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January 20 2011

Was man wie bloggen darf und wie man Kritik äußern kann

Vielen kennen das Video bereits. Aber da in der Berichterstattung um “Nerdcore vs. Euroweb” oftmals die Frage aufkam, was man wie bloggen darf und wie man Kritik äußern kann, sei hier nochmal auf einen Vortrag von Udo Vetter auf der vergangenen re:publica’10 verwiesen, wo er genau darüber gesprochen hat: Spielregeln für den zweiten Lebensraum.

June 05 2010

EF02-Podcast über Informationactivism

Der Elementarfragen-Podcast von Nicolas Semak behandelt in Folge 2 das Thema Informationactivism.

Diese Folge beschäftigt sich mit den Möglichkeiten, die die digitale Vernetzung, durch moderne Kommunikationstechniken insbesondere hinsichtlich internationaler sowie lokaler Zusammenarbeit, bieten kann. Zu Gast war der Politikwissenschaftler, Blogger und Wissensaktivist Christian Kreutz. Er berichtet von seinen Erfahrungen, die er bisher mit diesen Themen sammeln konnte.

Der Podcast ist rund 70 Minuten lang und ist als MP3 verfügbar.

Christian Kreutz hat zu dem Thema auf der re:publica 2010 einen Vortrag über “Maptivism – Maps for activism transparency and engagement” gehalten.

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April 26 2010

Diskussion: Netzneutralität in Deutschland

Auf der re:publica 2010 gab es eine Diskussion über “Netzneutralität in Deutschland“. Moderiert von Thorsten Schilling (BpB) diskutierten Falk Lüke (VZBV), Constanze Kurz (CCC) und Caro Schwarz-Schilling (Bundesnetzagentur) miteinander, ob wir gesetzliche Rahmenbedingungen zum Erhalt der Netzneutralität in Deutschland brauchen – oder ob der freie Markt ausreicht.

Das Thema Netzneutralität wird auch in Deutschland immer aktueller. Spätestens mit der Verabschiedung des sogenannten Telekom-Paketes auf europäischer Ebene ist die Frage in der deutschen Politik angekommen, ob wir verlässliche Regeln für Netzneutralität brauchen – oder ob der Markt ausreicht. Genau diese Frage wollen wir in diesem Panel auch diskutieren.

Von der Diskussion gibt es einen Mitschnitt auf Youtube und als MP3:

Reposted byRK02mydafsoup-01

April 23 2010

Auf der Überholspur zum Stoppschild: Politiker sprechen über Datenautobahnen

Vortrag von Martin Haase auf der re:publica 2010 über “Auf der Überholspur zum Stoppschild: Politiker sprechen über Datenautobahnen

“Das Internet: ein (rechtsfreier) Raum mit dunklen Ecken, Rohre, eine verschworene Gemeinschaft oder doch eher eine Telefonanlage? Oder eine Datenautobahn mit Leitplanken und einer Überholspur? Und auf der Überholspur ein Stoppschild? Wenn Politiker über das Internet sprechen, dann greifen sie oft zu blumigen Bildern (Metaphern) und schrecken auch vor Stilblüten nicht zurück. Diese Metaphern sollen hier vorgestellt und analysiert werden, damit auch klar wird, welche Vorstellungen und Missverständnisse sich dahinter verbergen.”

Und hier ist die MP3 dazu.

Tim Wu: Netzneutralität und Meinungsfreiheit

Der Vortrag von Professor Tim Wu von der Columbia University in New York auf der re:publica 2010 über “Netneutrality und Free Speech” ist jetzt auch online. Wer sich dafür interessiert, was Meinungs- und Informationsfreiheit mit Netzneutralität zu tun hat und wie wir uns vor privater Zensur schützen können, sollte sich den Vortrag unbedingt ansehen. Der Anfang ist übrigens in deutsch, Tim Wu wechselt aber bald ins englische.

Hier ist die MP3 dazu.

Reposted by02mydafsoup-01 02mydafsoup-01

April 22 2010

Udo Vetter: Spielregeln für den zweiten Lebensraum

Udo Vetter vom Lawblog hat auf der re:publica 2010 einen Vortrag über “Spielregeln für den zweiten Lebensraum – Kleines Rechts-ABC für Blogs, Foren und soziale Netzwerke” gehalten und dabei erklärt, was man alles beim publizieren im Netz beachten sollte.

