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February 26 2014

December 04 2013

Nach sieben Monaten freiwillige Abos: 50.000 Euro sind erreicht!

Im April hatten wir detailliert unsere Finanzen offengelegt. Unsere Motivation war darauf hinzuweisen, dass wir gerne unabhängiger von Werbung werden wollen und als weitere Refinanzierungssäule unseres journalistischen Angebotes freiwillige Abos ausprobieren wollen.

Nach sieben Monaten kann ich eine kleine Zwischenbilanz ziehen.

Die gute Nachricht ist: Seit Start unseres freiwilligen Abo-Modells sind bis Ende November 49.119,77 Euro reingekommen. Das ist großartig und wir bedanken uns vom ganzen Herzen bei allen Unterstützerinnen und Unterstützern! Die schlechte Nachricht ist, dass das zwar eine Menge Geld ist, aber umgerechnet aufs ganze Jahr wir damit gerade mal das Minus der monatlichen Unkosten ausfinanziert haben. Im April hatten wir ein Minus von umgerechnet 4.000 Euro offengelegt, aber eigentlich sind die Ausgaben nochmal etwas gestiegen. Damals hatten wir bei der Redaktion zwei 30 Stunden Stellen kalkuliert, die sind aber jetzt zwei volle Stellen geworden und wir haben noch einen zweiten Praktikantenplatz.

Aber was toll ist: Wir machen keinen Verlust mehr!

Vor mehr als einem halben Jahr waren wir verhalten optimistisch, ob es uns tatsächlich gelingen könnte, durch Euch mitfinanziert zu werden. Jetzt sind wir glücklich sagen zu können: Bis jetzt hat es funktioniert und besser geklappt als wir gedacht haben. Aber das eigentliche Ziel haben wir immer noch nicht erreicht: Toll wäre es, wenn wir mehr Menschen einstellen könnten, um tiefer und umfassender über viele Themen zu berichten. Zumal mit einer möglichen nahenden Großen Koalition und einer neuen EU-Kommission und und EU-Parlament im kommenden Jahr die Themen und Debatten nicht weniger werden, ganz im Gegenteil.

Ein Monat im Überblick: Der November 2013.

Wir bieten vor allem vier Bezahlmodelle an: Überweisung, Dauerauftrag, Paypal und Flattr. Der Dauerauftrag ist uns am liebsten, weil er eine kontinuierlicher Geldfluss ist und uns besser bei der Planung hilft.

spendennovember

Der vergangene Monat war relativ normal. Koalitionsverhandlungen einer möglichen Großen Koalition mit einigen Auswirkungen auf unsere Grundrechte und Netzpolitik, die üblichen EU-Debatten und der NSA-Überwachungsskandal. Per Überweisung kamen 952,40 Euro von 48 Personen rein, das ist der zweiniedrigste Wert (nur im Oktober war es etwas weniger). Darin eingeschlossen war alleine eine Einzelspende in Höhe von 320 Euro (Betreff: “Spende für netzpolitik.org gesammelt auf einem 70. Geburtstag”. Wir sagen Danke!) Erfreulicherweise gingen dafür die Daueraufträge hoch. Wir wissen nicht so genau, wieviele davon monatlich, vierteljährlich oder halbjährlich sind. Aber im November kamen 2166,88 Euro über 259 Spender rein (Nur der Oktober war mit 2244,38 quotenstärker). Die 25 Paypal-Spenden waren mit 365,42 im Mittelfeld, hier gab es im August mit 16,95 Euro einen Ausreißer nach unten und im September mit 916,68 einen Ausreißer nach oben. Warum auch immer. Flattr ist mal stark gestartet, sinkt aber konstant. Einzelne Artikel werden so gut wie nie geflattert, das scheinen fast alles Monatsabos zu sein. Im November kamen 850,20 Euro rein, nur der Oktober war mit 817,35 noch niedriger. Auf allen Wegen kamen damit im November 4334,90 Euro rein. Das ist aber von allen Monaten seit Start des freiwilligen Abos der niedrigste Stand. Und auch ein Grund, warum wir jetzt mit einem Overlay-Banner experimentieren.

Wie schaut es mit der Planungssicherheit aus?

NP_popcorn_banner

Im April sind wir gestartet und haben gesagt, dass uns mindestens 4.000 Euro fehlen, wir aber am liebsten mehr in den Ausbau unserer Redaktion investieren wollen. Nach sieben Monaten haben wir nach damaliger Kalkulation den Break-Even erreicht und damit das Minus wieder wett gemacht. Nun könnte man anhand der Zahlen der letzten Monaten hoffen, dass weiterhin konstant 4.000 Euro reinkommen oder wir den Anteil der freiwilligen Spenden sogar noch erhöht bekommen. Aber Planungssicherheit sieht natürlich etwas anders aus. Und bevor wir eine weitere Person als Halb- oder Ganztagsstelle einstellen können, müssen wir wohl auch erstmal ein Polster ansparen, weil es unschön ist, jemand nach kurzer Zeit wieder entlassen zu müssen. Aber es gibt Hoffnung!

Gern gebrachtes Argument: Ihr bettelt um Geld.

Immer wieder lesen wir empörte Kommentare, dass es doch mal mit der Bettelei reiche. Wir sehen das aber nicht als Bettelei sondern als praktischen Hinweis. Dieses Blog kostet nunmal eine Menge Arbeit, die gemacht werden muss. Ohne freiwillige Spenden können wir wahlweise unser Niveau nicht halten und damit nicht mehr konstant über viele Themen berichten und dabei der Politik kritisch auf die Finger schauen. Die Alternative wäre eine Paywall. Da beschweren sich dann sicher auch wieder viele, dass wir Menschen ausschließen und Inhalte nur gegen Geld anbieten.

Nur ein Bruchteil der Leserschaft macht mit

Was auch zu bedenken ist: Im November haben nicht mal 400 Leserinnen und Leser heldenhaft bei unserem Modell der freiwilligen Spenden mitgemacht. Natürlich haben viel mehr über die vergangenen Monate mitgemacht und uns fehlen genaue Zahlen. Aber mehr als 1000, im besten Fall 1500 Leserinnen und Leser haben sich bisher nicht beteiligt. Das ist ein Bruchteil unserer Leserschaft, da ist noch Platz nach oben, wenn wir das Argument widerlegen wollen, dass niemand bereit ist, für guten und kritischen Journalismus mit Haltung zu bezahlen, der zudem kostenfrei und offen verfügbar ist.

Beinahe reich durch Bitcoin!

Nach einigen Monaten Beobachtung haben wir irgendwann im September vier Bitcoins zum Preis von 110 Euro das Stück verkauft. Konnte ja niemand ahnen (also wir mit unserer naiven Vorstellung zumindest), dass die mal richtig teuer werden. Weitere 2,5 Bitcoins haben wir zum Preis von 350 Euro das Stück kurz vor dem riesen Hype vorvergangene Woche verkauft. Heute sind wir klüger, hätten wir die erst heute verkauft, wäre die Spendenaktion deutlich erfolgreicher gewesen. Wo ist die Zeitmaschine, wenn man sie mal braucht?

Nächste Herausforderung: Neuer Werbe-Vermarkter ab Februar?!

Seit rund zwei Jahren werden unsere Werbeplätze hier von Zeit-Online vermarktet. Der Vertrag brachte uns zumindest eine konstante Finanzierung ein, wurde aber zum Februar gekündigt. Wir sind zu klein, als dass sich das zur Vermarktung lohnt und wiederum zu groß als dass wir komplett ohne Werbung uns finanzieren können. Die Frage, die wir uns derzeit stellen: Finden wir einen neuen Vermarkter, ohne unsere Seele zu verkaufen und hässliche Werbeformate einführen zu müssen? Oder müssen wir Werbung zukünftig komplett selbst vermarkten, wo die Margen höher sein könnten, wir aber mit Werbeaquise unnötig beschäftigt sind? Unser Ziel ist ja vor allem, Zeit für journalistische Berichterstattung zu haben und nicht Zeit, um Werbung zu verkaufen.

