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August 20 2013

Schweiz: Christliche Volkspartei fordert Nummernschildscanner und “Cyber War”-Einheit

Die Christliche Volkspartei (CVP) der Schweiz hat heute ein Positionspapier mit dem Titel “Die CVP für eine sichere Schweiz – auch in Zukunft!” veröffentlicht. In dem Papier fordert die CVP unter anderem eine flächendeckende Installation von Nummernschildscannern und mehr Überwachungskameras an Bahnhöfen. Doch auch das Internet stellt nach Auffassung der CVP eine Gefahr für die Sicherheit der Bevölkerung dar, weshalb sie eine “Cyber War”-Einheit fordert, die sich “aus Milizkadern und -soldaten mit entsprechenden Spezialkenntnissen zusammensetz[en]” soll.

Insgesamt hat die CVP in ihrem Positionspapier 20 Forderungen zusammengetragen, die die Sicherheit der Bürger in der Schweiz gewährleisten soll. Denn die Straftaten hätten in den letzten Jahren zugenommen und das Sicherheitsempfinden der Bürger sei demnach gesunken.

Personen, die in die Schweiz einreisen, Einbrüche verüben und dann innert kürzester Zeit wieder ausreisen, sind Realität. Viele ältere Menschen und Frauen vermeiden es, sich nach 22 Uhr an Bahnhöfen aufzuhalten. Die Polizeiliche Kriminalstatistik zeigt denn auch für das letzte Jahr einen Anstieg der Straftaten. Besonders stark zugenommen hat die Zahl der Diebstähle, aber auch Gewaltstraftaten haben wieder zugenommen. Wenn junge Männer im Ausgang grundlos angegriffen werden, Chaoten und Krawallmacher ungehindert zu Gewaltexzessen in unseren Städten aufrufen, wenn Senioren das Ziel von dreisten Trickdieben sind und Einbrüche namentlich in Grenzkantonen in alarmierendem Masse zunehmen –dann wirkt sich das negativ auf das subjektive Sicherheitsempfinden aus.


Nach Meinung der CVP gibt es aber wirkungsvolle Mittel gegen die zunehmenden Gewaltstraftaten und um die Sicherheit in der Gesellschaft wieder herzustellen. Insgesamt sollen Polizei und Armee gestärkt werden und mehr Sicherheit im öffentlichen Raum hergestellt werden. So fordert die CVP, dass “moderne technische Mittel gegen Kriminaltouristen” eingesetzt werden. Dazu gehört die Installation von zusätzlichen Überwachungskameras an Bahnhöfen und in Zügen. Außerdem wird die technische Aufrüstung von Videoüberwachungssystemen gefordert, damit diese “Kontrollschilder [Nummernschilder] automatisch scannen und mit dem eidgenössischen Fahndungsregister Ripol, welches Datenbanken für Personenfahndungen, Fahrzeugfahndungen, Sachfahndungen und ungeklärte Straftaten umfasst, abgleichen
können.” In einigen Kantonen seien solche Systeme bereits vorhanden wie der Tagesanzeiger berichtet.

Die größte Gefahr scheint aber nach Meinung der CVP im Internet zu liegen. Unter dem Punkt “Cyberrisiken ernst nehmen” fordert die CVP:

Für die hochentwickelte Schweiz stellen Angriffe auf die ICT-Infrastruktur unseres Landes eine sehr aktuelle Bedrohung dar. Unsere digitalen Netze sind unsere verwundbarste Stelle. Die schweizerische Volkswirtschaft, unsere Infrastruktur ja gar unser Lebensraum kann durch einen Cyber-Angriff massiv beschädigt werden. Es ist die gemeinsame Aufgabe von Bund und Kantonen, die nationale Strategie zum Schutz der Schweiz vor Cyber-Risiken umzusetzen. Der Schutz dieser modernen Handelswege ist eine Kernaufgabe der Sicherheitskräfte im 21. Jahrhundert. Die CVP fordert den Bundesrat auf, die Schaffung einer „cyber-war“-Einheit zu prüfen, das sich aus Milizkadern und -soldaten mit entsprechenden Spezialkenntnissen zusammensetzt.

