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October 18 2013

Wikileaks, iPredator und jetzt Rock aus Rügen – PayPal sperrt Crowdfunding-Konto

PayPal fiel schon öfters durch die Sperrung von Transaktionen auf. Bisher mussten dran glauben: Der crowdfinanzierte Maildienst Mailpile, der VPN-Anbieter iPredator, die Vereinigung Courage to resist, die Bradley Manning unterstützt, Wikileaks und Online-Händler, die Rum verkaufen wollen. Jetzt hat PayPal auch erklärt, keine Transaktionen mehr für die Rügener Trashrock-Band COR abzuwickeln. Die Musiker haben auf startnext.de eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Damit wollen sie eine Tour durch Kuba finanzieren, die kostenlos und von einem Filmteam begleitet sein wird. Ziel ist es, die kubanische Punk- und Metalszene zu unterstützen – mit öffentlicher Aufmerksamkeit wie auch mit Sachspenden in Form von Instrumenten und anderem Equipment.

 


 

Startnext musste den Musikern nun mitteilen, dass PayPal für das Projekt deaktiviert wurde. Grund dafür ist das US-Handelsembargo gegen Kuba, dass amerikanischen Unternehmen (wie PayPal eines ist) die Finanzierung kubanischer Bürger, Marken oder Produkte verbietet. Jetzt müssen die Musiker nachweisen, dass von den Crowdfunding-Geldern nur das Projekt direkt unterstützt wird und nichts davon in die kubanische Wirtschaft fließt.

Knapp 3.800 Euro wurden via PayPal bereits gespendet, berichtete der Bassist der Band in einem Interview mit der taz. Das ist bei einem Gesamtspendenziel von 8.307 Euro ein gewaltiger Anteil. Die Musiker lassen sich dadurch nicht entmutigen und wollen das Projekt fortführen, vorzugsweise mit Spenden aus anderen Bezahlmodellen wie Vorkasse oder Sofortüberweisung.

Im Moment beträgt die Gesamtspendensumme bereits 8.848 Euro, was mehr als die angestrebte Summe darstellt. Der Überschuss soll in weitere Unterstützung für Kubas Musikszene gesteckt werden. Es bleibt zu wünschen, dass den Musikern durch die Aufmerksamkeit, die durch die PayPal-Sperre entstanden ist, mehr Nutzen als Schaden zuteil wird.

Außerdem zeigt der Fall, dass es notwendig ist, alternative und sichere Bezahlmodelle zu entwickeln bzw. zu etablieren. Wenn auch eine der neuesten Ideen, Zahlen per E-Mail, durch Sicherheitsbedenken eher wie eine riskante Schnapsidee daherkommt.

 

 

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September 05 2013

August 22 2013

Russland: angeblich Gesetz zur Blockierung des Tor-Netzwerks in Vorbereitung

Tor-logo-2011-flatIn Zeiten immer weiter voran schreitender Zensur von Inhalten im Internet und der Enthüllung des Überwachungsskandals der NSA, legen immer mehr Menschen wert darauf, möglichst anonym im Internet unterwegs zu sein. Eine kostenlose und sicherer Möglichkeit dazu liefert die Nutzung des Tor-Netzwerks. Wie Russia Today nun berichtet, laufen in Russland angeblich nun Vorbereitungen für ein Gesetz, welches die Blockierung des Tor-Netzwerks innerhalb von Russland vorsieht. Ziel des Gesetzes soll es sein Verbrechen im Internet, darunter Kinderpornographie sowie Waffen- und Drogenschmuggel, zu bekämpfen.

Der Direktor des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB Aleksandr Bortnikov, hat nach Angaben von Russia Today persönlich die Ausarbeitung eines Gesetzes zur Sperrung des Tor-Netzwerks in Russland in Auftrag gegeben.