Wir sind offen für Angebote zur Vermarktung unseres Blogs.

Wir wollen netzpolitik.org weiter ausbauen. Dafür brauchen wir finanzielle Unterstützung. Investiere in digitale Bürgerrechte.

flattr this!

Netzpolitik-Spenden: Wir sind jetzt gemeinnützig!

Anfang des Jahres hatten wir den Netzpolitik e.V. gegründet, um darüber Spenden im Rahmen eines freiwilligen Abos einsammeln zu können. Für alle Spenderinnen und Spender haben wir jetzt die gute Nachricht: Das Finanzamt hat den Netzpolitik e.V. als gemeinnützig anerkannt und alle seit April eingegangenen Spenden sind damit von der Steuer absetzbar!

Für die Steuererklärung reicht es aus, bis 150 Euro den Kontoauszug als Beweis zu nehmen. Wir können auch Spendenquittungen ausstellen. Das werden wir aber von uns aus nur Spenden ab 150 Euro automatisch machen. Wer seine Kontoauszüge nicht mehr findet oder aus welchem Grund auch immer eine Spendenquittung für Beträge unter 150 Euro will, schickt eine Mail an spenden@netzpolitik. Die Spendenquittungen planen wir für das Frühjahr 2014.

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Jetzt neu und temporär: Eine Spenden-Wall

Angelehnt an die Paywall von taz.de experimentieren wir jetzt auch temporär mit einem Overlay-Banner herum, was auf die Spendenmöglichkeit hinweist. Das machen wir, weil sich die Spenden freundlicherweise positiv entwickelt haben, aber leider immer noch nicht ausreichen, um unseren Service und Unabhängigkeit weiter auszubauen. Ich werde im Laufe des Tages nochmal einen detaillierten Bericht zum Spendenstand mit vielen Zahlen bloggen, um einen tarnsparenten Überblick zu geben. Viele werden sich über das Overlay aufregen und wir würden auch gerne in einer Welt leben, wo wir darauf verzichten können. Erfahrungen von und der Austausch mit Epxerten der Wikipedia und Taz.de haben uns aber gezeigt, dass es tatsächlich etwas bringen kann. Und wir wollen damit Erfahrungen sammeln. Die Alternative wäre eine richtige Paywall oder weniger Inhalte. Beides finden wir uncool.

Unsere Spenden-Wall soll schöner werden

Die Paywall ist vom Design her rudimentär und der Text wird sich öfters ändern. Wer uns ein schöneres CSS für das Overlay-Banner basteln will: Nur zu, wir freuen uns über Beiträge. Der Code der Spenden-Wall liegt hier als .js-Datei. Auch das Aussehen wird mit CSS in dieser Datei gesteuert. Wenn ihr es schöner machen wollt, könnt ihr gern die Datei kopieren und verändern und mir das Ergebnis zusenden.

Wir wollen netzpolitik.org weiter ausbauen. Dafür brauchen wir finanzielle Unterstützung. Investiere in digitale Bürgerrechte.

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August 15 2013

Wir diskutieren ein potentielles Werbeformat und freuen uns auf Feedback (Update)

Seit einiger Zeit machen wir uns vermehrt Gedanken um die Refinanzierung unserer Redaktion. Das eigentliche Ziel dabei ist, dass wir die Redaktion mehr ausbauen wollen. Und dafür können wir nicht mehr weiter Minus machen. Wir haben den gesamten Prozess bisher öffentlich gemacht und haben das weiter vor.

Wir haben ein Angebot erhalten, als Medienpartner eines Online-/TV-Wahlformates täglich ein Video hier zu bringen. Das ist etwas vergleichbar mit dem “Jung und Naiv” – Format von Tilo Jung, was wir interessant fanden und wovon die meisten Folgen auch hier kommen. Der Unterschied zu dem Format: Wir finden das neue auch spannend, aber wir würden dafür auch Geld bekommen. Es geht zwar nicht um einen hohen Betrag, aber es ist schon vergleichbar mit 1,5 Monaten bei uns ein Banner schalten.

Wir haben das innerhalb der Redaktion diskutiert und sind noch zu keiner Entscheidung gekommen. Zu unserer unserer eigenen Einstellung gehört auch, solche Diskussionen transparent zu machen. Also machen wir das einfach.

Was spricht dafür, was spricht dagegen?

Dafür spricht, dass wir das Format interessant finden und es uns selbst anschauen. Ich werde in einer Folge der Protagonist sein und kenne die Kameras und die Personen dahinter deshalb schon. Die Inhalte werden unter eine Creative Commons Lizenz gestellt und wir würden wahrscheinlich einen Großteil der Folgen eh bloggen, weil es passt und Wahlkampf ist. Und wir keine Ressourcen haben, im Wahlkampf ein eigenes Videoformat zu machen, was wir aber gerne gemacht hätten. Es handelt sich auch nicht um PR-Texte von Krankenversicherungen oder Telekommunikationsunternehmen. Es wird über die Haushaltsabgabe von uns mitfinanziert.

Dagegen spricht, dass es irgendwie Paid-Content ist, wenn auch nicht aus der PR-Abteilung. Wir würden dafür bezahlt, dass wir jeden Tag die neueste Folge hier einstellen, Ihr müsste die neueste Folge irgendwie sehen (nicht ansehen, aber sie kommt im Nachrichten-Stream) und Euch schützt kein Adblocker davor. Natürlich würden wir dazu schreiben, dass wir Geld dafür erhalten. Aber deshalb haben wir Bauchschmerzen. Weil damit die klare klassische Trennung von Inhalt und Werbung verletzt würde.

Der aktuelle Fall ist eine grundsätzliche Fragestellung.

Das Angebot bringt jetzt keine Geldmassen, die wir unbedingt brauchen um zu überleben. Dank Eurer finanziellen Unterstützung durch Spenden und freiwillige Abos sind wir unabhängiger geworden. Das reicht zwar immer noch nicht ganz, um in eine größere Redaktion investieren zu können. Wenn alles so weiter läuft, kommt aber bald der Zeitpunkt, wo wir uns das leisten können. Wir wissen beispielsweise noch nicht, wie regelmäßig Spenden und freiwilligte Abos kommen oder ob jetzt alle mal was gezahlt haben, die uns immer schon einmal Geld geben wollten und das für einige Zeit nicht mehr machen wollen.

Wir haben bisher vieles offengelegt und dachten daher: Warum nicht auch mal eine Diskussion über dieses konkrete Angebot führen und dann erst entscheiden? Wir stellen uns die Frage: Spricht mehr dafür oder mehr dagegen, das Geld zu nehmen? Falls ja, bräuchten wir eine Art Kodex, um genau zu definieren, wann wir was wie annehmen? Wenn nein, bekommen wir heute ausreichend Spenden, um morgen das Angebot einfach ausschlagen zu können? :-)

Update:

Danke für das viele Feedback in den Kommentaren. Obwohl der überwältigende Teil damit keine Probleme hätte, sofern alles transparent abläuft, haben wir uns dazu entschlossen, das so nicht zu machen. Die Gründe sind etwas Kommunikationschaos mit dem potentiellen Partner auf der einen Seite (was sich erst offenbarte, als wir diesen Text veröffentlichten) und weiterhin Bauchschmerzen, dass wir selber solche Werbeformate woanders nicht mögen.

Wie läuft das derzeit mit Werbung bei uns?

