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June 01 2011

Was tun, wenn das Internet voll ist? Na, Nutzer abklemmen! (Update)

Letzte Woche haben wir noch gelacht, was Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) tun würde, wenn “das Internet voll ist“. Dabei hat Neumann eigentlich längst eine praktische Lösung zur Hand: Einfach ein paar Nutzer abklemmen abmahnen!

So stand es am Montag einmal mehr in der französischen Zeitung Le Monde (Danke an Kirsten für die Übersetzung):

Bernd Neumann, le ministre de la culture allemand, a annoncé envisager de mettre en place un système de riposte graduée, similaire à celui instauré par la Hadopi en France, pour lutter contre le téléchargement illégal. S’exprimant lors d’une convention de la CDU (conservateurs), le ministre a estimé que les fournisseurs d’accès à Internet devaient “prendre leurs responsabilités” et il s’est dit favorable à la mise en place d’un système d’avertissement avant la sanction juridique.

(Bernd Neumann, deutscher Kulturstaatsminister, kündigte an, ein Three-Strikes ähnliches System (riposte graduée) einführen zu wollen, welches auch mit dem französischen Hadopi verglichen werden könnte, um gegen illegale Downloads vorzugehen. Während einer Veranstaltung der CDU erklärte der Minister, dass die Internetprovider „Verantwortung übernehmen“ sollten und sprach sich für ein Warnsystem mit anschliessenden rechtlichen Sanktionen aus.)

Update: Le Monde bezieht sich – wie bereits vermutet – auf die Rede Neumanns auf der CDU Medianight am 24. Mai. Laut Manuskript sagte Neumann:

Zur besseren Durchsetzung geistiger Eigentumsrechte sollte der rechtliche Rahmen daher um ein sogenanntes Warnhinweismodell ergänzt werden, das es ermöglicht, bei illegaler Nutzung zu verwarnen, ohne sofort zu bestrafen. Bei wiederholter Rechtsverletzung muss aber mit einer ernstzunehmenden Reaktion zu rechnen sein, z.B. einer kostenträchtigen Abmahnung.

Den von Le Monde gezogenen Vergleich mit Hadopi, Three Strikes und dem Abklemmen von Nutzern (“qui pourra décider d’une peine d’amende ou de suspension de l’accès à Internet” – Also Geldstrafe oder Entzug des Internetzugangs als dritter Schlag) gibt zumindest das Manuskript damit nur zum Teil her (Dafür hat sich Neumann für ein Leistungsschutzrecht für Presseverleger ausgesprochen …). Zwar hatte sich Neumann vor zwei Jahren tatsächlich für die französische Lösung erwärmen können …

Kulturstaatsminister Bernd Neumann machte sich auf der CDU MediaNight in Berlin am gestrigen Dienstagabend erneut für Internetsperren bei wiederholten Urheberrechtsverstößen stark. “Wir dürfen nicht sagen, das geht nicht”, erklärte der CDU-Politiker. Das Kappen von Netzverbindungen sei “überall möglich”, freute er sich über das Vorpreschen Frankreichs bei einem entsprechenden “Three Strikes”-Modell. (Quelle: Heise Online, 27.05.2009)

.. vermied es in aktuelleren Statements aber die Forderung nach Anschlussperren zu wiederholen. So hieß es am 26.11.2010 bei Heise Online:

Damit spricht sich Neumann für einen Urheberrechtsschutz nach französischem Vorbild aus – allerdings ist im “Three Strikes”-Modell der Staatsministers von Anschlusssperren bisher nicht die Rede. Neben den Nutzern will der Kulturpolitiker auch die Internetwirtschaft stärker in die Verantwortung nehmen. Die “sogenannte Providerhaftung” sei “fortzuentwickeln”. Damit meint Neumann, die für Provider im Telemediengesetz geschaffenen Haftungsprivilegien durch “weitergehende Prüf- und andere Pflichten” einzuschränken.

/Update

Lars Klingbeil, MdB der SPD und Mitglied der Enquete-Kommission “Internet und digitale Gesellschaft”, nutzt die Äusserungen Neumanns* derweil für eine parlamentarische Anfrage:

  1. Welche Maßnahmen bzw. Initiativen plant die Bundesregierung – vor dem Hintergrund der Äußerungen des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Bernd Neumann, gegenüber der französischen Zeitung Le Monde am 31.05.2011, denenzufolge die Bundesregierung die Einführung eines dem französischen Hadopi-Gesetzes vergleichbaren “graduated Response”-Modells in Deutschland beabsichtige – zur Bekämpfung von Urheberrechtsverletzungen im Internet und wann wird sie diese vorlegen?
  2. Wie soll dieses Konzept konkret ausgestaltet werden und welche konkrete Maßnahmen oder Aufgaben sollen von Internetzugangsprovidern geleistet werden?
  3. Beabsichtigt die Bundesregierung die Einführung eines  (automatisierten) Warnhinweissystems, welches die flächendeckende Filterung des Datenstromes voraussetzen würde, oder plant sie – vor dem Hintergrund der bereits heute über 3 Millionen IP-Beauskunftungen seitens Internetzugangsanbieter – die Etablierung eines anbieterübergreifenden Datenpools zu Urheberrechtsverletzungen von Internetnutzern, aus dem sich Rechteinhaber und Strafverfolgungsbehörden für die Durchsetzung des Urheberrechtes bedienen können?
  4. Beabsichtigt die Bundesregierung die nach dem französischen Hadopi-Modell vorgesehenen Internetzugangssperren nach dreimaliger Verwarnung des Internetnutzers und wie bewertet sie das französische Vorbild hinsichtlich seiner verfassungsrechtlichen Zulässigkeit in Deutschland?

So neu ist Neumanns Plan übrigens gar nicht. Bereits in der Vergangenheit hatte sich der Kulturstaatsminister mehrfach für industriefreundliche Regelungen stark gemacht. Eine kurze Suche bei Heise Online liefert einen bemerkenswerten track record (Auszug):

*Unklar ist übrigens noch, wo sie gefallen sind. Le Monde schreibt von einer “convention” der CDU. Damit könnte auch die Medianight gemeint sein, von der “Internet ist voll”-Clip stammt. Hat jemand Details?

