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December 23 2013

Remixer #30 René Walter: “Remix ist mehr als die Summe seiner Teile”

In der Serie “Remixer/in” geht es um Menschen und ihre Erfahrungen und Einstellungen zum Thema Remix und Remix-Kultur. Dieses Mal: René Walter.

René Walter

René Walter

Der Graphiker René Walter wohnt in Berlin und betreibt das Blog Nerdcore.de, einem von Deutschlands meistgelesenen Blogs, das vor allem Links zu anderen Webinhalten liefert.

Was macht für Dich einen guten Remix aus?

Dass er mehr als die Summe seiner Teile darstellt, die Elemente des Originals in einem eigenen Kontext zu einem neuen Werk zusammenfügt, so dass beide Seiten – das Neue und das Alte – zu halbwegs gleichen Teilen erkennbar sind.

Auf welche Weise verwendest Du selbst Werke Dritter?

Ich betreibe die Website Nerdcore.de, das ist so ein mittelbekanntes Blog, das vor allem Links zu Dingen veröffentlicht, die ich großartig finde. Das Spektrum reicht dabei von Katzenvideos über Anatomiestudien bis hin zu High Frequency Trading. Ich bediene mich dabei offen der Arbeiten anderer, die in 99% aller Fälle als Anreißer dienen.

Ich arbeite auch ab und zu mit Visuals – ich bin von Haus aus Grafiker –, in denen ich Fotos per Photoshop manipuliere. Recht bekannt geworden ist dabei mein Remix eines Plakats von Shepard Fairey, das ich für den NSA-PRISM-Skandal modernisiert habe und das so auf der ganzen Welt bei Protesten benutzt wurde und es mittlerweile sogar auf Acid-Blotter geschafft hat. Shepard Fairey selbst hat diesen Poster-Remix übrigens abgenickt, als er in einem Interview dazu befragt wurde.

Hast Du schon einmal nur aus rechtlichen Gründen ein Sample oder ähnliches nicht verwendet und wenn ja, warum?

Nicht wirklich. Ich habe einmal das Posting über einen Fotografen verweigert, weil der horrende Lizenzforderungen stellte. Oder ich habe schon Dinge nicht gebracht, weil die Künstler selbst ihre Arbeiten mit hässlichen, übergroßen Wasserzeichen versahen. Und ich musste ein oder zwei Postings wegen juristischen Streitigkeiten depublizieren, aber prinzipiell verwende ich immer alles, was ich kriegen kann.

Wurdest Du schon einmal abgemahnt oder hattest rechtliche Probleme wegen Deiner publizistischen Tätigkeit? Und sonst?

Ja, ich wurde schonmal von einer Agentur wegen eines ollen Hendrix-Bildes abgemahnt. Ich hab’ denen 200 Euro überwiesen und geschrieben, dass die Sache damit für mich erledigt ist. Gehört habe ich von denen nie wieder. Ich habe auch mal eine Abmahnung bekommen, weil ich Linkdumps zu MP3-Dateien veröffentlichte und da waren zwei Tracks der Major-Labels
dabei.

Das sind allerdings bislang die einzigen Urheberrechts-Abmahnungen, die ich im Rahmen des Bloggings bekommen habe und das bei einer Website, die mit Fremdmaterial sehr großzügig umgeht. Ansonsten hatte ich auch schon Ärger mit Juristen, ja. Das ging mal so, mal so aus.

Was hältst Du von der Idee, ein vergütetes Recht auf Remix einzuführen?

Die Idee finde ich richtig, ich bin aber nicht sicher, wie es in der Umsetzung aussehen sollte. Wieviel sollte der bis zur Veröffentlichung seins Albums „All Day“ relativ unbekannte Mashup-Künstler Girl Talk denn für die 372 Samples, aus denen das Album besteht, an Lizenzgebühren bezahlen? Die Samples sind sehr ausgiebig genutzt, wahrscheinlich hätte der Mann selbst bei moderaten Lizenzen zehntausende Dollar zahlen müssen, was die Veröffentlichung des Albums verhindert hätte und ob ein Label hier in Vorleistung gehen würde ist mehr als fraglich.

Letztenendes halte ich ein Modell aber für das einzig tragfähige, das sowohl den Remixern als auch den Produzenten der Originale gleichwertige Rechte einräumt, daher ist ein solches Recht in Zeiten, in denen Remixe immer leichter herzustellen sind und über Sharing-Plattformen veröffentlicht werden, unumgänglich.

