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February 19 2014

November 26 2013

BBC will mehr Open wagen

BBC MoU signings

Die Unterzeichnenden (Bild: @jakeberger)

Die BBC, Großbritanniens große öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt, hat gestern Absichtserklärungen unterschrieben, in denen sie erklärt, sich für offene und freie Internettechnologien einzusetzen. Dabei soll es unter anderem um offene Daten und offene technische Standards gehen. Die Erklärungen wurden mit der Open Knowledge Foundation (OKFN), dem Open Data Institute (ODI), der Mozilla Foundation und der Europeana Foundation geschlossen.

Die BBC erhofft sich eine engere Zusammenarbeit mit den Organisationen bei gemeinsamen Anliegen und verweist auf in der Vergangenheit auf dem Gebiet Geleistetes wie etwa das maschinenlesbare und dauerhaft vorhandene Programm. In einem Positionspapier zum Thema Open Data aus dem Frühjahr wurden die bisherigen Bemühungen und einige relevante Fragestellungen zusammengetragen.

Laut dem von der OKFN veröffentlichten Memorandum of Understanding ist die Zusammenarbeit auf mindestens zwei Jahre angelegt und soll unter anderem zum

development of world-class digital content and infrastructure within the UK’s knowledge economy and the more efficient use of public sector resources

beitragen. Der Anhang listet sechs Felder auf, in denen die Zusammenarbeit stattfinden soll:

  • Unterstützung und Fortentwicklung eines diskriminierungsfrei zugänglichen, auf offenen Standards basierenden Netzes und Unterstützung bei Veröffentlichungen, die der Open Definition entsprechen.
  • freie Metadaten
  • Digitalisierung und digitale Bewahrung
  • möglichst freier Zugang zu digitalen/digitalisierten Archiven
  • Zusammenarbeit bei der Fortentwicklung des Rechtemanagements
  • Zusammenarbeit bei der Entwicklung von barrierefreien Interfaces

Schön, mal wieder was aus Großbritannien vermelden zu können, ohne die Buchstaben C, G, H und Q in die richtige Reihenfolge bringen zu müssen. Man darf gespannt sein, was aus den Abmachungen konkret entstehen wird. Eine von vielen Möglichkeiten der Zusammenarbeit zeigt ein Projekt, das schon lange vor der Unterzeichnung angeschoben wurde: Am 18. Januar 2014 können Freiwillige Sprach-Samples prominenter Personen aus dem Radioarchiv von BBC Radio 4 extrahieren und unter freier Lizenz bei Wikimedia Commons hochladen.

Wir wollen netzpolitik.org weiter ausbauen. Dafür brauchen wir finanzielle Unterstützung. Investiere in digitale Bürgerrechte.

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July 09 2013

Yochai Benkler im Video-Interview über die Entwicklung von Internet, Gesellschaft und freien Gütern

Am 11. Juni war Yochai Benkler zu Gast beim WZB Berlin Colloquium und sprach über seine neueste Arbeit “Practical Anarchism: Peer Mutualism, Market Power,
and the Fallible State” (hier als pdf). Benkler ist Juraprofessor an der Harvard Law School und befasst sich unter anderem mit Fragen des Urheberrechts und freien Gütern. Sein Buch “The Wealth of the Network” veröffentlichte er unter Creative Commens Lizenz und ist hier als pdf zu beziehen. Im Anschluss an das Kolloquium hatte Katja Scheliga die Gelegenheit ein Interview mit Yochai Benkler zu führen, welches nun, in Form eines Videos, seinen Weg auf den Blog des Alexander von Humboldt Instituts für Internet und Gesellschaft gefunden hat.

