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April 18 2012

Yasni: Reputationsmanagement geht gründlich daneben

Für alle, die noch nie von Yasni gehört haben: Das ist eine sogenannte Personensuchmaschine, die die Trefferlisten vieler richtiger Suchmaschinen mit seltsam zusammenaggregiertem Datenmüll vollspamt. Linus nannte den “Dienst” vor einiger Zeit liebevoll eine “juckende, eitrige Krätze für Suchmaschinen”. Lustiger Weise behauptet die Firma von sich, Reputationsmanagement betreiben zu können – zieht aber selbst Hass und Spott im Internet auf sich, wie ansonsten vielleicht noch Hans-Peter Uhl und Jimmy Blue.

Für alle, die noch nie von Wikipedia gehört haben oder bis heute nicht verstanden haben, wie das funktioniert: Es handelt sich um ein Projekt zum Aufbau einer freien Enzyklopädie, das vom Internet ermöglicht wird und an dem sich prinzipiell jeder beteiligen kann.

Was das eine mit dem anderen zu tun hat? Nun, Yasni hat einen Wikipedia-Artikel. Zugegebenermaßen keinen besonders guten – der Geschichtsabschnitt besteht aus einer Meilenstein-Liste, die Funktionen werden in etwas zu liebevoller Sprache dargestellt, die Yasni als großzügig und selbstlos erscheinen lässt (Yasni ermöglicht, Yasni erlaubt, kostenlos etc.), und der Kritik-Abschnitt ist selbst durchaus kritikwürdig. Woran, wie bei jedem Wikipedia-Artikel, nicht in erster Linie die Autoren Schuld sind, sondern jeder, der nichts tut. Mit einer Ausnahme vielleicht:

Es gibt einen Account, der seit Monaten sehr aktiv gegen Kritik am Unternehmen vorgeht, den Benutzernamen “Tamarin” trägt und den Artikel insgesamt 27 Mal verändert hat. Dieser Account sorgte dafür, dass der “Kritik”-Abschnitt im Artikel lange Zeit hauptsächlich aus einem Hinweis auf die Datenschutzerklärung von Yasni bestand, in der es heißt, dass Yasni keine IPs speichert und keine Daten an Dritte weitergibt (was, zumindest im Wikipedia-Artikel, zuvor auch niemand behauptet hatte), dass im selben Abschnitt als einziges erwähntes Gerichtsurteil auf einen gewonnen Fall zur Verwendung einer Bildvorschau verwiesen wurde, und dass die Beschönigungen nicht durch allzu Kritisches ersetzt wurden. Eine kleine Auswahl an weiteren Edits: Entfernung von Kritik zum ersten, zum zweiten und zum dritten, Relativierung von Kritik, erneute Entfernung.

Teilweise sind diese Entfernungen nachvollziehbar, etwa wenn Kritik an den Quellen geäußert wird oder darauf hingewiesen wird, dass ein Deduktionsschluss nicht unbedingt gültig sein muss. In der Summe aber wird sehr einseitig Kritik unterbunden, während Unternehmensfreundliches beigetragen wurde, das unter der Überschrift “Kritik” definitiv nichts verloren hat.

Ist also der Wikipedia-Artikel endlich mal ein Beispiel für gelungenes Reputationsmanagement von und für Yasni? Naja, nicht wirklich. Denn dass es sich bei “Tamarin” um eine Angestellte der Firma handelt, kann man dank einem Artikel bei erzgebirge.de und einer einfachen Google-Suche ein bißchen zu einfach herausfinden. Der Account hat auf Nachfrage den Interessenkonflikt auch bestätigt und erklärt:

[...] Ziel war es, die Basisfakten darzulegen. Ein PR-Text sollte es nicht sein und ich hab mich immer bemüht, neutral zu bleiben und einfach die bestehende Rechtslage aufzuzeigen. Der Abschnitt über die Kritik ist natürlich problematisch. Nicht weil ich die Kritik abstreite oder ausblenden will – aber es sollte logischerweise Belege geben. Das Problem, mit dem ich im Support imm wieder konfrontiert werde, liegt in den Fehlinformationen im Netz. Daher der Versuch, auf Wikipedia KORREKTE Informationen darzustellen. [...] Ich kann mit den Informationen, die ich habe, mitarbeiten – aber ich akzeptiere, dass ein Interessenkonflikt gesehen wird. Also was tun? Was ich nicht tun werde, ist, virtuellen Selbstmord begehen, meinen Wikipedia-Account löschen und als Sockenpuppe wiederkommen – oder den Artikel ignorieren und nicht bei Fehlinformationen eingreifen.

sowie an anderer Stelle

Es gehört(e) weder zu meiner Stellenbeschreibung, PR zu machen (die PR-Abteilung sitzt nichtmal in meinem Bundesland), noch hatte ich einen entsprechenden Auftrag. Es war mir ein privates Anliegen, weil ich weiß, dass sachliche Informationen rar sind: Weder sind die diversen Anti-Blogs noch unser eigener Firmen-Blog die beste Quelle für objektive Informationen. [...]

Auch ohne Firmenweisung wäre eine so ausführliche Mitarbeit mit so eindeutigem Schlag unerwünscht. In den Wikipedia-Richtlinien heißt es dazu:

Ein Interessenkonflikt tritt insbesondere in Fällen auf, in denen der Autor einen starken persönlichen (und oft emotionalen) Bezug zu dem Thema seiner enzyklopädischen Arbeit hat. Beispiele hierfür sind die Lieblingsband, der Lieblingsstar oder kontroverse Themen. Häufig treten Interessenkonflikte auch im Zusammenhang einer Darstellung der eigenen Person oder Firma auf. Gerade im Fall von Interessenkonflikten ist es wichtig, auf die Neutralität in der Artikelarbeit zu achten. Da dies sehr schwierig ist, ist es meist die bessere Wahl, möglichen Konflikten von vornherein aus dem Weg zu gehen und auf Bearbeitungen solcher Artikel zu verzichten.