Zum Abschluss, was ist Dein persönlicher Lieblingsremix?

Mein Lieblingsmashup-Album ist Mashed in Plastic, ein Remix von David Lynchs Filmen, gemixt mit jeder Menge Mucke und davon ist mein Lieblingsremix: I’ve Told Every Little Pumpkin aus Lynchs Mulholland Drive und „1977“ der Smashing Pumpkins.

Das ist ein Crosspost vom Blog der Initiative Recht auf Remix, die in einer Petition um Unterstützung samt Link zum persönlichen Lieblingsremix bittet. Das Interview führte Barbara Hallama.

Wir wollen netzpolitik.org weiter ausbauen. Dafür brauchen wir finanzielle Unterstützung. Investiere in digitale Bürgerrechte.

flattr this!

February 09 2011

Sampler: Nerdcore Now: Volume 1

BoingBoing verweist auf einen neu erschienen Sampler voller Nerdcore-Musik, den man sich frei herunterladen kann: Nerdcore Now: Volume 1.

01 – Beefy – Nerdcore Now
02 – Supercommuter – Robot Party
03 – The ThoughtCriminals – Warp Zone (1-2)
04 – The Future – Teleport
05 – Soup or Villainz – Live In The Arcade Ft. Danyeal McIntosh
06 – Milk-Plus & Lady DKX – I Can Be Your Supervillain
07 – Adam Warrock – Nightcrawlin’
08 – DeathStar – Social Apothecary
09 – Random – Sweeter Ft. Dale Chase
10 – PovertyMan – Rap Cliche
11 – Jake-bit – Redundant Me
12 – Illbotz – Give A Little Love
13 – XoC – A Seed Grows In Brooklyn
14 – Emergency Pizza Party – Never Going Back Ft. Rappy McRapperson & Shinobi Onibocho
15 – Bizarro X-Men – Character Select
16 – Ultraklystron – Bromance Dance
17 – Torrentz – Nerdcore International
18 – Klopfenpop – Don’t Panic Ft. MC 117, Milk-Plus & Diabeats
19 – MC 117 – Bulbasaur
20 – Untested Methods – Little Crow
[BONUS] 21 – Random – Fly (Klopfenpop Mix)

Reposted bycliffordmondkroetedeinneuerfreund

January 22 2011

Neues von Nerdcore: Die offizielle Pressemeldung (2. Update)

Ich hoffe mal, dass Linus nicht sauer ist, weil ich ihm sein Thema wegschnappe. Auf der andere Seite dürften eine Menge Leute draussen im Netz auf ein offizielles bzw. etwas ausführlicheres Statement von René zu den Ereignissen der letzten Tage warten. Gestern abend gab es bereits ein lesenswertes Interview bei Futurezone. Noch ein bisschen mehr Content gibt es in nun in einer aktuellen Pressemitteilung, die mir Renés Anwalt Dominik Boecker vorab zugeschickt hat. Bitte sehr:

Die Pfändung von René Walters Domain ‘nerdcore.de’ durch einen nach Selbstbeschreibung ‘Full-Service-Internetdienstleister’ hat für einiges Aufsehen gesorgt. Seit gestern Abend werden die Wirkungen der Pfändung aber wieder rückgängig gemacht und auf den Stand vor der Änderung der Inhaberdaten gebracht. Da die in dem Verfahren aufgelaufenen Kosten, die zu der Pfändung führten, zwischenzeitlich bezahlt wurden, droht keine weitere Pfändung mehr.

René Walter erklärt zu der aktuellen Situation: “Ich bedanke mich für die ungeahnte und alles andere als selbstverständliche Unterstützung durch unzählige Blogbeiträge und noch mehr Kommentare und ich freue mich, wenn mein Blog demnächst wieder in der gewohnten Qualität unter nerdcore.de erreichbar sein wird. Mein besonderer Dank geht auch an die DENIC für ihre kritische Prüfung des Pfändungsbeschlusses und an meinen Anwalt Dominik Boecker für seine juristische und moralische Unterstützung.”