Die Themen des Interview reichen dabei von Fragen zur aktuellen Entwicklung des Internets und den daraus resultierenden Folgen für die Gesellschaft bis zu der Frage inwieweit uns Open Data und Open Sciences eine neue gesellschaftliche Freiheit bescheren. Einige Zitate aus dem Interview:

„That increased sophistication of firms and the state and the combination of the two of them presents a significant and deep threat to the possibility to shared social life on the net.“

„We had essentially two platforms. One was the Personal Computer which was largely build on an open environment. […] On the other hand the phone was a very limited platform. What happened with the rise of the smartphone and the shift of computation to the handheld, is that the history of the handheld, the connection between the carrier, the non-open IP-stack, the business models that ties to the handheld device […] have mend that the move to the smartphone has created substantial risk that the range of freedom, the degrees of freedom and the platform will be substantial constraint“

„We’ve initially seen with ACTA then with SOPA/PIPA in the US with TTP in the Pacific […] a whole knew set of effort to clamp down on intellectual properties and constrain the commons in a way that really threatens open commons based productions.“

Hier nun aber auch das Interview in voller Länge:

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May 22 2013

Commons: Die Verfassung der Gesellschaft jenseits von Markt und Staat

Die Heinrich-Boell-Stiftung diskutiert heute ab 16:30 Uhr über “Commons: Die Verfassung der Gesellschaft jenseits von Markt und Staat“. Dabei sind u.a. der Commons-Forscher David Bollier und der p2p-Theoretiker Michel Bauwens (p2p-foundation). Das könnte interessant werden. Auf boell.de wird die Debatte im Livestream übertragen.

Silke Helfrich und David Bollier von der Commons Strategies Group, eine Initiative zur Stärkung des Commons-Gedankens in der öffentlichen Debatte, werden über das zunehmende öffentliche Interesse an den Commons sprechen, und die Herausforderungen der Bewegung beschreiben, Commons ins Zentrum einer neuen Produktionsweise und Organisationsform zu rücken.

Mit den Referent/innen:
Stefano Rodotà, Italien
Maristella Svampa, Argentinien
Barbara Unmüßig, Deutschland
David Bollier, USA
Silke Helfrich, Deutschland
Michel Bauwens, Belgien/Thailand

Moderation:
Armin Medosch, freier Journalist, Österreich

Wir wollen netzpolitik.org weiter ausbauen. Dafür brauchen wir finanzielle Unterstützung, auch um weiterhin einen Full-RSS-Feed anbieten zu können. Investiere in digitale Bürgerrechte.

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May 10 2012

COMMUNIA Projekt veröffentlicht Abschlussbericht und Buch

Das COMMUNIA Projekt hat seinen Abschlussbericht und ein Buch veröffentlicht. Der Abschlussbericht fasst die herausragende Arbeit des thematischen Netzwerks zusammen. Er umfasst theoretische Analysen und praktische Handlungsempfehlungen zu allen Fragen rund um die Public Domain. Auswahl der Themen:

Das Buch mit dem Titel “THE DIGITAL PUBLIC DOMAIN” kann hier gekauft oder gratis heruntergeladen werden. Ich empfehle die Lektüre von beiden Werken sehr! Viel Spaß beim Lesen.

Die Arbeit des COMMUNIA Projekt wird heute, nach dem Auslauf der Förderung durch die EU, als zivilgesellschaftliche Organisation mit dem Namen COMMUNIA ASSOCIATION fortgesetzt.

April 29 2012

Geistiges Eigentum in Zeiten der 3D-Drucker

Breitband auf Deutschlandradio Kultur hat gestern über “Geistiges Eigentum in Zeiten der 3D-Drucker – Ist die Urheberrechtsdebatte nur ein Vorgeschmack?” berichtet.

In der Industrie werden 3D-Drucker schon seit längerem eingesetzt. Auch für Zuhause gibt es schon einige Open-Source-Geräte, die immaterielle, digitale Designs per Knopfdruck in die Kohlenstoffwelt überführen. Der große Durchbruch der Technologie auf dem Massenmarkt blieb bisher aus. In diesem Jahr soll sich das ändern. Weltweit entstehen kleine Unternehmen, die ihre 3D-Drucker-Modelle im Crowdfunding-Prinzip an die bastelwillige Masse bringen wollen. Eine Verbreitung der Technologie könnte die Industrie und Produktion, sogar die Wirtschaft wie wir sie kennen, komplett verändern. Die Urheberrechtsdebatten der vergangenen Jahre wirken bei dieser Aussicht fast wie eine unterhaltsame Kurzgeschichte.

