Titel “Filesharer - Schmierige Egoisten oder Wegbereiter der Musikbranche?” diskutierten die beiden heute auf der all 2gether now (#a2n) - wie erwartet ergebnislos.

Lobo konzentrierte sich auf den ‘moralischen’ Aspekt. Das handeln von Filesharern sei egoistisch und unanständig, und keiner habe etwas davon; weder Industrie, noch Künstler. Auf seine immer wieder (erst beiläufig, später provokativ, manisch wiederholend) gestellte Frage “Findest du Filesharing gegen den erklärten Willen des Anbieters okay oder nicht? Ja oder nein!” ließ er Weiss’ Argument, dass es sich nicht um eine moralische, sondern eine ökonomische Frage, nämlich um einen sich im Umbruch befindenden Markt handele, nicht gelten. Lobo forderte, ein moralisches Bewusstsein für die Entlohnung von Musik müsse erhalten bleiben. Dass es möglich sei, vom Kulturschaffen leben zu können, sei eine der großen Errungenschaften des 20. Jahrhunderts und ein hohes Gut.

Weiss wollte auf alternative Geschäftsmodelle für Musiker hinaus, darunter Einnahmen durch crowdsourcing-Modelle, Merchandise und Konzerte. Die Grenzkosten beim Vertrieb von Musik seien nun einmal bei nahezu Null, und dies sei eine ökonomische Gegebenheit, der sich der Markt nicht verwehren könne. Von der Idee, mit dem Verkauf von Dateien seinen Lebensunterhalt zu verdienen, müsse man sich verabschieden. Für jemanden, der Geld verdienen will, sei nicht relevant, welche Geldquellen als gut oder böse gölten, sondern welche ergiebig seien. Natürlich gebe es einen egoistischen Aspekt beim illegalen Download, aber viele der Anbieter agierten nicht aus egoistischen Motiven, sondern betrieben großen, unentgeltlichen Aufwand. Die moralische Forderung Lobos diene nur der Stabilisierung eines anachronistischen Modells und habe keine realistische Basis.

Lobo betonte, Filesharer lieferten der Musikindustrie Argumente für Deep Packet Inspection und alle möglichen Einschnitte in “das Internet”, deshalb müsse ein moralischer Konsens in der Gesellschaft entstehen, eine Art freiwilliger Ehrenkodex. Filesharing dürfe als ökonomisch zu verschmerzendes Nischenphänomen und Kavaliersdelikt für 17-Jährige weiterbestehen, aber dann müsse Schluss sein.

Richtung Ende wurde die Diskussion hitzig und noch inhaltsleerer, was auch am Einbeziehen des Publikums gelegen haben mag. Lobo verweigerte jede weitere Auseinandersetzung, so lange die moralische Frage nicht geklärt war. Doch den beiden Antwortmöglichkeiten, die er Weiss bot (a. Ja Sascha, du hast Recht, Filesharing ist schlecht. oder b. Ich bin ein Arsch, du hast Recht.) mangelte es an den notwendigen Impulsen für eine fruchtbare weitere Auseinandersetzung. Dafür war man ja aber auch nicht gekommen.

August 27 2010

Gema vs. YouTube vor Landgericht HamburgYouTube gewinnt vorerst(!) (Update)

Über den Versuch der Gema, von Youtube eine Sperrung von Musiktiteln per einstweiliger Verfügung zu erzwingen, wurde heute vor dem Landgericht Hamburg entschieden.

Update: Die einstweilige Verfügung der Gema wurde von LG Hamburg wegen mangelnder Dringlichkeit abgelehnt. Das Gericht verwies auf das Hauptsacheverfahren, in dem der Streit auf üblichem juristischen Wege mit seiner üblichen Dauer geklärt werden soll. Diese Entscheidung lässt aber keinen Schluss auf das Ergebnis des Hauptverfahrens zu. Das Gericht befand nur, dass das für dringliche Fälle vorgesehene Rechtsmittel der einstweiligen Verfügung in diesem Fall nicht angemessen sei.

Noch ein Update: Hier geht es zur Pressemitteilung des Landgerichts Hamburg. (Danke, Georg!)
…und hier auch noch die Pressemitteilung der Gema, die guter Dinge ins Hauptsacheverfahren ziehen wird.