Yasni-Geschäftsführer Steffen Rühl reagierte, um eine Stellungnahme gebeten, eher unwirsch, und verzichtete “aus der Historie heraus” auf die Beantwortung von Fragen zum Vorgang. Yasni sei “natürlich [...] nicht an Shitstorms interessiert. Aus dem gleichen Grund kommentieren wir so etwas auch nicht (mehr) mit Fakten, da es ja doch nicht um Sachverhalte sondern um das “Austoben von Meinungen” geht.”

Vor kurzem reichte übrigens ein einzelner, 31 Sekunden lang sichtbarer Wikipedia-Edit eines Mitarbeiters des Daimler-Konzerns für einen Spiegel-Online-Artikel mit der implizierten Forderung, alle 270.000 Mitarbeiter stärker zu kontrollieren und zu überwachen (was größere Teile der nicht mehr so genannten Netzgemeinde übrigens erstaunlich unkritisch weitergaben). Lobbybemühungen bei Wikipedia sind in der Regel natürlich ein kleines bisschen cleverer als das dortige Beispiel und können nur von einer ausreichend großen Zahl von möglichst neutralen und kritischen Enzyklopädie-Mitarbeitern unterbunden werden. Wikipedia ist zu wichtig, um sich nicht daran zu beteiligen und das Reputationsmanagement Fans und Angestellten zu überlassen.

Disclaimer: Der Autor dieses Artikels hat in der Vergangenheit selbst am Wikipedia-Artikel zu Yasni mitgewirkt. Yasni-Geschäftsführer Steffen Rühl wies außerdem per Mail auf diesen von ihm getätigten Edit hin, der gerne kritisch hinterfragt werden kann.

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April 10 2012

Wikimedia Deutschlands Tätigkeitsbericht 2011

Wikimedia Deutschland hat einen umfangreichen Tätigkeitsbericht für das Jahr 2011 veröffentlicht.

Aber es geht um mehr als Berichte und Zahlen. Der Tätigkeitsbericht soll aufzeigen, was es konkret bedeutet, Freies Wissen zu fördern. Das ist der Anspruch, dem Wikimedia Deutschland in der täglichen Vereinsarbeit gerecht werden muss. Deshalb erklärt die Broschüre nicht nur, was und wofür wir im Jahr 2011 gearbeitet haben, sondern auch warum. Die Tätigkeitsberichte sind unsere eigene Messlatte. Sie zeigen uns, was wir erreicht haben, was vor uns liegt und wie wir uns im Vergleich zu den Vorjahren entwickelt haben. Damit mehr Menschen unsere Arbeit und die der Wikipedia-Community verstehen, gibt der Jahresbericht auch einige Hintergrundinformationen, die zur allgemeinen Aufklärung beitragen sollen.

Hier ist das PDF.

March 30 2012

Wikidata: Strukturierte Daten für Wikipedia & Co.

Im Vorfeld zur Wikimedia-Konferenz in Berlin gab Wikimedia Deutschland den Start des sogenannten Wikidata-Projektes bekannt. Wikidata soll als zentrale Informationsquelle für alle Sprachversionen von Wikipedia dienen. Dadurch sollen, gerade in kleineren Sprachfassungen der Online-Enzyklopädie, Informationen einheitlicher und aktueller werden. Auch eine Nutzung der Daten außerhalb des Wiki-Kontextes ist vorgesehen.

Das Problem ist den meisten Autoren und auch vielen Lesern des Mitmach-Nachschlagewerkes wohl bekannt: Sämtliche Zahlen und Statistiken müssen von Hand erhoben und eingepflegt werden. So kann es immer wieder vorkommen, dass gerade in seltener besuchten Artikeln Informationen veraltet sind. Auch liefern Artikel zum gleichen Lemma in verschiedenen Sprachversionen unterschiedliche Angaben. Berlin hat z.B. in der deutschen Ausgabe knapp 3,5 Mio. Einwohner, in der finnischen sind es 3,43 Mio, während die dänische Wikipedia knapp 3,46 Mio. Berliner zählt.

Die Nutzung einer einheitlichen Datenquelle, aus der die Informationen einzelner Artikel zentral bezogen werden, soll so den Wartungsaufwand erheblich verringern und die Autoren deutlich entlasten.

Wikidata ist das größte technische Projekt, das jemals eine der 40 Länderorganisationen der Wikimedia-Bewegung in Angriff genommen hat.

Die Kosten von insgesamt 1,3 Millionen Euro decken sich vollständig aus Großspenden: Die Hälfte wird von Allen Institute for Artificial Intelligence übernommen, die Gordon and Betty Moore Foundation und die Google inc. stellen je ein Viertel der Projektkosten.

Ein Team von acht Softwareentwicklern gibt sich ein Jahr Zeit, bis das fertige Projekt im März 2013 an die Wikimedia Foundation übergeben werden kann. Die Software soll aber schon im August diesen Jahres online gehen und es Usern ermöglichen, Informationen einzutragen und bereits vorhandene Daten in Artikeln zu verwenden. Einen Teaser-Screenshot gibt es jetzt schon zu sehen.

Die Wikimedia-Konferenz, auch als Chapters Meeting 2012 bezeichnet, findet vom heutigen Freitag bis Sonntag im CLUBOFFICE in Berlin statt.