FSB director Aleksandr Bortnikov announced the initiative at a recent session of the National Anti-Terrorism Committee, saying that his agency would develop the legislative drafts together with other Russian law enforcement and security bodies

Russia Today beruft sich mit seinen Aussagen auf einen Bericht der russischen Tageszeitung Izvestia (Artikel auf russisch). Demnach hat sich die russische Bürgerbewegung “Head Hunters” in einem Brief an den FSB angewandt, indem sie die Sperrung des Tor-Netzwerks fordert, da dieses das “bevorzugte Werkzeug von Verteilern und Konsumenten von Kinderpornographie” sei. Auch wenn der FSB eigentlich der falsche Ansprechpartner für solche Forderungen sei, übernahm der FSB jedoch gerne die Verantwortung bei Ausarbeitung des Gesetzes:

The FSB replied that the request was directed to the wrong body, as crimes against public health and morals fall under the Interior Ministry’s jurisdiction. The agency, however, informed the activists about possible future changes to the legal code. The FSB official said that the agency initiated the move as internet anonymizers were used by weapon traffickers, drug dealers and credit card fraudsters, giving the FSB an obvious interest in limiting the use of such software.

Die Meinungen über die Bemühungen des FSB das Tor-Netzwerk vollständig zu blockieren, gehen in Russland auseinander. Russische Sicherheitsexperten gehen davon aus, dass sich sofort neue anonyme Netzwerke bilden würden und damit auch die Arbeit von Strafverfolgungsbehörden erschwert würden. Und Ilya Kostunov, Mitglied der Duma, gibt an, dass eine Blockierung des Tor-Netzwerks technisch überhaupt nicht möglich sei.

As far as I know, it is impossible to block Tor,” Kostunov said. “The network re-tunes quickly, switches to different hubs and starts working again.”

Auch Verantwortliche des Tor-Projekts äußerten sich zu den Plänen der russischen Regierungen und stimmten Kostunov zu, indem sie sagten, dass ein Blockieren des Tor-Netzwerks äußert schwierig sei und ergänzten, dass nicht einmal die eigenen Experten die Daten im Netzwerk kontrollieren könnten.

Der Vorsitzende der “Safe Internet League”, ein Zusammenschluss mehrerer russischer Internetanbieter, hingegen begrüßte den Schritt des FSB., forderte jedoch dazu auf, vor der Blockierung erst noch alle Verbrecher innerhalb des Netzwerks festzunehmen.

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June 28 2013

US-Armee sperrt Zugriff auf britischen The Guardian

Zur Zeit ist es scheinbar nicht möglich aus dem Netzwerk der amerikanischen Armee heraus, auf die britische Webseite des Guardian zuzugreifen. Der Zugriff sei demnach zu dem Zeitpunkt gesperrt worden, als Glenn Greenwald die ersten von Edward Snowdon bereitgestellten NSA-Dokumente veröffentlichte. Das berichtet der Monterey County Herald in Bezug auf einen Sprecher des US-Militärs.

Gordon Van Vleet, ein Sprecher des Army Network Enterprise Technology Command, sagte gegenüber dem Monterey County Herald, dass die Sperrung des Guardian eine Schutzmaßnahme gegen unautorisierte Veröffentlichungen von geheimen Dokumenten sei.

He wrote it is routine for the Department of Defense to take preventative “network hygiene” measures to mitigate unauthorized disclosures of classified information. “We make every effort to balance the need to preserve information access with operational security,” he wrote, “however, there are strict policies and directives in place regarding protecting and handling classified information.”


In einem späteren Telefonat erklärte Van Vleet, dass die Sperrung innerhalb des gesamten Netzwerkes des US-Militärs gelte. Angehörige des Militärs gaben an, die amerikanische Webseite des Guardian, http://www.guardiannews.com/, aufrufen zu können. Umleitungen zu Artikeln auf der britischen Seite, wie jene über die geleakten NSA-Dokumente, seien hingegen nicht möglich.

Der Guardian hat bisher keinen Kommentar zu diesen Vorfällen abgegeben. Alan Rusbridger, der Chefredakteur des Guardian verbreitete die Nachricht allerdings bei Twitter.

