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February 13 2012

APuZ: Digitale Demokratie

“Digitale Demokratie” ist das Thema der heute erschienenen Ausgabe von Aus Politik und Zeitgeschichte, die wie immer auch als pdf verfügbar ist.

Inhaltlich bietet das Heft einen Überblick zu ziemlich vielem, was uns hier in den vergangenen Monaten beschäftigt hat:

Jan-Hinrik Schmidt geht auf die mehrschichtige Rolle von Internet und sozialen Medien im Bezug auf Demokratisierung ein, von der Revolutionskatalysierung in der arabischen Welt bis zu den Auswirkungen auf die Kommunikationssymetrien. Besonders die Problematik der Vereinnahmung der Netzwelt durch Konzerne stellt er in diesem Zusammenhang heraus:

Mit Ausnahme der Wikipedia sind die dominierenden Plattformen des social web im Besitz von Unternehmen und Konzernen, die wiederum ein Interesse daran haben, möglichst umfassende Informationen über ihre Nutzerinnen und Nutzer zu sammeln. [...] Es ist offen, inwiefern eine gesellschaftliche Mehrheit auf Dauer damit einverstanden sein wird, dass an solch zentraler Stelle von Mediennutzung nicht nur eine Einschränkung ihrer informationellen Selbstbestimmung droht, sondern auch eine Machtfülle entsteht, der keine ausreichende demokratische Legitimierung und Kontrolle entgegensteht.


Christian Stöcker, der Ressortleiter Netzwelt von Spiegel Online, stellt “aktuelle netzpolitische Brennpunkte” vor und bietet dabei einen Schnelldurchlauf, in dem die Facebook-Datenschutzproblematik ebenso wie die Vorratsdatenspeicherung und der Zusammenhang von Urheberrechten und Zensur erklärt werden.

Daniel Roleff geht auf das sich durch e-Government, Open Data und weitere Trends verändernde Verhältnis zwischen Bürger und Staat ein, Karl-Rudolf Korte auf die veränderten Anforderungen an die Politik in einer beschleunigten Informationsgesellschaft und Christoph Bieber hat sich mit der Piratenpartei beschäftigt. Miriam Meckel arbeitet sich zum Abschluss einmal mehr am Verhältnis zwischen Mensch und Maschine ab und zeichnet das dystopisch-esoterische Zukunftsbild aus ihrem Buch Next – Erinnerungen an eine Zukunft ohne uns vor:

Es gibt keine Zauberformel, die wie in Goethes Ballade vom “Zauberlehrling” Mensch zu Mensch und Maschine zu Maschine zurückverwandeln könnte. Und es wird auch kein Meister kommen. Denn es gibt keinen. Wenn wir keine Beweise und keine Unterscheidungsmöglichkeiten mehr haben, ergeht es uns in der Unbeobachtbarkeit unserer Menschlichkeit schlimmer als dem Zauberlehrling: “Heute wissen wir Zauberlehrlinge nicht nur nicht, daß wir die Entzauberungsformel nicht wissen, oder daß es keine gibt; sondern noch nicht einmal, daß wir Zauberlehrlinge sind.”

February 01 2010

Open Data in Frankreich

Im Blog der Open Knowledge Foundation gibt es einen Gastbeitrag von Regards Citoyens, der verschiedene Open Data Initiativen in Frankreich vorstellt: Open data in France: the state of play.

January 07 2010

London startet eigene Seite für offene Daten

Hunderte Datensets im London DataStore sollen Bürger zur Erstellung von Mashups anregen. Der öffentlich-rechtliche Fernsehsender Channel 4 hat zudem bis zu £200,000 ausgeschrieben, um die Entwicklung besonders innovativer Anwendungen der Daten zu fördern. Das berichtet der Guardian:

The datasets that will be available include attainment, pupil number and schools data; fire incidents, ambulance rates, crime rates; carbon emissions, floorspace, vacant commercial offices, industrial stock data, abandoned vehicles, recycling rates, waste data, waste re-use centres, fly tipping rates, alcohol indicators, abortion rates, hospital waiting lists and admissions, excess winter deaths – and many dozens more.

