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November 22 2013

Web-Index 2013: Tim Berners-Lee warnt vor der Bedrohung der Demokratie

Heute wurde der Web-Index 2013 veröffentlicht. In dieser Übersicht, die im letzten Jahr zum ersten Mal von der World Wide Web Foundation herausgegeben wurde, ist abgetragen, wie das Internet sich in den 81 erfassten Ländern auf die Entwicklung der Menschenrechte auswirkt. Erfasst wurden dabei die folgenden Kategorien:

  • Universeller Zugang: Haben die Länder in eine für jeden zugängliche Infrastruktur investiert und sich auch um Bildungsmaßnahmen im selbstständigen Umgang mit dem Internet bemüht?

Auf dem World Summit on the Information Society 2003 wurde in einem Plan of Action als Ziel festgelegt, dass 50% aller Menschen Zugang zu einer Internetverbindung haben sollten. In vielen Ländern ist dieser mittlerweile auch als Recht verankert, beispielsweise in Costa Rica, Frankreich, Estland und Mexiko. Dennoch ist das Ziel von einem Internetzugang für wenigstens die Hälfte der Weltbevölkerung noch lange nicht erreicht. Marokko konnte als einziges Entwicklungsland diese Schwelle überwinden, während in anderen afrikanischen Ländern nur ca. 20% der Einwohner Zugang zum Netz haben. Das liegt in ärmeren Regionen zu großen Teilen an den unverhältnismäßig hohen Kosten und zeigt, wie wichtig Freifunkinitiativen und gemeinschaftlich betriebene Infrastrukturen für die Entwicklung des Zugangs zu Informationen sind.

Weitere Punkte, die eine Nutzung des Internets behindern sind aber auch die Unterdrückung von Frauen, denen der Ehemann den Zugang verbietet, genereller Analphabetismus oder die mangelnde Bereitstellung barrierefreier Angebote, was Menschen mit Behinderungen benachteiligt – nur 16 der Länder haben ein rechtliches Rahmenwerk, das zumindest die barrierefreie Bereitstellung von Regierungs- und Verwaltungswebseiten regelt.

Kosten eines Breitbandanschlusses in Relation zum monatlichen Pro-Kopf-Einkommen. In Ruanda kostet ein Anschluss das 2,3-fache des durchschnittlichen Monatslohns, in den meisten Industrieländern beträgt die Quote beinahe 0.

Kosten eines Breitbandanschlusses in Relation zum monatlichen Pro-Kopf-Einkommen. In Ruanda kostet ein Anschluss das 2,3-fache des durchschnittlichen Monatslohns, in den meisten Industrieländern beträgt die Quote beinahe 0.

  • Relevante Inhalte: Inwiefern sind die Inhalte, die für die Menschen von Interesse sind, auf eine leicht erreichbare, verständliche Art verfügbar?

Diese Kategorie zielt nicht auf die Verbreitung von “Klatsch und Tratsch” ab, sondern fokussiert sich auf diejenigen Informationen, die essentiell zur Wahrnehmung und Durchsetzung der eigenen Rechte und der Sicherung guter Lebensbedingungen sind. Darunter zählt die Auffindbarkeit von Frauen- und Arbeiterrechten, wie im Beispiel von Uganda, wo eine Initiative 128.000 Personen pro Monat kostenfreie Rechtsberatung via Facebook, Twitter und SMS anbietet oder in Mexiko, wo die Regierung FAQs zu Themen von häuslicher Gewalt, Sexualgesundheit, Familienplanung und geschlechtlicher Gleichstellung veröffentlicht.

Weitere konkrete Kriterien in dieser Kategorie waren die Verfügbarkeit von Wettervorhersagen für landwirtschaftliche Produzenten, die Vergleichbarkeit von Bildungseinrichtungen für Eltern, die Transparenz von Verwaltungsbudgets und Informationen zur Existenzgründung. Es hat sich gezeigt, dass die Bedingungen in Ländern mit Informationsfreiheitsgesetzen und Open-Data-Initiativen den Zugang zu Informationen deutlich positiv beeinflussen und deren Verbreitung und Aufbereitung zum Nutzen der gesamten Gesellschaft Vorschub leisten.

Deutschland im Vergleich der Verfügbarkeit von Regierungsdaten in offenen Formaten

Deutschland im Vergleich der Verfügbarkeit von Regierungsdaten in offenen Formaten

 

  • Freiheit und Offenheit: Wie weit bekommen die Bürger freie Informationen, können sie ihre Meinung offen äußern und sind sie vor Bedrohungen und der Verletzung ihrer Privatsphäre im Internet geschützt?