Das Internet soll aber ebenso bei der Steigerung der Sicherheit in der Schweiz helfen. So fordert die CVP eine Vereinheitlichung der Internetfahndung, bei der Regelungen zur Veröffentlichung von Fahndungsfotos im Internet festgelegt werden, “damit nicht unnötig lange und wertvolle Zeit bei der Fahndung nach mutmaßlichen Tätern verloren geht”.

Und zu guter Letzt darf natürlich auch eine Aufwertung des Nachrichtendienstes nicht fehlen:

Der Nachrichtendienst des Bundes muss über die nötigen Kompetenzen für Einsätze im In- und Ausland verfügen, um als Frühwarnsystem zugunsten des Bundes und der Kantone proaktiv zu wirken.

Insgesamt wirkt das Positionspapier gerade heute in Zeiten des Überwachungsskandals um NSA, GCHQ und Co. reichlich fehl am Platz, spricht es sich doch für mehr Überwachung und Kontrolle durch Polizeibehörden aus. Das Positionspapier der CVP mit seinen 20 Forderungen kann hier als pdf angesehen oder heruntergeladen werden.

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May 20 2013

Bundesregierung äußert sich verhalten zum Tallinn Manual

Am 15. März diesen Jahres wurde in London das Tallinn Manual vorgestellt, ein Handbuch über Cyberwar, erstellt vom Cooperative Cyber Defence Centre of Excellence der NATO. Es enthält 95 Regeln an denen sich NATO-Staaten im Fall eines Cyberkriegs orientieren können. Laut Manual können Hacktivisten, die ‘Online-Attacken’ während eines konventionellen Krieges durchführen, ‘legitime Ziele’ sein, auch wenn sie Zivilisten sind. Aus der Antwort auf eine kleinen Anfrage der Fraktion Die Linke geht nun hervor, dass kein Vertreter der Bundesregierung an der Erarbeitung des Tallinn Manual beteiligt war. Zur Frage nach der Position der Bundesregierung zum Manual heißt es:

Das Tallinn-Handbuch stellt eine rechtlich nicht bindende Darstellung von völkerrechtlichen Regeln dar, die nach Ansicht der internationalen Gruppe der Sachverständigen, die für ihre Zusammenstellung verantwortlich ist, auf Cyberoperationen oberhalb der Schwelle des bewaffneten Konflikts Anwendung finden.

Eine “breite gesellschaftliche Debatte über die Regeln des Tallinn-Handbuchs” obliege nicht der Bundesregierung. Der Diskurs stehe “allen an Fragen des Völkerrechts von Cyberoperationen interessierten Kreisen frei”.

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April 17 2012

February 21 2012

Spyware auf Rechnern der syrischen Oppostion entdeckt

Wie CNN berichtet, wurden mehrere syrische Oppositionelle Opfer einer gezielten Computer-Attacke. Auch internationale Reporter, die Kontakt zu ihnen hatten, sind von dem Angriff betroffen. Telecomix berichtet ausführlich über die technischen Details.

Offenbar benutzten die Angreifer eine modifizierte Version der frei verfügbaren französischen Fernwartungs-Software darkcomet-rat um gezielt Passwörter, Kontakte und Onlineaktivitäten der syrischen Opposition im In- und Ausland auszuspähen. Zur Installation der Malware bedient man sich schon geknackter Profile: Eine Journalistin bekam von einem angeblichen Kontaktmann in der syrischen Opposition den Tipp, eine neue Sicherheitssoftware aufzuspielen, die er ihr praktischerweise als .exe-Datei schickte. Erst Wochen später erfuhr sie, dass der Kontaktmann zum Zeitpunkt der Übertragung seit Wochen in Haft saß.