 

 

 

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January 23 2012

SOPA Blackout: Warum Wikipedia Frauen braucht

Der Artikel erschien zuerst am 18.01.12 in der Huffington Post und wurde mit freundlicher Genehmigung durch Sarah Stierch von Katrin Rönicke übersetzt. Sarah Stierch schrieb diesen Beitrag, während die englischsprachige Wikipedia gerade für einen großen Blackout vorbereitet wurde. Auf Entschluss der Wikipedia-Community hin, war die Enzyklopädie am 18. Januar, dem Tag, an dem weltweit Aktionen gegen SOPA stattfanden (wir berichteten), für 24 Stunden nicht benutzbar. Sarah Stierch ist Wikimedia Fellow und bekannt durch ihr Engagement für mehr Frauen in der Wikipedia. Was die Gefahr, die von SOPA ausgeht mit dem geringen Frauen-Anteil der Wikipedia zu tun hat – diese Gedanken teilt Sarah dankenswerter Weise hier.

Kennt ihr Ada Lovelace? Sie wird als die weltweit erste Programmiererin angesehen. Ich hätte niemals davon erfahren, dass eine Frau die erste war, die Computer programmierte, gäbe es nicht diese eine Website: Wikipedia. Das ist diese Seite zu der viele Leute gehen, wenn sie schnell mal nach biografischen Informationen suchen – in meinem Fall: Wie sah Ada Lovelace aus? Was war ihr Vermächtnis? Aber heute [das war am 18.01.2012] ist es nicht möglich, die Wikipedia-Seite, mit der ich den Namen oben verlinkt habe, zu erreichen. Man muss sich durch Google Suchergebnisse klicken, um eine größere Bandbreite von Meinungen über sie und Würdigungen zu erhalten – um sicherzugehen, dass man sich ein ausgewogenes, komplettes Bild von ihr machen kann. Dass man sie nicht in der Wikipedia nachschlagen kann, hat zwei sehr wichtige Gründe: SOPA (Stop Online Piracy Act) und PIPA (Protect IP Act).

Als Autorin in der Wikipedia, für die ich seit 2004 schreibe, habe ich mich damit abgefunden, ein Geek zu sein. Ich habe über 200 Artikel für die Wikipedia geschrieben – über Themen wie die Geschichte kleiner Städte in Tennessee oder die Künstlerin Louise Nevelson (und ja, ich habe ein Leben!). Aber habe mich in letzter Zeit auch mit etwas nicht so lustigem wie meiner Geekiness abfinden müssen: Nur neun Prozent der Leute, die Artikel in der Wikipedia bearbeiten, sind Frauen. Dieser Realität muss man sich stellen: Wir sind die sechst-wichtigste Website im Internet und die große Mehrheit ihrer Inhalte wurde von Männern geschrieben. Das betrifft auch Artikel über Menstruation, Vaginas … oh, und Ada Lovelace. Ihr Artikel wurde auch von Männern geschrieben. Versteht mich nicht falsch: Wir schätzen all diese Kerle, die sich um Qualitätsinhalte kümmern – gerade bei unseren privaten Körperteilen. Aber wäre es nicht noch viel toller, wenn diese Artikel von Frauen geschrieben wären?

Während ich diesen Artikel am 17.01.2012 um 23:15 Uhr schreibe kann ich zusehen, wie unser Team von Angestellten und Freiwilligen langsam die Wikipedia verdunkelt und ich begreife etwas: Wir neun Prozent verlieren damit während des Blackouts unsere Stimme in der sechst-wichtigsten Website der Welt. Das heißt, wenn Wikipedia für immer „dunkel werden“ würde, wären die Folgen verheerend, nicht nur im Allgemeinen, sondern auch mit Blick auf die Repräsentation von Frauen im Netz. Während Frauen zu Facebook vielleicht mehr beitragen, als Männer, werden unsere Stimmen dort nur von Freunden und Familie gehört – und deren Freunden, und Freunden von Freunden – wenn wir Glück haben. Frauen werden nicht als Nutzerinnen von Google gehört, der weltweit wichtigsten und bekanntesten Website (und Männer auch nicht). Aber durch einen Beitrag in der Wikipedia werden Frauen nicht nur gehört – wir helfen darüber hinaus auch, diesen Ort stetig weiter zu bauen. Wir nehmen teil. Ob es nun der Inhalt ist, den wir schreiben, oder ob es das Foto ist, das wir machen – wir können kontrollieren und kuratieren, was Wikipedia mit der Welt teilt. Durch unsere Stimmen (neutral selbstverständlich); wir reden ja von Wikipedia) können wir die Stimmen, die nicht gehört werden repräsentieren: Die Stimmen der Frauen, die bislang noch nicht in der Wikipedia repräsentiert werden – Feministinnen, Musikerinnen, Gelehrte – und Themen, die an denen Frauen Spaß haben. Es geht nicht darum, dass dieser Teil nicht repräsentiert wäre – es ist nur leider sehr ärmlich repräsentiert. Zum Beispiel: Für eine lange Zeit würde der Artikel zu „Hairdresser“ zum Artikel „Barber“ zurückgeleitet (zur Info: „Hairdresser“ heißt Friseur(in) und „Barber“ heißt Herrenfriseur). Erst vor kurzem haben ein AutorInnen-Team und ich geholfen, den Artikel „Hairdresser“ samt seiner Geschichte zu schreiben. Oh – und der Artikel über Mode? Der hat nicht einmal Coco Chanel erwähnt. Wikipedia ist nicht komplett wenn nicht jedermensch dazu Beitragen kann, und das tut nicht jedermensch.