Die letzten zwei Jahre kam ein Großteil der Einnahmen über die Vermarktung durch Zeit-Online. Die verkaufen war leider so gut wie keine Werbeflächen, dafür bekommen wir einen festen monatlichen Betrag. Das bezahlt zwar nicht einmal eine ganze Stelle, ist aber trotzdem mehr als wir immer wieder von Vermarktungs-Konkurrenten angeboten bekommen. Wir haben echt keine Lust auf Konsumgüter-Banner-Werbung im kleinen einstelligen Euro-Bereich für 1000er Einblendungen. Dann lieber arm sterben als sich weit unter Preis verkaufen und das Blog für diejenigen hässlich machen, die auf einen Adblocker (bei uns) verzichten, auch um uns mit zu finanzieren.

Dazu haben wir auch angefangen, einzelne Bannerplätze unabhängig an Sponsoren zu vermarkten. Im Moment findet sich rechts Bannerwerbung von Viprinet und unter den Artikeln eine Bannerwerbung vom Linuxhotel. Wer Interesse daran hat, hier Werbung zu schalten, kann uns gerne eine Mail an werbung@netzpolitik.org schicken.

Wir freuen uns über die Diskussion mit Euch.

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July 16 2013

Die Online-Werbeindustrie will Filesharing-Webseiten den Geldhahn zudrehen

Wer im Internet eine Webseite betreiben möchte und damit vielleicht auch noch ein wenig Geld verdienen möchte, ohne von den Nutzern direkt Geld zu verlangen, kommt um die Schaltung von Werbung kaum herum. Für viele Webseiten ist Werbung die einzige Möglichkeit der Finanzierung, besonders wenn mit den Inhalten der Webseite kein Umsatz erwirtschaftet werden kann. Ein Beispiel hierfür sind Filesharing-Webseiten, welche ihre Dienste kostenfrei anbieten und daher auf die Schaltung von Werbung angewiesen sind. Das hat anscheinend auch die amerikanische Regierung erkannt. Denn sie hat sich mit den größten Vertretern der Werbewirtschaft im Internet verbündet, mit dem Ziel keine Werbung mehr auf “illegalen” Webseiten zu schalten und diesen so den Geldhahn zu zudrehen.

Wie die Variety berichtet sind unter anderem Google, Microsoft und Yahoo an den Plänen beteiligt. Der Vorschlag sieht vor, dass die Urheberrechtsinhaber Beschwerden über Verstöße am Urheberrecht direkt an die Werbeunternehmen melden und diese daraufhin von der Schaltung von Werbung auf diesen Seiten absehen. Dieses soll dazu führen, den Webseiten ihre einzige Geldquelle abzuschneiden und sie damit zu zerschlagen. Victoria Espinel, die Beauftragte für die Durchsetzung der Rechte an immateriellen Gütern der amerikanischen Regierung, fand positive Worte für das Engagement der Privatwirtschaft:

The Administration strongly supports voluntary efforts by the private sector to reduce infringement and we welcome the initiative brought forward by the companies to establish industry-wide standards to combat online piracy and counterfeiting by reducing financial incentives associated with infringement, [...] We believe that this is a positive step and that such efforts can have a significant impact on reducing online piracy and counterfeiting.


Chris Dodd, Präsident der “Motion Picture Association of America” (MPAA), hingegen sieht die geplanten Maßnahmen als nicht umfassend genug an und fürchtet eine zu große Belastung für die Urheberrechtsinhaber:

[It's] an incremental step forward that addresses only a narrow subset of the problem and places a disproportionate amount of the burden on rights holders is not sufficient.

Nach Auskunft von Variety sind an diesem Vorstoß die Werbenetzwerke von 24/7 Media, Adtegrity, AOL, Condé Nast, Google, Microsoft, SpotXchange und Yahoo, mit Unterstützung des Interactive Advertising Bureaus, beteiligt.

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July 10 2013

Zwischenstand Leserfinanzierungskampagne: MIt Eurer Hilfe zu mehr Unabhängigkeit

np_leserfinanziert01Wir haben neue Zahlen bezüglich unserer seit Mitte April laufenden Leserfinanzierungskampagne. Diese hatten wir gestartet, um eine zusätzliche Refinanzierungssäule zu Werbung aufzubauen und Paid-Content-Modellen eine klare Absage geben zu können. Seitdem könnt Ihr unsere Arbeit durch ein freiwilliges Abo und/oder Spenden unterstützen. Mit den Erlösen wollen wir unsere Unabhängigkeit sichern und unser Angebot ausbauen, um Euch weiterhin einen guten und vielleicht noch besseren Service bieten zu können.

Bis Ende Juni sind auf dem Konto des Netzpolitik e.V. innerhalb von 2,5 Monaten 32.373,81 EUR zusammen gekommen. Diese setzen sich zusammen aus 21789,56 EUR per Überweisung, 7109,73 EUR per PayPal und 3474,52 EUR per Flattr. Dazu haben wir 7.88090733 Bitcoins in der Tasche. Deren Wert sinkt aber leider seit Start der Leserfinanzierungskampagne und bei einem aktuellen Wert von 62 Euro sind unsere Bitcoins gerade 488.62 EUR wert. Wir hoffen auf den nächsten Hype.

Am interessantesten sind für uns die monatlichen Daueraufträge. Diese helfen uns, etwas mehr Planungssicherheit zu bekommen. Im Idealfall kommt jeden Monat kontinuierlich ein kleiner Abobeitrag rein. Das waren insgesamt 1750,33 EUR im Juni, die über einen Dauerauftrag reinkamen. Insgesamt wurde uns im Juni 5040,92 EUR freiwillig gezahlt. (3555,05 EUR Überweisung / 464,58 EUR Paypal / 1021,29 EUR Flattr).

Das freut uns sehr und motiviert immer wieder, jeden Tag aufs Neue über möglichst viele Entwicklungen rund um digitale Bürgerrechte und ein offenes Netz berichten zu können. Vielen Dank für die Unterstützung.

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May 22 2013

Zwischenstand unserer Leserfinanzierungskampagne nach einem Monat Laufzeit

Vor fünf Wochen haben wir eine kleine Kampagne gestartet, um als weitere Refinanzierungssäule unserer Arbeit die Leserfinanzierung aufzubauen. In Zeiten, wo Werbung oftmals als die Hauptfinanzierungsquelle von Online-Journalismus gilt, wollten wir darauf verzichten, eine Adblocker-Ausschalt-Kampagne zu starten. Dazu fallen viele Möglichkeiten zur Refinanzierung für uns einfach weg, weil uns unsere Unabhängigkeit wichtiger ist.

Eine erste Zusammenfassung hatte ich nach einer Woche Leserfinanzierungskampagne verbloggt. Auf der re:publica hab ich vor zwei Wochen weitere Zahlen genannt (Video) und jetzt komme ich endlich mal mit etwas Abstand auf einen größeren Rückblick.

Bisher kommen wir auf einen Gesamtspendenstand mit Flattr, Überweisung, Daueraufträgen, PayPal und Bargeld auf 25.007,52 EUR (Nach einer Woche waren es 11.776,51 EUR). Plus etwas mehr als sechs Bitcoins, deren Wert stündlich schwankt. Dafür möchten wir uns herzlich bei allen mindestens 1075 Spenderinnen und Spendern bedanken! Mindestens 1075 Spender deshalb, weil wir keine Zahl haben, wieviele Einzelspenden über Flattr kamen.

Keine Überraschung: Zum Start wurde mehr gespendet als jetzt nach einigen Wochen:
Spendenstand_2205_Kurven

Grob geschätzt unterstützen 3-5% unserer Leserinnen und Leser bereits unsere Arbeit durch eine Spende und/oder ein freiwilliges Abo. Das freut uns und motiviert. Allerdings haben wir damit auch erst die Hälfte unseres Zieles erreicht, die kalkulierten viertausend Euro Minus im Monat damit wieder rein zu holen, um weiter in den Ausbau investieren zu können. Anders gesagt: Mit der bisherigen Spenden sind wir zumindest die nächsten sechs Monate sicher ausfinanziert.

