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February 27 2014

December 03 2013

Umfrage: Was ist Internet-/Netzpolitik?

Das Internet als Gegenstand politischer Regulierung (aka Netzpolitik/Internetpolitik) ist schon lange keine Nerd-Angelegenheit mehr. Irgendwie ist das Thema groß geworden. Wie das genau passiert ist und noch viele weitere Fragen will die Forschungsgruppe Politikfeld Internet am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) beantworten.

Die Forschungslücke, die die Wissenschaftler schließen wollen: Es gibt zwar immer mehr Einzelfallanalysen zu verschiedenen netzpolitischen Themen, aber wenig systematische Aussagen zur Entstehung des (Politik)feldes Netzpolitik an sich.

Als ersten Schritt will man das “Feld vermessen“. Dabei könnt ihr helfen, indem ihr euch 3 Minuten Zeit für die kurze Umfrage “Was ist Internet-/Netzpolitik?” nehmt.

Disclaimer: Ich bin studentischer Mitarbeiter des Forschungsprojekts.

Foto: barnoid. Lizenz: Creative Commons BY-SA 2.0.

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November 21 2013

US Amerikaner: Snowden hätte nichts veröffentlichen sollen, aber die NSA geht zu weit.

NSA-Surveillance

Quelle: TheLaw.tv

Laut einer neuen Umfrage der Washington Post und ABC News verhalten sich US Bürgerinnen und Bürger – mal wieder – etwas widersprüchlich. So widersprechen 52% der Art und Weise, wie US Präsident Obama mit dem NSA Skandal umgeht. 46% der Befragten denken, dass die NSA mit ihrer Überwachung zu weit geht – gegenüber 47%, für die es mindestens in Ordnung ist. Jedoch glauben 48%, dass die NSA widerrechtlich in die Privatsphäre von US Bürgern eindringt. In Bezug auf ausländische Bürger empfinden dies jedoch lediglich 27%. Und zu guter letzt sind 60% der Meinung, dass Snowdens Enthüllungen die Sicherheit der USA gefährden. 52% unterstützen, dass er wegen eines Verbrechens angeklagt wird und 55% sind der Überzeugung, dass es falsch war, was er getan hat.

Letztlich zeigt dies vor allem, dass wir die Debatte weiterführen müssen und noch einen langen Weg vor uns haben.

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October 11 2013

European Youth Poll zur flächendeckenden Geheimdienstüberwachung

Das European Youth Parliament ist ein Verein aus Unterorganisationen 36 europäischer Länder, der sich für interkulturellen Austausch und politische Bildung engagiert. In diesem Rahmen wird vier Mal pro Jahr ein “European Youth Poll” durchgeführt, bei dem junge Menschen zwischen 16 und 27 Jahren zu einem aktuellen Thema befragt werden. Jetzt wurden die Ergebnisse der aktuellen Befragung zur flächendeckenden Überwachung durch Geheimdienste veröffentlicht. 

Terrorismus ist eine schlechte Ausrede, um im großen Stil die gesamte Bevölkerung zu überwachen. Das ist eine Erkenntnis, die auch ein Großteil (62,3%) der befragten Jugendlichen teilen. Auffällig sind dennoch die recht großen Unterschiede zwischen einzelnen Ländern. In Schweden und Deutschland lehnen sogar knapp 80% den Terrorismusvorwand ab, während er in Russland noch von mehr als der Hälfte anerkannt wird. Dort scheint auch die Zufriedenheit mit den Bemühungen der Regierung am größten – wenn auch nur wenig mehr als 20% – was die Aufklärung der Geheimdienst-Affäre angeht. Das mag vielleicht weniger an der Transparenz russischer Geheimdienstaktivitäten liegen als an der antiamerikanischen liegen, bei der der NSA-Skandal zur Meinungsbildung beiträgt. Denn ganz so weit scheint das Vertrauen in den eigenen Staat nicht zu reichen. Bei der Frage, wer für die Sicherheit der persönlichen Daten verantwortlich sein sollte, stimmten in Russland nur ca. 60% für die eigene Regierung, während etwa 90% der deutschen Jugendliche diese in der Verantwortung sehen. Im Durchschnitt fühlen sich auch über die Hälfte der Befragten selbst dafür zuständig, ihre Daten zu schützen.