Hochgeladen werden die kompromittierten Informationen auf den Server mit der IP 216.6.0.28, der vom syrischen staatlichen Internetkonzern STE (Syrian Telecommunications Establishment) betreut wird. Der wahrscheinlich seit Anfang des Jahres in Umlauf befindliche Trojaner ist mittlerweile unter der Bezeichnung “backdoor.breut” bekannt und wird von aktuellen Versionen bekannter Virenscanner erkannt.

Ein zweiter Virus, der ebenfalls von Dlshad Othman, einem IT-Berater der syrischen Opposition entdeckt wurde, ist wesentlich komplexer aufgebaut und wird derzeit analysiert.

Auch wenn ein direkter Zusammenhang mit dem Vorgehen der syrischen Regierung gegen in Opposition, bei dem tausende Menschen starben und laut UN höchstwahrscheinlich Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen wurden, nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden kann, zeigt dieser Fall doch zumindest die potenzielle Gefährlichkeit einer militärischen Nutzung von Überwachungssoftware. Auch in Deutschland soll mit dem “Staatstrojaner” eine Zugriffsmöglichkeit des Staates auf die Computer der Bürger geschaffen werden.

September 13 2011

Bewaffnete Roboter

Am Sonntag hat die Deutschlandfunk-Sendung “Wissenschaft im Brennpunkt” eine halbe Stunde lang über “Bewaffnete Roboter – Forscher denken über den Krieg der Maschinen nach” berichtet. Davon gibt es ein Transcript und eine MP3.

Cyberkrieg klingt nach Computerspiel, ist aber harte und böse Wirklichkeit. Ferngesteuerte Drohnen, Virenattacken auf die Infrastruktur des Gegners, das sind die ersten Anzeichen von Kampfhandlungen, die mit Maschinen durchgeführt werden. Harmloser wird der Robotereinsatz den Krieg nicht machen.

June 08 2011

Die Videos: ARTE-Themenabend zu Hackern und Cyberwar

Am Dienstag war der ARTE-Themenabend und Hackenr und Cyberwar und die Videos sind jetzt in der Mediathek verfügbar. Ich bin gerade in Warschau und konnte mir sie bisher nicht ansehen. Die erste Doku (Vom Digitalangriff zum Cyberkrieg?) war wohl laut Tweets eher das, was man unter dem Titel im Fernsehen vermutet, die zweite kürzere Doku (Die Welt der Cyberpir@ten) war wohl besser und über die anschließende Debatte gibt es unterschieldiche Meinungen. Für die Debatte war ich ursprünglich angefragt, aber da ich derzeit nicht so in den komplexen Untiefen der Cyberwar-Debatte drin stecke und auch keine zwei Tage Zeit hatte, um alles liegen zu lassen und mal kurz für 30 Minuten TV-Debatte nach Paris zu fliegen, hatte ich das mal lieber abgesagt und an andere kompetente Menschen verwiesen.

Falls die Videos irgendwo außerhalb der 7-Tage ARTE.Mediathek auftauchen sollten, könnt Ihr die Links gerne in den Kommentaren für die Nachwelt posten.

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October 11 2010

Cyberkrieg im Radio

Cyberkrieg scheint momentan ein beliebtes Thema für Radio-Sendungen zu sein. Hier sind mal zwei etwas längere Features dazu.

Am Samstag berichtete Deutschlandfunk-Sendung Hintergrund: Der digitale Krieg – Sabotage und Spionage in Zeiten des Cyberwar.

Im Juli infizierte der Computerwurm Stuxnet weltweit Industrieanlagen, darunter auch iranische Atomanlagen. Kein Einzelfall. Die Bedrohung aus dem Netz ist ernst und sie ist global. Der Krieg findet längst auch in der virtuellen Welt statt.

Hier ist die MP3.

Schon vor zwei Wochen berichtete hr2-Der Tag: Trojaner und Achillesfersen – Der Weltkrieg im Internet.