“Immer mehr tun es. Sie twittern, bloggen und pflegen in sozialen Netzwerken den privaten und geschäftlichen Freundeskreis. Die neue Freiheit stößt aber häufig und meist unerwartet an ihre Grenzen. Wer fremde Inhalte veröffentlicht oder auch nur zu forsch seine Meinung sagt, muss stets mit juristischem Gegenwind rechnen. Abmahnungen und Klagen wegen großer und kleiner Rechtsverletzungen sind an der Tagesordnung, die Anonymität des Netzes nicht mehr als eine Illusion. Der Vortrag erklärt anhand praktischer Beispiele die wichtigsten Punkte für jeden, der das Internet als zweiten Lebensraum nutzt. Themen sind unter anderem die Impressumspflicht in sozialen Netzwerken, die Grenzen der Meinungsfreiheit sowie Fragen des Urheberrechts.”

Die Audio-Aufnahmen der re:publica 2010

Quick & dirty gibt es hier jetzt erstmal Links zu den Audio-Aufnahmen der re:publica 2010. Quick & dirty deshalb, weil ich später noch die anderen Panelist_innen nachtrage und wir auch noch demnächst einen Podcast-Feed mit mehr Informationen dazu anbieten, der aber erstmal gebaut werden will.

Große Frage: Kann mir jemand einen Torrent aus den ganzen Downloads zusammenbauen und mit schneller Leitung anbieten?

Hier nun in alphabetischer Reihenfolge der Sprecher_innen:

Anna Berg und weitere – Das andere Geschlecht (MP3)

Bre Pettis – Makerbot (MP3)

Christian Kreutz – Maps for Activism (MP3)

Constanze Kurz, Falk Lüke und Schwarz-Schilling – Netzneutralität in Deutschland (MP3)

Daniel Schmitt – Wikileaks (MP3)

David Sasaki – Technology for Transparency (MP3)

Deutsche Welle – Best of Blog Awards (MP3)

Dirk Baranek und weitere – Twitterlesung (MP3)

Evgeny Morozov – A Twitter Revolution without Revolutioniaries (MP3)

Felix Schwenzel – Warum das Internet Scheiße ist (MP3)

Frank Rieger – Saving the Planet vs. Privacy (MP3)

Geert Lovink – Politics of Internet. Culture, Ideas and Projects (MP3)

Geert Lovink – Netzkulturen und Gegenöffentlichkeit (MP3)

Geraldine de Bastion und weitere – Mobile Activism in Africa (MP3)

Götz Werner – Revolution im Kopf (MP3)

Google – The Bigger Picture. Was hat Google noch zu bieten? (MP3)

Helga Christina Hansen und weitere – Feministische Netzkulturen (MP3)

Iepe Rubingh – Innovators by the fire – Chessboxing (MP3)

Jeff Jarvis – The German Paradox (MP3)

Jeremie Zimmermann – Net Neutrality and Threats to fundamental Rights in Europe (MP3)

Julia Knolle und weitere – Wenn Prada Pakete schickt (MP3)
Justin Perkins – re:campaign – Online Strategies for NGOs (MP3)

Lorenz Lorenz-Meyer – Upgrading political Journalism (MP3)

Luca Hammer – #unibrennt (MP3)

Lucie Morillon – Internet censorshop worldwide (MP3)

Madlen Nicolaus – Kodak vom Film zum Chip (MP3)

Manik Surtani – Innovators by the fire – Communities from the Scratch (MP3)

Marc Rene Gardeya – Augmented Reality (MP3)

Mark Glaser und weitere – US-Media Tales from the Battlefield (MP3)

Markus Beckedahl und weitere – Community-Management. Fallstricke und einmalige Chancen. (MP3)

Markus Beckedahl und Johnny Haeussler – Question and answer (MP3)

Markus Heidmeier und weitere – Vom Livestream zum Lifestream (MP3)

Martin Haase – Auf der Überholspur zum Stoppschild (MP3)

Marvin Ammori – Free Press and Save the Internet (MP3)

Matthias Kröner – Community Banking – Banking mit Freunden. (MP3)

Melissa Gira Grant – Sex and the Internet (MP3)