Etwas bedauerlich an der Umfrage ist, dass aus manchen Ländern weniger als 50 Teilnehmer verfügbar waren, sodass die Ergebnisse nicht mitaufgenommen wurden. Zum Beispiel in Großbritannien, wo es sicherlich interessant gewesen wäre, welchen Einfluss auch die Ereignisse im eigenen Land auf das Empfinden der Jugendlichen haben.

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August 12 2013

Umfrage: Verändern Pseudonyme Partizipationsverhalten auf Petitionsplattform?

Seit einem Jahr kann auf der ePetitionsplattform des Deutschen Bundestages auch pseudonym mitgezeichnet werden. Rechts- und Sozialwissenschaftler des Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG) und des Hans-Bredow-Instituts für Medienforschung untersuchen jetzt die Frage: Hat diese Abkehr vom Klarnamenzwang das Partizipationsverhalten der Nutzer verändert?

Wir versuchen diese Frage durch die Auswertung eines (anonymisierten) Datensatzes aller Petitionen sei 2008 zu beantworten, führen zugleich aber auch eine Online-Umfrage unter Nutzer/innen der Plattform durch. Dadurch erhoffen wir uns weitergehende Informationen über die Nutzungsmuster, die Gründe für das Einstellen oder Zeichnen von Petitionen, und auch generelle Einstellungen zu politischer Partizipation on- und offline. [Projektseite] An der Umfrage können alle Personen teilnehmen, die die Petitionsplattform des Deutschen Bundestags schon einmal genutzt haben, egal ob durch das Einstellen einer oder mehrerer Petitionen, durch das Zeichnen von Petitionen oder “nur” das sich Informieren und Diskutieren in den Foren. Die Beantwortung dauert etwa 10 Minuten. Die Ergebnisse werden voraussichtlich im Herbst 2013 veröffentlicht. Hier geht es zur Umfrage und zu weiteren Informationen.

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July 30 2013

USA: Anti-Terror Gesetze gehen den Bürgern zum ersten Mal zu weit

UntitledEine neue Meinungsumfrage des Pew Research Center for the People & the Press fand heraus, dass US Amerikaner – zum ersten Mal seit Beginn der Umfragereihe vor fast 10 Jahren – überzeugt sind, dass Bürgerrechte durch die Anti-Terror Gesetze der USA zu sehr eingeschränkt würden. Die Telefonumfrage wurde unter 1480 US Amerikanern, verteilt über alle Bundesstaaten, durchgeführt. So waren 56% der Befragten der Meinung, dass Gerichte den staatlichen Überwachungsprogrammen keine adäquaten Schranken bieten. 70% sind der Überzeugung, dass die gesammelten Daten auch für andere Zwecke, als lediglich zur Terrorbekämpfung genutzt werden. Und rund 63% glauben, dass nicht nur Meta-Daten analysiert werden, sondern der tatsächliche Inhalt betroffen sei. Allerdings stimmt die Hälfte der Befragten dem Überwachungsprogramm trotzdem grundsätzlich zu.

Von den 70% der Befragten, die überzeugt sind, dass die gesammelten Daten nicht nur zur Terror-Bekämpfung genutzt werden, denken 19%, dass die Daten aus Neugierde und zur Kontrolle gesammelt werden. Etwa 16% denken, dass es zur Verbrechensaufdeckung benutzt wird und wiederum 13% sehen den Grund in einer politischen Agenda. Wenig überraschend ist, dass 60% der jüngeren Leute, zwischen 18 und 29, glauben, dass Anti-Terror Gesetze zu weit gingen und Bürgerrechte zu sehr einschränken.