Viren legen Heim-PCs lahm, ok. Kriminelle knacken Datenbanken, schon blöder. Hacker manipulieren Industrieanlagen, da wird’s richtig gefährlich. Die iranische Atomanlage Buschir war wahrscheinlich Ziel einer Trojaner-Attacke, vor drei Jahren schon legten Hacker kurzfristig ganz Estland lahm. Denkbar, dass Angriffe auf Kraftwerke, Stromnetze, Wasserversorgung oder Staudämme folgen. Der Krieg findet schon längst im Netz statt, und wo ist die digitale Raketenabwehr? fragt Der Tag.

Hier ist die MP3.

September 22 2010

Willkommen im Cyberkrieg

Frank Rieger hat anschaulich und ausführlich mit einer interessanten Indizienkette in der FAZ erklärt, dass man mit dem sogenannten Stuxnet-Virus gerade wohl den ersten richtigen digitalen Angriff gesehen hat und das Ziel wahrscheinlich die iranischen Atomanlagen waren: Der digitale Erstschlag ist erfolgt.

Fieberhaft arbeiten die besten Sicherheitsexperten der Welt an der Analyse eines völlig neuartigen Computervirus. Jetzt legen erste Indizien einen erstaunlichen Verdacht nahe: Offenbar hat die digitale Waffe das iranische Atomprogramm sabotiert. Wenn das zutrifft, kann von nun an keine Industrieanlage der Welt mehr als sicher gelten.

Wer den Artikel nicht lesen möchte, wird aber dadurch aber trotzdem etwas unruhig:

Die von den deutschen Energieversorgern dieser Tage vorgebrachten Beteuerungen, ihre Atomkraftwerke könnten auf keinen Fall durch einen Angriff in der Art von stuxnet manipuliert und mit möglicherweise katastrophalen Folgen konfrontiert werden, erscheinen angesichts der Qualität und Durchschlagskraft dieses Trojaners wie das Pfeifen im Walde. Die Kriterien zur Beurteilung der Sicherheit von Atomanlagen können sich zukünftig jedenfalls nicht mehr nur auf die Dicke von Betonhüllen und Tests der Elektrik beschränken.

In seinem Blog erzählt er die Geschichte nochmal in englisch und etwas mehr IT-Sprache.

Reposted bymondkroeteharaday

June 21 2010

USA: TV-Debatte rund um Cyberwar

Interessantes TV-Debattenformat mit spannenden Rednern. Zwei Zweier-Teams treten gegeneinander an und diskutieren in diesem Fall Cyberwar: “The cyber war threat has been grossly exaggerated” mit Jonathan Zittrain, Marc Rotenberg, Bruce Schneier Mike McConnell.

THE CYBER WAR THREAT HAS BEEN GROSSLY EXAGGERATED from Intelligence Squared US on Vimeo.

December 14 2009

USA verhandeln mit Russland und UN über Computersicherheit

Die New York Times und der Guardian berichten von Gesprächen der US-Regierung mit Russland und einem Waffenkontroll-Kommittee der UN über Maßnahmen zur Cybersecurity.

Russland hat demnach einen “Cyberwar-Sperrvertrag” im Sinne, ähnlich denen gegen Atom-, Bio- und Chemiewaffen. Die USA dagegen sind eher daran interessiert, eine internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen Internetkriminalität zu entwickeln.

Das ist ein deutlicher Wandel gegenüber den Zeiten der Regierung von George W. Bush. Damals weigerten sich die Amerikaner strikt, mit Russland über Computersicherheit zu sprechen. Auch, dass die UN mit einem Kommittee zur Waffenkontrolle und nicht zur Wirtschaft mit von der Partie ist, stellt eine Veränderung dar.

Doch trotz der Einbindung der Vereinten Nationen bleibt ein mulmiges Gefühl dabei, wenn zwei der größten Militärmächte über Regeln und Verträge für das Internet sprechen. Auch im Beraterstab von Präsident Obama gibt es intern Bedenken; während eine Fraktion für ein staatliches Eingreifen plädiert, spricht sich eine andere dafür aus, Vorrichtungen zur Computersicherheit der freien Wirtschaft zu überlassen.

Reposted by02mydafsoup-01 02mydafsoup-01
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