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October 10 2013

Montevideo Statement zur Zukunft der Internet-Zusammenarbeit

Die als Regional Internet Registry (RIR) zusammengefassten Organisationen, die unter anderem für die Zuteilung von IP-Adressen zuständig sind, das Internet Architecture Board (IAB), die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN), die Internet Engineering Task Force (IETF), Internet Society (ISOC)  und das W3C haben sich vergangenen Montag in Montevideo, Uruguay, getroffen, um über aktuelle Probleme des Internets zu sprechen. Im Rahmen dessen veröffentlichten sie das Montevideo Statement on the Future of Internet Cooperation, in dem sie die folgenden Schwerpunkte zukünftiger Bemühungen formulierten:

  • Globale Zusammenarbeit, um einen Zerfall des Internets in nationale Fragmente zu verhindern – vor allem vor dem Hintergrund des Vertrauensverlusts von Nutzern durch die bekanntgewordene Massenüberwachung.
  • Fortgesetzte Arbeit an der Verwaltung und Organisation des Internets hin zu einer Zusammenarbeit aller Interessensgruppen.
  • Weitere globale Durchsetzung der Kompetenzbereiche von ICANN und IANA, sodass alle Gruppen, auch Regierungen, gleichgestellt am Internet teilhaben.
  • Übergang zu IPv6 – Anbieter von Internetinhalten sollen sowohl IPv4 als auch IPv6 unterstützen.

Ein gelungener kritischer Kommentar zu dem Statement findet sich auf den Seiten von Internet Policy Review, in dem mögliche unterwünschte Nebeneffekte einer zu sehr zentralisierten Internetverwaltung beleuchtet werden.

 

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May 30 2013

EFF legt offiziell Einspruch zu Kopierschutztechniken in HTML5 ein

Nachdem das “World Wide Web Consortium” (W3C) im neuesten Entwurf zu HTML5 an seinen Plänen festhält Kopierschutztechniken in darin übernehmen, legt die Electronic Frontier Foundation (EFF) nun offiziell Einspruch gegen den Entwurf ein. Zu diesem ist die EFF in der Lage, dass sie ein “Full Member” des W3C ist.

[...] the charter’s current “support of playback of protected content” represents a significant broadening of scope for the HTML WG (and the W3C as a whole) to include the remote determination of end-user usage of content.

Die EFF hat bei der Aufnahme von “Digital Rights Management” (DRM) in HTML5 drei grundlegende Bedenken. Erstens würde eine solche Implementierung eine ganze Reihe User Agents – also Programme mit denen Netzwerkdienste genutzt werden können, wie Internetbrowser oder Chatprogramme – ihrer vollen Kompatibilität mit HTML5 beraubt. Zweitens würde es Inhalteanbieter dazu bringen, weniger Inhalte über das Internet zu zu verbreiten. Und drittens würde das W3C seine eigenen Grundgedanken untergraben, ein Internet zu schaffen das die Fähigkeit der Zusammenarbeit stärkt und den Zugriff auf alle Daten ermöglicht.

Usage control requires that in order to conform with a standard, a device must limit or restrict its operation to a subset of its normal or expected behavior. This restriction cannot be overridden by its owner. Indeed, the ease by which a user may override such restrictions may determine the perceived “success” of the usage control. Engineering usage control on modern devices requires both preventing the user from controlling some of the functionality of her own device, and giving control over that functionality to a third party.

Dieser Entzug der Kontrolle des Nutzers, widerspreche den grundlegenden Prinzipien eines freien Netzes. Auch sei sie nicht durchgängig durchzusetzen, da eine Aufnahme solcher Kontrollwerkzeuge in freie und offene Software nicht möglich ist. Dieses würde den Nutzer dann nicht nur in der Wahl der Inhalte, sondern ebenfalls in der Wahl seiner Software hindern.

Usage controls, by forbidding certain user agents from displaying content due to their identity rather than their capabilities, also undermines the goal of creating standards that give end users flexibility and influence by allowing them to choose their own user agents.

Das Kopierschutztechniken wie DRM keineswegs nötig sind, zeigen andere prominente Beispiele. So war auch die Musikindustrie lange davon überzeugt, Musik nur mit DRM einsetzen zu können. Heute jedoch bieten alle großen Musikanbieter ohne Kopierschutz an. Und das digitale Fernsehen in den USA sollte ursprünglich mit DRM gesendet werden, wovon die Verantwortlichen später abrückten.

Der Einsatz von DRM in HTML5 würde nicht nur die Nutzung des Internets verändern, es würde auch das Internet an sich verändern, wie die EFF darlegt.

But even if adopted by a minority of users, such a step would transform the Web. Content could be made unlinkable, unviewable, uneditable or unbrowseable, based on a nest of permissions and negotiations. The web would turn from being an open environment for all, to a nest of incompatible pages, relying on a battery of proprietary plugins.

Abschließend hält die EFF fest, dass es keineswegs um eine Kritik an der technischen Umsetzung gehe:

These objections are clearly wider than technical criticism of the current standard. We feel that the W3C needs to develop a policy, not on the benefits of bringing certain premium content to the Web, but on the conditions that are currently attached to that content: in particular, its position on ceding control of the user agent to forces outside the user’s ultimate control, and using technical and legal measures to enforce that surrender.

Die gesamte Diskussion um die Aufnahme von DRM in HTML5 ist dabei leider keineswegs neu. Bereits Anfang April berichteten wir über eine Petition gegen die DRM in HTML5. Einen guten Überblick über den aktuellen Stand der Entwicklung liefert “Defective by Design”

Der vollständige Einspruch lässt sich auf der Website der EFF nachlesen.

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June 03 2011

Stream der Federated Social Web 2011 Europe

Die FSW2011 des W3C und des EU-Datenschutzprojektes PrimeLife zu dezentralen Social-Networks startet um 16h und wird live gestreamt. Das Programm ist englisch-sprachig und wird bis morgen 13h gestreamt, ehe es in einen OpenSpace übergeht.

Heute ist die Veranstaltung sowie das Podium am Abend auch für nicht-registrierte Teilnehmer besuchbar. Auch die eingereichten Papers sind bereits online, von denen eine Auswahl im W3C-Workshop morgen vorgestellt wird.

Friday, 3rd of June 2011
16.00 Welcome and introduction to the conference, Jan Schallaböck – ULD

16.10 Video address, Tim Berners-Lee – W3C

16.30 Following Social Advertising in the United States, Aleecia M. McDonald

17.00 Lessons learned from Social Networking in Egypt, Amr Gharbeia – Technologist and
actvist

17.30 Coffee break

18.00 Keynote: Who needs Facebook anyway? – privacy & sociality in Social Network Sites, Ronald Leenes – Tilt and PrimeLife Project

18.30 Public Roundtable: From society to technology
Implementing an interoperable, privacy-aware, and decentralized social network:

Amelia Andersdotter – Pirate Party Sweden
Francesca Bria – Imperial Business School
Ade Oshineye – Google
Seda Gürses – K.U. Leuven
Ilya Zhitomirskiy – Diaspora
Fabrizio Sestini – European Commission
Moderation: Gerladine de Bastion

Disclaimer: Der Autor ist organisatorisch in die Veranstaltung involviert.

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