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August 07 2013

NPP121: Rabble über die politischen und aktivistischen Ursprünge von Twitter

rabble-ohm-300Die ursprünglichen Entwickler von Twitter entwickelten den Mikroblogging-Dienst mit der Erfahrung von technischen Tools zur Unterstützung politischer Protestbewegungen. Das erzählt rabble, leitender Entwickler der ursprünglichen Firma hinter Twitter, im Netzpolitik-Podcast. Viele Entscheidungen der Marketing- und Business-Abteilung der heutigen Firma kritisiert er – und kündigt weitere Enthüllungen an.

Der Mikroblogging-Dienst Twitter ist ein Produkt der Startup-Firma Odeo. Diese entwickelte seit 2005 eine Veröffentlichungs- und Aggregierungs-Plattform für Podcasts, wurde aber vom Markt gedrängt, als iTunes Podcast-Support einführte. Mit den Ressourcen der Risikokapitalgeber betrieb man die Infrastruktur wie Büros noch einige Zeit weiter und widmete sich dutzenden Mini-Projekten. Eines dieser Nebenprojekte war “twttr”, ursprünglich eine Art SMS-System für Nachrichten, die zu irrelevant sind, um sie jemandem mitzuteilen.

Leitender Entwickler von Odeo in dieser Zeit war rabble. In seiner Beschreibung im Programm des Hacker-Camps OHM sagt er über sich selbst:

Prior to selling out on startups he spent many years helping build out indymedia.org.

Vor diesem Hintergrund hielt er auf der OHM einen Vortrag über the political and hacker origins of Twitter.

Ever wonder why people use twitter for protests? Turns out twitter was built based on prototypes created to coordinate antiglobalization protests.


Viele der ursprünglichen Entwickler von Twitter waren politische Aktivisten mit Erfahrung in technischen Tools für politische Bewegungen. Einige hatten die Technik hinter dem unabhängigen Medienzentrum indymedia.org gebaut, mit dem schon damals Medien demokratisiert werden sollten. Andere waren involviert in radikalen Technik-Kollektiven wie protest.net und resist.ca.

graffiti-workerEinflüsse hatte die Gruppe auch vom Institut für Angewandte Autonomie, einer Aktivisten-Gruppe, die Ende der Neunziger technologische Entwicklungen zur individuellen und kollektiven Selbstbestimmung erforschte. Dabei entwickelten sie unter anderem autonome Roboter, die Graffitis malen und erweiterten das später auf einen Auto-Anhänger, um genau das auf Fahrbahnen zu tun.

TXTmob_webEin weiteres Tool der Gruppe war TXTmob, eine Art SMS-Verteiler für Aktivist/innen, entwickelt für Proteste zu den Parteitagen der Demokraten und Republikaner im Wahljahr 2004.

Das Team hinter Twitter hatte dem Code von TXTmob mitentwickelt. Kein Wunder also, dass diese Erfahrungen in die Entwicklung Twitter einflossen, das ebenfalls als SMS-Tool startete und in den ersten Monaten nur per SMS benutzbar war.

Am Anfang hatten die Nerds das Sagen und wollten den coolen Scheiß machen, den sie für richtig hielten. Eine Zeit lang hatte Twitter XMPP-Support und war sogar federated mit dem sozialen Netzwerk Jaiku, das dann von Google gekauft wurde. Mit dem Erfolg von Twitter übernahm jedoch immer mehr die Geschäftsabteilung das Sagen. Ideen wie XMPP und Federation waren ihnen ein Dorn im Auge und wurden beendet. Als Ergebnis verließen immer wieder Entwickler die Firma, die mit Entscheidungen der Marketing- und Business-Abteilungen unzufrieden waren.

Die “treibende Kraft” hinter Twitter, der Entwickler Noah Glass, der Idee, Name und Design von Twitter lieferte, wurde sogar “aus der Geschichte gestrichen und aus der Firma die er gründete und deren Namen er erfand gedrängt.” Diese Story und einige weitere Enthüllungen der Anfangszeit arbeitet der New York Times Kolumnist Nick Bilton gerade in seinem Buch Hatching Twitter auf, das im November erscheint.

Trotz allem umarmt auch das heutige Twitter noch politische Aktivisten und Protestbewegungen – die Twitter Revolution ist längst zum (umstrittenen) Mem geworden. Doch politische Aktivist/innen sollten Twitter nicht blind vertrauen. Es ist eine amerikanische Firma mit einem Rechenzentrum in Utah. Und sowohl Microsoft als auch Google haben einen direkten Zugriff zur “Firehose”, dem ungefilterten Stream aller Tweets. Und damit hat auch die NSA “einen Weg gefunden, Zugang zu Twitter-Daten zu haben”.

Hier ist die MP3 vom kompletten Interview.

Wir wollen netzpolitik.org weiter ausbauen. Dafür brauchen wir finanzielle Unterstützung. Investiere in digitale Bürgerrechte.