Überwachung und Zensur sind die beiden maßgeblichsten Kontraindikatoren von Freiheit und Offenheit. In dieser Wertung besteht ein augenscheinlicher Unterschied zwischen reicheren und ärmeren Ländern. Entwicklungsländer, vor allem solche mit undemokratischen Herrschaftsstrukturen, neigen dazu, Internetinhalte zu zensieren und zu filtern. In reicheren Industrienationen ist die Überwachung ein viel größerer Faktor, das ist spätestens seit Edward Snowden jedem bewusst. Aber Überwachung führt zu Selbstzensur – siehe beispielsweise die PEN-Studie – und somit landet man an einem ähnlichen Punkt.

Bei den Recherchen für den Web Index ist den Forschern deutlich geworden, dass es in keinem der erfassten Länder Gesetze gibt, die mit der technologischen Möglichkeit von Massenüberwachung angemessen umgehen können und es somit Rechtslücken gibt, die den Bürger der Willkür von Geheimdiensten und ähnlichen Institutionen preisgeben.

In Bezug auf aktive Zensur ist es hier beinahe umgekehrt. Die Länder, in denen am meisten zensiert wird, wie Russland oder Saudi-Arabien, haben oft eine ganze Reihe an gesetzlichen Verboten, die großzügig ausgelegt zu einer Internetzensur missbraucht werden, wie Blasphemie, Beleidigung oder Extremismus.

Heatmap der Überwachungsstaaten (rot) und Internetzensoren (schwarz, braun für beides)

Heatmap der Überwachungsstaaten (rot) und Internetzensoren (schwarz, braun für beides)

  • Einfluss und Empowerment: In welchem Maße trägt das Internet dazu bei, positive Veränderungen in Gesellschaft, Wirtschaft, Politik und Umwelt zu bewirken?

Durch soziale Netze und andere Plattformen können sich Menschen organisieren und gemeinsam Situationen verändern, das wohl prominenteste Beispiel dafür sind die Proteste des Arabischen Frühlings, von denen einige als “Facebook-Revolutionen” bezeichnet wurden. Aber auch in kleinerem Maßstab wurden Entwicklungen und Strukturen erfasst, es bestehen jedoch noch große Spielräume, um Möglichkeiten auszubauen. Nur in circa der Hälfte der Nationen nutzten beispielsweise NGOs das Netz, um Bürger zur gesellschaftlichen und politischen Partizipation zu animieren.

Große Entwicklungschancen sieht die Studie in armen Ländern. In diesen werden soziale Medien zwar bisher noch kaum genutzt – wenn sich aber der Zugang zu mobilen internetfähigen Geräten verbessert, könnte diese eine positive Gesamtwirkung haben, da zur Nutzung von Twitter und Co. keine verhältnismäßig teuren Computer und feste Internetanschlüsse von Nöten sind.

E-Participation Index (dunkel entspricht einer hohen Online-Beteiligung an politischen Entscheidungsprozessen)

E-Participation-Index (dunkel entspricht einer hohen Online-Beteiligung an politischen Entscheidungsprozessen)

Aus europäischer Perspektive wenig überraschend am Web Index ist, dass die skandinavischen Länder das Ranking anführen und sich alle unter den Top 10 befinden, mit Schweden auf Platz 1. Interessant ist hingegen die Rolle Großbritanniens und der USA in diesem Jahr. Durch den aufgekommenen Überwachungsskandal sind beide Länder in der Kategorie Freiheit und Offenheit auf Platz 24 bzw. 27 gelandet (ein genauer Vergleich zum Vorjahr ist aufgrund unterschiedlicher Kategorien nicht möglich). Durch die große Verfügbarkeit relevanter Inhalte in Großbritannien und der vorstehenden Rolle für gesellschaftliche Prozesse in den USA bleiben die Länder insgesamt jedoch auf Platz 3 und 4.

Für weitere Erkenntnisse lohnt sich ein Blick nicht nur in den Indexreport selbst, sondern auch auf die weiter untergliederten Visualisierungen. Dort lassen sich in etwa die Daten für OECD-Mitgliedsstaaten hervorheben oder sich ein Land im Vergleich zu den Ergebnissen anderer anschauen. Unten sieht man beispielsweise, dass Deutschland (schwarz gestrichelt) einen recht guten Zugang zum Internet gewährt, sich aber bei Einfluss auf Gesellschaft und Umwelt im unteren Mittelfeld bewegt.

germany_web_index

Wer möchte kann sich auch die Rohdaten vornehmen und sie selbst visualisieren, weiterverarbeiten und auswerten. Das Projekt steht unter CC-by-3.0-Lizenz.