Die 25.007,52 EUR setzen sich aus 17290,48 EUR via Überweisungen, 6206,21 EUR via Paypal, 165,07 EUR via Spendendose auf der re:publica und 1345,76 EUR via Flattr zusammen. Es gab 704 Banküberweisungen und 356 PayPal Spenden. Die durchschnittliche Spende beträgt im Moment 22,16 EUR (Flattr nicht einberechnet).

NP_popcorn_aniDie höchste gespendete Summe per Banküberweisung liegt bei 500,00 EUR, die höchste gespendete Summe per PayPal bei 100,00 EUR. Kuriosester Dauerauftrag scheinen 20 Cent im Monat zu sein. (Diesen bitten wir auf jährlich umzustellen, weil wir den Fehler gemacht haben, keine 15 Cent Transaktionsgebühr für Daueraufträge einzukalkulieren. So kommen nur 5 Cent an und die Bank freut sich mehr als wir darüber.)

Spannend ist die Frage, wieviele Daueraufträge wir erhalten. Diese sind für eine nachhaltige FInanzierung unserer Arbeit wichtiger als eine einmalige Spende. Das können wir erst mit der Zeit genauer feststellen, da diese zu unterschiedlichen Zeiten angelegt wurden und dann auch unterschiedlich regelmäßig laufen. Viele sind wohl auf monatlich geschaltet worden, manche auf vierteljährlich oder jährlich.

Wir bedanken uns nochmal herzlich bei allen, die uns unterstützen und gehen motiviert daran, unser Angebot weiter ausbauen zu und noch mehr Themen abdecken zu können.

Hier ist unser Spendenaufruf und hier ist unsere Wunschliste, was wir mit mehr Geld und Zeit alles gerne machen würden. Mit Euch und für Euch.

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April 20 2013

Volker Grassmuck: Netzpolitik.org ist mir was wert

Netzpolitik.org ist mir was wert. Netzpolitik.org ist zur ersten Adresse für Bürgerrechte im Netz geworden. Solider Web-Journalismus mit klarem Blick auf Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Dabei verbloggt und kommentiert das Redaktionsteam nicht nur Meldungen anderer, sondern ist immer wieder Primärquelle, recherchiert, fragt nach, stellt Informationsfreiheitsanfragen, erhält Leaks, bleibt kontinuierlich an langwierigen Prozessen wie Gesetzgebungsvorhaben dran. Die Qualität der Information spiegelt sich in der der Kommentare, aus denen ich bei meinen Beiträgen immer wichtige Anregungen bekommen habe. Nicht zuletzt ist Netzpolitik.org ein wertvolles Archiv, in dem sich schnell die Vorgeschichte aktueller Themen nachlesen lässt. Kurz, Netzpolitik.org ist die Anlaufstelle zu digitalen Grundrechten für Bürgerinnen und Journalisten und unersetzliche Quelle für meine eigene medienwissenschaftliche und politische Arbeit.

Neben Text macht Netzpolitik.org Audio-Podcasts und NetzpolitikTV. Es bietet also multimediale Grundversorgung in einem entscheidenden Themenfeld, in dem die Öffentlich-Rechtlichen, von wenigen ruhmreichen Ausnahmen abgesehen, schwach sind. Mein Traum ist eine umfassende mediale Grundversorgung, jenseits der obsoleten Trennung von Rundfunk und Presse, aus dem Internet gewachsen, mit allen bewährten Kriterien des Journalismus, bezahlt durch den heutigen Rundfunkbeitrag. Netzpolitik.org ist dabei der Kern der Redaktion Netzpolitik, um die sich nach dem gleichen Modell weitere Redaktionen für Kultur, Bildung, Unterhaltung usw. bilden.

Bis der Traum von der großen kollektiven Umverteilung zur Gewährleistung unabhängiger Medien wahr wird, ist es an uns, den Fortbestand von Netzpolitik.org zu sichern und seine Unabhängigkeit von Werbetreibenden, Investoren oder anderen, die über den Geldhebel in die Inhalte eingreifen können. Und Premium-Inhalte hinter ner Zahlmauer will eh niemand. Also müssen wir uns zusammen tun, damit Markus und André und das ganze Team ihre gute Arbeit fortsetzen können. 30 € im Monat sind mein gut und gerne investierter Beitrag dazu.

Prof. Dr. Volker Ralf Grassmuck, Mediensoziologe an der Leuphana Universität Lüneburg

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April 18 2013

Investiere in digitale Bürgerrechte: Markus Beckedahl über seine Arbeit und netzpolitik.org

Nachdem ich gestern den Jimmy Wales auf unserem Spenden-Banner spielen durfte, wirbt heute der Gründer selbst. In einem kurzen Video erklärt Markus Beckedahl seine Motivation hinter netzpolitik.org, was das Blog bereits erreicht hat und welche Ausgaben wir mit unserer Spenden-Kampagne finanzieren wollen:

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January 06 2011

Neue Features bei flattr

Den Jahreswechsel hat das flattr-Team genutzt, um ein paar neue Features vorzustellen:

Spenden: Auf der Profilseite jedes Flattr-Users kann man jetzt einen Betrag ab 2€ spenden. Dieses Geld geht nicht von dem monatlich für flattr vorgesehenen Betrag ab, sondern wird separat aus dem Guthaben bezahlt (üblicherweise lädt man ja sein Konto mit einen Betrag für mehrere Monate auf). Das wird wohl vor allem Wikileaks etwas bringen – und so im Umkehrschluss auch flattr, denn bisher hat sich das System fast nur in Deutschland etabliert, ist aber einer der wenigen verbliebenen Wege, an Wikileaks zu spenden. Eine gute Alternative zum Paypal-Spendebutton ist es aber nicht, weil für flattr erstens Paypal- oder Moneybookers-Gebühren zum Aufladen entstehen, und dann noch einmal 10% Update: 0,20€ Festpreis (statt der sonst üblichen 10%, danke Tim!) von flattr einbehalten werden. Wann die 10%, wie von Peter im Podcast mit Netzpolitik angekündigt gesenkt werden, steht noch nicht fest.

Offline-flattr: Das Feature hatte Peter Sunde schon bei der a2n angekündigt: Auch offline-Erzeugnisse wie ein Bild, eine Örtlichkeit, oder eben alles, an das man einen QR-Code kleben kann, können jetzt geflattrt werden: Man muss nur das “Thing” in flattr erstellen, und den dazugehörigen QR-Code ausgedruckt aushängen. Geflattrt wird dann bequem per Smartphone. Ich bin mal gespannt, ob sich vielleicht ein paar Streetartists trauen, einen flattr-Button neben ihre Werke zu kleben.

Ansonsten gibt es noch ein paar kleinere Features, die die einfachere Auswertung der Einnahmen, und flattr als soziale Plattform betreffen: So werden zum Beispiel “ähnliche” Artikel empfohlen – ein Standardfeature sozialer Netzwerke, ob nun nützlich oder nicht. Positiver Nebeneffekt: Dieses Ähnlichkeits-Feature funktioniert auf Basis von Tags, und ermutigt deren Gebrauch, was grundsätzlich nichts schlechtes ist.

Kurzfazit: Sieben Monate Flattr im Einsatz

Nach sieben Monat Einsatz von Flattr als Micro-Donation-Service ist es mal Zeit für eine kleine Evaluation. Die kurze Version ist: Flattr hat sich als eine weitere Finanzierungssäule bei uns etabliert, reich werden kann man damit aber noch nicht. Über die sieben Monate sind insgesamt 4774,63 Euro an uns gespendet worden. Erstmal herzlichen Dank dafür.