Update: Le Monde bezieht sich offenbar tatsächlich auf die Rede Neumanns auf der Medianight. Siehe dazu auch die Ergänzung in den Kommentaren.

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April 26 2011

2 Jahre Tanzen ohne Kopierschutz: #CreativeChaos-Party am 29.04.2011 in Wiesbaden

“Wir brechen ein neues Bit an! “: Der Chaos Computer Club Mainz feiert das 2-jährige Jubiläum seines CreativeChaos-Projekts. Am 29. April wird in der Wiesbadener Kreativfabrik wieder freie Musik geboten. Zum achten Mal in 2 Jahren präsentiert der CCCMZ die Creative Chaos Party.

Zusätzlich zur freien Musik für die Ohren gibt es diesmal auch freie Bilder auf die Netzhaut. Kräftige Unterstützung in Sachen freier House-Musik bekommen die Resident DJs Martin und Boris von Gast Oliver Sebastian, der schon beim Free! Music! Contest! die Menge in der Kreativfabrik zum Tanzen brachte. Der Abend wird entsprechend recht elektronisch geprägt sein.

Der Eintritt ist wie immer frei. Los geht es um 22:30 Uhr. Die Sampler der aktuellen und der vergangenen Parties (die konsequenterweise auch online zu finden sind) sind am Abend gegen Spende auch in aufwändig-schicker Aufmachung physikalisch erhältlich.

Zum Warmup bietet sich der CC-Rock im Rüsselsheimer “Rind” an, wo The Nuri aus Wiesbaden Alternative Rock darbieten, Pornophonique aus Darmstadt für kuschelige 8-Bit-Lagerfeuer-Romantik sorgt und Das Frivole Burgfräulein für Punk zuständig ist. Der Musikpiraten e.V. wird ebenfalls vor Ort sein und eine Creative Commons-Kopierstation mitbringen, bei der es nicht nur die Alben der auftretenden Bands zum Mitnehmen geben wird. Einlass 20:00 Uhr, laut wird es ab 20:30 Uhr, der Eintritt beträgt 5€.

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Reposted bymondkroete mondkroete

March 28 2011

“Freiheit” nicht verfügbar in deinem Land

Fun Fact: Das offizielle Video von Georg Danzer (österr. Liedermacher) und seinem großen Hit  “Freiheit” ist bei Youtube “in deinem Land nicht verfügbar“.

Hier der Kommentar dazu aus Österreich (grandios).

PS: Natürlich gibt es das Lied im Netz, aber ohne Einverständnis von Sony Music Entertainment und ohne offizielles Video von Georg Danzer.

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February 14 2011

R.E.M. rufen zum CC-Remix auf

Während Radiohead von anscheinend von ihrer Gratis-Politik abgewichen sind und ihr neues Album auch in der mp3-Version nur noch gegen Bezahlung rausrücken*, haben R.E.M. vor einer Woche zum Remix-Wettbewerb aufgerufen und alle Samples des Tracks “It Happened Today” unter CC-BY-NC-SA veröffentlichtIn einer eigenen Soundcloud-Gruppe kann man seinen Remix der Comunity vorstellen.

“Halt, halt” mag der Radiohead-Fan einwenden, “Von Radiohead gab es doch aber auch schon einen Remix-Wettbewerb!”

Ja, unter so schönen Bedingungen wie “Alle Rechte am Remix gehören Warner/Chappell Music Ltd und die Mitglieder von Radiohead werden bei Veröffentlichung als die einzigen Autoren genannt.” R.E.M.-Remixer genießen immerhin alle Rechte an ihrem Werk, außer dem zur kommerziellen Verwertung, was eine zumindest nachvollziehbare Einschränkung darstellt.

Ein lobenswerter Schritt.

* bisher kann man es nur vorbestellen. Zugegebenermaßen wäre das bei einem Gratis-Download wenig sinnvoll. Möglich, dass ein solcher bei der Veröffentlichung auch angeboten wird, angekündigt wird er jedoch nicht.

February 09 2011

Sampler: Nerdcore Now: Volume 1

BoingBoing verweist auf einen neu erschienen Sampler voller Nerdcore-Musik, den man sich frei herunterladen kann: Nerdcore Now: Volume 1.

01 – Beefy – Nerdcore Now
02 – Supercommuter – Robot Party
03 – The ThoughtCriminals – Warp Zone (1-2)
04 – The Future – Teleport
05 – Soup or Villainz – Live In The Arcade Ft. Danyeal McIntosh
06 – Milk-Plus & Lady DKX – I Can Be Your Supervillain
07 – Adam Warrock – Nightcrawlin’
08 – DeathStar – Social Apothecary
09 – Random – Sweeter Ft. Dale Chase
10 – PovertyMan – Rap Cliche
11 – Jake-bit – Redundant Me
12 – Illbotz – Give A Little Love
13 – XoC – A Seed Grows In Brooklyn
14 – Emergency Pizza Party – Never Going Back Ft. Rappy McRapperson & Shinobi Onibocho
15 – Bizarro X-Men – Character Select
16 – Ultraklystron – Bromance Dance
17 – Torrentz – Nerdcore International
18 – Klopfenpop – Don’t Panic Ft. MC 117, Milk-Plus & Diabeats
19 – MC 117 – Bulbasaur
20 – Untested Methods – Little Crow
[BONUS] 21 – Random – Fly (Klopfenpop Mix)

Reposted bycliffordmondkroetedeinneuerfreund

February 03 2011

Freie Kinderlieder für Kindergärten und Co.: Mithilfe und Spender gesucht

Im Auftrag der VG Musikedition hatte die GEMA zuletzt deutschlandweit Kindertagessstätten angeschrieben und darauf hingewiesen, dass das Anfertigen von Kopien von Notenblättern der Genehmigung der Rechteinhaber bedarf. Auch ein Angebot war gleich parat: 56€ plus Mehrwertsteuer für 500 Kopien sollten Kindergärten und Co. berappen. Neben der Finanzierung stellt dabei für die Kinderbetreuungseinrichtungen wohl vor allem der  notwendige Verwaltungsaufwand ein Problem dar, denn jede einzelne Kopie muss an die GEMA gemeldet werden, damit diese mit der VG Musikedition korrekt abrechnen kann.