Was kann man also tun, um aus Wikipedia eine stärkere und diversere Landschaft freier Informationen zu machen? Erstens: Helfen Sie uns, diese sensible Situation in Bezug auf die potentielle Zensur durch die US-Regierung zu überwinden. SOPA und PIPA würden es der föderalen Regierung erlauben Nutzer-generierte Inhalte online zu kontrollieren – das bedeutet, dass Webseiten wie Wikipedia und andere, die auf unsere Beiträge angewiesen sind, permanent „dunkel“ sein könnten oder Nutzer-generierte Inhalte werden entfernt werden, sollten sie dem FBI in die Quere kommen. Zweitens: Macht bei der Wikipedia mit! Kommt in die Community: Schreibt oder helft, einen Artikel zu verbessern, der ein Thema betrifft, dass ihr liebt. Schmeißt Editing-Parties mit euren Freunden und werdet euch darüber klar, dass eure Beiträge wirklich einen Unterschied machen. Groß oder klein – sie werden täglich von Millionen von BesucherInnen gelesen. Stellt euch vor, was eure Beiträge in der weltweit freien Enzyklopädie für andere Frauen, die sie lesen, tun könnten.

Und falls euch das alles egal sein sollte, dann tut es für Ada. Tut es für Frauen, die für uns vorgelegt haben – in ihrem Namen. Teilt ihre Geschichten, so dass andere Generationen Qualitäts-Inhalte finden können, kostenlos, online, in denen sie über diese faszinierenden Frauen lernen können. Tut es für die Frauen, die zum ersten Mal ihre Sexualität erkunden, oder vielleicht etwas über die Krankheit ihrer/s PartnerIn lernen wollen. Macht es, um mehr über Kultur zu lernen und darüber, was euch inspiriert.

SOPA und PIPA wurden entwickelt um uns unabhängig vom Geschlecht unserer der Kontrolle über einen Bereich unseres Lebens zu berauben, in dem wir bislang noch Kontrolle hatten: was wir zum Internet beitragen. Wenn wir nicht kontrollieren können, wo unsere Stimmen gehört werden und welche Informationen wir teilen, was heißt das dann für die nachkommenden Generationen? Wikipedia wurde auf dem Prinzip des Teilens freien Wissens mit der ganzen Welt gegründet. Wenn das nicht empowernd ist – was dann?

January 17 2012

SOPA&PIPA: Wikipedia sieht schwarz

Seit gestern Abend steht es fest: Am 18. Januar wird die englischsprachige Wikipedia im Zuge der SOPA- und PIPA-Proteste für 24 Stunden schwarz. Die Entscheidung wurde nach einer mehrtägigen Diskussion gefällt, an der sich über 1800 Wikipedia-Autoren beteilgten. Hier vorab einige Entwürfe zu Blackout-Screens:

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January 14 2012

Druck auf Wikipedia für Teilnahme an SOPA-Blackout via Spendenaufruf

Es klingt wie Satire, ist aber offensichtlich ernst gemeint. Weil sich die Entscheidung innerhalb der Wikipedia-Community (vgl. die diesbezügliche Wikiseite) weiter hinzieht, ob und in welcher Form man sich an den Anti-SOPA-Protesten beteiligen soll, hat Demand Progress die Seite www.wikipediablackout.com gestartet. Dort werden Internetnutzer aufgefordert, Wikimedia die Entscheidung mit Spendendollars leichter zu machen und zumindest einen Dollar an Wikipedia zu spenden. (Ein Schelm wer hier nur an den damit verbundenen perversen Anreiz denkt, sich jetzt erst Recht mit der Entscheidung Zeit zu lassen.)

Die Diskussion zieht sich vor allem auch deshalb so lange hin, weil es nicht nur um ein simples Ja oder Nein zur Teilnahme am für den 18. Januar geplanten Protest-Blackout geht, sondern auch um Ausmaß und Begleitmaßnahmen des Blackouts. Diskutiert wird beispielsweise, Wikipedia nur in den USA abzuschalten und im Rest der Welt über Banner darüber zu informieren.

Auch ist umstritten, was unter “Blackout” zu verstehen ist: Soll die Wikipedia tatsächlich für einen Tag nicht erreichbar sein oder sollen Besucher sich nur durch Informationen zu SOPA durchklicken müssen, um zu den Wikipedia-Inhalten zu gelangen. Dem derzeitigen Stimmungsbild nach zu urteilen dürfte zweitere Option in den USA, kombiniert mit Bannern für den Rest der Welt, voraussichtlich das Rennen machen – zumindest, wenn es überhaupt zu einer Entscheidung kommt.

January 12 2012

Wikimedia-Geschäftsführerin präsentiert Pläne für radikale Restrukturierung

Kürzlich haben wir an dieser Stelle noch darüber berichtet, dass Wikimedia Deutschland die Rekordsumme von 3,8 Millionen Euro bei der jüngsten Spendenaktion erlöst hat (“Wikimedia steigert Spendenaufkommen um 72%“). Wenn es nach den jüngst veröffentlichen Plänen von Wikimedia-Foundation-Geschäftsführerin Sue Gardner geht, könnte dieser warme Spendengeldregen für den deutschen Wikimedia-Verein bald der Vergangenheit angehören – wobei auch schon nach der bisherigen Regelung ein großer Teil des jährlichen Spendenaufkommens direkt an die Wikimedia Foundation geht.