Die Seite wird heute vorgestellt, vollständig in Betrieb genommen werden soll sie am 29. Januar. Das Prinzip folgt den “Datastores”, wie sie schon einige amerikanische eingeführt haben, etwa San Francisco und Chicago. Ebenfalls diesen Monat soll auch die unter Leitung von Tim Berners-Lee für die britische Regierung entwickelte Seite data.gov.uk vorgestellt werden, die sich ebenfalls an einem amerikanischen Beispiel orientiert, Data.gov.

Londons Bürgermeister Boris Johnson gilt als großer Unterstützer offener Daten. Die Einführung von “Crime Maps” gehörte 2008 zu seinen Wahlversprechen. Entsprechend hoch sind die Erwartungen, die er an den DataStore zu knüpfen scheint:

The superb new London ‘Datastore’ will unleash valuable facts and figures that been languishing for far too long in the deepest recesses of City Hall. I firmly believe that access to information should not just be the preserve of institutions and a limited elite. Data belongs to the people particularly that held by the public sector and getting hold of it should not involve a complex routine of jumping through a series of ever decreasing hoops.

December 14 2009

“Hack the Government”: Opendata-Hackday im April

Das OpenData Network hat heute ein zweitägiges BarCamp angekündigt, dass sich ganz um die Entwicklung von Anwendungen mit offenen Daten drehen wird:

Ziel der Veranstaltung ist es zu zeigen, dass sich innerhalb kurzer Zeit und mit wenig Geld viele kreative und innovative Anwendungen programmieren lassen, mit Daten der öffentlichen Verwaltung auf eine neue Art und Weiße zugänglich machen und so einen echten Nutzen für Bürgerinnen und Bürger haben.

Dafür wollen die Veranstalter “Hacker, Programmierer, Designer, Journalisten und andere Nerds” zusammenbringen. Stattfinden soll das BarCamp am 24. und 25. April in Berlin. Organisiert wird es in Partnerschaft mit den Niederländern von HackdeOverheid “und hoffentlich in Zusammenarbeit mit vielen anderen”.

Ähnliche Veranstaltungen unter dem Motto “Hack the Government” gab es schon in verschiedenen anderen Ländern. Auch die Social Innovation Camps arbeiten mit einem ähnlichen Konzept.

Where does my money go?

Die britische Open Knowledge Foundation hat kürzlich einen Prototypen ihres Projektes Where does my money go? gestartet. Die Software visualisiert Finanzausgaben der Regierung.

uk-wide-overviewVerschiedene interaktive Graphiken zeigen an, wohin das Haushaltsbudget des Vereinigten Königreichs fließt. Neben den groben Bereichen – Bildung, Gesundheit, Verteidigung – wird auch noch ein Level darunter angezeigt. So wird z.B. sichtbar gemacht, in welche Bildungsbereiche die Finanzen fließen.

Andere Graphiken zeigen die regionale Verteilung der Ausgaben auf. So wird deutlich, dass London mehr als jede andere Region in die “öffentliche Sicherheit” steckt. Das gilt nicht nur für absolute Zahlen, sondern auch für die Pro-Kopf-Ausgaben, wie man dank verschiedener Auswahloptionen sehen kann. Ebenso ist es möglich, sich die Entwicklung von Ausgaben über einen längeren Zeitraum ausgeben zu lassen.

Die Entwickler von Where does my money go? berichten in ihrem Blog, dass hinter dem Projekt eine Menge Arbeit steckt. Das betrifft nicht nur die schöne Visualisierung der Daten, sondern vor allem deren Beschaffung.

However, closing the loop between ordinary citizens and the paper-trail of government receipts is no mean feat. Relevant documents and datasets are scattered around numerous government websites – and, once located, spending figures often require background knowledge to interpret and can be hard put into context.