Dominik Boecker, René Walters Anwalt, ergänzt: “Dass Domains gepfändet werden können ist seit einer Entscheidung des Bundesgerichtshofes höchstrichterlich geklärt. Der Ablauf einer Domainpfändung ist aber schwierig und birgt in der Praxis einige Fallstricke: Das beginnt zum Beispiel mit der präzisen Formulierung in der Antragstellung, die auch bestimmte prozessuale Rechte des Schuldners abbilden muß, um ein ordnungsgemäßes Verfahren zu gewährleisten. Bei der Pfändung der Domain ‘nerdcore.de’ befanden sich in den von den Anwälten gestellten Antrag aber mehrere Fehler, die unter anderem dazu führten, dass meinem Mandanten zwingende Prozessgrundrechte – das rechtliche Gehör – abgeschnitten wurde.

Der Pfändungsbeschluss wurde bei den beteiligten Stellen in Erinnerung gebracht. Die zentrale Vergabestelle für .de-Domains hat den Pfändungsbeschluss daraufhin nochmals eingehend geprüft und kam zu dem Ergebnis, dass ‘(…) der gegen Ihren Mandanten erwirkte Pfändungsbeschluß die Umschreibung dieser Domain nicht trägt (…). DENIC hat deshalb hinsichtlich der Daten des Domaininhabers und der besonderen Ansprechpartner den bis zum 7. Januar 2011 bestehenden Zustand wiederhergestellt.’. Das ist eine mutige, aber rechtlich vollkommen richtige Entscheidung der DENIC, zumal dadurch verhindert wird, dass die Domain für grade einmal 100,00 € verschleudert wird.

Die jetzt noch angezeigten Sicherungsmaßnahmen werden grade abschließend überprüft und dann veranlasst. Im Anschluss daran wird mit Herrn Walter das weitere Vorgehen im Hinblick auf das Hauptsacheverfahren abgestimmt.”.

Es gibt übrigens noch ein spannendes Detail, über das Udo Vetter nebenan berichtet. Aus dem gerichtlichen Verfahren gab es einen Kostenfestsetzungsbeschluss über ~1.100 € gegen René. Das war quasi die Schuld, die er zu begleichen hatte.

Euroweb hat – laut Udo Vetter – gegenüber dem Gericht aber erklärt, dass nerdcore.de lediglich einen “Schätzwert” von 100 Euro habe (in Worten: einhundert Euro. Kein Witz, so steht es auch im mir vorliegenden Pfändungsbeschluss) – und ist damit durchgekommen. D.h. Renés Schulden hätten sich durch die Pfändung von nerdcore.de lediglich von 1.100 € auf 1.000 € reduziert. Zumindest dieses Problem dürfte sich durch die zwischenzeitliche Überweisung der Gesamtsumme aber wohl erledigt haben.

Von verständlichen Unmutbekundungen in den Kommentaren bitte ich abzusehen.

Update, 13:22 Uhr: Ich sehe gerade, dass Udo Vetter seinen Blogeintrag noch ein- oder zweimal ergänzt und überarbeitet hat. Es lohnt sich also, hin und wieder mal nachzuschauen, wie sich der Text entwickelt ,)

Update, 13:48 Uhr: RA Thomas Stadler kommentiert:

Die DENIC setzt sich damit über eine gerichtliche Entscheidung hinweg. Der Pfändungs- und Überweisungsbeschluss verbietet es der DENIC als Drittschuldner nämlich ausdrücklich, Leistungen an den Schuldner (Walter) zu erbringen. [...] Es wird vermutlich aber kein Weg daran vorbei führen, dass der Blogger René Walter eine Aufhebung des Pfändungs- und Überweisungsbeschlusses erreichen muss.

January 18 2011

Euroweb vs. Nerdcore: Stellungnahme von Euroweb

Die Auseinandersetzung zwischen René Walther (Nerdcore.de) und der Firma Euroweb hat heute für reichlich Zündstoff gesorgt. Was bisher fehlte, sind Details zur Auseinandersetzung. Linus hatte in einem Telefonat mit René bereits herausgefunden, dass es wohl um eine Abmahnung geht, die René ignoriert hat:

Ich habe gerade mit René telefoniert. Der Sachverhalt gestaltet sich folgendermaßen: Die Firma Euroweb hat ihn für einen Artikel über die Firma abgemahnt. René hat auf die Abmahnung nicht reagiert.

Ich habe gerade mit Christoph Preuß, Geschäftsführer von Euroweb, telefoniert, der mir die Darstellung soweit bestätigen hat. Nach Angaben von Preuß habe René Inhalte mit “diffamierendem Charakter” gepostet und sei einer – zunächst informellen – Bitte zur Löschung nicht nachgekommen. 