In einem ausführlichen und derzeit nur auf Englisch verfügbaren Eintrag auf Meta-Wiki spricht sich Gardner für eine Zentralisierung des Fundraisings aus und fordert eine Abkehr vom bislang dominanten, länderbasierten Chapter-Prinzip. Derzeit ist es so, dass bei den jährlichen Spendenaufrufen nur Teile der Gelder direkt an die Foundation in den USA gehen, der Rest bleibt bei den lokalen Chapter-Organisationen – zumindest dort, wo sich wie in Deutschland eine Wikipedia-Sprachversion einem Chapter-Verein zuordnen lässt. Wikimedia Chapter sind in der Regel mitgliederbasierte Vereine und als solche formal unabhängig von der Foundation. Für die Nutzung der Wikimedia-Marken, allen voran der Wikipedia, müssen sie allerdings mit der Foundation formelle Vereinbarungen abschließen, in denen auch die Aufteilung des Spendenaufkommens vereinbart wird.

Wenn es nach den Empfehlungen von Gardner geht, soll sich das in Zukunft grundsätzlich ändern. Sie macht vier konkrete Vorschläge (Übersetzungen von mir):

  • Empfehlung #1: Alle Spenden von Besuchern jener Seiten, die von der Wikimedia Foundation betrieben werden [Anm.: also auch die deutsche Wikipedia-Seite unter de.wikipedia.org] sollen von der Wikimedia Foundation eingezogen und verarbeitet werden.
  • Empfehlung #2: Alle Strukturen der Bewegung soll Fundraising außerhalb der von der Wikimedia Foundation betriebenen Wikis erlaubt sein, solange das auf eine Art und Weise geschieht, die mit den grundlegenden Prinzipien für Fundraising übereinstimmt, die vom Wikimedia Vorstand festgelegt werden.
  • Empfehlung #3: Die Wikimedia soll sich verpflichten, die Vergabe von Förderungen (“Grants”) zur Unterstützung dezentraler Aktivitäten von Mitgliedern der Bewegung (worunter Chapter, andere Gruppen und Einzelpersonen fallen) auszubauen.
  • Empfehlung #4: Der Vorstand der Wikimedia Foundation soll sich verpflichten, die bewegungsweite Vergabe von Mitteln (abgesehen vom operativen Kernbudget der Wikimedia Foundation) an eine neu zu gründende Bewegungs-Vertretung zu delegieren, die Entscheidungen über die beste Verwendung der Mittel innerhalb der Bewegung machen würde.

Gardner nennt eine Reihe von Gründen für diese Vorschläge. Zentral ist dabei das Argument, dass die Wikimedia-Projekte nicht entlang geographischer, sondern entlang sprachlicher Grenzen gegliedert seien und deshalb die geographische Ausrichtung der Chapter-Struktur der Community nicht gerecht werde. Deutschland sei hier die Ausnahme:

Alles (oder die meisten Dinge, oder auch nur viele Dinge) durch einen geographischen Filter zu pressen macht keinen Sinn. Es funktioniert ganz gut in Deutschland, weil sich dort Sprache und Geographie in unüblich großem Ausmaß überlappen – praktisch jeder in Deutschland spricht Deutsch, und nur eine relativ kleine Zahl von Leuten außerhalb Deutschlands spricht Deutsch. Es funktioniert weniger gut in den meisten anderen Ländern.

Brisant an den Vorschlägen Gardners ist aber nicht nur deren Radikalität, sondern auch deren Form und der Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung. Es ist noch nicht einmal zwei Jahre her, dass die Wikimedia Foundation einen 5-Jahres-Plan als Ergebnis eines einjährigen und sehr partizipativen Strategiefindungsprozesses präsentiert hat. Dort waren solche tiefgreifenden Veränderungen kein Thema. Hinzu kommt, dass Vorschläge und Begründung bislang nur in englischer Sprache vorliegen. Problematisch scheint auch, dass nach den Vorschlägen von Gardner die Verfügungsgewalt über quasi die gesamten Mittel der Wikimedia Foundation weltweit an ein neues Gremium delegiert werden soll, das noch nicht einmal in Grundzügen skizzierbar ist.

Wen Hintergründe und Details auf Deutsch interessieren, dem sei das öffentliche Archiv der deutschen Wikimedia-Mailingliste zur Lektüre empfohlen, wo die Vorschläge kontrovers diskutiert werden.

Wikistream – Wikipedia beim Wachsen zuschauen

Dass in der Wikipedia, der nach eigenen Angaben inzwischen umfangreichsten Enzyklopädie der Welt, auch zehn Jahre nach der Gründung ständig neue Artikel hinzukommen und bestehende verbessert werden, ist den meisten Usern durchaus klar. Wikipedia veröffentlicht seit Jahren regelmäßige Statistiken, die die meisten Fragen beantworten.

Einen vollkommen neuen Ansatz geht aber Wikistream: Das kleine OpenSource-Tool zeigt sämtliche Änderungen an allen größeren Wikipedia-Sprachversionen live an. Neu hochgeladene Wikimedia-Fotos werden sofort als Hintergrund der Seite angezeigt. Einige Filteroptionen erlauben z.B. nur die Updates der deutschen Wikipedia anzuzeigen oder nur Änderungen, die mehr als 1000 Zeichen umfassen. Wem es zu schnell geht (was bei mehreren hundert Updates pro Minute leicht passieren kann) der kann den Strom jederzeit mit der “p”-Taste pausieren.

 

January 05 2012

Wikimedia Deutschland steigert Spendenaufkommen um 72%

3,8 Millionen Euro in 50 Tagen – So lautet die Statistik des diesjährigen Spendenaufrufs von Wikimedia Deutschland. Im Vergleich zu den 2,2 Millionen aus dem Jahr 2010 ergibt sich damit eine Steigerung der Einnahmen um 72%. Die Anzahl der Spender hat sich auf ca. 160.000 verdoppelt, im Schnitt hat also jeder Spender 23,75€ eingezahlt.