Interessanterweise gab es gar keine Einigkeit über die Frage, ob Medien über geheime Überwachungsprogramme zur Terrorbekämpfung berichten sollten, oder nicht. Hier waren jeweils 47% der befragten Bürger dafür bzw. dagegen – eine ähnliche Spaltung gab es schon bei der Umfrage 2006. Gleichzeitig war die Mehrheit der Bürger (56%) der Meinung, dass die Regierung zu wenig selbstständig preisgibt.

govtIm Zuge der Meinungsumfrage wurde außerdem untersucht, inwieweit die Fragestellung eine Rolle spielt. So wurde analysiert, ob es zu unterschiedlichen Antworten führt, wenn man (nicht) erwähnt, dass die Überwachung zur Terrorbekämpfung stattfindet, mit Richterbeschluss und lediglich Meta-Daten gespeichert werden. Am Ende kam folgende Abstufung heraus, die darlegt, dass die wenigsten Bürger einer unspezifischen, umfassenden Datenspeicherung und -analyse zustimmen würden.

Die Umfrage des Pew research Centers ist insofern ein kleiner Lichtblick, da sie zeigt, dass auch unter den US Amerikanern mittlerweile ein Umdenken stattfindet und umfassende Telekommunikations-Überwachung nicht mehr per se hingenommen wird. Dies ist wichtig, da uns so langfristig vielleicht das gleiche Kunststück, wie bei ACTA gelingt – die Mobilisierung der Zivilgesellschaft im Protest gegen falsche Gesetze und Abkommen. Im Falle der globalen Telekommunikations-Überwachung durch Geheimdienste wird dies allerdings ein wesentlich schwierigeres Unterfangen werden, da es nicht nur um ein internationales Abkommen sondern um ein Geflecht aus Institutionen, Gesetzen und ideologischen Überzeugungen geht.

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Reposted byylem235 ylem235

Jung & Naiv – Straßenumfrage: Was protestierst du denn gegen Überwachung?

Ich konnte es nicht glauben, aber es gibt sie wirklich: Menschen, die gegen den Überwachungsstaat sind. Unfassbar, aber wahr. Ich konnte mit ein paar dieser Exoten gestern am Rande des 1. Großen BND-Spaziergangs (“Geheimdienste hautnah erleben”) bei der neuesten “Jung & Naiv” Straßenumfrage sprechen und wollte wissen: Was habt ihr denn bitte gegen Sicherheit? Warum wollt ihr nicht von Staaten überwacht werden? Wollt ihr etwa nicht sicher sein?

Alle Folgen “Jung & Naiv” gibt’s im Youtube-Kanal www.jungundnaiv.de

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April 09 2013

Studie im Auftrag der Bundesregierung findet heraus: Netzaktivisten halten nichts von den Unionsparteien

Politische Netzaktivisten tendieren “überdurchschnittlich zu den Grünen, unterdurchschnittlich dagegen zu den Unionsparteien.” Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach aus dem Jahr 2011. Knapp 10 Prozent der Bevölkerung zählen demnach dazu, “überdurchschnittlich unter-40-jährige Männer mit höherer Schulbildung.”

Im Januar berichteten wir über eine Studie von TNS Infratest mit dem Titel “Politisch Netzaktive und Politik in Deutschland”. Darin stellte das Marktforschungs-Unternehmen fest, dass Menschen, die das Internet aktiv zur politischen Meinungsäußerung und Beteiligung in Deutschland benutzen, eine “starke Ausrichtung auf das linke Parteienspektrum” haben. Das wird jetzt durch eine zweite Umfrage nochmal bestätigt.

Das Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung beauftragte auch das Institut für Demoskopie Allensbach mit einer Studie zum Thema “Veränderungen im politischen Informationsverhalten und Interesse der Bevölkerung”. Im September berichtete Hans-Martin Tillack auf stern.de darüber.