Hier ist die MP3.

Im Anschluß an den Bericht lief ein Gespräch mit Silke Helfrich über den Weg in eine Commons-Gesellschaft. Davon gibt es hier die MP3.

Das Thema wird auch auf der re:publica´12 eine große Rolle spielen, u.a. mit mehreren Vorträgen am kommenden Freitag.

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April 23 2012

Commons – Für eine neue Politik jenseits von Markt und Staat

Das Buch “Commons – Für eine neue Politik jenseits von Markt und Staat” (PDF), herausgegeben von Silke Helfrich und der Heinrich Böll-Stiftung lässt 90 Autoren aus aller Welt über eine Politik der Commons zu Wort kommen. Das Buch ist im Transcript-Verlag erschienen, kostet in der Print-Variante 24,90 und steht online unter der CC-BY-SA-Lizenz zum kostenfreien Download zur Verfügung.

Die Gemeingüter erleben angesichts der aktuellen Klima-, Finanz- und Ernährungskrise eine Renaissance. Das ist ein Fazit des 500 Seiten starken Sammelbandes „Commons – Für eine neue Politik jenseits von Markt und Staat“, der von der Commons-Expertin Silke Helfrich und der Heinrich-Böll-Stiftung herausgegeben wird. Über 90 Autorinnen und Autoren aus rund 30 Ländern stellen in ihren Beiträgen ein modernes Konzept der Commons vor, das klassische Grundannahmen der Wirtschafts- und Gütertheorie in Frage stellt und Wegweiser für eine neue Politik sein kann.

Commons sind wichtiger denn je. Sie beruhen nicht auf der Idee der Knappheit, sondern schöpfen aus der Fülle. Sie sind produktiv, ohne in erster Linie für den Markt zu produzieren. Sie existieren für und durch die Menschen und lösen konkrete Probleme.

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March 13 2012

Commons und Wissensallmende für Lehrer und Interessierte

Für alle Interessierten, im speziellen aber für Lehrerinnen und Lehrer, gibt das Commons-Blog einen Dreiseiter mit dem Titel “Was sind Commons?” heraus. Der Text erklärt die Geschichte und Wirkung der Wissensallmende im Konfliktfeld zwischen geistigen Monopolrechten und öffentlichem Kulturgut und versucht, die Problemstellungen für Schüler spielerisch erfahrbar zu machen.

Nachdem der Sparkassen-Schulservice bereits im Dezember einen kostenlosen (aber unfrei lizensierten) Foliensatz mit Lehrer-Begleitmaterial zum gleichen Thema herausbrachte, versteht sich die Initiative des Commons-Blogs als eine Art Update für die Folien der Sparkasse.

Insbesondere dem Begleitmaterial (PDF) ist anzumerken, dass die Commons vor allem durch die verstaubte Brille des homo oeconomicus betrachtet werden.

Es wird auch die OpenOffice-Quelldatei zum Weiterbearbeiten unter CC-BY-SA angeboten. Verwendung und Remix sind ausdrücklich erwünscht.

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November 23 2010

Noch ein Commons – Nachtrag: Gemeingüter erklärendes Video

Dieses Video ist ein Beitrag, das Konzept “Commons”/Gemeingüter verständlich zu erklären. Es wurde auf der International Commons Conference vorgestellt und ist nun auf Youtube zum Weiterverbreiten verfügbar.

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November 07 2010

Nachtrag zur Commons Konferenz: Podcast mit Pat Mooney

Auf der International Commons Conference habe ich ein Interview mit Pat Mooney, Direktor der ETC Group (Action Group on Erosion, Technology and Concentration) gemacht. Während Biodiversität, Gentechnologie, Geoengineering und die Green Economy im Fokus stehen, also nicht direkt netzpolitische Themen, so hat das Interview doch Überschneidungspunkte, zu Fragen von Open Access, Patenten, Governance von Gemeingütern, sowie Überwachung.