In einer Pressemitteilung bedankt sich die Wikimedia Deutschland e.V. bei allen Spendern.

Wikimedia Deutschland möchte allen Spenderinnen und Spendern für ihre Hilfe herzlich danken. Dieses Ergebnis ist in vielerlei Hinsicht ein ganz besonderer Erfolg: Es ist ein außergewöhnliches Zeichen der Unterstützung für die Idee Freien Wissens. Es versetzt Wikimedia Deutschland in die Lage, unsere zahlreichen Förderprojekte für das Jahr 2012 umsetzen zu können. Es ist zugleich Würdigung unserer Arbeit, aber vor allem auch ein klarer Auftrag, den unsere Spender uns mit ihrem Beitrag zur Wikimedia-Bewegung erteilen. Wir sind überaus dankbar für dieses große Vertrauen

.

Laut dem Wirtschaftsplan 2012 (pdf) fließt das Geld unter Anderem in die Qualitätssteigerung (1,08 Mio. €), Freiwilligenförderung (270.000 €) und die Gewinnung von neuen Autoren (252.000 €). Für Projekte der Community stehen 250.000 € zur Verfügung.

Aber auch die Kosten für Verwaltung und Infrastruktur erhöhen sich von 405.000 € (2011) auf 780.000 €, der Löwenanteil von 506.000€ entfällt dabei auf den Posten “Geschäftsführung und Geschäftsstelle”.

Auch der internationalen Wikimedia Foundation gelang es, mit über 20 Millionen US-Dollar einen neuen Spendenrekord aufzustellen. Dank Großspenden, z.B. 500.000$ von Google-Gründer Sergey Brin konnte das Spendenziel hier schon vor zwei Tagen erreicht werden.

Für alle Interessierten gibts es hier verschiedene interne Studien zur Effizienz der Jimmy-Wales-Banner und anderer Spendenaufrufe.

December 20 2011

Wieviel Macht hat Wikipedia?

Die freie Online-Enzyklopädie Wikipedia ist als Wissensressource aus dem Alltag kaum mehr wegzudenken. Nachdem der Schwanengesang auf das gedruckte Lexikon verklungen ist, nimmt das Projekt eine Stellung ein, die man als marktbeherrschend bezeichnen kann. Wenig verwunderlich also, dass es auf umstrittenen Gebieten immerwieder zu Grabenkämpfen kommt und dass Lobbygruppen versuchen, Einfluss zu nehmen.

Doch neben der Macht des Wissens scheint Wikipedia mittlerweile auch eine neue Machfunktion zu besitzen: Als Protestplattform – was nicht unumstritten ist.

Seit am 4. Oktober die Community der italienischen Version gegen einen als “Maulkorberlass” empfundenen Gesetzentwurf “streikte” und alle Seiten auf eine Protestnote umleitete, wurde deutlich, welchen Einfluss man auf diese Art nehmen kann. Denn die nicht mit der Betreiberorganisation Wikimedia abgestimmte Aktion war von Erfolg gekrönt, der Entwurf wurde entschärft und seit dem Ende der Regierung Berlusconi hat man nichts mehr darüber gehört.

Morgen wird in den USA die Debatte zu SOPA wieder aufgenommen (wir berichteten), und die Mutter aller Wikipedien bringt sich in Stellung: Auf http://en.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:SOPA_initiative wird abgestimmt, auf welche Art und Weise der Protest erfolgen soll. Ein erster Erfolg ist bereits zu verzeichnen: Das einleitende Statement von Wikipedia-Papa Jimmy Wales sorgte für etwas Medienecho, und sogar auf der anderen Seite des Atlantiks wurden ein paar Druckerzeugnisse auf den möglichen Sargnagel des freien Internets aufmerksam. Auch in der deutschen Sprachvariante will man sich solidarisch zeigen. Vielleicht hilft es ja, denn der ein oder andere Abgeordnete wird sicherlich wieder so gelangweilt vom Politik machen sein, dass er versehentlich beim rumsurfen über die Folgen seiner Handlungen aufgeklärt werden könnte – auf welcher Sprache auch immer.

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December 14 2011

Prototyp für visuellen Wikipedia-Editor freigegeben

Dass das Editieren der Wikipedia die Kenntnis einer zunehmend komplizierten Wikisyntax erfordert, gilt als einer der Gründe für die geringe Diversität unter Wikpedia-Autoren. Die Geschäftsführerin der Wikimedia Foundation, Sue Gardner, hat deshalb auch bei ihrem jüngsten Besuch in Deutschland in einem Interview mit Zeit Online einen neuen, visuellen Editor versprochen.

Ein erster Prototyp dieses WYSIWYG-Editors ist nun online. Wer mag, kann ihn in einer Sandbox ausprobieren. Im Blog von Wikimedia Deutschland heißt es dazu:

Dieser neue Prototyp ist eine Testversion, der entscheidende Merkmale wie die Speicherung und der Zugriff auf echte Wikipedia-Artikel fehlen. Es gibt keine Datenbankverbindung. Es handelt sich um eine Spielwiese und Kommentare und hilfreiche Tipps sind hier sehr erwünscht!

Außerdem werden die nächsten Schritte skizziert:

Zunächst sollen nacheinander neue Funktionen freigeschaltet werden, Fehler behoben und Updates veröffentlicht werden. Ziel: Der Editor soll nach und nach anwendbarer für tatsächliche Wikipedia-Bearbeitungen werden. [...] Geplant ist, kurzfristig “echte” Bearbeitungen einem (sehr) kleinen Nutzerkreis zu ermöglichen. Bis allerdings selbst eine nur kleine Gruppe von Bearbeitern mit vollumfänglichen Funktionen des Editors versorgt werden kann, wird es noch eine Weile dauern.

