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May 28 2013

Radio: Die wundersame Welt der Medienfakes

Der Deutschlandfunk hat gestern in seiner Sendung Freistil über “Marsianer in Grover’s Mill! Die wundersame Welt der Medienfakes.” berichtet.

Manchmal dienen sie der politischen Manipulation, manchmal sind sie künstlerisches Experiment, und manchmal soll damit einfach nur Geld verdient werden. Im digitalen Zeitalter sind Fälschungen einfach herzustellen. Können wir noch zwischen Fakes und Fakten unterscheiden? Oder verhindern gerade die weltweiten Social-Media-Netze die ungestörte Verbreitung von Medienfakes?

Hier ist die MP3.

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February 07 2010

Flüssige Demokratien auf der Transmediale

“Politik und Zukunft, die beiden passen nicht wirklich zusammen”, führte Stephen Kovats in die Diskussion ein. Gerade um die Politik der Zukunft ging es aber auf dem Panel zu “Liquid Democracies” am letzten Tag der Transmediale.

Auch der Künstler Steve Lambert glaubt nicht, dass wir uns für Visionen auf die Politik verlassen können. “Politiker arbeiten mit dem, was möglich ist”. Unsere Vorstellung von Zukunft komme daher aus anderen Bereichen – und am meisten aus der Werbung.

Lamberts Kunstaktionen beschäftigen sich häufig mit Medien-Hacking. So war er auch an der New York Times-Fälschung der Yes Men beteiligt. “Weil wir alle in gescheiterten Utopien leben, haben wir einen ständigen Bedarf nach neuen Utopien”, sagt der Künstler. Künstler könnten solche Utopien mit Hacks in die Medien und damit in den Diskurs bringen.

Diesem positiven Ausblick entgegen steht Matteo Pasquinellis Konzept eines “digitalen Neo-Feudalismus”. Einige wenige Monopolisten – wie Google und Facebook – beherrschten die Infrastruktur. Die Netzwerkgesellschaft sei nicht mehr horizontal, sondern polarisiert. Dadurch gerate die kreative Mittelschicht unter Druck.

“In der digitalen Musikszene herrscht mehr Wettbewerb und stärkere Polarisierung. Nur wenige können überleben”, beschreibt er die “Krise der kreativen Klasse”. Es gebe eine Verlagerung von “Profit” zu “Rendite”, die aus der Ausbeutung von Monopolen entstehe. Letztlich beklagte Pasquinelli die Unfähigkeit der Netzwerk-Gesellschaft, eine neue Politik zu entsinnen.

Dass die “Weisheit der Massen” durchaus endlich ist und nicht auf allen Gebieten zum Erfolg führen kann, erklärte auch Sascha Lobo. Das Kollektiv könne bestimmte Aufgaben der Medienwelt übernehmen – etwa die von Ad-Hoc-Korrespondenten – andere aber nicht. So könnte investigativer Journalismus nur im kleinen Maßstab über Plattformen wie Spot.us finanziert werden.

Zugleich warnte Lobo davor, dass alle Nachrichten nach “unterstützt meine Meinung” und “irrelevant” gefiltert werden könnten. Es sprach von der Entstehung von Mikro-Öffentlichkeiten, in denen aus dem “Star für 15 Minuten” der “Star für 15 Leute” werde.

Wie viel politischen Einfluss können diese kleinen Einheiten entwickeln? Pasquinelli ist skeptisch: Er sei “des Aktivismus müde”, weil “alles, was wir entwickelt haben” sich in einem zu kleinen Rahmen bewege. Es mangele an einer Vorstellung für die Politik der Zukunft.