Informationsfreiheit: Studie erhalten, aber nicht veröffentlichen

Auch diese Studie haben wir nach Informationsfreiheitsgesetz beantragt – natürlich auf FragDenStaat.de. Wir haben die Studie auch erhalten, aber nur in ausgedruckter Form. “Vertraulich!” steht in der Tat auf dem Titelblatt, und:

Nachdruck, Vervielfältigung oder Veröffentlichung dieser Daten, ganz oder teilweise, nur mit Genehmigung des Instituts für Demoskopie Allensbach

Das ist schade, da wir gerne die kompletten 282 Seiten als PDF zum Download angeboten hätten. Immerhin haben wir mit unseren Steuergeldern ja auch für die Studie bezahlt. Doch die rechtliche Lage lässt das leider nicht zu. Aber auch hier könnt ihr die komplette Studie einfach und schnell per Mausklick selbst anfordern und bekommt sie zugeschickt.

Im Folgenden ein paar Auszüge:

Vorbemerkung

Das Ziel der Umfrage mit 1,792 Interviews:

Das Informationsverhalten der Bevölkerung befindet sich unverändert in einem dynamischen Veränderungsprozess. Die Gewichte der Mediengattungen verschieben sich weiter, wie auch die Nutzungsgewohnheiten der Rezipienten, deren Informationsverhalten heute wesentlich spontaner, ereignisgetriebener ist und weniger von festen Gewohnheiten bestimmt wird, als dies noch vor einigen Jahren der Fall war. Zudem haben sich generationenspezifische Informationskulturen entwickelt, so dass junge Zielgruppen über andere Kanäle angesprochen werden müssen als die mittlere und ältere Generation.

Diese Entwicklungen verändern generell die Voraussetzungen für politische Kommunikation. Vor diesem Hintergrund beauftragte das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung das Institut für Demoskopie Allensbach mit einer aktuellen Bestandsaufnahme des Informationsverhaltens der Bevölkerung und insbesondere der Nutzung und Bewertung von Informationsquellen für die politische Information.

Bedeutungsgewinn des Internet

Die Ergebnisse klingen, als ob Captain Obvious bei Allensbach Praktikum gemacht hat. Das Internet ist auf dem Vormarsch, immer mehr Menschen nutzen das Netz und das immer öfter! Und erst die Jugend heutzutage:

In der jungen Generation, die sich allerdings weitaus weniger für das aktuelle Geschehen interessiert als die über-30-jährige Bevölkerung, ist das Internet bereits heute die wichtigste Informationsquelle über das aktuelle Geschehen, knapp vor dem Fernsehen: 47 Prozent der Unter-30-Jährigen stufen das Internet als ihre wichtigste Informationsquelle ein, 43 Prozent das Fernsehen, 10 Prozent die Tageszeitung.

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Und weiter mit den Überraschungen:

Für die Unter-30-Jährigen ist die Zeitung das Medium, auf das sie am ehesten verzichten könnten, während ihnen das Internet im Vergleich der anderen Mediengattungen mit großem Abstand als das wichtigste Medium erscheint.

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In der bundesdeutschen Gesamtbevölkerung war aber auch im Jahr 2011 das Internet noch das Medium, auf das man am ehesten verzichten würde.

Informationsquellen über Politik: Fernsehen, Zeitungen, persönliche Gespräche

Trotz des kontinuierlichen Bedeutungsgewinns des Internet und sinkenden Reichweiten der Tagespresse gehören die Zeitungen neben dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu den wichtigsten Informationsquellen über Politik, während das Internet in der politischen Information nach wie vor eine untergeordnete Bedeutung hat. Das gilt selbst für die junge Generation, die mittlerweile das Internet als ihre wichtigste Informationsquelle über das aktuelle Geschehen bezeichnet. Der Ausschnitt des aktuellen Geschehens, für den sich die junge Generation besonders interessiert, hat jedoch in weiten Teilen nur wenig mit Politik zu tun. Dies erklärt die Diskrepanz zwischen der Bewertung des Internet und der Tagespresse in Bezug auf ihre Bedeutung als Informationsquelle über das aktuelle Geschehen und ihre Bedeutung als politische Informationsquelle.

Das Internet dient zwar auch als Informationsquelle über Politik, aber im Durchschnitt viel weniger:

Lediglich 19 Prozent aller Internetnutzer informieren sich im Internet täglich oder fast täglich über politische Ereignisse, weitere 16 Prozent zwei- bis dreimal in der Woche; 23 Prozent nutzen das Internet als politische Informationsquelle höchstens einmal die Woche, 41 Prozent selten oder nie.