Mercedes Aaklass – Lotus JamCamp. Smarter Work (MP3)

Mercedes Aaklass und weitere – Per Anhalter durch das Enterprise 2.0 (MP3)

Micah L. Sifry – Obama Agonistes (MP3)

Michael Anti und weitere – Freedom of expression in the net (MP3)

Miriam Meckel – This object cannot be liked (MP3)

Monica Horten – Who wants to restrict the Internet and how (MP3)

Nishant Shah – Digital Natives with a cause (MP3)

Patrick Singer – Google Werkzeuge für Wissensarbeiter (MP3)

Peter Glaser – Leben auf dem achten Kontinent (MP3)

Peter Kruse – What’s Next? (MP3)

Peter Sunde – Flattr (MP3)

Philipp Albers und weitere – Laberflashmob / Live Lecture Battle (MP3)

Philips – Parallel Lines (MP3)

Ralf Bendrath und Andreas Bogk – The politics of deep packet inspections (MP3)

Ronald Fromm – Evolution of Gaming (MP3)

Ronaldo Lemos – Free Culture in Brasil (MP3)

Sami Ben Gharbia – Do Censorship kill the web (MP3)

Sascha Lobo – How to survive a Shitstorm (MP3)

Sascha Pallenberg – Blogs monetarisieren (MP3)

Sebastian Mauch – Das Ovi Ecosystem von Nokia (MP3)

Simon Blake und weitere – Innovators by the fire – Was macht Eure Ideen erfolgreich? (MP3)

Simon Schlauri – Netzneutralität (MP3)

Tex Drieschner – Innovators by the fire – TV Noir (MP3)

Thomas Praus – Innovators by the fire – Chaotisch vs. totgeplant. Von der Organisation der Innovation. (MP3)

Thomas Steiner – Google Buzz for the rest of us (MP3)

Till Kreutzer und weitere – Let’s screw up the entire Internet to save Newspapers (MP3)

Tim Leberecht – Innovators by the fire – Transformation durch Design (MP3)

Tim Wu – Net Neutrality Tim_Wu_-_Net_Neutrality.mp3″>MP3)

Udo Vetter – Spielregeln für den zweiten Lebensraum (MP3)

Victor Dornberger und weitere – Medien hacken (MP3)

Reposted bymondkroete mondkroete

Wikileaks auf der re:publica 2010

Hier ist der Vortrag von Daniel Schmitt von und über Wikileaks, den er auf der re:publica 2010 gehalten hat: “History is the only guidebook civilization has but who is the publisher?”

Through its publications as the world’s only functioning whistleblowing platform, WikiLeaks has exposed corruption, political murder, torture as well as abuse of power on all continents. But not only is WikiLeaks publishing the unpublished. Increasingly WikiLeaks has to preserve investigative stories that classic newsmedia cannot defend against those abusing legal systems in order to stiffle freedom of speech and supress critical voices. According to the press, the platform has in its short existance produced more scoops than the Washington Post in the past 30 years. It has been called the most successful journalist operation in the world, and its internet address been said to be the home of free speech. Besides offering the most sophisticated legal and technical infrastructure for the protection of the press and its sources, the recipe for this success is very simple: WikiLeaks is upholding its principles, no matter what.

Join us for a session about the state of the media, possibilities to defend our historic record and requirements for the future to preserve the 4th estate as an independent mechanism to control those in power.

Reposted byMeinSueppchen MeinSueppchen

David Sasaki: Technology for Transparency

David Sasaki von Global Voices Online hat auf der re:publica 2010 einen sehr spannenden Vortrag über “Technology for Transparency – Does information plus participation lead to government accountability?” gehalten. Dabei ging es um viele verschiedene Transparenz-Projekte. Das spannende daran war u.a., dass er nicht die üblichen westlichen Projekte aus Großbritannien und den USA vorgestellt hat, sondern welche aus Ländern wie Kenia oder Bangladesh.

“Transparency as a cure for the ills of modern democracy has become such a highly prized concept that the word was banned from use at Michigans Lake Superior State University due to mis-use, over-use, and general uselessness. Such lexical protests havent stopped hundreds of websites from popping up all over the world, grounded in the belief that making government information more accessible to ordinary citizens through sexy web 2.0 interfaces will lead to greater accountability of elected officials and improved governance. But is this the reality? Do we have any concrete proof that technology projects which aim to promote transparency and civic engagement have an actual political and social impact? By looking at case studies of some of the most innovative technology for transparency projects from Latin America, Southeast Asia, and Sub-Saharan Africa we will evaluate their effectiveness, aggregate their best ideas, and make suggestions for future improvements.”