Die Grafik zeigt die monatlichen Einnahmen ab Juni, wo wir den Dienst erstmalig den gesamten Monat über eingesetzt haben. Als Mittelwert wird jeden Monat rund 682 Euro gespendet. Der Dezember war am stärksten mit 775 Euro, der November am schwächsten mit 611 Euro (Ich hab keine Ahnung warum). Ich hab jetzt nicht jeden Monat ausgerechnet, aber im November wurden 204 Artikel (Plus das Blog als Ganzes) 2052x geflattrt und das macht rund 30 Cent pro Click, um mal einen statistischen Richtwert für den Wert eines Klicks zu haben. Berücksichtigen sollte man auch, dass alle Einnahmen erstmal mit 19% versteuert werden müssen, die tatsächliche Netto-Einnahmen damit nochmal weniger sind.

Flattr hat sich irgendwann als Dienst geöffnet und die Closed-Beta-Phase beendet. Zuerst hatte ich die Vermutung, dass damit die Einnahmen ansteigen, tatsächlich sind sie aber (erstmal) gesunken. Vielleicht liegt es daran, dass es auch mehr Angebote gab, die von unseren Lesern ebenfalls geflattrt wurden, so dass sich das eingesetzte Geld mehr verteilte. Im Dezember gab es dann nochmal einen Anstieg mit einem Rekordwert zum Abschluß (Wahrscheinlich auch nur, damit die Grafik besser aussieht).

Was wird geflattrt?

Wie man sich denken kann, werden längere Hintergrundberichte und arbeitsaufwändige Artikel in der Regel kaum geflattrt. Das ist zwar schade, aber kein neuer Effekt. Das spiegelte sich schon in den Vorjahren durch kaum Kommentare, Trackbacks und Verlinkungen für solche Beiträge wieder. Unsere Podcasts werden zwar zahlreich runtergeladen und gehört, aber kaum geflattrt. Das wundert mich etwas, weil viele andere Podcasts sehr viel über Flattr einnehmen. Vielleicht liegt das wenige flattrn bei uns daran, dass der Podcast hier im Blog integriert ist? Was vielleicht auch noch eine Steigerungsmöglichkeit wäre, ist de Einbau von Flattr-Buttons in unseren RSS-Feed. Ich vermute mal, dass ein großer Teil unserer Leser uns im RSS-Reader liest und flattrn ein Medienumbruch in den Browser wäre. Im Sommer funktionierte das Plugin noch nicht zufriedenstellend, vielleicht probieren wir es demnächt nochmal aus.

Aus kommerziellen Gründen müssten wir eigentlich nur noch Unterhaltung fahren. Eine Formel um reich zu werden scheint auf jeden Fall Boulevard zu sein. In der Netzpolitik heißt das möglichst polemisch sein, wenig Arbeit und Recherche reinstecken und ein klares Feindbild haben. Dumme Aussagen und Aktionen von CDU-Politikern oder Lobbygruppen wie der GVU kurz und polemisch kommentieren funktioniert immer, sofern der Leser nicht durch zuviel Hintergrund überfordert wird. (Auch nichts Neues, die Beiträge haben früher auch schon immer die meisten Kommentare und Verlinkungen bekommen).

Der große Teil der Artikel wird unter 10x geflattrt, da kommen also im Schnitt weniger als 3 Euro rein. Nur sehr wenige Artikel wurden in den sieben Monaten mehr als 100x geflattrt. Diese Artikel brachten dann zwischen 30-60 Euro ein. Wenn das hier eine Plattform zum Geld verdienen wäre, hätten wir das Geschäftsmodell schon lange beerdigt und würden aus Erlösgründen bei einer Zeitung schreiben. Selbst bei Ausbeuter-Medien erhält man in der Regel mehr Geld für einen Artikel als für die Best-geflattrten-Artikel aller Zeiten (Ok, es gibt sicher Ausnahmen). Aber das Blog dient hier nicht zuvorderst als Geschäftsmodell. Wenn es sich finanziert und wir dadurch mehr Zeit-Ressourcen zum bloggen und für Kampagnen und Lobbying haben, ist das aber natürlich auch toll. Mehr Geld bringt mehr Zeit für Netzpolitik – und dabei hat sich Flattr als weitere Finanzierungssäule etabliert. Insofern freuen wir uns über jedes einzelne flattrn.

Als Fazit läßt sich sagen, dass Flattr sich insofern etabliert hat, als dass es eine konstante Einnahmequelle pro Monat gibt, die für laufende Kosten, Anschaffung neuer Technik, Reisekosten etc. verwendet werden kann. Werbung haben wir ja nur ab und an, das ist also nicht so konstant und verläßlich. Allerdings muss man trotzdem sagen, dass dann jede einzelne Anzeige bei unseren Abrufzahlen immer noch mehr Geld einbringt, als über Flattr reinkommt. Gestern erst wurden neue Funktionalitäten wie direkte-Spenden vorgestellt, so dass man einem Blog oder Podcast über Flattr auch konkrete Geldmengen zukommen lassen kann als über das ursprüngliche Flattr-Prinzip, das monatlich eingesetzte Geld gleichmäßig über alle geflattrten Dinge zu verteilen. Wir sind gespannt, wie sich Flattr als Dienst und als Einnahmequelle bei uns und anderen weiter entwickeln wird. Und generell die Idee, durch Mikro-Spenden interessante Projekte und Menschen zu unterstützen.

Hier ist übrigens die Top10 aller Zeiten:

3473x Das Blog als Flattr-Thing.

202x geflattrt, erschienen am 17.8.2010 Loveparade: Stadt Duisburg untersagt Blog Veröffentlichung von Dokumenten

133x geflattrt, erschienen am 4.6.2010 Interview mit Peter Sunde über Flattr

131x geflattrt, erschienen am 1.7.2010 Flattr-Einnahmen im Juni

115x geflattrt, erschienen am 18.11.2010 “Die Bilder der Anschläge im Kopf” – Widerspruch zwischen Angst vor Terrorismus und Wirklichkeit

110x geflattrt, erschienen am 18.6.2010 Verleger: Leistungsschutzrecht soll Sprache monopolisieren

109x geflattrt, erschienen am 14.12.2010 +++ Eil & Kurz +++ Vorentscheidung in NRW (jetzt wirklich!)

105x geflattrt, erschienen am 9.8.2010 GVU läuft Amok und läßt unberechtigt Videos löschen

103x geflattrt, erschienen am 14.11.2010 Meme: Axel E. Fischer fordert….

100x geflattrt, erschienen am 11.6.2010 Für die Ausbildung nicht geeignet

November 27 2010

Neues Flattr-Feature: Abos

Flattr hat ein neues praktisches Feature, was einer Subscribe-/Abofunktion entspricht. Und zwar kann man jetzt einzelne Blogs / Podcasts / whatever abonieren (bei Flattr heißt das subscriben) und das jeweilige “Thing” wird dann regelmäßig bedacht. Wer also den allgemeinen Flattr-Button dieses Blogs monatlich an seinen Flattr-Ausgaben partizipieren lassen möchte, kann dies hier tun.

Mehr dazu gibts im Flattr-Blog.

Reposted bymondkroete mondkroete

November 05 2010

International Commons Conference in Berlin

Am 1. und 2. November fand die International Commons Conference (Creating a Commons-based Policy Platform) in der Heinrich Böll Stiftung in Berlin statt. Die rund 200 geladenen Teilnehmer kamen aus 34 Ländern weltweit und bildeten auch hinsichtlich ihres jeweiligen thematischen Fokus ein breites und diverses Spektrum der Commons ab (von natürlichen Commons wie Klima, Wald und Genen, über soziale Commons wie Währung und Stadtraum, bis zu digitalen Commons wie Software, Wissensressourcen und kulturelle Inhalte). Was die verschiedenen Projekte und Ansätze eint ist das Ziel gemeinschaftlich Ressourcen/Commons zu erhalten, zu entwickeln und zu nutzen, jenseits und unabhängig von (wenn auch teilweise verflochten mit) Staat und kapitalistischem Markt. Die Commons (= Gemeingüter) gehören allen der jeweiligen Gemeinschaft und befinden sich weder in Privat- noch staatlichem Eigentum. Es ging um verschiedene Punkte, an denen weiter gedacht und -gearbeitet werden muss darunter:
* Fragen der Organisation von Gemeinschaften und ihrer Interaktion mit den Commons – Social Chartas, Vereinbarungen, Lizenzen, etc.
* das Verhältnis der Commons zu Markt und Staat
* verschiedene Größenordnungen – wie organisiert man größere bis globale Commons und Communities.