Reposted by02mydafsoup-01 02mydafsoup-01

December 08 2009

Medienhack: DPA fällt auf falsche Pressemeldung der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung herein

Die Presseagentur DPA hat heute unter dem Titel “Stiftung will Einfluss von Vertriebenen schmälern” über Pläne der Bundesstiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung berichtet, den Stiftungsrat um drei Personen mit aktuellem Flüchtlingshintergrund zu erweitern. Die zugrundeliegende Pressemitteilung ist allerdings nicht echt, sondern wurde von Aktivisten ausgesandt:

Erweiterte Struktur des Stiftungsrates vorgeschlagen

Berlin, 08.12.2009 – Die Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung wird den vom Stiftungsrat um Prof. Dr. Hans Ottomeyer gefassten Beschluss zur Umstrukturierung der Stiftung in eine Interessenvertretung für die von Flucht und Vertreibung betroffenen Menschen in aller Welt rasch umsetzen.

Bundespräsident Horst Köhler hatte bereits am vergangenen Mittwoch angemahnt “die Stiftung nicht zu einem Schaustück der Ignoranz verkommen zu lassen, sondern die historische Chance zu nutzen, etwas für die weltweit über 20 Millionen Flüchtlinge zu tun.”

Der Stiftungsrat nimmt diese Aufforderung ernst und hat der Bundesregierung vorgeschlagen, den neu zu strukturierenden Stiftungsrat um drei Personen mit aktuellem Flüchtlingshintergrund zu erweitern, um so die Handlungs-, Kompetenz- und Glaubwürdigkeitschancen der Stiftung weiter zu erhöhen.

Diese Idee war bereits in der Vorbereitungsgruppe im Gespräch, die vor der Ernennung von Prof. Manfred Kittel zum Stiftungsdirektor im Juli 2009 getagt hatte.
Weil Deutschland aus den eigenen Erfahrungen mit Vertreibung gelernt hat, ist der Stiftungsrat überzeugt davon, dass es angemessen und zeitgemäß ist, so Anteilnahme am Schicksal von Flüchtlingen in aller Welt zu zeigen. Diese Entscheidung bringt ein weiteres Vorhaben der Stiftung erfolgreich zum Abschluss. „Im Geist der Versöhnung wollen wir nicht nur in Berlin ein sichtbares Zeichen setzen, um an das Unrecht von Vertreibungen zu erinnern und Vertreibung international für immer zu ächten“ so Bernd Neumann, Staatsminister im Bundeskanzleramt, BKM.

Hinter dem Medienhack steht das “Zentrum für politische Schönheit”, laut Eigenbeschreibung “ein politikberatender Thinktank des Aktionskünstlers und Menschenrechtlers Philipp Ruch”. Die Initiatoren des Medienhacks versuchen nach eigenen Angaben,

den politischen Druck für eine Öffnung der Stiftung zu erzeugen, der die Stiftung mit dem unrühmlichen Kulturstaatsminister Bernd Neumann aus der Vergangenheit in die Gegenwart zurückkatapultiert, wo es um die Anteilnahme am gegenwärtigen Schicksal von Millionen dezidiert nicht-deutscher Flüchtlinge geht.

Der Vorschlag, drei Menschen mit eigenen, aktuellen Fluchterfahrungen in den Stiftungsrat aufzunehmen, ist also durchaus als ernst gemeint zu verstehen. Man habe sich in Deutschland “etwas zu sehr daran gewöhnt, dass Vergangenheitsbewältigung nie etwas mit der gegenwärtigen politischen Lage zu tun hat und haben darf.”

Offenbar hat die DPA die Pressemeldung der Stiftung ungeprüft übernommen. Dabei hätte man, wenn schon nicht über die Idee, über die angebliche Aussage des Bundespräsidenten stolpern können. Dass dieser eine Bundesstiftung als “Schaustück der Ignoranz” bezeichnet, wäre schließlich eine nie dagewesene Deutlichkeit für Horst Köhler.

Nach Angaben von Ruch sind die Onlineangebote von FAZ, T-Online und Financial Times auf die Aussendung der DPA hereingefallen. Nachdem die Presseagentur auf seinen Hinweis hin eine Korrektur verschickte, sind die entsprechende Artikel allerdings schnell wieder verschwunden.

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