Hier ist eine MP3 des Vortrages zum herunterladen und hier ist die Youtube-Version:

In seinem Blog hat er auch den Vortrag nochmal in einem Artikel mit vielen Links zusammen gefasst: Two Sides of a Window: Technology and Transparency.

Bei dctp findet sich ein Interview mit David Sasaki von der re:publica 2010 über “Internet-Demokratie – David Sasaki über Netzprojekte, die für mehr Transparenz, Partizipation und Demokratie sorgen”:


Reposted bytook took

April 21 2010

Audio- und Video-Dokumentation der re:publica 2010

Ich hab heute Morgen eine Festplatte mit 17 GB Video-Dateien der re:publica 2010 – Dokumentation bekommen. Die laden wir jetzt erstmal verteilt auf unseren Youtube-Kanal hoch. Die weitere Planung ist, alles von FLV nach MP4 und MP3 zu konvertieren und diese dann auf den Server von netzpolitik.org zu laden, damit Ihr die Vorträge auch herunterladen könnt. Letzteres kann aber noch ein paar Tage dauern, da wir hier in Berlin-Mitte im VDSL-Ghetto sitzen und nur 1 MB Upload zur Verfügung haben.

Aber es kommt alles online und auch zum herunterladen.

Reposted by02mydafsoup-01 02mydafsoup-01

re:publica-Interviews: Acta zu den Akten

Ein weiteres dctp-Interview von der re:publica 2010 ist mit dem Netzaktivisten Jérémie Zimmermann von La Quadrature du Net: Acta zu den Akten!


April 20 2010

rp10-Interviews: Andreas Bogk über Deep Packet Inspection

Ein weiteres Interview aus der dctp-Interview-Serie zur re:publica 2010: “Pakete öffnen” – Andreas Bogk (CCC) erklärt Deep Packet Inspection:


April 19 2010

Ohne Netzneutralität ist alles nichts

Auf der re:publica 2010 hatten wir eine ganze Subkonferenz zum Thema “Netzneutralität”, die freundlicherweise von der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert wurde. Ich hätte mir gerne alle Vorträge angeschaut, aber als Veranstalter hat man meist am wenigsten Spaß auf der eigenen Party und so bin ich froh, dass Julius Endert fleissig mitgebloggt hat. Mit seiner Genehmigung veröffentliche ich hier mal seinen Bericht: Ohne Netzneutralität ist alles nichts.

Die Entscheidung, wie wir es in Zukunft mit der Netzneutralität halten, ist allen anderen Regelungen, die das Netz betreffen übergeordnet, das ist für mich die zentrale Erkenntnis von der re:publica2010. Und es ist das Verdienst der Veranstalter, diesem Thema mit einem eigenen Schwerpunkt zu mehr Aufmerksamkeit auch über die Fachöffentlichkeit hinaus verholfen zu haben.

Die Frage der Netzneutralität zog sich wie ein roter Faden durch die drei Tage. Und auch Vorträge, die sich eigentlich mit anderen Dingen beschäftigten, berührten im Kern doch wieder diese Thema.

Denn derzeit gibt es ein breites Bestreben der Politik, das Netz mit einem ganzen Satz von neuen Gesetzen und Verordnungen zu überziehen, um angeblich ungeregelte Bereiche zu regeln, um es zu einer durch und durch wirtschaftlich nutzbaren Struktur umzubauen.

Die Begriffe in dieser Diskussion sind: Urheberrecht, Filter, Netzsperren, geistiges Eigentum, Leistungsschutzrecht, Jugendschutz usw.. Der Zentrale Begriff aber ist der der Netzneutralität, denn Regelungen in den zuvor genannten Bereichen, ziehen immer eine Einschränkung der Netzneutralität nach sich, mit anderen Worten: Es findet in der Folge immer irgendeine Form von inhaltlicher Diskriminierung statt.