Der Musikpiraten e.V. hat daher mal wieder eine tolle Aktion gestartet und will die rund 50.000 Kinderbetreuungseinrichtungen in Deutschland mit einem freien Liederbuch mit gemeinfreien Kinderliedern versorgen. So soll ein einfacher Zugang zu dem teilweise jahrhundertealten Kulturgut gewährleisten werden und Aufwand und Kosten für die Einrichtungen gesenkt werden.

“Damit sich die Erzieher und Erzieherinnen nicht noch aufwändig um die Recherche kümmern muss, ob nun ein Lied gemeinfrei ist oder nicht, werden wir ein Liederbuch mit ausschliesslich gemeinfreien Kinderliedern erstellen. Unser Ziel ist, allen 50.299 Kinderbetreuungseinrichtungen in Deutschland mindestens ein Liederbuch zukommen zu lassen – und zwar kostenlos.” erklärte Christian Hufgard, 1. Vorsitzender des Musikpiraten e.V.

Damit dies gelingt, werden allerdings sowohl noch viele Helfer, die die Bücher verteilen, als auch weitere Sponsoren und Spender  gesucht. Ebenso ist aufgerufen, wer dabei helfen kann, Kinderlieder neu zu setzen. Bislang sind bereits rund 9.000€ Spenden zusammengekommen, d.h. die Aktion ist schon jetzt ein großer Erfolg und es wird auf jeden Fall einen Druck geben. Um allen Einrichtungen ein freies Exemplar zur Verfügung stellen zu können, werden allerdings geschätzte 50.000€ benötigt.

Spendeninformationen so wie (ganz vorbildlich und transparent) der tägliche Spendenstand sind auf der Webseite der Musikpiraten verfügbar.

January 20 2011

Open Music Night: Creative-Commons-Party in Ludwigshafen

Am kommenden Samstag, den 22. Januar 2011, veranstalten die PIRATEN eine Creative-Commons-Party in Ludwigshafen. Der Eintritt ist frei und gespielt werden Gothic, EBM, Indie, Alternative, Rock und Punk. Aufgelegt wird von DJ Sven vom darkerradio. Gefeiert wird ab 22 Uhr unter dem Motto “Gut, Legal, GEMA-frei” im Exodus:

Reposted bypunisher punisher

Kann Interessensausgleich zwischen Kunstschaffenden, Industrie und Nutzern funktionieren? Diskussion zum Urheberrecht in Hannover

Am heutigen Donnerstag findet um 19:30 Uhr eine Diskussionsrunde zum Thema Urheberrecht statt. Spezieller Fokus soll dabei laut Einladungstext der Grünen-EU-Abgeordneten Rebecca Harms und Jan Philipp Albrecht auf der Frage des Interessensausgleichs zwischen Kunstschaffenden, Industrie und Nutzern liegen.

Das Urheberrecht spaltet die Geister. Oft scheint ein Interessensausgleich zwischen KünstlerInnen, der Industrie und den NutzerInnen unmöglich. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt: Wem gehören die Ideen und Werke von KünstlerInnen und wer darf sie nutzen? Wie kann das Urheberrecht neu gestaltet werden? Wer soll davon profitieren? Und wie kann eine gerechte Vergütung der KünstlerInnen gewährleistet sein?

Auch der OMC e.V. (der Verein hinter dem Open Music Contest) wird auf dem Podium durch seinen Vorsitzenden Meik Michalke vertreten sein. Für die Musikwirtschaft spricht Reinher Karl vom Verband unabhängiger Musikunternehmen e.V. (VUT). Bereits eine Stunde vor Diskussionbeginn soll eine kleine Creative-Commons-Ausstellung an einigen Beispielen freie Kultur veranschaulichen. Die Veranstaltung ist öffentlich und kostet keinen Eintritt.

Meik Michalke hatte bereits auf der SIGINT einen Vortrag zum Thema “Chancen, Risiken und Nebenwirkungen freier Musikultur” gehalten, dessen Aufzeichnung hier online ist.

Reposted bymondkroete mondkroete

December 14 2010

Wiesbaden: Creative-Commons-Party “CreativeChaos” am 18.12.2010 in der Kreativfabrik

Am kommenden Samstag, den 18.12.2010 findet organisiert vom Chaos Computer Club Mainz in der Wiesbadener Kreativfabrik wieder die Creative-Commons-Party “Creative Chaos” statt. Bei freiem Eintritt darf zu freier Musik, Videos und günstigen Getränken entspannt gefeiert werden. Der Sampler, den es vor Ort auch immer in schicker Ausführung zu erwerben gibt, steht schon bereit zum Download und zur Weiterverbreitung.

creative chaos cc ccc cccmz

CreativeChaos ist ein musikalisches und multimediales Event, welches vom CCCMZ für die Kreativfabrik als Veranstalter durchgeführt wird. CreativeChaos soll den Gedanken ‘Freie Musik für freie Menschen’ als Leitsatz haben und die legale und freie Verbreitung von Informationen, im besonderen der Musik, fördern.

Weitere Informationen zum CreativeChaos unter www.creative-chaos.org und bei Twitter unter cc_party

December 11 2010

Kopieren erwünscht: Musikpiraten veröffentlichen gemeinfreie Notenblätter für Advents- und Weihnachtslieder

Der Musikpiraten e.V., der sich der Förderung freier Musik verschrieben hat und z.B. den “Free Music Contest” organisiert sowie aktuell einen Creative-Commons-Adventskalender anbietet, startete zu Beginn der Adventszeit ein Projekt zum Neusetzen gemeinfreier Weihnachtslieder, damit diese frei und kostenlos kopiert, verbreitet und natürlich gesungen werden können ohne dass dies der GEMA gemeldet werden und dafür bezahlt werden muss.