Tim Berners-Lee, der die World Wide Web Foundation gründete, würdigte in einem Ré­su­mé auf einer Einführungsveranstaltung zum Web Index die Bedeutung der sozialen Netze für gesellschaftliche Entwicklungen und verurteilte die erstarkende Überwachung:

Eine der ermutigendsten Erkenntnisse des diesjährigen Web Index ist, wie das Netz und Soziale Medien Menschen immer mehr dazu anspornen, sich zu organisieren, aktiv zu werden und Missstände in jedem Winkel der Erde aufzuzeigen.

Doch manchen Regierungen macht das Angst und eine wachsende Welle an Überwachung und Zensur bedroht die Zukunft der Demokratie.

Wir müssen mutige Schritte tun, um unsere Grundrechte auf Privatsphäre, Meinungs- und Versammlungsfreiheit im Internet zu schützen.

 

Wir wollen netzpolitik.org weiter ausbauen. Dafür brauchen wir finanzielle Unterstützung. Investiere in digitale Bürgerrechte.

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Reposted bykrekkreaditlaterKingBalance

April 18 2012

Lesestoff: Was übrig blieb

Mal wieder sind einige Sachen aufgelaufen, wofür die Zeit zum ordentlich einzeln verbloggen gefehlt hat. Ideen für einen optimistischeren Namen dieser Kategorie nehmen wir in den Kommentaren gerne entgegen.

Christian Stöcker: Das Internet ist totalitär – Spiegel Online

Wenn derzeit also über die vermeintlich allzu große Freiheit im Internet diskutiert wird, darf man eines nicht aus den Augen verlieren: Es gibt eben doch einen zentralen Unterschied zwischen der realen Welt und der digitalen. Im Netz ist absolute Rechtsdurchsetzung möglich. Aber ist sie wünschenswert?

Jürgen Scheele: Siegfried Kauder plädiert jetzt für Two-Strikes – Three-Strikes bleibt Option – Digitale Linke

„Natürlich darf man jemanden aus dem Internet aussperren, das ist aber politisch nicht umsetzbar und vielleicht auch nicht effektiv. Man geht hier aber den Netzpolitikern immer mehr auf den Leim. Aber wenn man A sagt, muss man auch B sagen. Das Zweistufenmodell kann nicht bedeuten, dass man zwei Stufen zündet und dann alles im Sande verlaufen lässt. Dann müssen Anzeigen auch konsequent verfolgt werden.“

Christoph Kappes: Kopiermaschine Internet – Spiegel Online

Es bleibt die Frage, ob die Idee einer “geistigen Verbindung” zwischen Werk und Urheber noch in das Zeitalter postindustrieller Inhalteproduktion passt. Für alltägliche Zwecke ist es gut, wenn Information ohne Aufwand im Internet fließt, damit das Leben fließen kann, wie es bisher mündlich der Fall war. Aufsagen, Zitieren, Vorspielen und “Mitgeben” sind aus diesem Grund erlaubt.

Sascha Lobo: Euer Internet ist nur geborgt – Spiegel Online

Wer Facebook, Twitter oder andere soziale Netzwerke nutzt, ist im Netz nicht wirklich frei. All diese Dienste können von den Betreibern jederzeit verändert, verkauft, zensiert, geschlossen werden. Wer wirklich frei im Internet veröffentlichen will, braucht eine eigene Website.

Ian Katz: Tim Berners-Lee urges government to stop the snooping bill – The Guardian

Sir Tim Berners-Lee, who serves as an adviser to the government on how to make public data more accessible, says the extension of the state’s surveillance powers would be a “destruction of human rights” and would make a huge amount of highly intimate information vulnerable to theft or release by corrupt officials. In an interview with the Guardian, Berners-Lee said: “The amount of control you have over somebody if you can monitor internet activity is amazing.

“You get to know every detail, you get to know, in a way, more intimate details about their life than any person that they talk to because often people will confide in the internet as they find their way through medical websites … or as an adolescent finds their way through a website about homosexuality, wondering what they are and whether they should talk to people about it.”