Hier noch mal die Info zum Interview aus dem Gesamtartikel:
Pat Mooney stellte das Thema Openness und DIY zur Diskussion – Gibt es auch Fälle in denen Open Access Gefahren birgt? Als Beispiel führte er das BioBricks Projekt an. BioBricks ist eine von Wissenschaftlern des MIT, Harvard und UCSF gegründete Stiftung, die Information über DNA Sequenzen so online und open access verfügbar macht, dass sie direkt nachbaubar sind. Die DNA kann zu neuen Kombinationen zusammengesetzt, sowie eingebaut als Vektoren in Bakterien direkt zur Proteinsynthese genutzt werden. Mooney deutete auf die Gefahren hin, jedem Menschen (dem Amateur als auch der Industrie) genetische Bausteine an die Hand zu geben. In der Diskussion war das Gegenargument dass nur durch Offenheit solchen Gefahren auch entgegengewirkt werden kann – je mehr Leute sich auskennen, umso bessere Gegenmittel gegen synthetisierte Viren z.B. können gefunden werden.

Mooney sprach über weitere Gefahren für die biologischen Commons durch den Markt, wie die Patentierung von Genen und die kommerzielle Ausbeutung von Biodiversität mit ungleicher Verteilung der Erträge. Er wies auf die Gefahren der Green Economy und der damit verbundenen zunehmenden Kommerzialisierung von Biomasse, als auch der staatlichen Übereinkommen zum Geoengineering hin.
Wichtige Handlungsfelder sind in allen Beispielen die Organisationsform, Vereinbarungen und Lizenzen, auf die man sich im Umgang mit dem jeweiligen Commons einigt, sowie rechtliche Vereinbarung, dass z.B. Gen Patente generell nicht legal sind. Er wies ebenfalls auf die Gefahr zunehmender staatlicher Überwachung hin, je mehr potenziell gefährliche technologische Möglichkeiten zur Verfügung stehen.

Pat Mooney fasst seine Thesen in einem Interview zusammen: Interview Pat Mooney .mp3 / Interview Pat Mooney .ogg.

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November 05 2010

International Commons Conference in Berlin

Am 1. und 2. November fand die International Commons Conference (Creating a Commons-based Policy Platform) in der Heinrich Böll Stiftung in Berlin statt. Die rund 200 geladenen Teilnehmer kamen aus 34 Ländern weltweit und bildeten auch hinsichtlich ihres jeweiligen thematischen Fokus ein breites und diverses Spektrum der Commons ab (von natürlichen Commons wie Klima, Wald und Genen, über soziale Commons wie Währung und Stadtraum, bis zu digitalen Commons wie Software, Wissensressourcen und kulturelle Inhalte). Was die verschiedenen Projekte und Ansätze eint ist das Ziel gemeinschaftlich Ressourcen/Commons zu erhalten, zu entwickeln und zu nutzen, jenseits und unabhängig von (wenn auch teilweise verflochten mit) Staat und kapitalistischem Markt. Die Commons (= Gemeingüter) gehören allen der jeweiligen Gemeinschaft und befinden sich weder in Privat- noch staatlichem Eigentum. Es ging um verschiedene Punkte, an denen weiter gedacht und -gearbeitet werden muss darunter:
* Fragen der Organisation von Gemeinschaften und ihrer Interaktion mit den Commons – Social Chartas, Vereinbarungen, Lizenzen, etc.
* das Verhältnis der Commons zu Markt und Staat
* verschiedene Größenordnungen – wie organisiert man größere bis globale Commons und Communities.