Ich bin jedenfalls gespannt, ob und falls ja, wie stark sich ein funktionierender Editor letztlich auf den Gender-Bias in der Wikipedia auswirken wird. Meine Vermutung: nicht allzu stark. Gleichzeitig wäre dann allerdings die Technik-Ausrede weg und man müsste sich stärker und ernsthafter mit “weicheren” Ursachen dafür auseinandersetzen, dass der Frauenanteil unter den Wikipedia-Autoren derzeit gerade einmal bei maximal 13 Prozent liegt.

December 05 2011

Erfolgreiches Scheitern bei Wikipedia

Auf einer Konferenz zum Thema “Ins Netz gegangen – Neue Wege zum kulturellen Erbe” hat Mathias Schindler, Projektmanager Politik und Gesellschaft bei Wikimedia Deutschland e.V., über erfolgreiches Scheitern bei Wikipedia gesprochen:

November 25 2011

Wikimedia: Aus Zedler-Medaille wird Zedler-Preis

Gestern Abend wurde am Blog von Wikimedia Deutschland der “Zedler-Preis für freies Wissen” als Nachfolger für die bislang vergebene Zedler-Medaille ausgelobt. Letztere sollte vor allem Wissenschaftler zum Schreiben von Wikipedia-Artikeln motivieren. Ein Ziel, das mehr schlecht als recht erreicht wurde. Der neue Preis ist deshalb gleich in mehrfacher hinsicht breiter aufgestellt und adressiert nicht mehr nur (potentielle) Wikipedia-Autoren. Konkret gibt es Preise in drei Kategorien zu vergeben:

  • I. Wikipedia-Artikel des Jahres: Welcher Wikipedia-Artikel begeisterte 2011 am meisten? Exzellent oderLesenswert ist hier nicht zwingende Voraussetzung; Qualität ist nicht das einzige Kriterium, es kann auch der repräsentativste, skurrilste oder “wichtigste” Artikel ausgezeichnet werden.
  • II. Community-Projekt des Jahres: Welches Projekt im Wikimedia-Universum hat 2011 am meisten dazu beigetragen, Menschen zu befähigen, direkt oder indirekt Inhalte für die Wikimedia-Projekte zu schaffen. Hier sind Projekte gefragt, bei denen mehrere Leute gezielt zusammen an einer gemeinsamen Sache arbeiten. Denkbar sind z.B. Veranstaltungen, Wettbewerbe, Digitalisierungsprojekte oder Redaktionsaktivitäten, die Wikipedia und den Schwesterprojekten zugute kommen.
  • III. Projekt des Jahres (extern): Diese Kategorie ist zunächst sehr offen gehalten und richtet sich an Projekte außerhalb des Wikimedia-Universums. Wir suchen Projekte, die der Erstellung, Verbesserung und Verbreitung Freien Wissens dienen und die sich z.B. durch Einzigartigkeit, Originalität, Engagement und Wirkung auszeichnen. Kandidaten sind hier z.B. Schulungsprogramme, Aufklärungsarbeit, Entwicklerprojekte oder Veranstaltungen, die nicht direkt mit dem Wikiversum in Verbindung stehen. (Wir suchen außerdem noch einen hübscheren Titel für diese Kategorie. Ideen?)
Vorschläge für Preisträger können entweder direkt auf einer Wikiseite oder mittels Online-Formular eingereicht werden.
Zur Klarstellung: Der “Zedler-Preis für freies Wissen” ist nicht zu verwechseln mit dem “Wissenswert-Wettbewerb”, bei dem zukünftige Projekte gefördert werden. Für diesen Wettbewerb ist gestern die Vorschlagsfrist abgelaufen und es wurden insgesamt 50 Projektideen eingereicht.

November 12 2011

Kartographierung: Wer schreibt wo in die Wikipedia? (Update)

Mark Graham @geoplace vom Oxford Internet Institute hat sich die Editierungen verschiedener Wikipedia-Sprachen-Communities angeschaut und diese anhand der Geolocation-Daten auf einer Weltkarte visualisiert. Die Ergebnisse sehen jeweils faszinierend aus. Schade, dass die deutsche Wikipedia fehlt. Hier ist sein Artikel mit seinen Anmerkungen zu den Ergebnissen: Mapping Wikipedia’s augmentations of our planet.

Update: Mein Fehler (Vor dem ersten Kaffee gebloggt): Die Überschrift ist falsch. Die Daten-Grundlage sind nicht die Geolocation-Daten, sondern Geopositionen, die in Artikeln vermerkt sind. Also wenn z.B. ein Artikel über eine Region und/oder Stadt geschrieben wird. Insofern zeigen die Karten anschaulich, über welche Regionen in welchen Sprachen in der Wikipedia geschrieben wird. Danke für die Hinweise in den Kommentaren.

Englische Wikipedia:

Update: Danke an foo für eine Visualisierung der deutschen Wikipedia:

Und einmal eine Deutschlandkarte:

Französische Wikipedia:

Hebräische Wikipedia:

Ägyptisch-Arabische Wikipedia:

Arabische Wikipedia:

Swahilli Wikipedia:

Persische Wikipedia:

(via)

October 05 2011

Was noch übrig blieb

Bildblog berichtet über eine Spiegel-TV-Sendung, in der diese das Internet für Suizidforen kritisierte, aber selbst fleißig Werbung für diese machte: Kochrezepte für den Suizid.

Sascha Lobo kritisiert bei SpOn die fachliche Unfähigkeit von Siegfried Kauder, sich mit Netzpolitik zu beschäftigen: Die Rechts-Links-Störung der deutschen Netzpolitik.

