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July 04 2013

Visualisierung von Datenverkehr im Internet

Das Internet kann als Inbegriff der Globalisierung gesehen werden. Wer heutzutage etwas bei Google sucht, ein Video bei Youtube guckt oder mit Freunden bei Facebook oder Twitter in Kontakt bleibt, überwindet mit seinen gesendeten Daten unweigerlich Landesgrenzen – zumindest so lange man nicht in den USA wohnt. Denn dort steht ein Großteil der Server, welche unsere Anfragen bearbeiten und unsere Daten speichern. Da man sich das ganze aber immer nur recht schwer vorstellen kann, haben die Experten von OpenDataCity eine kleine Anwendung erstellt, die visualisiert, auf welchem Wege unsere Datenpakete ihren Weg zu einigen populären Diensten finden – und auf dem Weg von Geheimdiensten abgegriffen werden können.



Aus aktuellem Anlass zeigt die Anwendung neben der reinen Visualisierung der Daten auch auf, welche Geheimdienste möglichweise Zugriff auf die Daten haben. Der BND und die NSA haben dabei in der Regel fast immer die Finger im Spiel, wie das Beispiel Bild.de zeigt. Selbst bei einem Aufruf der Internetpräsenz der Bild wird der Datenverkehr über amerikanische Server geleitet. Zur technischen Umsetzung schreiben die Macher auf ihrer Webseite:

Die Routen der Kabel auf der Karte stammen vom Angebot cablemap.info. Wie die Pakete durch das Netz reisen, haben wir mit dem Programm „Traceroute“ ermittelt. Es nutzt eines der grundlegenden Internet Protokolle (IP). So fragt es ab, welche IP-Router (Schaltstellen) die Anfrage, die in einem oder mehreren „Paketen“ erfolgt, weitergeleitet wird. Nicht jeder Router antwortet auf „Traceroute“ und welchen Unterseekabel genutzt wird, ist uns nicht bekannt. Je nach Tageszeit oder Wochentag können sich die Routen der Pakte drastisch ändern. So sind die in der Anwendung gezeigten Verbindungen die eingängigsten Exemplare, die wir aus vielen verschiedenen tatsächlichen Anfragen an die jeweiligen Dienste ausgewählt haben.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

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May 31 2013

Volkszählung: Ergebnisse des Zensus 2011 als Rohdaten veröffentlicht – und schon visualisiert

zensus-logoIn Deutschland leben 1,5 Millionen Einwohner weniger als bislang angenommen. Das wird als zentrale Erkenntnis der aktuellen Volkszählung präsentiert, deren Ergebnisse heute veröffentlicht wurden. Open Data-Aktivisten haben in Rekordzeit eine Visualisierung der Daten erstellt. Kritik von Datenschützern gibt es nur wenig – im Gegensatz zu früher.

Vor zwei Jahren fand, auf Vorgaben der Europäischen Union, die neue Volkszählung statt. In Deutschland unter dem Label Zensus 2011 bekannt, wurden Gebäude- und Wohnungszählungen sowie Haushaltebefragungen durchgeführt. Führte die geplante Volkszählung in den 1980er Jahren noch zu massiven Protesten, Boykott, dem Randale-Ritual am Ersten Mai in Berlin und dem Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung, mahnte diesmal nur eine kleine Gruppe von Datenschützern Kritik an. Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz fordert, dass die Volkszählung “datenschutzgerecht” ausgestaltet wird.

Heute hat das Statistische Bundesamt die Ergebnisse des Zensus vorgestellt. Die wichtigsten Daten werden gerade von allen Medien zitiert und aufbereitet. Spannender für netzpolitik.org sind Daten “in der jeweils kleinstmöglichen Gliederung als Datei zum Download“, die erstmalig veröffentlicht werden. Vier Daten-Typen gibt es als CSV:

Die Open-Data-Spezialexterten von OpenDataCity haben daraus in Rekordzeit interaktive Karten erstellt. Auf zensuskarte.de finden sich Visualisierungen der Daten zum Rumklicken und Einbetten:

Wir haben den Macher/innen ein paar Fragen gestellt:

netzpolitik.org: Welche Daten wollten die von sich aus in welchen Formaten veröffentlichen? Welche gibt es jetzt wirklich und wie viel Überzeugungsarbeit steckt dahinter?

OpenDataCity: Wir hatten, wie andere Kollegen auch, ein paarmal vorher mit dem Statistischen Bundesamt telefoniert. Unsere Ansprechpartner dort waren sehr hilfsbereit. Erst hieß es, die Veröffentlichung der Daten in einer gesamten Datei (als CSV/XLS) im Sinne von Open Data sei nicht möglich. Nicht zuletzt wegen Kompetenzgerangel zwischen Bund und Ländern. Erfreulicherweise kam dann aber die Nachricht, dass heute dann die gesamten Daten auch komplett zum Download veröffentlicht werden – und nicht nur über deren etwas umständliche Webtool.

netzpolitik.org: Wie gut ist der Datensatz, inhaltlich und strukturell?

OpenDataCity: Wenige Stunden nach Veröffentlichung ist das schwer zu bewerten. Wir können davon ausgehen, dass das handwerklich von den Statistischen Ämtern korrekt gemacht wurde. Die Veröffentlichung als CSV/XLS-Dateien inklusive Erläuterungen ist hilfreich. Die politische Dimension einer Volkszählung ist eine andere Debatte. Entgegen 1987 gab es ja diesmal so gut wie keine kritische und wiederständische Begleitung. Und über Begrifflichkeiten wie “Migrationshintergrund” könnte man unendlich lang streiten.

netzpolitik.org: Warum könnt ihr in wenigen Stunden so coolen Scheiß machen, den die in Jahren nicht hinbekommen?