Hintergrund: Nachdem der 2007 zwischen der Gema und Youtube geschlossene Vertrag über Lizenzgebühren für Musikstücke im März 2009 ausgelaufen war, begannen neue Verhandlungen, die bisher zu keinem Ergebnis geführt haben. Die Gema brach die Verhandlungen im Mai 2010 ab, Youtube zahlte keine Gebühren mehr, und die Gema wechselte zur Taktik der einstweiligen Verfügung, die Youtube wiederum anfocht, weshalb die Angelegenheit heute in Hamburg vor Gericht geklärt wird. Laut eines YouTube-Firmensprechers gibt es mit keiner Verwertungsgesellschaft in Europa Probleme, sich zu einigen. Ausnahme sei die Gema.

Über Details des alten Vertrages von 2007 sind keine Details bekannt. Auch über die aktuellen Forderungen der Gema gibt es nur Gerüchte. Nicht schwer zu erraten ist, dass Youtube sie wohl für zu hoch hält.

Wir warten gespannt auf das Urteil, das für heute Nachmittag erwartet wird, und werden diesen Artikel dann updaten.

Für die Wartezeit hier noch 2 Lieder, die man sich momentan problemlos auf Youtube anschauen kann:


via Metronaut

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August 20 2010

Einstieg der Musikindustrie in die US-Debatte zur Netzneutralität

In die US-Netzneutralitätsdebatte mischt sich nun – wie schon zu erwarten war – die Musikindustrie mit einem Brief an Google-CEO Eric Schidt ein. Insgesamt 13 Organisationen ermutigen darin

ISPs und andere Vermittler, abschreckende Maßnahmen gegen illegale Aktivitäten wie Urheberrechtsverletzungen und Kinderpornografie zu ergreifen.

Die gute alte Keule der Kinderpornografie ist gerade in Deutschland altbekannt und inzwischen schon in die Jahre gekommen, nutzt sich aber ebenso wenig ab, wie das Stichwort Terrorismus.

Betont wird:

Wir alle teilen das Ziel eines robusten und gut zugänglichen Internets als sicherer und geborgener Ort für Menschen und Handel. Ein Internet basierend auf Ordnung statt Chaos wird uns helfen, dieses Ziel auch zu erreichen.

Nach Meinung der Autoren ist Musik per se eine treibende Kraft hinter der Expansion von Breitbandzugängen gewesen. Nun aber sei die Möglichkeit, “die Musik der nächsten Generation zu machen” in besonderem Maße abhängig von klaren Gesetzen und Regelungen für geistiges Eigentum im Internet. Die Unterscheidung von gesetzmäßigen und illegalen Inhalten müsse daher klare Konsequenzen für die Nutzung des Internets bekommen. Momentane Regelungen unterwanderten das Geschäftsmodell der Musikindustrie und zerstörten die Träume und Karrieren von Musikern, Künstlern und Studiobetreibern.

Auf Bemühungen um Blockaden und Drosselungen von Angeboten hat die Verwertungsindustrie schon fast ein ‘Urheberrecht’, engagiert sie sich in diesem Feld doch schon seit anno dazumals. Insofern ist es also eher verwunderlich, dass die Musikindustrie sich jetzt erst einmischt mit ihrer Forderung nach massiven Eingriffen in die Netzneutralität.

Ein gutes Zeichen ist das wie immer nicht, denn Urheberrechtsprobleme muss man natürlich anders lösen, als durch massive Eingriffe in ein per se inhaltsneutrales Kommunikationsmedium. Demokratisch-freiheitliche Staaten zeichnen sich dadurch aus, dass selbst illegales Verhalten immer prinzipiell möglich bleibt.

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August 13 2010

a2n – all2gethernow 2010

Im Rahmen der Berlin Music Week, die vom 6.-12. September stattfindet, wird es auch dieses Jahr wieder eine all2gethernow geben. Das a2n-Camp und -Konferenz fand im vergangenen Jahr zum ersten Mal statt, nachdem die Popkomm abgesagt wurde. Die Popkomm gibt es dieses Jahr wieder im Rahmen der Berlin Music Week und die all2gethernow ist nochmal etwas größer geworden. Während man die Popkomm traditionell eher vergessen kann, bietet die all2gethernow ein spannendes Programm mit vielen einzelnen Diskussionsrunden, Workshops und Vorträgen.

Am 6. und 7. September findet das a2n-Camp in der Kulturbrauerei statt. Das Camp ist dabei eher Kreativlabor und Diskussionsplatz. Am 8. und 9. September findet im Flughafen Tempelhof der a2n-Congress statt. Hier ist eine Liste der vielen Vortragenden.