Jacob Appelbaum: Ultrasurf: the definitive review – The Tor Blog

Ultrasurf is software produced by the UltraReach company for censorship circumvention, privacy, security and anonymity. Unfortunately for them, I found their claims to be overstated and I found a number of serious problems with Ultrasurf.

Michael Joseph Gross: World War 3.0 – Vanity Fair

When the Internet was created, decades ago, one thing was inevitable: the war today over how (or whether) to control it, and who should have that power. Battle lines have been drawn between repressive regimes and Western democracies, corporations and customers, hackers and law enforcement. Looking toward a year-end negotiation in Dubai, where 193 nations will gather to revise a U.N. treaty concerning the Internet, Michael Joseph Gross lays out the stakes in a conflict that could split the virtual world as we know it.

Cindy Cohn, Trevor Timm, & Jillian C. York: Human Rights and Technology Sales – Electronic Frontier Foundation

Below, we outline a basic proposal for companies to audit their current and potential governmental customers in an effort to prevent their technologies and services from being used for human rights abuses. It has two key components: transparency and “know your customer” standards. The same basic proposal could be implemented through voluntary action, governmental or other incentives or regulatory or legal frameworks. Regardless of how it is implemented, however, we believe this framework can help both the public and the companies get a clearer picture of who is using these technologies and how they are being used and then take some basic steps to prevent horrible outcomes like the ones we’ve witnessed.

March 15 2010

Warum wir Daten verlinken müssen

Man stelle sich vor, es gäbe keine Links im WWW. Oder noch besser: Wir packen linkfreie HTML-Dokumente in ein Zip-Archiv und bieten dieses zum Download an. Klingt total bescheuert? Ist es auch. Denn mit einem “World Wide Web” hat das dann nichts mehr zu tun.

Aber wie gehen wir eigentlich mit Daten um? Die Einsicht, dass Rohdaten in maschinenlesbarer Form veröffentlicht werden müssen, breitet sich so langsam aus. Doch reicht das wirklich aus? Ist es in Ordnung CSV- oder XML-Dateien in ZIP-Archive zu packen und zum Download anzubieten, wie es zum Beispiel data.gov tut? Es ist ein Segen im Vergleich zum Vorgehen deutscher Behörden, die Daten in PDF-Dokumenten oder Flash-Anwendungen verstecken, oder sie ganz vom Internet fern halten. Aber es ist nicht so wie es sein sollte. Es ist genauso irrsinnig wie der oben beschriebene Umgang mit HTML-Dokumenten.

Wir brauchen keine Website von der man Daten herunterladen kann. Wir benötigen ein Web aus Daten. Die Daten selbst müssen zu einem weltweiten, grenzenlosen Netz werden. Niemand geringeres als der Erfinder des WWW, Tim Berners-Lee fordert eben dies schon seit 2006. Er beschreibt 4 Grundprinzipien für “Linked Data”:

  1. Use URIs as names for things
  2. Use HTTP URIs so that people can look up those names
  3. When someone looks up a URI, provide useful information, using the standards (RDF, SPARQL)
  4. Include links to other URIs. so that they can discover more things

Die Regeln sind im Grunde genommen sehr einfach. Und doch verlangen sie ein grundlegendes Umdenken im Umgang mit Daten und dem Web insgesamt. Die erste Regel verlangt, dass wir URIs verwenden um Dinge zu benennen. Wir identifzieren bereits Webseiten über URIs – genauer: URLs – und auch die besagten ZIP-Pakete werden so identifiziert. Hier muss der erste Umdenkprozess ansetzen: Wir identifzieren nicht mehr nur Webseiten und Dateien über URIs, sondern alle möglichen Dinge. Der Begriff “Ding” beschränkt sich dabei nicht auf konkrete, physische Objekte sondern umfasst prinzipiell alles Exisitente oder Denkbare, auch Personen, Organisationen, abstrakte Konzepte, Themengebiete, Termine und ähnliches fallen darunter.

Die zweite Regel hat einen eher technischen Hintergrund. HTTP-URIs haben schlicht den Vorteil, dass sie über das Domain Name System auflösbar sind.1 Dies ist nötig um die dritte Regel zu erfüllen: Über die URI müssen nützliche Informationen über das identifzierte “Ding” abrufbar sein. Dass nur strukturierte Rohdaten in offenen Formaten wirklich nützlich sind, weiß jeder der die Open Data Principles verinnerlicht hat. Doch Berners-Lee fordert ausdrücklich Standards wie RDF und SPARQL.