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Reposted bylossos lossos

March 08 2011

NPP108: Internet & Revolutionen in arabischen Ländern

Es wird wieder Zeit für mehr Netzpolitik-Podcasts, die wir hier in der nächsten Zeit veröffentlichen. Den Anfang macht ein rund 80 Minuten langes Gespräch mit dem freien Journalisten Zahi Alawi, der u.a. als Experte für die arabischen Länder für die Deutsche Welle arbeitet.

Mit ihm hab ich mich über die Hintergründe der aktuellen Revolutionen in Tunesien und Ägypten unterhalten und darüber, welche Rolle das Internet dort gespielt hat. Einer der Gründe, warum es gerade in diesen beiden Ländern zu den ersten Revolutionen im arabischen Raum kam, war die steigende Internetnutzung, die in den vergangenen Jahren für viele (junge) Menschen erstmals Zugang zu Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt brachten. Gerade in Ägypten gab es ab spätestens 2005 eine große Zahl an politischen Bloggern. Später nutzten viele Facebook, um sich u vernetzen und zu koordinieren.

Nach Ansicht von Zahi Alawi haben viele Machtinhaber Facebook & Co eher als Datingplattform unterschätzt und nicht gesehen, dass man sich über soziale Medien auch sehr gut vernetzen und politischen Protest organisieren kann. Die Revolutionen selbst wurden durch das Internet vorbereitet, aber während der Ereignisse spielte das Fernsehen durch Sender wie Al Jazeera eine entscheidende Rolle, um weite Teile der Bevölkerung zu informieren.

Das alles und noch viel mehr gibt es in den 80 Minuten Podcast, der als MP3 und OGG auf dem Server liegt.

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October 26 2010

NPP105: Creative Commons für Blogger

Der Netzpolitik-Podcast Folge 105 ist ein 40 Minuten langes Gespräch mit John Weitzmann von Creative Commons Deutschland über verschiedene urheberrechtliche Fragestellungen, auch solche, die speziell Blogger und andere Netzpublizisten rund um die Creative Commons Lizenzen immer wieder interessieren.

Konkret geht es um diese Fragen:

Was ist Creative Commons?
Was bringt mir Creative Commons als Blogger?
Wie CC-lizenziere ich mein Blog / meine Inhalte?
Worauf muss ich besonders achten?
Was ist ein kommerzieller Inhalt und was ist nicht-kommerziell?
Was ist mit Youtube-Videos, die ich einbinde?
Kann ich eine Creative Commons Lizenzierung wieder zurücknehmen?
Muss ich meine Inhalte irgendwo registrieren, wenn ich Creative Commons nutze?
Wo kann ich Creative Commons Geld spenden?

Dazu machen wir einen kleinen Exkurs in die vergangene Löschaktion der GVU, die u.a. Inhalte von Mario Sixtus einfach verschwinden ließen.

Der Podcast liegt als MP3 und OGG auf dem Server, die Lizenz ist eine CC-BY. Macht damit, was Ihr wollt.

Reposted byreturn13 return13

August 20 2010

NPP097: Wochenschau der Kalenderwoche 33, 2010

Der Netzpolitik-Podcast Folge 097 ist die netzpolitische Wochenschau für die Kalenderwoche 33. Wir kommentieren und erklären die Highlights der vergangenen Woche und geben etwas Einblicke in die Hintergründe der Geschichten. Der Podcast ist als MP3 und OGG online und das sind die Themen:

Umfrage zeigt gesellschaftliche Akzeptanz für Open-Data

Neue Propaganda für Netz-Sperren
Internet-Meldestellen: Kleiner Fehler, große Wirkung
Da schau an: Das BKA kann doch löschen!

Streetview Sommertheater

Dialog Internet: Bundesregierung lädt ein zum Remix-Wettbewerb

Streisand-Effekt: Loveparade: Stadt Duisburg untersagt Blog Veröffentlichung von Dokumenten

Abhören mit Skype

Die Bundeswehr ist auf Flickr

Wobei wir sicherlich das eine oder andere wichtige Themen aus Zeitgründen noch vergessen haben.

August 14 2010

NPP097: Wochenschau der KW 32 vom 13. August 2010

Hier ist die Netzpolitische Wochenschau für die Kalenderwoche 32 als MP3 und OGG. Und das sind die Themen:

Netzneutralität mit Google und Verizon
Streetview
Buch: internet architecture and innovation
LiquidFeedback doch gestaret
ARD/ZDF Online-Studie
GVU vs Sixtus / Du bist Terrorist
Land der Dichter und Denker nur mangels Urheberrecht?
mixd.tv Beta-Release

Termine:

17.8, Berlin: Filesharing Diskussion – 5 jahre Haft
17.8, Berlin: mozilla drumbeat
6.-9.9. all2gether now
9-10.9, berlin: verbotene filme
11.9 Freiheit statt Angst

August 06 2010

NPP096: Netzpolitische Wochenschau KW 29-31

Der Netzpolitik-Podcast Folge 096 ist die die Netzpolitische Wochenschau für die letzten drei Wochen. Entgegen der Annahme, dass Sommerpause ist, ist dann doch mehr passiert als wir dachten und so ist wieder eine Stunde Podcast mit dem Überblick über die wichtigsten Meldungen dabei rausgekommen. Wahlweise gibt es die Folge als MP3 oder als OGG.