Auch auf die Einschaltung eines Anwalts (das dürfte dann wohl die zur Diskussion stehende Abmahnung sein) habe René nicht reagiert. Es kam, wie es kommen muss (ausgehend davon, dass Firmen solche Dinge nun einmal lieber juristisch lösen): Die Sache ging Mitte 2010 vor Gericht, irgendwann gab einen Kostenfestsetzungsbeschluß und eine Einstweillige Verfügung (hier der relevante Ausriss), René hat – nach Angaben von Euroweb – nicht (vollständig) gezahlt, die Domain wurde gepfändet (Zustellung des Pfändungsbescheids laut Euroweb am 23.12.).

Anbei die Stellungnahme von Euroweb, wie sie in Kürze auf nerdcore.de veröffentlicht werden soll:

Überschrift: Euroweb Group: Neue Erfahrung für Blogger: Blogbetreiber verliert seine Domain nerdcore.de.

Text: Schön, dass Sie vorbei schauen!

Das Blog nerdcore.de ist nun nicht mehr erreichbar. Nachdem die Kosten eines gegen Euroweb verlorenen Prozesses durch den Kostenschuldner nicht innerhalb angemessener Frist erstattet wurden, hat Euroweb statt der Kosten nunmehr die Domain nerdcore rechtmäßig im Rahmen der Zwangsvollstreckung übertragen bekommen.

In Kürze werden wir die Rechte an der Domain bei Ebay für einen gemeinnützigen Zweck versteigern. Über den Verlauf und das Ergebnis der Versteigerung halten wir Sie informiert und freuen uns schon auf Ihre Kritik!

Der Erlös aus der Versteigerung wird zu gleichen Teilen gespendet an:

  • Wikipedia
  • Freischreiber eV

PS: RA Thomas Schwenke hat eine kurze rechtliche Beurteilung des Falls in seinem Blog veröffentlicht. RA Udo Vetter auch:

Das Verhalten von Euroweb ist legal. Ein Kostenbeschluss ist ein durchsetzungsfähiger Titel. Mit diesem kann die siegreiche Prozesspartei den Gerichtsvollzieher in Marsch setzen, aber auch pfänden. Üblicherweise wird dann geschaut, ob der Schuldner zu Hause verwertbare Vermögensgegenstände hat. Oder das Konto des Betroffenen wird dichtgemacht.

Die Pfändung einer Domain ist ein, jedenfalls im Grundatz, ebenso zulässiger Weg. Aber er ist gleichzeitig auch fragwürdig. [...]

Euroweb vs. Nerdcore

Nerdcore.de, das bekannte Blog von René Walter, ist momentan nicht zu erreichen. Ersten Tweets war zu entnehmen, dass der allseits als sehr umstritten (und abmahnfreudig) bekannte Dienstleister Euroweb daran nicht unbeteiligt ist.

Verständlicherweise ist René gerade noch zu sehr am Wüten, um näheres zu erläutern, aber eine WHOIS-Abfrage bei der DENIC bestätigt meine böseste Befürchtung – Euroweb ist im Besitz der Domain:

Domaininhaber: Christoph Preuss Organisation: Euroweb Internet GmbH Adresse: Hansaallee 299 PLZ: 40549 Ort: Düsseldorf Land: DE

Das Abtreten des Domainnamens an die Firma wird häufig als Teil der – hust! – “Kundenbindungsstrategie” des Unternehmens, das auch unter dem Namen Webstyle und Viscomp agiert, bezeichnet. Update: Das ist bei René nicht der Fall, siehe unten! /Update Über die Geschäftspraxis des Unternehmens zu berichten hat sich für viele Blogger als ausgesprochen kostspielig herausgestellt, und auch ich habe schon freundliche Emails vom Kundenservice erhalten, wenn’s für eine Abmahnung nicht gereicht hat.

Ich muss sagen: Ich bin neugierig, wie René an die Jungs geraten ist. Aber das wird er uns sicher bald erklären. Unter der hoffentlich temporären Domain crackajack.de.

UPDATE: Ich habe gerade mit René telefoniert. Der Sachverhalt gestaltet sich folgendermaßen: Die Firma Euroweb hat ihn für einen Artikel über die Firma abgemahnt. René hat auf die Abmahnung nicht reagiert.