Erich Moechl beschäftigt sich bei FM4 damit, wie die EU gerade mit den Telekommunikationsunternehmen die Netzneutralität verwässert: “Neusprech statt Netzneutralität”.

Bei der Berliner Gazette geht Krystian Woznicki der Frage nach “Die digitale Revolution ist in der Mitte Deutschlands angekommen – was unternehmen Zeitungen?” Die machen jetzt ePapers.

Mathias Richel ist etwas verwundert, dass “die Piraten schneller im politischen Medienzirkus angekommen sind, als ich es für möglich hielt”: Keine Zeit für Fehler.

Die Grünen im Europaparlament haben eine Studie in Auftrag gegeben, ob das ACTA-Abkommen kompatibel zu europäischen Rechtsstandards ist. Hier ist die Presseerklärung, hier die Studie als PDF und Heise fasst die Inhalte zusammen: Gutachter rät zu komplettem Neustart beim Anti-Piraterie-Abkommen ACTA.

Und in Italien streikt die Wikipedia wegen eines drohenden Internetzensur-Gesetzes.

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September 27 2011

Nichts zu editieren

Khesrau Behroz trägt seinen Text “Nichts zu editieren” vor. Dieser wurde ursprünglich am 24. September 2011 im Rahmen der Buchpräsentation des Wikipedia-Buches “Alles über Wikipedia” in der Literaturwerkstatt in Berlin gelesen.

Nichts zu editieren from Wikimedia Deutschland on Vimeo.

Dieses Video steht unter einer Creative Commons CC-BY-SA 3.0-Lizenz.

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September 01 2011

Morgen: Wikipedia für Berlin – Berlin für Wikipedia?

Morgen Abend veranstaltet Wikimedia e.V. im Radialsystem in Berlin den Event “Wikipedia für Berlin – Berlin für Wikipedia?”:

Am morgigen Freitag, den 02. September 2011, wollen wir ab 19 Uhr im Berliner Radialsystem darüber sprechen, wie das Wissen Berlins gesammelt und unter Freier Lizenz der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden kann. Wir erläutern wie Wikipedia funktioniert und welche Rolle das freie Medienarchiv Wikimedia Commons dabei spielt. Wie kann Berlin von Wikipedia profitieren – einem Gemeinschaftsprojekt von Freiwilligen aus aller Welt, die das Wissen der Welt sammeln und frei zur Verfügung stellen? Und wie kommt das Wissen Berlins zu Wikipedia?

Wir sprechen unter anderem über Wiki Loves Monuments und Wikipedia muss Weltkulturerbe werden! Am Gespräch nehmen u.a. teil:

- Hauke Gierow/Stefan Wehrmeyer (Open Knowledge Foundation Deutschland)
- Kilian Kluge (Wiki Loves Monuments)
- Pavel Richter (Wikimedia Deutschland)
- Michelle Thorne (Mozilla Foundation)
- John Weitzmann (Legal Project Lead von Creative Commons Deutschland)
- Dr. Christine Wolf (Landesdenkmalamt Berlin)

Hier noch die Adresse. Kommt zahlreich!

Berlin Agora im
RADIALSYSTEM V
Holzmarktstr. 33
10243 Berlin

July 15 2011

Dem Bundestag erklärt: Wikis und Wikipedia (Update)

Der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages erklärt in einem Infobrief Wikis und die Wikipedia: Entwicklung und Bedeutung der ehrenamtlich im Internet eingestellten Wissensangebote insbesondere im Hinblick auf die Wiki-Initiativen. (PDF)

Update: Link wurde geändert.

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July 02 2011

Astroturfing-Vorwürfe gegen Wiki-Watch

Es gibt gerade einige Diskussionen um das Wiki-Watch-Projekt. Dieses hatte sich öffentlichkeitswirksam als „Arbeitsstelle Wiki-Watch im „Studien- und Forschungsschwerpunkt Medienrecht“ der Juristischen Fakultät der Europa-Universität Viadrina die Aufgabe gegeben, die Wikipedia wissenschaftlich und kritisch zu begleiten. Mittlerweile gibt es Vorwürfe, die Betreiber würden aus dem Evangelikalen Umfeld kommen und würden das Projekt eher dafür verwenden, sich einen Namen zu machen, um über eine Public Affairs Agentur Astroturfing-Dienstleistungen anzubieten, Wikipedia-Artikel für Kunden zu manipulieren.

Auf faz.net erschien gestern darüber ein Artikel „Hier prüft der Bürger das Insulin noch persönlich“. Dieser ist jetzt zurückgezogen:

Am Freitag erschien an dieser Stelle ein Artikel über Verbindungen des Projekts „Wiki-Watch“ mit der Pharmaindustrie. Wir nehmen den Text nach Ankündigung juristischer Schritte durch die hier angegriffenen Personen bis auf weiteres aus dem Netz.

Wer sich eine eigene Meinung bilden will, findet den Artikel u.a. noch hier.

Die Dokumentation in der Wikipedia über die Vorwürfe bieten auch viele Informationen über die Hintergründe.

Bin gespannt, was da noch rauskommt.

Update: Die Wiki-Watch-Betreiber haben sich wohl auch mehr oder weniger undercover im VroniPlag-Wiki umgesehen.

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May 30 2011

Wikimedia Commons: Bild des Jahres 2010

Wikimedia Commons sucht das Bild des Jahres 2010. Zur Auswahl stehen 36 Bilder, die wahlweise gemeinfrei sind oder unter einer freien CC-Lizenz stehen. Abstimmen geht auf der Webseite. Hier sind nur mal zwei zur Auswahl.

(Public Domain by NASA)

(CC-BY Ester Inbar)

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