Schon nach wenigen Tagen war aufgrund der großen Resonanz und der tatkräftigen Mitarbeit vieler fleißiger Helfer ein ganzes Liedbuch mit gemeinfreien Notenblättern für Advents- und Weihnachtslieder entstanden, das die Noten zahlreicher traditioneller Stücke enthält. Ein Teil der Stücke stammt dabei aus dem Projekt “Kinder wollen singen”, bei dem freie Notenblätter für alle Jahreszeiten erarbeitet werden. Da Kopieren ausdrücklich erwünscht ist, steht das Liedbuch auch in verschiedenen Formaten zum Download bereit, was nicht nur Kindergärten und Schulen freuen dürfte. Auch die Notationen für das freie Notensatzprogramm LilyPond stehen zur Verfügung und via scribd.com ist das Liedbuch einbindbar und kann so weiter Verbreitung finden:

Übrigens: In der Wikipedia ist der Artikel zum Musikpiraten-Verein leider wie so viele andere interessante und durchaus relevante Informationen aktuell Gegenstand einer Löschdiskussion

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November 23 2010

Deutschlandradio “Breitband” als Kurator im Free Music Archive

Breitband ist eine wöchentliche Sendung des Deutschlandradios zu “Medien und digitaler Kultur.

In der Sendung werden neben anderen Netzthemen Musik unter CC-Lizenz oder aus der Public Domain vorgestellt. Die Musikredakteure veröffentlichen nun ein monatliches “Best of” im Free Music Archive.

This mix was curated by Breitband host Martin Risel, Vivian Perkovic, Christine Watty, and Christian Grasse. These four are at the heart of an incredibly vibrant German netaudio community. For example, Christian Grasse also does the FreeQuency podcast on ByteFM, and founded the netlabel Aaahh Records. Selections from Aaahh’s catalog of “free and charming music” were recently featured on all2gethernow’s 2010 Berlin Music Week compilation and we hope to hear more in the near future. In the meantime, enjoy this mix — the first of a monthly Best of Breitband series.

Hier geht es zu Volume 1.

Tags: freie-musik
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November 05 2010

International Commons Conference in Berlin

Am 1. und 2. November fand die International Commons Conference (Creating a Commons-based Policy Platform) in der Heinrich Böll Stiftung in Berlin statt. Die rund 200 geladenen Teilnehmer kamen aus 34 Ländern weltweit und bildeten auch hinsichtlich ihres jeweiligen thematischen Fokus ein breites und diverses Spektrum der Commons ab (von natürlichen Commons wie Klima, Wald und Genen, über soziale Commons wie Währung und Stadtraum, bis zu digitalen Commons wie Software, Wissensressourcen und kulturelle Inhalte). Was die verschiedenen Projekte und Ansätze eint ist das Ziel gemeinschaftlich Ressourcen/Commons zu erhalten, zu entwickeln und zu nutzen, jenseits und unabhängig von (wenn auch teilweise verflochten mit) Staat und kapitalistischem Markt. Die Commons (= Gemeingüter) gehören allen der jeweiligen Gemeinschaft und befinden sich weder in Privat- noch staatlichem Eigentum. Es ging um verschiedene Punkte, an denen weiter gedacht und -gearbeitet werden muss darunter:
* Fragen der Organisation von Gemeinschaften und ihrer Interaktion mit den Commons – Social Chartas, Vereinbarungen, Lizenzen, etc.
* das Verhältnis der Commons zu Markt und Staat
* verschiedene Größenordnungen – wie organisiert man größere bis globale Commons und Communities.

Hier ein paar aus meiner Perspektive interessante Punkte, Links und Interviews der Konferenz:

* Michel Bauwens, auch Mit-Kurator der Veranstaltung, stellte drei zentrale Fragen:

1. Wie überleben wir (finanziell) in der aktuellen Welt (wenn wir uns um Commons kümmern, z.B. freie Software entwickeln, kulturelle Inhalte schaffen etc.)?
2. Wie können wir uns mit anderen, die dieselben Werte teilen, besser vernetzen und neue Praktiken entwickeln jenseits der alten Wertesysteme?
3. Wie entkommen wir ganz – d.h. wie können wir letztendlich das vorherrschende Wirtschaftssystem überwinden?

In seinem Vortrag plädierte er dafür, etwas Neues, auf Basis eines neuen Wertesystems zu schaffen, nicht etwas Altes nur abzuändern. Anstatt auf der Logik des vorherrschenden ökonomischen Denkens aufzubauen, (wo es sinnvoll ist dass ein TV so gebaut wird dass er in 10 Jahren kaputt geht, damit man mehr Geld verdient) sollte man sich ein Beispiel nehmen an z.B. Barcamps – mit einer eigenen Organisations- und Wertestruktur, die sich grundlegend von früheren Konferenzstrukturen unterscheiden, oder die GPL – die eine eigene soziale Charta darstellt. Ein wichtiges Handlungsfeld sind hier z.B. die Infrastrukturen auf deren Basis Peer Produktion bereits in großem Maße stattfindet, die aber in privater Hand von unseren Beiträgen profitieren (Google, Facebook etc.).

Wir haben mit Michel Bauwens ein Audio Interview gemacht, in dem er seine Gedanken zu Peer Produktion und neuen Werten gut darlegt. Dies wird ganz bald hier verlinkt.

* Philippe Aigrain ging Michel Bauwen’s erste Frage an und gab einen Überblick über 10 verschiedene Möglichkeiten Commons zu finanzieren; seine Folien und Notizen sind gut selbsterklärend.

* Pat Mooney stellte das Thema Openness und DIY zur Diskussion – Gibt es auch Fälle in denen Open Access Gefahren birgt? Als Beispiel führte er das BioBricks Projekt an. BioBricks ist eine von Wissenschaftlern des MIT, Harvard und UCSF gegründete Stiftung, die Information über DNA Sequenzen so online und open access verfügbar macht, dass sie direkt nachbaubar sind. Die DNA kann zu neuen Kombinationen zusammengesetzt, sowie eingebaut als Vektoren in Bakterien direkt zur Proteinsynthese genutzt werden. Mooney deutete auf die Gefahren hin, jedem Menschen (dem Amateur als auch der Industrie) genetische Bausteine an die Hand zu geben. In der Diskussion war das Gegenargument dass nur durch Offenheit solchen Gefahren auch entgegengewirkt werden kann – je mehr Leute sich auskennen, umso bessere Gegenmittel gegen synthetisierte Viren z.B. können gefunden werden.