Netzneutralität ein schwer verständliches Konstrukt

Netzneutralität ist auf den ersten Blick ein schwer verständliches Konstrukt und das ist auch der Grund, warum es bislang in der Öffentlichkeit/Politik eine (zu) geringe Beachtung fand. Denn zunächst ist es nicht einsichtig, wie eine Infrastruktur eine Eigenschaft haben kann, die sie als nicht neutral beschreibt.

In der Vorstellung vieler ist das Netz einfach vorhanden und kann nach belieben genutzt werden. Immer wieder wird daher in den Erklärungsversuchen der nicht ganz passende Vergleich von den Autobahnen gewählt, auf deren Überholspuren nur die Autos bestimmter Hersteller fahren dürfen. Letztendlich geht es immer darum, dass es auch im Netz keine Gatekeeper geben soll, die Daten ungleich behandeln oder gar nach Art und Inhalt diskriminieren. Erst auf den zweiten Blick wird klar, wie vielschichtig dieses Frage ist und welche verschiedenen, zum Teil sich widersprechende Interessen mit dem Thema verbunden sind.

Auf der Republica wurde genau das herausgearbeitet: Natürlich hat der Serviceprovider, der gleichzeitig IPTV-Anbieter ist, ein Interesse daran, seinen IPTV-Kunden einen 1a-TV-Genuss zu garantieren und möchte deshalb nicht, dass seine Leitungen durch andere Inhalte „verstopft“ werden. Und ganz sicher möchte das der Bundesligafan, der das Luxus-Liga-Paket bei der Telekom gebucht hat, das auch nicht, schließlich hat er ja genau dafür gezahlt.

Und selbstverständlich will ein Mobilfunkbetreiber lieber weiterhin Gesprächsminuten abrechnen als seinen Kunden den freien Zugang zu VoIP zu ermöglichen. Und nur allzugerne würden die Provider von den Milliardengewinnen von Google etwas abbekommen oder mit ausgewählten Inhalteanbietern gesonderte Beförderungsabkommen abschließen, die gegen Geld eine bevorzugte Zustellung von deren Inhalten garantiert.

Das iPad und die extremen Einschränkungen in der App-Economy von Apple erweitern diese Diskussion nur noch um einen weiteren Aspekt – hier ist von Neutralität in der Behandlung der Inhalte keine Spur mehr und zur Recht wurde auf der Veranstaltung immer wieder von verschiedenen Rednern angeprangert, dass Apple (und seine Partner) die Nutzer wieder auf seine Rolle als (zahlenden) Konsumenten reduzieren wollen. „The Audience formerly known as the audience becomes audience again“, wie Jeff Jarvis es ausdrückte.

Der Fall Comcast

Der Anwalt und Netzaktivist Marvin Ammori zeigte am Beispiel Comcast dann das diskriminierende Verhalten von Serviceprovidern in den USA und referierte ausführlich, wie er nach langem Kampf gegen den Kabelprovider die Schlacht um die Netzneutralität verlor (nachzulesen in seinem Blog: How I lost the Big One, Big Time). Das Unternehmen unterbindet Filesharing. Eine einstweilige Verfügung gegen diese Maßnahme durch die US-Regulierungsbehörde Federal Communications Commission (FCC) wurde vor kurzem durch ein Gericht für ungültig erklärt. In seinem Blog schreibt Ammori: „The court decision is a stunning, sweeping defeat for the FCC and for its ability to protect consumers, foster competition and innovation, and preserve the Internet’s role as an engine of free speech and democratic discourse.“

Dennoch gehen die Aktionen gegen die Daten-Diskriminierung weiter. Im Netz haben sich Gegenbewegungen gebildet, die für die Freiheit des Internets kämpfen, bzw. das Verhalten der Provider beobachten.

Vielleicht wäre es auch Zeit für eine Webseite deutsche-telekom-watch.de oder vodafone-watch.de denn von den deutschen Serviceprovidern stellte sich niemand der Diskussion und auch die Politik (obwohl nur einen Katzensprung vom Veranstaltungsort entfernt) blieb den Podien fern.