Die Aktivisten weisen darauf hin, dass es in Großbritannien anders als in den USA kein Gesetz gibt, dass Behörden zur Veröffentlichung von Finanzdaten an einer zentralen Stelle zwingt. In den Staaten sorgt dafür der Federal Funding Accountability and Transparency Act. Im Vereinigten Königreich gab es 2007 Vorschläge für eine ähnliche Regelung, die aber nie verabschiedet wurde.

Where does my money go? ist der Gewinner eines Wettbewerbs des britischen Cabinet Office. Die Ausschreibung trug den Titel “Show us a better way”. Dennoch hatte das Projekt mit den verstreuten Datenquellen zu kämpfen. Bisher wurden nur Daten des Schatzamtes verwendet, in Zukunft sollen aber weitere Quellen hinzukommen. Damit sollen auch lokale Ausgaben visualisiert werden.

Eine Ankündigung von Premierminister Gordon Brown von Montag letzter Woche könnte das bedeutend einfacher machen. Demnach gibt es Pläne, im Rahmen der sogenannten “Smarter Government”-Initiative detaillierte Informationen über Regierungsausgaben auf eine systematischere Weise zu veröffentlichen.

December 09 2009

Interview mit danah boyd

Der Guardian hat die amerikanische “digitale Anthropologin” danah boyd interviewt. Leider gibt’s das Interview nicht in Rohform, die Lektüre lohnt sich dennoch:

Boyd suggests that control remains, by and large, in the same places it always did.

“As a technologist, we all like ‘techno-utopia’, this is the great democratiser,” she says. “Sure, we’ve made creation and distribution more available to anyone, but at the same time we’ve made those things irrelevant. Now the commodity isn’t distribution, it’s attention – and guess what? Who gets attention is still sitting on a power law curve … we’re not actually democratising the whole system – we’re just shifting the way in which we discriminate.”

November 18 2009

Personal Democracy Forum Europe

Ich bin ab Morgen bis Sonntag in Barcelona, um die “Personal Democracy Forum Europe“-Konferenz zu besuchen. Dort diskutiere ich u.a. am Freitag zusammen mit Jeremie Zimmermann von La Quadrature du Net und anderen über “Plenary on Crossnational Collaboration: Case Studies and Lessons for the Future“.

Mal schauen, ob es dort funktionierendes Netz gibt und ich von der Konferenz live berichten kann. Ansonsten mach ich einige Interviews mit spannenden Referenten. Vielleicht gibts auch einen Live-Stream, das Programm klingt spannend.

Public Data is a Public Good

Tim Berners-Lee und Nigel Shadbolt argumentieren in der britischen Times für Offene Schnittstellen und Zugang zu Öffentlichen Daten im Rahmen von Open-Government-Initiativen: Put in your postcode, out comes the data.

Government data is a valuable resource that we have already paid for. We are not talking about personal data but data that tells us, for example, about the amount and type of traffic on our roads, where the accidents are, how much is spent on areas where these accidents occur. This is data that has already been collected and paid for by the taxpayer, and the internet allows it to be distributed much more cheaply than before. Governments can unlock its value by simply letting people use it. This is beginning to happen in a number of countries, notably in the US under the Obama Administration, and in June Gordon Brown asked us to advise the Government on how to make rapid progress here. In our work as government information advisers we are laying out the benefits of publishing non-personal public data for reuse, in formats that computers can “read” and without restrictive licences. Making this happen does not require a huge new IT project or complicated technology. We just need to change the culture of Whitehall and town halls so that data is seen as public property. At present too much is hidden from public view, compartmentalised into silos and difficult to process.

Schaut es Euch noch an, solange es geht. Ab kommenden Jahr soll das Times-Angebot kostenpflichtig werden. Dann können wir solche Artikel auch nicht mehr verlinken.

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