OpenDataCity: Naja, die setzen auf andere Prioritäten. Und wir sind mittlerweile darauf eingespielt, interaktive Anwendungen zu bauen. Jetzt gerade sitzen wir zu siebt daran: Jemand für den Kartenserver, ein anderer für den Server, zwei Leute am Frontend und drei Datenredakteure/-programmierer.

OpenDataCity: Was ist die interessanteste Erkenntnis, die ihr bisher rausziehen konntet?

OpenDataCity: Unsere Idee war, ein Tool anzubieten, dass jeder verwenden kann und einbetten darf. Deswegen war super, dass die Bundeszentrale für politische Bildung das sponsert. Die setzt eh auf die freie Creative Commons Lizenz Namensnennung. Die Analyse kann jeder selber vornehmen; wir kümmern uns erst einmal um die Veröffentlichung und dann um die Auswertung.

Michael Ebeling, Aktivist im Arbeitskreis Zensus, kommentierte gegenüber netzpolitik.org:

Ich hätte mir gewünscht, dass bei diesem für die Statistikbegeisterten so großen Tag nicht vergessen wird, unter welchen Umständen diese Ergebnisse zustandegekommen sind. Und die mit der Volkszählung 2011 verbundene heikle, die ganze Bevölkerung umfassende Sammlung von Daten von Menschen aus Flüchtlingsheimen, Frauenhäusern, Behindertenwohnheimen und von allen mit einer Auskunftssperre versehenen Menschen bleiben leider unerwähnt. Diese Datenerfassung stellt die Frage: hat das abstrakte Gebilde eines Staates abseits aller gutgemeinten Datenschutzbedinungen das Recht, solche Informationen derart und unter Anwendung von Zwang zu erfassen und – angeblich und vermeintlich sicher – zu speichern? Mit Rückblick auf unsere Vergangenheit bin ich gegen dieses Milliarden-Euro-Projekt.

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Reposted by02mydafsoup-01schwa

May 24 2013

re:log – Interaktive Karte visualisiert Besucherströme der re:publica 2013 anhand von W-LAN-Daten

Der Aufenthaltsort und die Wege aller Geräte, die das W-LAN auf der re:publica 2013 verwendet haben, sind jetzt auf einer interaktiven Karte nachvollziehbar. Eine Web-Anwendung visualisiert die Besucherströme der Konferenz, die anonymen Rohdaten gibt es zum Download. Die Visualisierung zeigt, dass Mobilfunkgeräte mobile Tracking-Devices sind – und was die beliebtesten Veranstaltungen waren.

re-log-lobo-590

Da das W-LAN und das Internet auf der diesjährigen re:publica funktionierte, wurde es auch fleißig genutzt. Mehr als 6.700 Geräte haben sich eingebucht. Der Datensatz, wann welches Gerät (identifiziert anhand der Hardware-Adresse des jeweiligen WLAN-Adapters) welchen Wireless Access Point verwendet hat, ist jetzt anonymisiert (also ohne die MAC-Adressen) zum Download erhältlich: republica13-wlan-data.csv.zip (1,5 MB) Dank dafür geht an die Netzwerk-Techniker von picocell und newthinking. Die Daten sehen so aus:

Zeit Accesspoint Raum x (ungefähr) y (ungefähr) fortlaufende Gerätenummer 2013-05-05 T11:46:00.000Z ap-r1-m2-001 lounge 1.48162 0.19452 0 2013-05-05 T11:46:00.000Z ap-r1-m2-001 lounge 1.48162 0.19452 1 2013-05-05 T11:46:00.000Z ap-r1-m2-002 garderobe 1.27946 0.11638 2

 

Die Daten-Spezialexperten von OpenDataCity haben daraus einen interaktiven Plan erstellt. Hier ein kurzes Interview mit den Machern:

netzpolitik.org: Coole Visualisierung! Wie lange habt ihr dafür gebraucht?

OpenDataCity: Vor knapp 10 Tagen haben wir die Daten bekommen. Seitdem hat bei uns vor allem Michael Kreil viel Zeit damit verbracht, die App zum Laufen zu bringen.

netzpolitik.org: Was war die interessanteste Erkenntnis?

OpenDataCity: Das es geht. Theoretisch war uns das klar. Es auszuprobieren, zu sehen und dann noch für alle sichtbar zu machen, ist was ganz anderes.

netzpolitik.org: Was können wir aus der Visualisierung lernen?

OpenDataCity: Einerseits zeigt re:log, wie viele Datenspuren wir oft hinterlassen. Insofern wäre gut, wenn die Anwendung dazu beiträgt, dass Leute erst einmal kurz nachdenken, warum jemand ein “Free Wifi” anbietet. Anderseits ist re:log aber auch ein interessantes Tool, zu Dokumentation und Analyse von solchen Großveranstaltungen.

Weitere Hintergründe gibt’s auch im Blog von Lorenz Matzat auf datenjournalist.de:

Da die Macher einen detailliertes Mitschneiden des W-LAN nicht angekündigt hatten – etwa die Aufzeichnung der gesamten Hardware/MAC-Adressen oder des Traffics auf einem Gerät – kann aus Datenschutzgründen nur der Aspekt Verbindungsdauer und -ort ausgewertet werden.

Fürs kommende Jahr, so wird angekündigt, wolle man aber “gerne vom ‘Aluhut-’ in den ‘Spackeria-Modus’ wechseln” und eine tiefergehende Analyse ermöglichen.

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