Mooney sprach über weitere Gefahren für die biologischen Commons durch den Markt, wie die Patentierung von Genen und die kommerzielle Ausbeutung von Biodiversität mit ungleicher Verteilung der Erträge. Er wies auf die Gefahren der Green Economy und der damit verbundenen zunehmenden Kommerzialisierung von Biomasse hin.
Wichtige Handlungsfelder sind in allen Beispielen die Organisationsform, Vereinbarungen und Lizenzen, auf die man sich im Umgang mit dem jeweiligen Commons einigt, sowie rechtliche Vereinbarung, dass z.B. Gen Patente generell nicht legal sind. Er wies ebenfalls auf die Gefahr zunehmender staatlicher Überwachung hin, je mehr potenziell gefährliche technologische Möglichkeiten zur Verfügung stehen.

Pat Mooney fasst seine Thesen in einem Interview zusammen, das hier ganz bald verlinkt wird.

* James Bernard Quilligan gab einen interessanten Abriss über die Entwicklung von Wirtschaftssystemen in den letzten 100 Jahren, inklusive der Theorien und Annahmen auf denen diese beruhen (hier ein aktueller Artikel von Quilligan). Während das Erbringen von Werten dem Markt und das Management von Ressourcen eher dem Staat überlassen werde, hätten die Commons hier aktuell keinen Platz, obwohl sie auch beide Funktionen erbringen. Auch die klassische Zivilgesellschaft in ihrer heutigen Form berufe sich auf die liberale Idee der Trennung von Produzenten und Konsumenten, sowie finanziere sich entweder durch Markt oder Staat, d.h. versuche keine neuen, community-/commons-basierten Ansätze.

* Thomas Greco sprach über Credit Commons, über community-basierte Währungen, die Unabhängigkeit von globalen Währungssystem schaffen. Das moderne Geld, mit Kredit gleichzusetzen, basiere auf dem System des Wachstums mit immer stärker steigenden Schulden, und sei monopolisiert von den Banken verwaltet obwohl wir eigentlich alle Teilhaber seien. Er setzt sich für die Schaffung unabhängiger community-basierter Währungen ein und gab verschiedene Beispiele, wie z.B. die schweizerische WIR Bank, die schon seit 1934 mit heute 60.000 Teilnehmern mit einem eigenen Währungssystem arbeitet.

Es waren nicht nur westliche Herren über 50 bei der Konferenz wie die Auswahl der Beispiele vermuten lässt, sondern auch viele Frauen und jüngere Menschen mit interessanten Projekten, z.B. das Shareable Magazin* oder die Projektgruppe Karlshof aus Berlin.

* Aus Ecuador kamen einige Teilnehmer, bis zur Ministerin, die das Projekt Yasuni-ITT vorstellten. Eine große Region Amazonas Regenwald im Osten des Landes soll von der Ölförderung ausgenommen werden, um die Biodiversität zu schützen und Wald auch zum Klimaschutz zu erhalten. Zur Realisierung möchte Ecuador von der internationalen Staatengemeinschaft die Hälfte des ansonsten aus Ölerträgen zu erwirtschaftenden Ertrages in einem von der UN organisierten Fonds sammeln. Das Modell zum Erhalt eines global relevanten Commons wäre in diesem Fall das Modell #7 aus dem Schema von Philippe Agrain, ein Public Trust. Das deutsche Entwicklungsministerium hat sich übrigens von diesem Projekt erst vor wenigen Wochen zurückgezogen.

Eine gesamte Liste aller Teilnehmer und ihrer Projekte findet sich im Konferenzwiki, ebenso die Mitschriften einiger Sessions und der Abschlussdiskussion.

Weiter geht’s dann auf Veranstaltung wie z.B. dieser Commons Konferenz in Indien im Januar 2011.

Aufgrund des sehr breiten Spektrums an Themen und Projekten hat sicher jeder etwas Neues gelernt und Gedankenanstöße aus einer ganz anderen Richtung bekommen. Als zentrale Punkte haben sich für mich die von Michel Bauwens eingangs erwähnten 3 Fragen, ergänzt durch die Frage der Organisation von Commons Modellen (Prozesse, Social Chartas, Lizenzen ..) herausgestellt. Insgesamt sprachen sich die Teilnehmer dafür aus, commons- und community- basierte Modelle zu realisieren, fortzuführen und erfolgreich zu machen, die Commons als dritte Kraft neben Staat und Markt zu stärken, und diese damit weniger wichtig zu machen.

* In einer weiteren Veranstaltung in Open Design City gestern am 4. November ging das Gespräch mit Neil Gorenflo von Shareable in ähnliche Richtung weiter. Weitere Beispiele wie Car-Sharing, Couch Surfing etc. zeigen wie man mit Commons Organisationsformen mit weniger Geld aus dem klassischen Wirtschaftssystem auskommt und auf Basis anderer Werte agiert. Diskutiert wurde hier weiterhin inwiefern die Breite der Gesellschaft von solchen Konzepten erreicht werden kann. Auch hier kam man am Ende überein, sich prioritär auf die neuen Organisationsformen und Stärkung der Commons zu konzentrieren, vielleicht werden die anderen davon überzeugt oder eben Staat und kapitalistischer Markt werden irgendwann weniger wichtig.

September 13 2010

“Free! Music! Contest” 2010: Gewinner und kostenloser CC-Sampler veröffentlicht

Musikpiraten e.V. startet "Free! Music!"-Contest 2010

Free! Music! Contest 2010

Um Creative Commons-lizenzierte Musik und CC-Musiker bekannter zu machen, hatte der Musikpiraten e.V. auch dieses Jahr wieder den Free! Music! Contest ausgerufen (wir berichteten). Eine 17-köpfige Jury, die u.a. aus Musikbloggern, Netlabelbetreibern und Künstlern bestand, entschied nun in der vergangenen Woche, wer es tatsächlich auf den Sampler geschafft hat, der ab sofort zum kostenlosen Download im OGG- und MP3-Format bereitsteht. Er trägt den passenden Namen “Freeloaded” und enthält 36 Songs auf 2 CDs.