Hier ein paar aus meiner Perspektive interessante Punkte, Links und Interviews der Konferenz:

* Michel Bauwens, auch Mit-Kurator der Veranstaltung, stellte drei zentrale Fragen:

1. Wie überleben wir (finanziell) in der aktuellen Welt (wenn wir uns um Commons kümmern, z.B. freie Software entwickeln, kulturelle Inhalte schaffen etc.)?
2. Wie können wir uns mit anderen, die dieselben Werte teilen, besser vernetzen und neue Praktiken entwickeln jenseits der alten Wertesysteme?
3. Wie entkommen wir ganz – d.h. wie können wir letztendlich das vorherrschende Wirtschaftssystem überwinden?

In seinem Vortrag plädierte er dafür, etwas Neues, auf Basis eines neuen Wertesystems zu schaffen, nicht etwas Altes nur abzuändern. Anstatt auf der Logik des vorherrschenden ökonomischen Denkens aufzubauen, (wo es sinnvoll ist dass ein TV so gebaut wird dass er in 10 Jahren kaputt geht, damit man mehr Geld verdient) sollte man sich ein Beispiel nehmen an z.B. Barcamps – mit einer eigenen Organisations- und Wertestruktur, die sich grundlegend von früheren Konferenzstrukturen unterscheiden, oder die GPL – die eine eigene soziale Charta darstellt. Ein wichtiges Handlungsfeld sind hier z.B. die Infrastrukturen auf deren Basis Peer Produktion bereits in großem Maße stattfindet, die aber in privater Hand von unseren Beiträgen profitieren (Google, Facebook etc.).

Wir haben mit Michel Bauwens ein Audio Interview gemacht, in dem er seine Gedanken zu Peer Produktion und neuen Werten gut darlegt. Dies wird ganz bald hier verlinkt.

* Philippe Aigrain ging Michel Bauwen’s erste Frage an und gab einen Überblick über 10 verschiedene Möglichkeiten Commons zu finanzieren; seine Folien und Notizen sind gut selbsterklärend.

* Pat Mooney stellte das Thema Openness und DIY zur Diskussion – Gibt es auch Fälle in denen Open Access Gefahren birgt? Als Beispiel führte er das BioBricks Projekt an. BioBricks ist eine von Wissenschaftlern des MIT, Harvard und UCSF gegründete Stiftung, die Information über DNA Sequenzen so online und open access verfügbar macht, dass sie direkt nachbaubar sind. Die DNA kann zu neuen Kombinationen zusammengesetzt, sowie eingebaut als Vektoren in Bakterien direkt zur Proteinsynthese genutzt werden. Mooney deutete auf die Gefahren hin, jedem Menschen (dem Amateur als auch der Industrie) genetische Bausteine an die Hand zu geben. In der Diskussion war das Gegenargument dass nur durch Offenheit solchen Gefahren auch entgegengewirkt werden kann – je mehr Leute sich auskennen, umso bessere Gegenmittel gegen synthetisierte Viren z.B. können gefunden werden.

Mooney sprach über weitere Gefahren für die biologischen Commons durch den Markt, wie die Patentierung von Genen und die kommerzielle Ausbeutung von Biodiversität mit ungleicher Verteilung der Erträge. Er wies auf die Gefahren der Green Economy und der damit verbundenen zunehmenden Kommerzialisierung von Biomasse hin.
Wichtige Handlungsfelder sind in allen Beispielen die Organisationsform, Vereinbarungen und Lizenzen, auf die man sich im Umgang mit dem jeweiligen Commons einigt, sowie rechtliche Vereinbarung, dass z.B. Gen Patente generell nicht legal sind. Er wies ebenfalls auf die Gefahr zunehmender staatlicher Überwachung hin, je mehr potenziell gefährliche technologische Möglichkeiten zur Verfügung stehen.

Pat Mooney fasst seine Thesen in einem Interview zusammen, das hier ganz bald verlinkt wird.

* James Bernard Quilligan gab einen interessanten Abriss über die Entwicklung von Wirtschaftssystemen in den letzten 100 Jahren, inklusive der Theorien und Annahmen auf denen diese beruhen (hier ein aktueller Artikel von Quilligan). Während das Erbringen von Werten dem Markt und das Management von Ressourcen eher dem Staat überlassen werde, hätten die Commons hier aktuell keinen Platz, obwohl sie auch beide Funktionen erbringen. Auch die klassische Zivilgesellschaft in ihrer heutigen Form berufe sich auf die liberale Idee der Trennung von Produzenten und Konsumenten, sowie finanziere sich entweder durch Markt oder Staat, d.h. versuche keine neuen, community-/commons-basierten Ansätze.

* Thomas Greco sprach über Credit Commons, über community-basierte Währungen, die Unabhängigkeit von globalen Währungssystem schaffen. Das moderne Geld, mit Kredit gleichzusetzen, basiere auf dem System des Wachstums mit immer stärker steigenden Schulden, und sei monopolisiert von den Banken verwaltet obwohl wir eigentlich alle Teilhaber seien. Er setzt sich für die Schaffung unabhängiger community-basierter Währungen ein und gab verschiedene Beispiele, wie z.B. die schweizerische WIR Bank, die schon seit 1934 mit heute 60.000 Teilnehmern mit einem eigenen Währungssystem arbeitet.

Es waren nicht nur westliche Herren über 50 bei der Konferenz wie die Auswahl der Beispiele vermuten lässt, sondern auch viele Frauen und jüngere Menschen mit interessanten Projekten, z.B. das Shareable Magazin* oder die Projektgruppe Karlshof aus Berlin.

* Aus Ecuador kamen einige Teilnehmer, bis zur Ministerin, die das Projekt Yasuni-ITT vorstellten. Eine große Region Amazonas Regenwald im Osten des Landes soll von der Ölförderung ausgenommen werden, um die Biodiversität zu schützen und Wald auch zum Klimaschutz zu erhalten. Zur Realisierung möchte Ecuador von der internationalen Staatengemeinschaft die Hälfte des ansonsten aus Ölerträgen zu erwirtschaftenden Ertrages in einem von der UN organisierten Fonds sammeln. Das Modell zum Erhalt eines global relevanten Commons wäre in diesem Fall das Modell #7 aus dem Schema von Philippe Agrain, ein Public Trust. Das deutsche Entwicklungsministerium hat sich übrigens von diesem Projekt erst vor wenigen Wochen zurückgezogen.

Eine gesamte Liste aller Teilnehmer und ihrer Projekte findet sich im Konferenzwiki, ebenso die Mitschriften einiger Sessions und der Abschlussdiskussion.

Weiter geht’s dann auf Veranstaltung wie z.B. dieser Commons Konferenz in Indien im Januar 2011.

Aufgrund des sehr breiten Spektrums an Themen und Projekten hat sicher jeder etwas Neues gelernt und Gedankenanstöße aus einer ganz anderen Richtung bekommen. Als zentrale Punkte haben sich für mich die von Michel Bauwens eingangs erwähnten 3 Fragen, ergänzt durch die Frage der Organisation von Commons Modellen (Prozesse, Social Chartas, Lizenzen ..) herausgestellt. Insgesamt sprachen sich die Teilnehmer dafür aus, commons- und community- basierte Modelle zu realisieren, fortzuführen und erfolgreich zu machen, die Commons als dritte Kraft neben Staat und Markt zu stärken, und diese damit weniger wichtig zu machen.