Nun wurde von Euroweb der Domainname gepfändet. Vom rechtlichen Ablauf hat das erstmal alles seine Ordnung – aber auch das ist nicht neu bei Euroweb, die Firma hat ja Anwälte, die sich Mühe geben…

Die DENIC wollte mir am Telefon zum Thema “Wie sind die Regelungen dafür, jemandem den Domainnamen einfach wegzunehmen?” keine brauchbare Auskunft geben.

René hat einen Anwalt eingeschaltet, und wird jetzt sehen, wie es weitergeht. Der Wert der Domain nerdcore.de sollte in jedem Fall die Forderungen der Firma bei weitem übersteigen.

UPDATE 2: Zum rechtlichen Rahmen der Pfändung von Domains gibt es einen älteren heise-Artikel. Interessant ist der Hinweis

Der Kuckuck ist jedoch dann verboten, wenn der Inhaber die Domain zwingend für seinen Job benötigt.

Noch einen Hinweis an die Autoren der Trackbacks, die uns gerade zu diesem Artikel erreichen: Wie ich schon schreib, gilt die Firma als abmahnungsfreudig. Wer über Webstyle, Euroweb und Viscomp berichtet, ist also gut beraten, auf seine Sprachregelung achten, Wörter wie “Arschgeigen” zu vermeiden, und sich in der Anwendung des Konjunktiv I zu üben. Das gilt auch für Kommentatoren, die uns Arbeit sparen wollen ;-)

UPDATE 3: Zur meiner Anfrage bei der Denic habe ich von einem freundlichen Leser erfahren, dass die Denic sich aus solchen Angelegenheiten heraushält, weil der Vertrag zwischen dem Registrar/Provider und dem Nutzer besteht. Die Provider verweisen ihrerseits wieder auf Denic, weil sie die Dienstleistung der Denic nur durchreichen. Damit sieht die Denic das Ganze wohl anders als der BGH der beschlossen hat (Geschäftsnummer: VII ZB 5/05 Urteil vom 5. Juli 2005) Mehr Infos dazu gibt es hier.

Neues aus dem Internet: Auf der Facebook-Seite von Euroweb beginnen nun auch einige Nerdcore-Unterstützer zu kommentieren. Ärgerlicherweise geht das jedoch erst, nachdem man das Gelöbnis “Euroweb gefällt mir” abgelegt hat. Der Twitter-Account von Euroweb schweigt bisher auch noch zum Thema. Und in den Kommentaren tauchte der Link zu diesem Video auf.

Währenddessen kündigte Euroweb eine Stellungnahme “auf dem Blog” an. Damit ist vermutlich das Firmen-Blog gemeint, denn unter der Domain nerdcore.de gliche das ja einem Defacement.

UPDATE 4: Weit gefehlt:

lässt Euroweb über Facebook verlauten, wo nun die Kommentare aufgebrachter Nerdcore-Leser wieder verschwunden sind.

UPDATE 5: Euroweb kann erklären, wieso die Kommentare weg sind. sie wurden nicht gelöscht, sondern, äh…

UPDATE 6: Lustigerweise hat die FAZ als erstes altes Medium über die Geschichte berichtet. Neue Infos dabei: Rene hat nicht nur auf die Abmahnung nicht reagiert, sondern es gab auch ein Urteil vor dem Landgericht Berlin, was er leider/dummerweise nicht beachtet hat. Euroweb ist wiederum durch die aktuelle Aufmerksamkeit auf das Unternehmen und seine Geschäftsmethoden etwas aufgeschreckt und hat eine Versteigerung der Domain für kommende Woche angekündigt, um das Image gerade etwas unter Kontrolle zu halten. Die Erlöse sollen einem guten Zweck zugeführt werden. In einer Pressemitteilung heißt es:

Das Blog zweitpopulärste Blog Deutschlands, nerdcore.de, ist seit wenigen Stunden nicht mehr erreichbar. Nachdem die Kosten eines gegen Euroweb verlorenen Prozesses durch den Kostenschuldner nicht innerhalb angemessener Frist erstattet wurden, hat Euroweb statt der Kosten nunmehr die Domain nerdcore rechtmäßig im Rahmen der Zwangsvollstreckung übertragen bekommen. In Kürze wird Euroweb die Rechte an der Domain bei Ebay für einen gemeinnützigen Zweck versteigern.