Insgesamt hatten nach Angaben der Musikpiraten über 130 aus über 30 verschiedenen Ländern ihre CC-lizensierten Werke eingesendet. Der Wettbewerb, der in diesem Jahr unter der Schirmherrschaft von Cory Doctorow stand, stellt somit nach 2009 einen erneuten Erfolg für freie Musik und deren Szene dar. War er letztes Jahr vor allem mit Bands und Künstler aus Deutschland besetzt, ist er 2010 auch durch eine deutliche Internationalisierung geprägt.

“Die enorme Steigerung der Teilnahmezahlen wurde nur durch die Unterstützung vieler Blogger, Online-Magazine, freier Radios und Internetradios möglich, die über den Contest berichtet haben. Insbesondere ist hierbei auch Cory Doctorow zu erwähnen, der als Schirmherr des Contests fungiert.”, erklärte Christian Hufgard, Vorsitzender des Musikpiraten e.V. den Erfolg.

Auch stilistisch bedient der Sampler viele Geschmäcker und demonstriert damit, wie breitgefächert Creative-Commons-Lizensierung im Musikbereich mittlerweile Verwendung findet. Den Abschluss des Contests bietet am 2. Oktober eine große Party in der Wiesbadener “Kreativfabrik” bei der fünf der Gewinnerbands live auftreten werden.  Zu diesem Termin wird dann auch der Sampler auf CD gepresst vorliegen. In einer Auflage von 1.000 Stück soll er von Hand numeriert und für einen äußerst fairen Preis von 2,50€ plus Versandkosten abgegeben  werden (Vorbestellungen möglich). Bis zum 30. September läuft parallel außerdem noch ein Publikumsvoting, bei dem Gewinne für die Künstler warten.

September 10 2010

SGAE setzt EXGAE juristisches Ultimatum

Das spanische Pendant zur GEMA, die “Sociedad General de Autores y Editores” (kurz SGAE) hat ihre Anwaltskanzlei Lehmann & Cabaleiro ein Schreiben an die Initiative EXGAE schicken lassen, in dem die EXGAE offenbar aufgefordert wird, sich binnen 7 Tagen aufzulösen. Anderenfalls werde man ohne weitere Vorwarnung wettbewerbsrechtlich und wegen Verletzung der Markenrechte der SGAE gegen die EXGAE vorgehen und auf Schadensersatz klagen.

Leider ist noch keine englische Übersetzung des Schreibens erstellt. Falls also jemand des Rechts-Spanischen so mächtig ist, es zu übersetzen, dann wäre das hilfreich.

Weitere Details zum Hintergrund gibt’s auf CC DE.

September 07 2010

Freier Musik-Sampler “Freiheit statt Angst 2010″

Zur “Freiheit-statt-Angst”-Demo am Samstag in Berlin gibt es nun den Sampler “Lauschangriff” (zip) mit überwachungskritischen Songs verschiedener Genres, der frei heruntergeladen und unter CC-Lizenz verteilt werden kann. Das FsA-Demo-Blog meldet:

Der Sampler besteht aus insgesamt 13 Titeln. Neben HipHop zum Thema RFID findet man dort auch Reggae aus Bayern von dem Musiker Ska-Jah, Folk-Rock der Band Die Singvøgel, Punk aus dem Kunstprojekt Systemfehler Freiheit und den Song Genug von der Schwesta aus Regensburg, den sie live auf der “Freiheit-statt-Angst”-Demo im Jahr 2009 aufgeführt hatte.
Der Sampler entstand aus der Idee heraus, in diesem Jahr ausschließlich gemafreie Musik während der Auftakt- und Abschlusskundgebung zu spielen. Alle Songs stehen daher unter einer Creative-Commons-Lizenz.

Ich habe noch nicht alles gehört, aber Schwesta – “Genug” erschließt sich mir erst heute in aller Wortgewalt, obwohl ich letztes Jahr direkt vor der Bühne mitgetanzt habe. Chapeau! Update: Dazu gibt es im FsA-Blog sogar ein schönes Video.

August 12 2010

GVU vs. ElRep: GVU verweigert Unterlassungserklärung (2. Update)

Zugegeben, ich hatte nicht damit gerechnet, dass die GVU die von Mario Sixtus und Alexander Lehmann geforderte Unterlassungserklärung abgibt. Schließlich würde die Abgabe einer Unterlassungsaufforderung auch für andere Urheber Signalwirkung haben, deren Werke Opfer einer GVU-induzierten Netzsäuberung wurden bzw. in Zukunft noch werden. Ausgehend davon, dass das Verfahren der “Löschaufforderungen” weitgehend automatisiert abzulaufen scheint, wären die Konsequenzen für die GVU kaum überschaubar.

Die Begründung, mit der GVU die Abgabe der Unterlassungserklärung ablehnt, überrascht mich nun aber schon. Die GVU ist der Ansicht, sie sei schlicht “der falsche Ansprechpartner”. Anbei die aktuelle Pressemeldung (noch nicht online verfügbar) im Wortlaut:

Update: Gesprächsangebot von GVU an Sixtus und Lehmann

Organisation nimmt Geschehen zum Anlass für Nachbesserungen

Berlin, 12. August 2010. Nachdem sich die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e.V. (GVU) davon überzeugt hat, dass die vier Beiträge des „Elektrischen Reporters“ sowie der Titel „Du bist Terrorist“ wieder inklusive Kommentaren und Statistiken online sind und Fehler beim Versand von Löschungsaufforderungen behoben wurden, hat die Organisation heute Vormittag auf die Aufforderung einer Unterlassungserklärung per Fax an den Rechtsanwalt Vetter reagiert. In diesem Schreiben bestätigt die GVU, dass sie für diese Aufforderung der falsche Ansprechpartner ist.