* In einer weiteren Veranstaltung in Open Design City gestern am 4. November ging das Gespräch mit Neil Gorenflo von Shareable in ähnliche Richtung weiter. Weitere Beispiele wie Car-Sharing, Couch Surfing etc. zeigen wie man mit Commons Organisationsformen mit weniger Geld aus dem klassischen Wirtschaftssystem auskommt und auf Basis anderer Werte agiert. Diskutiert wurde hier weiterhin inwiefern die Breite der Gesellschaft von solchen Konzepten erreicht werden kann. Auch hier kam man am Ende überein, sich prioritär auf die neuen Organisationsformen und Stärkung der Commons zu konzentrieren, vielleicht werden die anderen davon überzeugt oder eben Staat und kapitalistischer Markt werden irgendwann weniger wichtig.

September 01 2010

Flattr-Einnahmen für August

Der August ist rum und hier gibt es wieder einen kleinen Überblick über unsere Flattr-Einnahmen. Im August wurden unsere Beiträge insgesamt 2977x geflattert. Das ist wieder ein Zuwachs und auch das Endergebnis ist mit 738,78 Euro wieder mehr als in den Vormonaten (Wobei ich intern 19% MwSt. abziehe – man muss das ja versteuern, da sieht das dann schon wieder weniger aus). Das macht dann rund 25 Cent pro Flattr-Aktion.

Knapp 1/6 fällt auf unseren Flattr-Blog-Button auf der rechten Seite, dahinter folgen mit weitem Abstand die Artikel zur Abmahnung der Loveparade-Protokolle, ein paar GVU-Artikel und die Geschichte zu sechs Jahren netzpolitik.org.

August 01 2010

Unsere Flattr-Einnahmen im Juli

Der Juli ist rum und Flattr zeigt wieder die Monatseinnahmen für den vergangenen Monat an. Gegenüber dem ersten Monat Juni mit 576,53 Euro konnten wir die Einnahmen leicht auf 642,78 Euro steigern. Danke dafür an alle, die mitgemacht haben. Die leichte Steigerung verwundert mich etwas, weil Sommerloch ist, dadurch wenig relevantes passiert und nur wenige einzelne Artikel etwas mehr geflattrt wurden. Gegenüber dem Juni-Wert, wo Artikel hier 2256x geflattrt wurden, gab es im Juli nur 2137 Klicks auf den grünen Button. Das bedeutet aber eine höhere Klickrate von rund 30 Cent, was evtl damit zu tun hat, dass viele ihren monatlichen Flattr-Einsatz erhöht haben.

Am meisten wurde (394x) unser Flattr-Button für das ganze Blog geklickt, der rechts etwas versteckt im Seitenmenü liegt und den man einmal im Monat anklicken kann. Danach folgt unser Artikel über die Flattr-Einnahmen im Juni, und auf den weiteren Plätzen die Sache mit C++ und dem Terroristenexperten, der t(r)ollen Idee des BDK, einen Reset-Button fürs Netz im Kanzleramt aufzubauen und die Junge Union Berlin mit ihrem Sommerloch-Hit eines Pornographieverbotes. Man merkt also, was gerne geflattrt wird: Anscheinend muss was mit Spaß und Kurzweil dabei sein, ein klar artikulierter “Gegner” ist auch äußerst praktisch, sei es ein selbsternannter Terrorismusjäger, der BDK oder die Junge Union. Keiner der Artikel hat übrigens wirklich Arbeit und Recherche gekostet. Das Prinzip kennt man aber auch schon bei Verlinkungen durch andere Blogs: Da kann man stundenlang an einem Hintergrundartikel schreiben und dieser interessiert später kaum jemanden, weil es kaum Feedback in Form von Kommentaren oder Verlinkungen gibt. Und dann erzählt Wolfgang Schäuble irgendwas was über das Internet und das eine Zitat verlinken alle. Aber wie Flattr-Gründer Peter Sunde im Netzpolitik-Podcast dazu über Finanzierung von Inhalten sagte: “In the end stupid stuff funds good stuff.”

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July 30 2010

NPP095: Peter Sunde über Flattr

Wir hatten heute Peter Sunde von Flattr zu Besuch im Büro und haben einen Netzpolitik-Podcast aufgezeichnet. Im Vorfeld hatten wir über Twitter gefragt, welche Fragen wir noch stellen sollten. Dabei sind eine Menge Fragen eingegangen, die wir im Interview auch genutzt haben. In dem Gespräch geht es nur um Flattr, was die Idee ist, wie die Firma entstand und wie Flattr heute genutzt wird. Die Idee von Flattr entstand schon vor einigen Jahren. Peter Sunde bastelte bereits um 2005 ein System, was im vergangenen Jahr als Basis von flattr.com genutzt wurde, aber letztendlich wurde das System in den vergangenen Monaten vollkommen neu programmiert.

Im Moment gibt es rund 25.000 Nutzer in der Closed-beta. Eine offene Beta-Version war ursprünglich für Juni geplant, aber Peter sieht jetzt realistisch eher “Ende des Sommers” an. Die meisten Nutzer kommen aus Deutschland. Warum das so ist, kann man im Moment nur spekulieren, was wir dann auch tun. Sicherlich spielt es eine Rolle, dass viele bekannte Blogs früh eingestiegen sind und ersten Zeitungen wie freitag.de und taz.de selbstständig ohne Rückfrage bei Flattr den Dienst einsetzen.

In dem Gespräch unterhalten wir uns auch darüber, welche Daten Flattr erhebt und speichert (Nicht viele), wie die oft vorgebrachten Datenschutz-Bedenken bei der Weiterentwicklung berücksichtigt werden und was mit unseren Daten passiert, wenn Flattr mal weiterverkauft wird. Und welche Payment-Systeme noch geplant sind. Banküberweisungen sind zumindest eingeplant. Den Grund für 10% Transaktionskosten bei einer Flattr-Nutzung erklärt Peter auch: Das sei vor allem psychologischen Gründen geschuldet. Von 10% könnte man einfacher runtergehen als mit wenig zu starten und die Kosten später erhöhen zu müssen. Eine Herabsetzung sei geplant, ein konkretes Datum wollte Peter aber leider nicht nennen.

Interessante News: Die Hälfte der Ausgaben bei Flattr wurden bisher in Rechtsanwälte gesteckt, um die unterschiedlichen Rechtssysteme berücksichtigen. Im Moment beschäftigt Flattr sechs Vollzeit-Kräfte in Malmö (Schweden), dort würde man auch sofort weitere zehn PHP-Programmierer einstellen.

Dies und noch viel mehr gibt es in 45 Minuten Netzpolitik-Podcast Folge 095 und das Gespräch liegt als MP3 und OGG auf dem Server.

Reposted bymondkroete mondkroete

June 15 2010

Flattr: Minispenden per Mausklick

Die Sendung “Markt & Medien” im Deutschlandfunk hat am vergangenen Samstag einen Beitrag über über Flattr und Micropayment gesendet: Minispenden per Mausklick – Flattr verspricht Geld für Blogger.

Unter den deutschen Bloggern sorgt derzeit das Spendensystem Flattr für Aufsehen: Über die Micropayment-Platform können Leser den Autoren kleine Geldspenden zukommen lassen. Einige der wichtigsten deutschsprachigen Blogs haben in den vergangenen Tagen Flattr in ihre Webseiten eingebunden.

Hier ist die MP3 dazu.