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Die Erklärung: Man muss 20 Uhr nicht mehr die Tagesschau einschalten, sondern kann auch andere Dinge tun.

Das Internet generiert andere Nutzungsmuster als andere Mediengattungen. Durch den großen, jederzeit und überall zugänglichen Informationsvorrat wird ein weniger habituelles, stärker anlass- und bedarfsgetriebenes Informationsverhalten anerzogen. Während die Tagespresse und auch die Fernsehnachrichten in hohem Maße habitualisiert und täglich genutzt werden, haben Internetnutzer selten die Sorge, etwas zu verpassen, wenn sie ein oder mehrere Tage auf die Information via Internet verzichten.

Wenn man aber gezielt Informationen zum aktuellen Geschehen sucht, scheint das Internet gut zu sein:

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Unter-40-jährige Männer mit höherer Schulbildung

Im Teil “Auswirkungen des Internet auf die politische Information der Bürger” geht es auf einmal um Social Networks und Facebook, was auch immer das damit zu tun hat. Das lasse ich mal raus, da die Daten schon eineinhalb Internet-Jahre alt sind.

Dann geht’s kurz um politisches Engagement in “klassisch” (offline) und “online” (ja, wirklich in Anführungszeichen) und dann endlich um die “Political Net Activists”:

Insgesamt knapp 10 Prozent der Bevölkerung zählen zu den Political Net Activists, die das Internet auf mehrere verschiedene Arten nutzen, um sich politisch zu beteiligen. Diese Gruppe rekrutiert sich überdurchschnittlich aus unter-40-jährigen Männern mit höherer Schulbildung. In Bezug auf ihre parteipolilischen Orientierungen tendieren Political Net Activists überdurchschnittlich zu den Grünen, unterdurchschnittlich dagegen zu den Unionsparteien.

Political Net Activists sind überdurchschnittlich auch außerhalb des Internet politisch aktiv und zeichnen sich durch überdurchschnittliche Kommunikationsfreude, Selbstbewusstsein und das Vertrauen in die Einflussmöglichkeiten der Bürger aus.

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Glaubwürdigkeit der Mediengattungen und Informationsquellen

Zum Schluss gibt’s nochmal einen Teil zum Vertrauensverlust der Medien sowie zur Verständlichkeit und Glaubwürdigkeit von Berichterstattung:

Angesichts der immer komplexeren Themen und volatilen ökonomischen wie politischen Entwicklungen wächst die Ratlosigkeit der Rezipienten. Bei vielen Ereignissen sind sich die meisten nicht sicher, ob sie die Zusammenhänge und Beschaffenheit der Probleme richtig erfassen und dem Tenor der Berichterstattung trauen können. So hat die große Mehrheit den Eindruck, dass sie sich auf der Basis der Berichterstattung der Medien weder ein Urteil über Energiepolitik und die Zukunft der Energieversorgung machen kann noch über die Schuldenkrise in der Euro-Zone, die Lage in Afghanistan oder die Steuerpolitik der Bundesregierung.

Schuld sind nicht nur die Medien, sondern auch die Komplexität der Themen. Aber unabhängig sind die Medien auch nicht:

Weite Bevölkerungskreise bezweifeln auch die Ausgewogenheit der Berichterstattung. Dies gilt für die Berichterstattung über Parteien und noch mehr bei Personen. Nur 23 Prozent der Bürger haben den Eindruck, dass die Medien mit den verschiedenen Politikern ähnlich kritisch oder auch ähnlich wohlwollend umgehen, 55 Prozent machen deutliche Unterschiede aus; von den politisch Interessierten teilen 64 Prozent diese Auffassung.

Zum Glück gibt es eine Rettung: das öffentlich-rechtliche Fernsehen:

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Am wenigsten Vertrauen gibt es “in Radio und Internet”. Deutschland im 21. Jahrhundert.

(Meinungsforschungsinstitute sind aber glaubwürdig. Sagt Allensbach.)