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June 13 2013

May 27 2013

US-Lobbyorganisation spricht sich für Computersperren im Kampf gegen Urheberrechtsverletzungen aus

In einem 84-seitigen Bericht über die Bekämpfung von Urheberrechtsverletzungen, spricht sich die “Commission on the Theft of American Intellectual Property” (IP Commission) für das Sperren von Computern ein, sollte bei ein Nutzer im Verdacht stehen, Zugriff auf urheberrechtlich geschützte Inhalte zu bekommen. Um dieses zu realisieren müsste eine bestimmte Software auf allen Computern installiert sein, die sämtliche Handlungen des Nutzers überwacht und gegebenenfalls einschreiten würde. Kurz gesagt: Die IP Commission fordert die Legalisierung von Rootkits, Malware und Trojanern im Kampf gegen Urheberrechtsverletzungen.

Sollte die Software eine vermeintliche Urheberrechtsverletzung durch den Nutzer feststellen, würde der weitere Zugriff auf sämtliche Daten gesperrt werden und ein Sperrbildschirm erscheinen. Dieser würde dem Nutzer erklären, sich selbst wegen einer begangenen Urheberrechtsverletzung bei den Behörden anzuzeigen. Nur so sei es möglich den Computer wieder zu entsperren. Diese Handhabe verstoße nach Meinung der Autoren des Berichts – darunter bekannte Persönlichkeiten wie John Huntsman, ehemaliger republikanischer Präsidentschaftskandidat und China-Botschafter, sowie Craig R. Barrett, Ex-Intel-Präsident – nicht gegen geltendes amerikanisches Recht:

Additionally, software can be written that will allow only authorized users to open files containing valuable information. If an unauthorized person accesses the information, a range of actions might then occur. For example, the file could be rendered inaccessible and the unauthorized user’s computer could be locked down, with instructions on how to contact law enforcement to get the password needed to unlock the account. Such measures do not violate existing laws on the use of the Internet, yet they serve to blunt attacks and stabilize a cyber incident to provide both time and evidence for law enforcement to become involved.


Doch mit der einfachen Sperrungen des Rechners soll es in schweren Fällen noch nicht getan sein. Auch das Fotografieren des Nutzers mit Hilfe der eigenen Webcam oder gar das zerstören des Rechners seien denkbar – diese seien aber nicht mit amerikanischen Gesetzes zu vereinen:

While not currently permitted under U.S. law, there are increasing calls for creating a more permissive environment for active network defense that allows companies not only to stabilize a situation but to take further steps, including actively retrieving stolen information, altering it within the intruder’s networks, or even destroying the information within an unauthorized network. Additional measures go further, including photographing the hacker using his own system’s camera, implanting malware in the hacker’s network, or even physically disabling or destroying the hacker’s own computer or network.

All das erinnert stark an den BKA-Trojaner. Mit dieser Schadsoftware wurde ebenfalls der Zugriff auf die eigenen Daten eingeschränkt und der Bildschirm gesperrt, mit dem Ziel Geld zu erpressen. Der einzige Unterschied besteht darin, dass der BKA-Trojaner von Verbrechern entwickelt wurde um Geld zu erbeuten, im Gegensatz zum amerikanischen Vorstoß welcher sogar durch Gesetze legitimiert werden soll – im Grunde aber die selben Funktionen bieten würde.

Und es gibt noch einen weiteren prominenten Vorläufer: das Rootkit von Sony (eine chronologische Entwicklung der Ereignisse sind hier zusammengetragen). Im Jahr 2005 statte Sony einige seiner CDs mit einer Software aus, welche sich beim abspielen auf dem Computer selbstständig installierte. Diese protokollierte nicht nur das Nutzerverhalten, sie hinderte den Nutzer darüber hinaus Sicherheitskopien der CD zu erstellen. Die Kritik an diesem Vorstoß von Sony war jedoch so groß, dass Sony sein Rootkit schnell wieder vom Markt verschwinden ließ. Aus dieser Geschichte scheint die IP Commission allerdings wenig gelernt zu haben, wenn man sich ihren Bericht zu Gemüte führt. Lauren Weinstein bringt es in ihrem Blog gut auf den Punkt:

With our own commissions coming up with idiotic, dangerous nonsense like this, we may have more to worry about from their kind of thinking than from the “cyber-crooks” themselves. And that’s really, seriously, scary.

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