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June 08 2010

Konferenz: Kulturfinanzierung im digitalen Zeitalter

Heute fand in Brüssel eine Konferenz der Grünen/EFA zum Thema Kulturfinanzierung im digitalen Zeitalter statt. Ziel der Konferenz war es, verschiedene Ansätze zu diskutieren, um eine faire Vergütung der Urheber und Schöpfer zu garantieren, ohne jedoch den universellen Zugang zu kulturellen Inhalten im Netz einzuschränken. Auf dem Panel saßen Maja Bogataj Jançiç, Direktorin des Intellectual Property Institute in Ljubljana, der Sozial- und Medienwissenschaftler Volker Grassmuck, Philippe Agrain, Autor des Werkes “Internet & Creation” (höre hierzu auch den Netzpolitik-Podcast Nr. 73), Peter Sunde, Flattr & Mit-Gründer des Pirate Bay, Filmemacher & Produzent Cay Wesnigk und Rechtsanwältin Ofelia Tejerina von der spanischen Vereingung der Internet-Nutzer.

Es wurden verschiedene Wege diskutiert, wie Autoren und Künstler fairer vergütet werden können. Dabei wurde die Kulturflatrate (höre hierzu auch den Netzpolitik-Podcast Nr. 75), Mikrobezahlsysteme wie z.B. Flattr, die Idee des „digital rights fair trade“ (siehe hierzu auch das Interview mit MdEP Trüpel bei Carta) und alternative Lizenzen wie Creative Commons diskutiert. Es wurde ganz klar unterstrichen, dass es nicht nur einen einzigen richtigen Weg geben kann, sondern dass die Lösung in der Vielfältigkeit steckt. Gegen Ende der Diskussion wurde zudem die Notwendigkeit einer EU-weiten Harmonisierung (u.a. auch des Zitatrechts) und der paneuropäischen Vereinfachung der Klärung von Urheberrechten unterstrichen.

Eva Lichtenberger, MdEP, wies schließlich noch darauf hin, dass der Rechtsausschuss (JURI) des Europäischen Parlaments zurzeit das Problem der Digitalisierung von Büchern diskutiert. Das Urheberrecht wird zwar in den nächsten ein bis zwei Jahren im Mittelpunkt stehen. Durch den Einfluss verschiedenster Interessegruppen wird aber der Prozess hin zu einer wahrhaft europaweiten Harmonisierung langwierig und kompliziert.

Aufzeichnungen der Diskussion werden demnächst hier verfügbar sein.

(Crossposting von vasistas?)

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June 04 2010

Interview mit Peter Sunde über Flattr

Seit einer Woche haben wir Flattr bei netzpolitik.org eingebaut und in den letzten beiden Tagen im Mai auch schon 39 Euro eingenommen. Den Flattr-Button findet man mittlerweile bei jedem Artikel und auch im RSS-Feed. Über Flattr und die nächsten Schritte habe ich ein Interview mit Peter Sunde gemacht, der einer der Köpfe hinter Flattr ist.

netzpolitik.org: Was ist Flattr:

Peter Sunde: Flattr ist ein System, um Geld zwischen Menschen zu tauschen. Die Idee dahinter ist, dass Menschen Geld dahin verteilen, was sie mögen. Flatr ist eine Mischung aus Bezahllösung und Spendensystem.

netzpolitik.org: Wieviele Nutzer hat Flattr in Deutschland?

Wir wachsen ziemlich schnell in Deutschland und derzeit haben wir rund 5000-6000 Nutzer aus Deutschland.

netzpolitik.org: Warum ist die Nutzerbasis von Flattr in Deutschland so hoch im Vergleichzu anderen Staaten?

Ich glaube, das liegt daran, dass die Diskussion über Micropayment für digitale Güter in Deutschland schon länger läuft und wir viel Aufmerksamkeit über Vorträge auf Konferenzen bekommen haben. Vor allem die re:publica 2010 hatte dabei eine große Zugkraft.

netzpolitik.org: Flattr ist moment in einer Closed-Beta-Phase. Wann öffnet Ihr die Nutzung?

Unser ursprüngliches Ziel zur Öffnung war der 1. Juni, aber wir haben den Termin um ein paar Wochen verschoben. Wir sind sehr vorsichtig, weil wir immer noch durch die Erfahrungen der Closed-Beta-Phase Fehler finden, diese beheben und uns deshalb Gedanken über ein Redesign des Systems machen. Sobald wir damit fertig sind, ist Flattr offen für alle.

netzpolitik.org: Nutzer können derzeit nur über Paypal und Moneybookers Geld an Flattr überweisen. Wann kommen weitere Dienste hinzu und welche werdet Ihr einbauen?

Seitdem wir Moneybookers eingebaut haben (Moneybookers ist günstiger und hat mehr lokale Bezahlfunktionen – in Deutschland u.a. Directbanking) haben wir unseren Focus erstmal auf die Fertigstellung von anderen Teilen des Systems gelegt. Wir sind nur wenige Menschen bei Flattr und deshalb müssen wir priorisieren. Wir werden mehr Bezahldienste einbauen, sobald wir die Zeit dafür haben. :-) Ich mag aber Moneybookers. Die haben nicht die unfaire Art von Paypal, sie sind günstiger und mehr lokalisiert.

netzpolitik.org: Ihr entwickelt eine offene API für Flattr. Was kann man mit der anstellen?

Die API wird erstmal jedem erlauben, zu erwartende Dinge zu tun, wie Dinge zu schaffen und Dinge zu flattrn. Wir wollen Flattr.com zu einer nebensächlichen Sache machen im Vergleich zu den Dingen, die Nutzer flattrn wollen. Am Ende hoffen wir, dass alles von Flattr.com über die API läuft, aber erstmal starten wir mit einer kleinen Größenordnung. Unser Ziel ist es erstmal, ein stabiles und gutes Transaktionssystem zu schaffen. Darüber hinaus könnte die Seite in einem weiteren Schritt ein guter Anlaufpunkt werden, um interessante Informationen mit hoher Qualität zu entdecken (Vergleichbar mit digg.com, aber mit einem Mehrwert.

netzpolitik.org: Was werden weitere Funktionalitäten sein, die wir erwarten können?

Im Moment haben wir einen Feature-Stop und konzentrieren uns auf die Fertigstellung der API und beseitigen noch einen Fehler in dieser. Was wir danach machen ist noch ein Geheimnis (Oder eher: Wir wissen es noch nicht genau und werden sehen. :) )

netzpolitik.org: Es gibt mittlerweile auch OpenFlattr, ein freies Projekt, um eine offene Flattr-Alternative zu schaffen. Was hälst Du davon?

ich liebe es, dass Menschen das tun. Wir haben bisher noch keine gute Möglichkeit gefunden, das System so zu designen, dass es dezentral läuft und keine zentrale Anlaufstelle benötigt. Wenn jemand das Problem löst, sind wir sofort dabei.

netzpolitik.org: Danke für das Interview.

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May 28 2010

Flattr bei netzpolitik.org

Wir haben jetzt auch einen Flattr-Account. Das hat sich aus Urlaubsgründen etwas verzögert, aber nun ist der Flattr-Button erstmal in der rechten Spalte und wir werden ihn noch unter die Artikel setzen. Wir haben keine Ahnung, ob Flattr groß was bringen wird. Aber im Moment halte ich Flattr für eines der überzeugendsten Modelle zur Refinanzierung von Inhalten. Ob Flattr jemals die kritische Masse erreichen wird, um einem Blog auch ausreichend Einkünfte zu bieten, wird sich noch zeigen. Aber ein Versuch ist es wert und vor allem ist die Idee unterstützenswert.

Wir werden mal über unsere Erfahrungen berichten. Und weitere Ideen zur Refinanzierung werden wir in nächster Zeit präsentieren, wie man uns direkt spenden kann.

Dieses Video beschreibt die Idee hinter Flattr:

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