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January 28 2014

The Pirate Bay: Niederländisches Gericht hebt erste Sperren wieder auf

tpbSeit Januar 2012 wurde die Torrent-Seite The Pirate Bay in den Niederlanden von verschiedenen Providern gesperrt, nachdem diese von Gerichten dazu auf Betreiben der Anti-Piraterie-Organisation BREIN hin bei Androhung von Strafzahlungen aufgefordert worden waren. Anfangs betraf die Anordnung nur die Provider Ziggo und XS4All, ab Mai 2012 kamen auch UPC Nederland, KPN, T-Mobile Netherlands, TELE2 Nederland und TELE2 dazu. Umgesetzt werden mussten sowohl DNS- wie auch IP-Sperren, und auch das Gesetz zur Netzneutralität änderte daran nichts, weil Verletzungen der Netzneutralität auf Grund von Gerichtsbeschlüssen gestattet blieben.

Der Gerichtshof in Den Haag, vor dem die Berufung verhandelt wurde, hat die den Sperren zugrunde liegende Entscheidung zu Ziggo und XS4All nun aufgehoben. Es habe sich gezeigt, dass die Sperren nicht den gewünschten Effekt gehabt hätten. Damit sei der Eingriff in die unternehmerische Freiheit der Provider nicht gerechtfertigt.

Bei der Untersuchung des Traffics von XS4All war aufgefallen, dass Menge und Anteil der Torrent-Downloads sich durch die Sperre nicht geändert hatten. In Umfragen hatte zudem ein höherer Anteil der Ziggo-Kunden angegeben, eine “illegale Quelle” für Downloads zu benutzen, als vor der Sperre.

Die Organisation BREIN schreibt, sie überlege vor den obersten Gerichtshof der Niederlande zu gehen. Gleichzeitig steht das Berufungsgerichtsurteil zu den weiteren Providern noch aus.

Wir wollen netzpolitik weiter ausbauen. Dafür brauchen wir finanzielle Unterstützung. Investiere in digitale Bürgerrechte.

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July 14 2010

E-Post vs. De-Mail: Es lebe das Chaos!

Heute Nacht schrieb ich noch, dass wir noch viel Spaß mit “De-Mail” und Konsorten haben werden. Here we go:

E-Porto!

Ja, richtig gelesen. Man kann nun tatsächlich elektronische Postbriefe (“E-Postbrief”, umgangssprachlich auch “E-Mail”) verschicken.* Also, bald zumindest. Erst muss man sich nämlich noch via PostIdent für eine “E-Postbrief Adresse” registrieren!

Verschicken kann man diese “E-Postbriefe” mit der guten alten Post. Die will sich mit diesem Angebot nicht weniger als erneuern. Und da so eine Erneuerung furchtbar viel Geld kostet, kostet ein E-Postbrief 0,55 Euro Porto. Ein Schnäppchen, wie ihr sicher jubelnd bestätigen werdet, immerhin darf man für 0,55 Cent ganze 20MB verschicken! Einschreiben mit Einwurf und Einschreiben mit Empfangsbestästigung (online, wohlgemerkt!) kosten extra: Je 1,60 Euro.

Allein, mit “De-Mail” hat das alles – wie man nun vorschnell vermuten könnte – nicht viel zu tun. Laut Heise Online handelt es sich beim “E-Postbrief” um ein Konkurrenzangebot zur bundesverbindlichen “De-Mail”  (im letzten Jahr wollte die Post übrigens noch bei “De-Mail” mitspielen):

Die Post prescht mit einem Service vor, den die De-Mail-Initiative der Bundesregierung erst im Laufe des nächsten Jahres verspricht. Im Unterschied zu dieser “digitalen Alternative zum heutigen papiergebundenen Briefverkehr” belässt es die Post nicht allein bei der reinen Online-Variante. Nutzer, die nicht an das Internet oder das Portal der Post angeschlossen sind, erreicht der Online-Brief in seiner hybriden Variante: Das Unternehmen druckt und kuvertiert ihn, bevor es wie bisher vom Postboten zugestellt wird. [...] Die Konkurrenz von der De-Mail-Initiative – zu Beginn mischte die Post hier noch mit – kommt ohne eine explizite Verbindung zur gewohnten Briefzustellung aus.

Wobei, ich sehe es gerade, das Zitat da oben ist ein wenig verwirrend. Es ist nämlich so: Nicht nur, dass die Post so nett ist, eMails “E-Postbriefe” auf Wunsch auszudrucken und per Post (also klassisch, per Postbote, nicht elektronisch …) zuzustellen. Nein, die Partner des “De-Mail-”Projektes (also nicht die Post …) planen ähnliche Dienstleistungen! Das nennt sich dann auf beiden Seiten “Hybrid-Mail”:

Bis zum Sommer dieses Jahres soll es möglich sein, dass man vom Web-Browser aus gegen einen Aufpreis von voraussichtlich 10 Cent auf das Porto herkömmliche Briefe kuvertieren und zustellen lässt. Anders herum soll es einen Scan-Dienst geben, der eingehende Papierbriefe digitalisiert und in die GMX- oder Web.de-Inbox befördert.

Fassen wir zusammen: “De-Mail” kommt, in seiner ganzen Schönheit vsl. erst nächstes Jahr. “De-Mail” soll so eine Art Bundes-Email werden und wird daher auch gerne “Bürger-E-Post” genannt, kommt aber nicht von der BundesPost. Die “Bürger-E-Post” kommt von der Telekom, T-Online, T-Systems, GMX und noch ein paar anderen. “De-Mail” soll rechtsverbindlich sein und den Segen des Innenministeriums erhalten.

Das Produkt der Post hingegen nennt sich “E-Postbrief”. Sicher und rechtsverbindlich soll selbstverständlich auch dieser sein. Ob der “E-Postbrief” den Segen des Innenministeriums erhalten wird? Fraglich. Dafür spielen Allianz, ADAC, DekaBank, DFB, Lotto Hessen, Mercedes-Benz Motorsport und SAP im gelben Team mit.

So, und das erklärt nun bitte mal jemanden, der sich nicht den ganzen Tag mit diesem Internetkram beschäftigt. Viel Spaß.

*Jaja, konnte schon einmal ePost mit der Deutschen Post AG verschicken. Von 2000 bis 2005 war das, die Älteren werden sich erinnern. Nur mit den lebenslangen E-Mail-Adressen hat es damals nicht so ganz geklappt …

Reposted bymondkroeteurfin
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