(Formulierungsfehler dürft Ihr behalten)

Das im FAZ-Artikel ohne Link oder Anfrage wiedergegebene Interview mit René hat übrigens pEtEr Withoutfield von den Blogrebellen geführt.

UPDATE 7: Jörg-Olaf hat mit Christoph Preuß, dem Geschäftsführer von Euroweb telefoniert, und schon den Text in Erfahrung gebracht, der bald unter nerdcore.de zu sehen sein soll. Außerdem wird die Sichtweise von Euroweb deutlich.

UPDATE 8: Die Kölner Kanzlei Berger, die die Firma Euroweb im Rechtstreit mit Nerdcore.de vertreten hat, berichtet auf ihrer Website von dem gewonnenen Fall.

Die durch das Gerichtsverfahren entstandenen Kosten sowie weitere Beträge für Rechtsanwaltsgebühren hatte der Schuldner zu zahlen. Obwohl ihm der Gerichtsbeschluss am 10.09.2010 zugestellt wurde, zahlte der Schuldner bis zum 07.01.2011 nicht vollständig.
In einem solchen Fall, kann man einen nicht zahlenden Schuldner über die Vorschriften der Zwangsvollstreckung zur Zahlung zwingen, sofern Vermögen vorhanden ist. Besteht über das Vermögen des Schuldners Unklarheit, kann man Nachforschungen über die Vermögensverhältnisse des Schuldners anstellen. Allerdings ist dies kosten- und zeitintensiv, so dass sich unsere Mandantin dazu entschlossen hatte, in das bekannte Vermögen zu vollstrecken. Zu diesem bekannten Vermögen des Schuldners zählte seine deutschsprachige Top-Level-Domainadresse.

Insbesondere wird sich zum Thema Pfändung einer Domain auf den BGH-Beschluss vom 05.07.2005 – VII ZB 5/05 bezogen, den man hier einsehen kann.

UPDATE 9: Mit Udo Vetter meldet sich nun ein Anwalt zu Wort. Vor allem die Frage, ob Euroweb den wirklich mit der Domain und ihrem Erlös nach Gutdünken verfahren darf, hatte das Rechtsempfinden vieler Leser aufgewühlt. Udo Vetter stellt dazu fest:

In einem Bericht der Süddeutschen Zeitung klingt es so, als sei Euroweb tatsächlich der Meinung, den gesamten Erlös eines eventuellen Verkaufs von Nerdcore.de behalten (und spenden) zu dürfen. Das ist Blödsinn. Alles vom Erlös, das über die Schulden hinausgeht, steht dem früheren Domain-Inhaber zu.

Außerdem stellt er fest:

Außerdem besteht für eine Verwertung der Domain ab dem Augenblick kein Grund mehr, in dem die Forderung beglichen ist.

René hat nämlich anscheinend am Wochenende die letzte Rate bezahlt – was juristisch eindeutig zu spät ist – aber eine pikante Information für das Euroweb-PR-Team sein dürfte, das sich auch mit moralischen Fragen auseinandersetzen muss.

UPDATE 10: Gegen die Annahme der von Euroweb angekündigten Spende organisieren Wikipedia-Nutzer bereits Widerstand.

UPDATE 11: Der Freischreiber e.V. macht das gleiche.

December 16 2010

Don’t Mess with that CSS (feat. B-Rad)

Lustiges Nerdcore-Video mit Digital Rights Lyrics: Don’t Mess with that CSS (feat. B-Rad).

Das Video hat Anleihen an “Don´t copy that floppy”, ein Aufklärungsvideo der US-Softwareindustrie von 1992, wo man die “Raubkopierer sind Verbrecher”-Schiene mit einem Rapper fuhr.

September 21 2010

BBC-Sendung über Nerdcore: Nerdy by nature

Die hörenswerte BBC5-Radiosendung Outriders (Podcast) hat in ihrer letzten Ausgabe über Nerdcore-Kulture berichtet: Nerdy by nature.

This week the podcast presents our nerdcore special. Nerdcore is the hip hop genre where the nerds and geeks let their freak flags fly with pride. Covering topics from comic books, gaming, role play, anime, social awkwardness and being shy, nerdcore has a close community of performers, supporters and home grown music makers creating albums in their homes for distribution on the internet.

Hier ist die MP3.

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