Dabei wäre gerade für letztere die Republica der perfekte Crashkurs für unsere Volksvertreter gewesen, um endlich einmal kompetent über das Thema debattieren und entscheiden zu können. Cara Schwarz-Schilling von der Bundesnetzagentur, glaubt jedenfalls fest an die Kräfte des Marktes und die neuen Vorgaben der EU, wonach Provider ihre Kunden informieren müssen, wenn sie den Datenverkehr drosseln. Constanze Kurz vom Chaos Computer Club widersprach vehement und hielt dagegen, das der “vielgepriesene Markt” eben nicht funktioniere.

Nutzer hat Informationsdefizit

Der Nutzer hat bei alldem zunächst ein Informationsdefizit, das betonte Simon Schlauri vom Rechtswissenschaftlichen Institut der Universität Zürich. Er wisse nicht ob, wie, wann und warum Inhalte diskriminiert werden. Er könne selbst nicht beurteilen, warum seine Verbindung langsam ist, und nicht feststellen, ob in die Inhaltepakete, die er zugestellt bekommt, jemand hineingeschaut hat. Oder: „wat nach dem janzen geschape noch übrig bleibt,“ wie es Constanze Kurz ausdrückte.

Es gehe nämlich auch um die Themen Informations- und Meinungsfreiheit, sagte Constanze und um die Entscheidung, was mit öffentlichen Netzen geschehen soll.

In einem anderen Vortrag schlug Tim Wu, von der Columbia University Law School dann auch genau diesen Bogen von der Netzneutralität zur Redefreiheit und wies zurecht darauf hin, dass fehlende Netzneutralität Beginn und Grundlage von Zensur sei. Seine Homepage bietet übrigens jede Menge Material zum Thema.

Letztendlich legt also unsere Entscheidung in der Frage der Netzneutralität auch ein Stück weit fest, in welcher Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung wir leben wollen. Z.B. auch, ob das Netz überhaupt die Chance bekommt, sich zu einem wirkungsvollen Werkzeug für Bürgerbeteiligung und Demokratie entwickeln kann. Ob es zu einem Ort werden kann, wo sich Menschen aufhalten und diskutieren.

Oder ob wir das Netz zurückentwickeln, zur reglementierten und kontrollierten Datenautobahn – eine Vorstellung, mit der sich nicht wenige Akteure aus Wirtschaft und Politik anfreunden können. Aber die waren ja, wie gesagt, nicht auf der Veranstaltung.

re:publica 2010: Danke!

Die re:publica 2010 ist vorbei und die Zeit der Nachbereitung ist gekommen. Es gibt unzählige Blog-Postings, die wir erstmal durchlesen müssen und noch mehr Feedback, was gut gelaufen ist und was wir noch verbessern könnten. Es ist zumindest ein schönes Gefühl, wenn man monatelang auf ein Ziel hinarbeitet, alles plant und dann am Ende alles mindestens so gut klappt, wie man das die ganze Zeit gehofft hat. Die re:publica 2010 war auch eine Konferenz der Superlative: Mehr als 2500 Teilnehmer_innen, mehr als 265 Sprecher_innen aus 30 Ländern und mehr Medienberichterstattung als je zuvor. Vor allem freue ich mich, dass auch viele netzpolitische Themen in der Berichterstattung prominent vor kamen, zu allererst die Netzneutralität- und auch die Open Government – Themen. Mal schauen, ob wir nächstes Jahr noch eine Steigerung hinbekommen.

Da kann man zum Schluss nur Danke sagen an alle Beteiligten! Danke fürs Mitorganisieren, Danke fürs Teilnehmen, Danke für die viele Beteiligung durch eigene Vorträge / Workshops, Danke für die Berichterstattung durch Postings, Artikel, Tweets und Fotos und Danke für das viele und großartige Feedback, was uns am Freitag sehr glücklich gemacht hat.

Mein nächstes Projekt ist übrigens, endlich mal Bohemian Rhapsody wieder aus dem Kopf zu bekommen (Ab Minute 3):

Teil zwei des Danke schön findet sich drüben auf Spreeblick.