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August 31 2012

Umfrage: Hilf uns, netzpolitik.org besser zu machen

Bild: tup wanders. Lizenz: CC BY 2.0.

Wir sind im Moment am überlegen, wie wir dieses Blog unabhängig weiter entwickeln können. Also sowohl weiterentwickeln im Sinne von neuen Formaten und mehr Inhalten, aber auch in die Richtung, wie wir das finanzieren könnten. Seit acht Jahren gibt es netzpolitik.org, und sehr viele Menschen lesen dieses Blog jeden Monat. Leider wissen wir nur von einem Bruchteil dieser Menschen, also von Euch, wie Ihr diese Seite eigentlich wahrnehmt und lest. Daher haben wir eine Umfrage gestartet, deren Ergebnisse uns helfen soll, dieses Blog noch besser zu machen.

Bitte nehmt euch die fünf Minuten Zeit, die gut 30 Fragen zu beantworten. Nur wenn möglichst viele Menschen mitmachen, werden die Antworten auch möglichst repräsentativ. Zur Umfrage geht’s unter diesem Link oder nach dem Klick:

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June 14 2011

Online-Umfrage: Verbraucher und Datenschutz

Hier geht es zu einer Umfrage rund um Datenschutz:

Der Verbraucherzentrale Bundesverband und die Universität Kassel führen gemeinsam eine Befragung von Verbrauchern zum Thema Datenschutz im Internet durch. Wie gehen die Nutzer mit den eigenen Daten um, wissen sie über ihre Rechte Bescheid? Wie kompetent sind die Nutzer, wenn es um technische Fragen geht? Ziel der Befragung ist, aus den Antworten konkrete Empfehlungen für die weitere zielgruppenorientierte Arbeit der Verbraucherzentralen abzuleiten.

Die Umfrage geht bis 30. Juni. Ich hab rund 10 Minuten zum ausfüllen benötigt.

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November 23 2010

Spaßumfrage von Bitkom zur Netzpolitik-Kompetenz

Bitkom hat eine Umfrage zur Netzpolitik machen lassen, die zumindest nach dem Lesen der Pressemitteilung eher wie eine Spaß-Umfrage aussieht, weil man nicht genau weiß, ob die Befragten überhaupt dazu in der Lage waren, Netzpolitik zu definieren, bzw. die politische Situation einschätzen zu können. Aber ansonsten liest sich sowas natürlich gut:

In Sachen Internet haben die Bundesbürger offenbar weiterhin massive Zweifel am Sachverstand der politischen Parteien. Jeder sechste Wahlberechtigte ist der Meinung, dass keine der größeren Parteien überhaupt etwas vom Internet oder der Netzpolitik versteht. Jeder zweite sieht sich nicht in der Lage, einer Partei besondere Sachkenntnis zuzuschreiben. Nur jeder Dritte kann bei einer politischen Partei Internetkompetenz erkennen.

Richtig lustig und aussagekräftig sind dann die statistischen Daten:

In der Einschätzung der Parteien zeigen sich zum Teil deutliche Unterschiede hinsichtlich Alter und Geschlecht. So haben die Netzpolitiker der Grünen verglichen mit anderen Parteien bei den über 65-jährigen mit 11 Prozent die mit Abstand meisten Anhänger. Die Netzpolitiker von Union und SPD schneiden mit 5 bzw. 3 Prozent in der Gruppe der Senioren besonders schlecht ab. Die Piratenpartei polarisiert am stärksten. Die Internetpolitik der Piraten wird zwar nur von 2 Prozent der Frauen bevorzugt, gleichzeitig messen ihr aber 32 Prozent der Männer unter 30 Jahren die höchste Internetkompetenz zu. Die Grünen erzielen in dieser Altersgruppe ihren schlechtesten Wert und kommen nur auf sechs Prozent.

Insgesamt landet die CDU/CSU übrigens auf dem zweiten Platz hinter den Grünen. Das sagt schon alles.