Nie gehört? Womöglich, denn die meisten maschinenlesbaren Daten die im Web zu finden sind, liegen in Form von XML oder CSV vor. Ich werde an dieser Stelle zumindest kurz auf RDF eingehen. Wo liegt das Problem bei CSV? Das Problem sollte spätestens klar werden, wenn man einen Blick auf diese Datei wirft und versucht folgende Fragen zu beantworten:

  1. Welche Daten sind in der Datei enthalten? Worum geht es?
  2. Was bedeutet ein einzelner Datensatz / eine Zeile dieser Datei?
  3. Was bedeutet der Wert in Spalte 3 (und den anderen Spalten)?

CSV-Dateien sind nur verwertbar, wenn die Bedeutung der Daten zwischen den Kommunikationspartnern (d.h. dem der die Daten bereitstellt und demjenigen der sie weiter verarbeitet) abgestimmt ist. Außerdem muss die Bedeutung in die Anwendungen, die die Daten nutzen wollen implementiert werden. Unterschiedliche Anwendungen und sogar unterschiedliche Versionen der gleichen Anwendung könnten die Daten völlig unterschiedlich interpretieren, da die Bedeutung der Daten aus ihnen selbst nicht hervorgeht.

Anders bei RDF: Dieses Datenmodell speichert Informationen in Form von sogenannten “Tripeln”, bestehend aus Subjekt, Prädikat und Objekt. Subjekt ist die Ressource (das “Ding”), die beschrieben wird, Prädikat ist die Aussage die wir über diese Ressource treffen und Objekt ist der Wert oder Gegenstand dieser Aussage. Der Satz “Koblenz liegt am Rhein” ist im Grunde genommen ein RDF-Tripel bei dem “Koblenz” das Subjekt, “liegt am” das Prädikat und “Rhein” das Objekt ist. RDF ist lediglich ein Modell, und als solches nicht an eine spezielle Syntax gebunden. Die wichtigsten Notationsweisen stellt dieser Artikel vor.

RDF ordnet Daten in den Kontext ihrer Bedeutung ein. Während in einer CSV-Datei vermutlich in irgendeiner Spalte einfach nur das Wort “Rhein” stehen würde, enthält das RDF-Modell die komplette Aussage “Koblenz liegt am Rhein”. Ein Web aus Daten entsteht jedoch erst durch Beachtung der vierten Regel: Wir verlinken unsere Daten und erschließen so neue Zusammenhänge! Für unser Beispiel bedeutet dies, dass “Koblenz” und “Rhein” nicht einfach Datenwerte sind, sondern Ressourcen die über eine URI identifiziert werden, bei deren Abruf weitere nützliche Informationen geladen werden (Regel 3!). Zum Beispiel könnten wir durch Abruf der Ressource “Rhein” Informationen über dessen Länge finden, oder welche Städte noch an diesem Fluss liegen (Bzw. die Information, dass es sich dabei überhaupt um einen Fluss handelt!). Das enorme Potential, das die Verlinkung von Daten bietet, kann durch den folgenden RDF-Graphen bestenfalls angedeutet werden:

Ziel ist es, ein weltweites Netz aus Daten zu schaffen, in dem Informationsbestände nicht mehr voneinander abgeschottet in Datenbanken und ZIP-Archiven vermotten, sondern einen globalen Informationsraum bilden, der uns völlig neue und unerwartete Informationszusammenhänge offenbaren wird.

Weitere Informationen zu Linked Data gibt es in der entsprechenden Kategorie in meinem Blog. Dort folgen in unregelmäßigen Abständen kleinere Artikel zum Thema. Eine detailliertere Betrachtung bietet meine Studienarbeit “Chancen und Techniken von Linked Data”. Schreibt einfach in die Kommentare was ihr Näheres zu Linked Data wissen möchtet. Ansonsten bietet linkeddata.org einen guten Ausgangspunkt für eigene Recherchen.

1 Es gibt zum Beispiel Spezial-URIs für ISBN, die auf den ersten Blick hervorragend scheinen um Bücher zu identifzieren. Da diese aber nicht auflösbar (vereinfacht gesagt: über den Browser abrufbar) sind, sollte man sie für den Aufbau eines Webs aus Daten nicht verwenden, sondern sich auf die etablierten HTTP-URIs beschränken.

Dieser Artikel ist zuerst im Blog des Open Data Network erschienen. Der Autor ist Angelo Veltens.


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