Vermerk fürs kommende Jahr: Unbedingt Vulkanausbrüche in fremden Ländern einplanen. Einige unserer internationalen Gäste haben dadurch eine Woche Berlin-Aufenthalt gewonnen (Glück im Unglück. Wir haben mehr Zeit für ausführliche Podcast-Interviews). Andere erleben gerade eine spannende Europa-Rundreise auf der Suche nach einem Rückflug.

re:publica – Interviews: Tim Wu über Netzneutralität

Einer meiner persönlichen Höhepunkte der re:publica 2010 war der Vortrag von Tim Wu von der Columbia Law School, auf den ich mich vorher schon lange gefreut habe. Er zeigte in dem Vortrag auf, welche Bedeutung Netzneutralität für Informations- und Meinungsfreiheit hat. Neu für mich war der Vergleich zur US-Filmindustrie, die im frühen Stadium sehr innovativ war, aber wo bald wenige große Player den Markt beherrschten, kontrollierten und den Zugang regelten. Sehr spannend! Sobald die Videos der Vorträge online sind, poste ich den nochmal hier. Bis dahin gibt es dieses Interview mit Tim Wu aus der dctp-Reihe von der re:publica:


April 17 2010

Peter Kruse: Leben im Netzwerk

Interview von dctp mit Peter Kruse über Netzwerke anläßlich der re:publica 2010: “Leben im Netzwerk”


April 15 2010

David Sasaki über Transparent und Demokratie

dctp hat in Kooperation mit der re:publica zahlreiche Interviews mit den Referenten der re:publica 2010 gemacht, wovon wir die Netzpolitik-relevanten hier mal die nächste Zeit posten. Den Anfang macht David Sasaki von transparency.globalvoicesonline.org über Netzprojekte, die für mehr Transparenz, Partizipation und Demokratie sorgen: Internet-Demokratie. Und dabei geht es nicht um die üblichen Verdächtigen aus den USA und Grossbritanien.


April 14 2010

Peter Kruse: Ist die Nutzung des Internets eine Glaubensfrage?

Der Vortrag von Peter Kruse über “What’s Next – Wie die Netzwerke Wirtschaft und Gesellschaft revolutionieren” war heute sicher einer der Höhepunkte des ersten Tages auf der re:publica. Unsere Video-Dokumentation dauert noch an, aber wir sind froh, dass der Vortrag von Ulrike Reinhard aufgezeichnet wurde. Hier ist er:

Und hier sind die Folien:

republica2010

re:publica 2010 hat begonnen

Die nächsten drei Tage findet die re:publica 2010 in Berlin statt. Unsere Konferenz über Blogs, soziale Medien und die digitale Gesellschaft bietet meh als 160 Stunden Programm mit 164 Vorträgen und Workshops mit 250 Sprecherinnen und Sprecher aus 30 Staaten.Und es ist jede Menge Netzpolitik dabei: Am Donnerstag gibt es eine Subkonferenz zu Netzneutralität, die das Thema aus verschiedenen Perspektiven, sowie national und international beleuchtet. Einer der vielen Höhepunkt ist sicherlich der Vortrag von Tim Wu über “Net Neutrality an Free Speech” am Donnerstag um 16 Uhr im Friedrichstadtpalast. Das komplette Programm findet sich hier. Von den Bühnen im Friedrichstadtpalast, Quatsch Comedy Club und Kalkscheune Großer Saal wird es Live-Streams geben.

April 13 2010

Netzpolitik-Podcast 083: Evgeny Morozov

Der Netzpolitik-Podcast Folge 083 ist ein Gespräch mit in Belarus geborenen und nun in den US lebenden Forscher und Blogger Evgeny Morozov über die Demokratisierungspotentiale von sozialen Medien in autoritären Regimen. Am Mittwoch, den 14.4.2010 hält er eine der Keynotes auf der re:publica 2010 über “A Twitter Revolution without revoluationaries? What we know and what we don’t know about the impact of the Internet on authoritarian states.” Eine These von Morozov ist, dass die Digitalisierung in repressiven Staaten vor allem den Regimen hilft, denn diese können ihre Bevölkerung besser überwachen und kontrollieren. Darüber und über viele andere Dinge habe ich mich am Sonntag Abend zusammen mit Falk Lüke rund 70 Minuten lang mit Morozov unterhalten und näher beleuchtet, welche Auswirkungen soziale Medien und das Internet auf Gesellschaften wie Weißrussland, Iran oder China haben.

Evgeny Morozov bloggt bei foreignpolicy.com und schreibt regelmäßig Kolumnen für viele große Zeitungen.

Das Interview steht als MP3 (62 MB) und OGG (46 MB) auf dem Server.

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