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August 19 2010

Umfrage zeigt gesellschaftliche Akzeptanz für Open-Data

Bei Zeit-Online findet sich ein Artikel über die Ergebnisse einer interessanten Umfrage der Gesellschaft für Sozialforschung forsa im Auftrag des SAS Instituts zu Open-Data, worauf ich sonst nirgendswo Hinweise finde: Gebt uns unsere Daten wieder. forsa hat 1018 Bürger über die Vor- und Nachteile von Open Data befragt. Herausgekommen ist u.a.:

Die Ergebnisse dürften die Befürworter zunächst freuen: Insgesamt sprechen sich 68 Prozent der Befragten für eine regelmäßige Veröffentlichung amtlicher und nicht-personenbezogener Daten durch die Behörden aus. Nur 28 Prozent sind dagegen. Den größten Vorteil sehen die Befragten dabei im Informationsgewinn: 81 Prozent glauben, dass die Bürger dadurch einen besseren Einblick in die Politik erhalten könnten. Zudem sind 76 Prozent der Meinung, dass Behörden effektiver arbeiten würden, wenn es mehr Transparenz gäbe. Und immerhin 73 Prozent glauben, die Ämter könnten dadurch besser kontrolliert werden.

Im Datenschutz sehen nur 16% der befragten ein Problem, 69% befürchten allerdings, dass niemand die Daten verstehen würde. Das Problem können aber Anwendungen lösen, die beispielsweise Datensätze verknüpfen und visualisieren (z.B. mit Hilfe von Kartenmaterial). Wenig überraschend ist, dass mehr Befragte mit höherer Bildung sich die Daten anschauen würden als solche, die über einen niedrigeren Bildungsabschluß verfügen.

Interessant ist auch diese Aussage:

Vor allem die Gruppe der 18- bis 29-Jährigen äußerte Bedenken, dass die öffentlichen Daten auch negativ verwendet werden könnten.

Falls jemand die Umfrageergebnisse hat: Ich würde die mir gerne mal genauer anschauen.

April 29 2010

Umfrage zur Innovationskultur in Deutschland

Oft, wenn wir uns rückversichern wollen, wie aufgeklärt unsere Gesellschaft (im Vergleich zu früher und im Vergleich zu den Wilden da draussen) doch ist, kommt eine zum abgeklärten Lächeln reizende Anekdote zum Einsatz. Klassiker ist die Geschichte von irgendwelchen Eingeborenen, die glauben, ihre Seele sei gestohlen worden, wenn man sie mit einer Kamera abgelichtet hat. Ersetze nun Kamera durch Google Street View und die Geolocation-Funktion.

Welche Grundannahmen und Spielregeln sollen gelten, wenn es darum geht, dem Internet eine Form zu geben, aus dem die Gesellschaft größten Nutzen ziehen kann – oder kommt diese Form von alleine? Welche Werkzeuge hat ein einzelner Staat heute noch, Werte der letzten Jahrzehnte und mitunter Jahrhunderte in einen weltweiten Marktplatz der Ideen einzubringen? Und überhaupt, wie steht es um die Innovationskultur in Deutschland?

Jene bereits im Posting erwähnte Firma hat vor einiger Zeit ein “Collaboratory” angestoßen, um dem bunten Netzwerk (wer Fachrichtungen oder gesellschaftliche Gruppen dort vermisst, Vorschläge werden immer akzeptiert) derer, die sich um das Thema kümmern oder etwas dazu zu sagen haben, einen weiteren Platz zum Austausch zu geben. IMHO ein interessanter Spagat, etwas anzustoßen ohne zu dominieren, der klappen könnte.

Eines der ersten nach aussen sichtbaren Lebenszeichen ist eine derzeit noch bis Mittwoch laufende (Meinungs-)Umfrage an uns alle, Parameter der Innovationskultur abzufragen.

Die Beantwortung der Fragen sollte nicht mehr als 15 Minuten in Anspruch nehmen.