Die GVU steht Alexander Lehmann für Gespräche zur Verfügung. Gleichzeitig erneuert sie ihr Gesprächsangebot an Mario Sixtus zum sachlichen Dialog über Tätigkeit und Selbstverständnis der GVU. Danach liegt die Kernaufgabe der Organisation in der Unterstützung und Zuarbeit bei der Durchführung von Strafverfahren. Dieser Ansatz zielt auf den Werterhalt des geistigen Eigentums, zu denen die GVU auch potenziell kritische Inhalte zählt. Die Tätigkeit richtet sich gegen Täter, die am Beginn und an den Schnittstellen der illegalen Massenverbreitung agieren.

Zur Erfüllung ihrer Aufgaben arbeitet die GVU auch zukünftig projektbezogen mit verschiedenen Dienstleistern zusammen, zu denen auch OpSec Security zählt. Das aktuelle Geschehen nimmt die Organisation zum Anlass, konkrete Verfahrensweisen nachzubessern und zu optimieren.

[Update, 13:30]: Laut Mario Sixtus hat zumindest die Münchener Firma OpSec Security die geforderte Unterlassungserklärung abgegeben:

[Vorgeschichte hier.] Heute um kurz vor vor zwolf schob sich aus dem Fax meines Anwalts eine von der Münchener Firma OpSec Security unterschriebene, strafbewehrte Unterlassungserklärung, in der sich das Unternehmen verpflichtet, es künftig zu unterlassen, “Urheberrechte des Gläubigers [Anm.: das ist Meinereiner] an dessen [...] Werken zu verletzen”. Für jede Zuwiederhandlung verpflichtet sich OpSec eine Vertragsstrrafe zu zahlen, außerdem tragen sie die Kosten der anwaltlichen Abmahnung. Eine identische Erklärung gab OpSec auch für Alexander Lehmann ab.

Warum die ganze Geschichte etwas komplizierter ist, als von der GVU dargestellt, erklärt Mario in seinem Blog übrigens auch gleich.

[Update, 14:10]: Der von Mario Sixtus und Alexander Lehmann beauftragte Anwalt Udo Vetter erklärt dazu in seinem Blog:

[...] In einem Prozess gegen die GVU müssten Sixtus und Lehmann beweisen, dass die GVU doch Auftraggeber war und somit für die eingestandenen Fehler der OpSec Security GmbH mit haftet. Weder Sixtus noch Lehmann haben Einblick in die (Vertrags-)Beziehungen zwischen GVU und der OpSec Security GmbH. Somit dürfte es ihnen kaum möglich sein, den Nachweis zu führen.

Ich habe meinen Mandanten geraten, hier keinen weiteren Streit zu suchen. Dieser wäre weitgehend auf formaler Ebene auszutragen, nämlich auf dem Gebiet der Beweislast. So ein Rechtsstreit brächte ein enormes finanzielles Risiko mit sich. [...]

August 11 2010

GVU meldet: Alles ist gut! Wirklich?

Die GVU hat im Laufe des Tages eine zweite Pressemeldung veröffentlicht, die mich ein wenig ratlos zurücklässt. Man betont darin noch einmal, dass die gelöschten Videoclips von Mario Sixtus und Alexander Lehmann innerhalb von 24 Stunden wieder online waren. Das ist schön, im Grunde aber eine Selbstverständlichkeit. Wer Mist baut, ist für die Beseitigung des Schadens verantwortlich.

Dass die Inhalte überhaupt wieder hergestellt werden konnten, ist dabei wohl vor allem dem Videoportal Vimeo zu verdanken. Anfangs musste man noch befürchten, dass zumindest die Kommentare und Diskussionen zu Alexander Lehmanns Clip “Du bist Terrorist” unwiderbringlich verloren seien.

Interessant auch, dass die GVU explizit betont, man habe sich bei Mario Sixtus und Alexander Lehmann schriftlich entschuldigt. Auch das ist wohl das Mindeste, was man von ertappten “Raublöschern” erwarten darf.

Die geforderte Unterlassungserklärung hingegen hat die GVU bisher noch nicht abgegeben, wie mir Mario Sixtus gerade auf Rückfrage bestätigte. Im Falle weiterer “fehlerhafter Löschungsaufforderungen” von Sixtus’ Clips muss die GVU daher keine Vertragsstrafe fürchten.

Bemerkenswert finde ich aber vor allem den letzten Absatz der Pressemeldung:

Bei der Nachprüfung ist der GVU noch am Rande aufgefallen, dass bei der Verlinkung der fraglichen Videos auf dem bekannten Raubkopie-Portal “Monsterstream” gegen die CC Lizenzbedingungen verstoßen wurde, welche die Einbettung in dieser Form nicht zulassen.

Richtig ist, dass die Clips offenbar nicht lizenzkonform eingebettet wurden. Zum einen verzichtet das inkriminierte Portal auf die in der CC-Lizenz geforderte Nennung des Urhebers, zum anderen verbietet die Lizenz Creative Commons “BY-NC-SA 3.0″ eine kommerzielle Nutzung.

Sollten sich die Alexander Lehmann und Mario Sixtus nun für die fürsorgliche “Nachprüfung” bedanken? Nun, man kann die Sache auch anders sehen.

Ausgehend davon, dass die wenigstens Empfänger der Pressemitteilung mit den Feinheiten der CC-Lizenzen vertraut sind und die GVU vorsorglich auf verwirrende Details verzichtet, soll von obigem Absatz wohl vor allem eines hängenbleiben: “Eigentlich haben wir doch nur unseren Job gemacht!”

Davon ab: Warum ausgerechnet die Löschung fehlerhaft eingebetteten Originalmaterials durch Dritte (siehe auch “Geschäftsführung ohne Auftrag”) einem Urheber bei der Wahrung seiner Rechte helfen sollte, weiß wohl nur die GVU.

Reposted byMeinSueppchencliffordcygenb0ckurfinsotti

August 10 2010

GVU vs. ElRep: Erste Ergebnisse (2. Update)

Mario Sixtus berichtet in seinem Blog vom aktuellen Stand “In Sachen GVU“:

Ich habe gestern Abend per Fax bei der GVU eine Erklärung für diesen Amoklauf eingefordert. Daraufhin meldete sich heute Vormittag Matthias Leonardy, Geschäftsführer der GVU telefonisch bei mir. Leonardy erklärte, bei der Sperrung handele es sich um einen “Irrtum”, die Sperre sei von einem Dienstleister (der Firma Opsec Securities aus München) initiiert worden, der im Autrag der GVU handele. Man “bemühe” sich derzeit um “Aufklärung” und habe Vimeo bereits um eine Aufhebung der Sperren gebeten.