Hier ein paar aus meiner Perspektive interessante Punkte, Links und Interviews der Konferenz:

* Michel Bauwens, auch Mit-Kurator der Veranstaltung, stellte drei zentrale Fragen:

1. Wie überleben wir (finanziell) in der aktuellen Welt (wenn wir uns um Commons kümmern, z.B. freie Software entwickeln, kulturelle Inhalte schaffen etc.)?
2. Wie können wir uns mit anderen, die dieselben Werte teilen, besser vernetzen und neue Praktiken entwickeln jenseits der alten Wertesysteme?
3. Wie entkommen wir ganz – d.h. wie können wir letztendlich das vorherrschende Wirtschaftssystem überwinden?

In seinem Vortrag plädierte er dafür, etwas Neues, auf Basis eines neuen Wertesystems zu schaffen, nicht etwas Altes nur abzuändern. Anstatt auf der Logik des vorherrschenden ökonomischen Denkens aufzubauen, (wo es sinnvoll ist dass ein TV so gebaut wird dass er in 10 Jahren kaputt geht, damit man mehr Geld verdient) sollte man sich ein Beispiel nehmen an z.B. Barcamps – mit einer eigenen Organisations- und Wertestruktur, die sich grundlegend von früheren Konferenzstrukturen unterscheiden, oder die GPL – die eine eigene soziale Charta darstellt. Ein wichtiges Handlungsfeld sind hier z.B. die Infrastrukturen auf deren Basis Peer Produktion bereits in großem Maße stattfindet, die aber in privater Hand von unseren Beiträgen profitieren (Google, Facebook etc.).

Wir haben mit Michel Bauwens ein Audio Interview gemacht, in dem er seine Gedanken zu Peer Produktion und neuen Werten gut darlegt. Dies wird ganz bald hier verlinkt.

* Philippe Aigrain ging Michel Bauwen’s erste Frage an und gab einen Überblick über 10 verschiedene Möglichkeiten Commons zu finanzieren; seine Folien und Notizen sind gut selbsterklärend.

* Pat Mooney stellte das Thema Openness und DIY zur Diskussion – Gibt es auch Fälle in denen Open Access Gefahren birgt? Als Beispiel führte er das BioBricks Projekt an. BioBricks ist eine von Wissenschaftlern des MIT, Harvard und UCSF gegründete Stiftung, die Information über DNA Sequenzen so online und open access verfügbar macht, dass sie direkt nachbaubar sind. Die DNA kann zu neuen Kombinationen zusammengesetzt, sowie eingebaut als Vektoren in Bakterien direkt zur Proteinsynthese genutzt werden. Mooney deutete auf die Gefahren hin, jedem Menschen (dem Amateur als auch der Industrie) genetische Bausteine an die Hand zu geben. In der Diskussion war das Gegenargument dass nur durch Offenheit solchen Gefahren auch entgegengewirkt werden kann – je mehr Leute sich auskennen, umso bessere Gegenmittel gegen synthetisierte Viren z.B. können gefunden werden.

Mooney sprach über weitere Gefahren für die biologischen Commons durch den Markt, wie die Patentierung von Genen und die kommerzielle Ausbeutung von Biodiversität mit ungleicher Verteilung der Erträge. Er wies auf die Gefahren der Green Economy und der damit verbundenen zunehmenden Kommerzialisierung von Biomasse hin.
Wichtige Handlungsfelder sind in allen Beispielen die Organisationsform, Vereinbarungen und Lizenzen, auf die man sich im Umgang mit dem jeweiligen Commons einigt, sowie rechtliche Vereinbarung, dass z.B. Gen Patente generell nicht legal sind. Er wies ebenfalls auf die Gefahr zunehmender staatlicher Überwachung hin, je mehr potenziell gefährliche technologische Möglichkeiten zur Verfügung stehen.

Pat Mooney fasst seine Thesen in einem Interview zusammen, das hier ganz bald verlinkt wird.