April 11 2010

Senioren finden Zensur gut

Wer sich immer fragt, warum die CDU/CSU eine schlechte Netz- und Bürgerrechtspolitik macht, hat hier eine der Antworten: Die Zielgruppe ist Schuld. Wenn man sich die Wählerschichten anschaut, so werden CDU/CSU vor allem von den älteren Bürgern gewählt und haben laut einer aktuellen Bitkom-Umfrage ein anderes Verständnis von Freiheit:

Im Spannungsfeld zwischen Freiheit und Sicherheit gibt es Generationenunterschiede. Die Jüngeren bis 29 Jahre sprechen sich am stärksten für Freiheit aus, zu 77 Prozent. Ältere ab 65 Jahren haben hingegen weniger Bedenken gegen staatliche Eingriffe – nur 31 Prozent sind gegen staatliche Zensur. In den Altersgruppen bis 49 Jahre lehnt dies demgegenüber jeder Zweite klar ab

Das kann natürlich auch daran liegen, dass die mediale Berichterstattung über das Internet in den Zielgruppen-Medien immer etwas erschreckend ist. Da denkt man sicher als Unbeteiligter vom Fernsehsessel aus, dass im Netz nur Sodom und Gomorrha herrscht und der Staat was dagegen tun müsste. Andererseits sind die CDU/CSU-Politiker an der Berichterstattung auch nicht ganz unschuldig. Wahrscheinlich ließe sich der Teufelskreis beseitigen, wenn man mal die Chancen des Internets in den Vordergrund stellen würde.

Bei solchen Umfragen kommen dann auch Diskrepanzen heraus:

So sagen zwei Drittel (65 Prozent) der Bürger, die Freiheit im Internet müsse erhalten bleiben. Gleichzeitig fordern 61 Prozent vom Staat strengere Regeln und 55 Prozent eine stärkere Überwachung des Datenverkehrs.

An die mitlesenden Bitkom-Mitarbeiter: Ist es vielleicht möglich, die ganzen Zahlen als Rohdaten zu bekommen?

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April 08 2010

Umfrage zu Internet, Gesellschaft und Innovationskultur in Deutschland

Eine Umfrage rund um die Themen Internet, Gesellschaft und Innovationskultur in Deutschland bietet das Internet & Gesellschaft Collaboratory jetzt an. Und da kann man mitmachen. Wer Zeit hat, sollte nicht nur die Gegensatz-Paare ankreuzen, sondern auch eine konkrete Meinung zu den Themenblöcken dazuschreiben.

Welcher Grundlagen bedarf eine Innovationskultur der Informations- und Wissensgesellschaft, die den technischen Eigenheiten und wirtschaftlichen Chancen des Internets sowie den Grundwerten unseres Gemeinwesens gleichermaßen Rechnung trägt? Diesem Thema geht die erste Umfrage des Internet & Gesellschaft Collaboratory nach. Es soll ein Meinungsbild zusammengetragen werden, das zur öffentlichen Diskussion beiträgt. Das Collaboratory ist ein Expertenkreis, der Akteure aus Wissenschaft, Verbänden, Daten- und Verbraucherschutz sowie aus Internet-Unternehmen zusammen bringt. Es wurde von Google Deutschland initiiert, um gemeinsam an Lösungsansätzen zu gesellschaftlichen Fragen rund um das Internet zu arbeiten. Eine Teilnehmerliste der Collaboratory Expertengruppe finden Sie hier.

In dieser von den Experten kollaborativ entwickelten Umfrage stellen wir in insgesamt elf Fragen jeweils zwei Thesen gegenüber. Bitte wählen Sie jeweils die These aus, zu der Ihre Meinung tendiert. Ziel der Umfrage ist es, ein vielschichtiges Meinungsbild zu erstellen. Deswegen bitten wir Sie, in dem nachgestellten Textfeldern Ihre Meinung zu der jeweiligen Fragestellung in ein paar Sätzen zu erläutern. Die Beantwortung der Umfrage sollte nicht mehr als 15 – 20 Minuten in Anspruch nehmen.

Die Umfrage behandelt folgende Themenfelder:
- Internet Governance
- Medienpolitik
- Innovation
- Privatsphäre und Datenschutz
- Schutz geistigen Eigentums

Die Ergebnisse werden Ende Mai auf der Website des Internet & Gesellschaft Collaboratory zur Verfügung gestellt.

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