Diese “Erklärung” reicht mir natürlich nicht. [...] Die GVU, bzw. der von ihr beauftragte Dienstleister haben in meine Publikationsrechte eingegriffen und dabei ein Werkzeug missbraucht, das Vimeo zum Schutz der Rechte der Urheber – also meiner – eingerichtet hat. [...] Ich habe Hernn Leonardy daher aufgefordert, eine rechtsverbindliche und strafbewehrte Unterlassungserklärung abzugeben, [...]

Die ganze Geschichte gibt es nebenan bei Mario. Fortsetzung folgt.

[13:02] … und zwar hier und jetzt in Form eines Updates.  Soeben ist die gemeinsame Presseinformation von OpSec und GVU in meiner Mailbox gelandet, die ich zunächst unkommentiert durchreichen möchte:

5 von 5 Millionen Löschungsaufforderungen im Namen der GVU

Branchenprojekt richtet sich gegen Portalseiten mit illegalen Inhalten

Berlin, München, 10. August 2010. Im Rahmen des branchenweiten Anti-Piraterie-Projekts „Portalschließungen“ wurde der Videohost Vimeo aufgefordert, vier Videos von Mario Sixtus und den Titel „Du bist Terrorist“ von Christian Lehmann zu löschen. Diese Aufforderungen erfolgten irrtümlich und eine Löschung der Titel war von der GVU weder gewünscht noch beabsichtigt. Deshalb ging  gestern um 22:59 Uhr eine weitere Mail an den Host Vimeo mit der Bitte, die Links zu den fraglichen Titeln wieder zu aktivieren.

Das Projekt „Portalschließungen“ richtet sich nicht gegen einzelne Hosts und somit nicht gegen Vimeo. Vielmehr werden ausgesuchte Portalseiten bekämpft, die als zentrale Plattformen zur Verteilung von illegal ins Internet gestellten urheberrechtlich geschützten Filmen identifiziert wurden. Die aktuelle Aktion richtete sich gegen die Portalseite „Monsterstream“. Neben den zahlreichen Links zu aktuellen Kinofilmen und TV Serien waren dort auch solche zu den genannten Titeln gepostet. Diese sind versehentlich mit erfasst worden. Die Ursache dafür wird gerade analysiert.

Die meistfrequentierten Portalseiten mit Links zu urheberrechtlichem Material werden von der Firma OpSec Security kontinuierlich gescannt. Anschließend werden Löschungsaufforderungen verschickt (notice-and-takedown-Verfahren). Im Rahmen des Projekts „Portalschließungen“ der deutschen Filmwirtschaft wurden seit 2008 für mehr als 5 Millionen Links Löschungsaufforderungen an verschiedenste Hoster weltweit versandt. Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e.V. (GVU) ist als Anti-Piraterie-Organisation der Filmwirtschaft in das Projekt eingebunden. Die Anzahl der auf solchen Streaming-Portalseiten gelisteten illegalen Filmdateien stieg nach GVU-Erkenntnissen im vergangenen Jahr um 217 Prozent.

GVU und OpSec Security bedauern das Versehen und sind gemeinsam bemüht,  die Ursache zu klären, um derartige Versehen in Zukunft ausschließen zu können.“

[14:34] Ebenso wie Mario Sixtus hält auch Alexander Lehmann eine rechtswirksame Unterlassungserklärung der GVU zur Wahrung seiner Rechte für angemessen. Vertreten werden beide vom Düsseldorfer Anwalt Udo Vetter. Vetter schreibt in seinem Lawblog:

Wie Mario Sixtus verlangt auch Alexander Lehmann eine rechtswirksame Unterlassungserklärung von der GVU. Auch, um dafür zu sorgen, dass die GVU die offenbar im eigenen Haus oder bei ihren Dienstleistern herrschenden Missstände abstellt.

Wir haben für Mario Sixtus und Alexander die GVU angeschrieben und förmlich abgemahnt. Die GVU hat nun bis Donnerstag Zeit für eine Reaktion.

July 03 2010

Es muss nicht immer ‘Schland sein

Auch wenn alle den monochromen Kickern des DFB natürlich fest die Daumen drücken bei der WM, kann mancher vielleicht das ewige “Schland, oh ‘Schland” nicht mehr hören. Muss er auch nicht, denn die berliner Band Tonträger beweist, dass es auch ohne Lena-Vorlage geht und noch dazu frei lizenziert und besser (meine Meinung). Ihr Titel “Wir sind eins” steht unter der Creative-Commons-Lizenz BY-SA 3.0 de, darf also nach Belieben herumkopiert, ge-remixt und bearbeitet werden, auch kommerziell, solange dabei die Band als Urheber genannt und für Bearbeitungen/Remixes wieder die gleiche Lizenz verwendet wird. Ich habe mir daher erlaubt, ein OGG-File daraus zu machen. Es gibt den Titel aber auch als MP3 und direkt zum Anhören auf tontraegerberlin.de.

June 16 2010

DRadio Wissen startet Remix-Serie

Der Sender DRadio Wissen hat jetzt eine eigene Netaudio-Sendung, die gestern zum ersten Mal lief. Neben der Berichterstattung über Künstler, die Creative Commons Lizenzen nutzen, gibt es auch einen Remix-Teil. Musik von vorgestellten Künstler wird in Remixfähigem Material online gestellt und die Hörer werden zum Mitmachen eingeladen.

Erster Künstler ist Stateshirt. Hier ist ein 5 MB großes Zip-File dazu. Die Remixe sollen in künftigen Sendungen eingebaut werden.

Was ich mich noch frage: Wo finde ich denn beim DRadio Wissen die passende MP3 zur Sendung, um auf diese hier direkt hinzuweisen? Ich verstehe immer noch nicht den Player.

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