* James Bernard Quilligan gab einen interessanten Abriss über die Entwicklung von Wirtschaftssystemen in den letzten 100 Jahren, inklusive der Theorien und Annahmen auf denen diese beruhen (hier ein aktueller Artikel von Quilligan). Während das Erbringen von Werten dem Markt und das Management von Ressourcen eher dem Staat überlassen werde, hätten die Commons hier aktuell keinen Platz, obwohl sie auch beide Funktionen erbringen. Auch die klassische Zivilgesellschaft in ihrer heutigen Form berufe sich auf die liberale Idee der Trennung von Produzenten und Konsumenten, sowie finanziere sich entweder durch Markt oder Staat, d.h. versuche keine neuen, community-/commons-basierten Ansätze.

* Thomas Greco sprach über Credit Commons, über community-basierte Währungen, die Unabhängigkeit von globalen Währungssystem schaffen. Das moderne Geld, mit Kredit gleichzusetzen, basiere auf dem System des Wachstums mit immer stärker steigenden Schulden, und sei monopolisiert von den Banken verwaltet obwohl wir eigentlich alle Teilhaber seien. Er setzt sich für die Schaffung unabhängiger community-basierter Währungen ein und gab verschiedene Beispiele, wie z.B. die schweizerische WIR Bank, die schon seit 1934 mit heute 60.000 Teilnehmern mit einem eigenen Währungssystem arbeitet.

Es waren nicht nur westliche Herren über 50 bei der Konferenz wie die Auswahl der Beispiele vermuten lässt, sondern auch viele Frauen und jüngere Menschen mit interessanten Projekten, z.B. das Shareable Magazin* oder die Projektgruppe Karlshof aus Berlin.

* Aus Ecuador kamen einige Teilnehmer, bis zur Ministerin, die das Projekt Yasuni-ITT vorstellten. Eine große Region Amazonas Regenwald im Osten des Landes soll von der Ölförderung ausgenommen werden, um die Biodiversität zu schützen und Wald auch zum Klimaschutz zu erhalten. Zur Realisierung möchte Ecuador von der internationalen Staatengemeinschaft die Hälfte des ansonsten aus Ölerträgen zu erwirtschaftenden Ertrages in einem von der UN organisierten Fonds sammeln. Das Modell zum Erhalt eines global relevanten Commons wäre in diesem Fall das Modell #7 aus dem Schema von Philippe Agrain, ein Public Trust. Das deutsche Entwicklungsministerium hat sich übrigens von diesem Projekt erst vor wenigen Wochen zurückgezogen.

Eine gesamte Liste aller Teilnehmer und ihrer Projekte findet sich im Konferenzwiki, ebenso die Mitschriften einiger Sessions und der Abschlussdiskussion.

Weiter geht’s dann auf Veranstaltung wie z.B. dieser Commons Konferenz in Indien im Januar 2011.

Aufgrund des sehr breiten Spektrums an Themen und Projekten hat sicher jeder etwas Neues gelernt und Gedankenanstöße aus einer ganz anderen Richtung bekommen. Als zentrale Punkte haben sich für mich die von Michel Bauwens eingangs erwähnten 3 Fragen, ergänzt durch die Frage der Organisation von Commons Modellen (Prozesse, Social Chartas, Lizenzen ..) herausgestellt. Insgesamt sprachen sich die Teilnehmer dafür aus, commons- und community- basierte Modelle zu realisieren, fortzuführen und erfolgreich zu machen, die Commons als dritte Kraft neben Staat und Markt zu stärken, und diese damit weniger wichtig zu machen.

* In einer weiteren Veranstaltung in Open Design City gestern am 4. November ging das Gespräch mit Neil Gorenflo von Shareable in ähnliche Richtung weiter. Weitere Beispiele wie Car-Sharing, Couch Surfing etc. zeigen wie man mit Commons Organisationsformen mit weniger Geld aus dem klassischen Wirtschaftssystem auskommt und auf Basis anderer Werte agiert. Diskutiert wurde hier weiterhin inwiefern die Breite der Gesellschaft von solchen Konzepten erreicht werden kann. Auch hier kam man am Ende überein, sich prioritär auf die neuen Organisationsformen und Stärkung der Commons zu konzentrieren, vielleicht werden die anderen davon überzeugt oder eben Staat und kapitalistischer Markt werden irgendwann weniger wichtig.

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