Aus der Selbstbeschreibung:

Die a2n ist eine Einladung an alle Akteure der Musikbranche und angrenzender Kultur- und Kreativzweige – vom Künstler, über Musikunternehmen, Medien, Webdienstleister, Politiker bis zu interessierten Fans – an den Erneuerungsprozessen der Branche mit weiterzudenken, Lösungen und Ideen zu entwickeln, sowie voneinander zu lernen. Genreübergreifend und auf Augenhöhe möchte die a2n möglichst umfassende Perspektiven in die Gespräche über neue Strategien mit einbeziehen. Wir laden ein zum mitmachen, vor- und querdenken – all2gethernow. Leitlinien der a2n sind weiterhin ein partizipativer Planungsprozess, eine gezielte Thematisierung von Kern-Fragestellungen der Branche, eine ergebnisorientierte Ausrichtung und Dokumentation, sowie die inhaltliche Kooperation mit verwandten Veranstaltungen im In- und Ausland.

Und hier ist der Trailer zur a2n:

Offenlegung: Der Verein all2gethernow wurde im vergangenen Jahr mit Beteiligung von newthinking gegründet und einige meiner Kolleginnen und Kollegen organisieren die a2n mit vielen anderen Beteiligten. Und wenn alles gut geht, habe ich Premium-Zugriff auf die spannendsten Gäste und kann sie für den Netzpolitik-Podcast interviewen.

August 08 2010

Roxanne de Bastion: One Morning

Roxanne de Bastion ist auf der Abschlußparty unserer letzten re:publica´10 in Berlin aufgetreten und hat dort einige ihrer neuen Lieder vorgestellt. Nun gibt es ihr erstes Video im Netz zu sehen, das “One Morning” heißt. Das Lied soll in Kürze auch unter einer Creative Commons Lizenz zum Download angeboten werden. Mehr gibt es auf Roxanne´s Facebook-Seite oder auf ihrer Myspace-Seite zu lesen und zu hören. Und hier ist das Video: One Morning.

Ist zwar etwas Off-Topic, aber ihre Schwester schreibt hier unregelmäßig als Autorin mit und als Danke schön für Roxanne´s Auftritt auf der re:publica hab ich Roxanne versprochen, dass ich ihr Video-Release blogge. Außerdem ist die Musik schön.

August 01 2010

RAP NEWS: : Wikileaks vs The Pentagon – INTERNET WARS

Hier haben ein paar Rapper Wikileaks popkulturell verarbeitet. Hört sich nicht schlecht an: RAP NEWS: Wikileaks vs The Pentagon – INTERNET WARS.

Rap News – episode 4 – resumes its lyrical forays into the world of rhyme and reason, exploring what’s been happening on the Internets in 2010. Robert Foster – recently returned from his long-leave vacation in the Caribbean (prematurely interrupted due to the disastrous BP oil leak in the Gulf of Mexico) – takes a look at Senator Joe LIEberman’s proposed bill to grant the Prez the power to shut down the web in case of [quotation mark] an emergency [/quotation mark].

Das kann man sich auch hier als MP3 herunterladen.

July 07 2010

Studien über Tauschbörsen (und ihre Auswirkung auf Märkte)

Im Wiki von La Quadrature du Net gibt es eine Zusammenstellung von verschiedenen wissenschaftlichen Untersuchungen über Tauschbörsen und ihre Auswirkungen auf Märkte. Das besondere an der Zusammenstellung ist, dass hier die vielen einseitigen, von der Rechte-Industrie finanzierten, Studien aussortiert sind. Wer sich in der Thema einlesen will und Material braucht, wird dort fündig.

July 03 2010

Es muss nicht immer ‘Schland sein

Auch wenn alle den monochromen Kickern des DFB natürlich fest die Daumen drücken bei der WM, kann mancher vielleicht das ewige “Schland, oh ‘Schland” nicht mehr hören. Muss er auch nicht, denn die berliner Band Tonträger beweist, dass es auch ohne Lena-Vorlage geht und noch dazu frei lizenziert und besser (meine Meinung). Ihr Titel “Wir sind eins” steht unter der Creative-Commons-Lizenz BY-SA 3.0 de, darf also nach Belieben herumkopiert, ge-remixt und bearbeitet werden, auch kommerziell, solange dabei die Band als Urheber genannt und für Bearbeitungen/Remixes wieder die gleiche Lizenz verwendet wird. Ich habe mir daher erlaubt, ein OGG-File daraus zu machen. Es gibt den Titel aber auch als MP3 und direkt zum Anhören auf tontraegerberlin.de.

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