Und das sind die Themen:

Wikileaks

Liquid-Feedback vor Start bei der Piratenpartei

Piraten-Vorstand verschiebt Liquid-Democracy-Start

Gerücht: USA: Google will Verizon Schnellstraßen abkaufen.

Streit um das Leistungsschutzrecht für Presseverlage

Meinungsunterschiede zum Urheberrecht in grüner Europa-Fraktion

Vorratsdatenspeicherung in 6 EU-Staaten nicht umgesetzt

Linz will Open-Commons-Region werden

Archiv von Tagesschau.de zwischen 1999-2010

Tagesschau.de mit OGG-Theora-Videos

Verdachtsunabhängige Videoüberwachung von Demos in Berlin rechtswidrig

2,8 GB Facebook-Datensätze als Torrent

Unsere Flattr-Einnahmen im Juli

NPP095: Peter Sunde über Flattr

Termine:

Di: 6 Jahre netzpolitik.org

all2together now camp & conference

11. September; Freiheit statt Angst 2010, Berlin

13. Sept Enquete, Berlin

14-18 Sept. IGF Litauen

25 + 26 Sept Wikipedia-Konferenz: Ein Kritischer Standpunkt, Leipzig

DW Young Media Summit

8.-10. Free Culture Conference, Berlin

16 + 17 Okt. Datenspuren 2010 – Mind the Gap

July 22 2010

Der Netzpolitik-iRights-Podcast: Netzrecht im Gespräch 001

Wir haben ein neues Podcast-Format. Zusammen mit Till Kreutzer von iRights werde ich mich jetzt regelmäßig einmal im Monat über die aktuellen netzpolitischen Themen und Ereignisse unterhalten, und diese aus juristischer Sicht und dabei allgemeinverständlich Revue passieren lassen.

In der ersten Ausgabe des Netzpolitik-iRights-Podcast mit dem derzeitigen Titel “Netzrecht im Gespräch” unterhalten wir uns über die Themen Leistungsschutzrecht, das Verfahren vor dem Bundesgerichtshof gegen den Perlentaucher und was man alles beachten sollte, wenn eine Abmahnung mit der Post kommt. Neben einem allgemeinen Überblick über die jeweiligen Debatten und Themen besprechen wir auch, welche konkreten Auswirkungen diese u.a. für jeden Blogger haben.

Der Podcast liegt als MP3 (51 MB) und OGG auf dem Server.

Abschließend haben wir uns noch nicht für eine genaue Subheadline entschieden. In die engere Auswahl sind bisher “Rechtsfahrplan fürs Internet”, “Netzrecht im Gespräch” und “Netzrechtliche Gespräche” gekommen. Was sagt Ihr?

Über Feedback freuen wir uns wieder in den Kommentaren.

July 19 2010

NPP093: Netzpolitische Wochenschau KW 25-28

Wegen Sommerferien und Reisetätigkeiten hatten wir die vergangenen Wochen keinen netzpolitischen Wochenrückblick und haben dies heute mal für die gesamte Zeit nachgeholt. Dabei wurden nicht alle Themen behandelt, die seit der letzten Ausgabe vorgefallen sind, aber trotzdem bieten wir wieder einen Rundblick, was besonders spannend, interessant und/oder lustig war. Der Netzpolitik-Podcast Folge 093 ist als MP3 (41 MB) und OGG verfügbar. Und das sind die Themen der 45 Minuten langen Folge:

Junge Union macht jetzt auch Netzpolitik
Junge Union Berlin erklärt Idee ihres Pornographie-Verbotes
Junge Union Berlin fordert Pornographieverbot

Im Kampf gegen Kinderpornographie kann es nicht schnell genug gehen. Ausser für das BKA.
BKA fordert weiter Netzzensur

Always on dank E-Postbrief!
De-Mail boykottieren
E-Post vs. De-Mail: Es lebe das Chaos! [Update]
Referentenentwurf vom De-Mail-Gesetz

Flattr-Einnahmen im Juni und einige Erkenntnisse über die Nutzung von Flattr hier im Blog.

Internet-Community soll Knigge fürs Netz schreiben
eEtiquette: 10 Ratschläge für die Telekom

SWIFT-Abkommen von Europaparlament beschlossen
EDRi-FAQ zum SWIFT-Abkommen
Die Bürgerrechtsfallen beim SWIFT-Abkommen

NRW-Koalitionsvertrag aus netzpolitischer Sicht

Heute live: Anhörung der Enquete-Kommission zu Netzpolitik

T(r)olle Idee: Reset-Knopf für Internet-ausschalten

Piratenpartei vs. Bushido

Freiheit statt Angst – Demonstration am 11. September 2010.

Wie immer freuen wir uns über Feedback in den Kommentaren.

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