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August 23 2013

EFF verklagt australische Plattenfirma Liberation Music wegen Urheberrechtsmissbrauch

EFF-logo-transDie Electronic Frontier Foundation (EFF) hat Klage gegen das australische Musiklabel Liberation Music eingereicht. Liberation Music wird vorgeworfen das Urheberrecht zu missbrauchen, da sie einen Vortrag des Harvard Professors Lawrence Lessig, welches bei Youtube hochgeladen wurde, unrechtmäßig mit dem Verweis auf das Urheberrecht löschen ließ.

Der Initiator der Creative-Commons-Initiative und Professor der Rechtswissenschaften in Harvard Lawrence Lessig, hielt im Juni 2010 auf einer Creative-Commons-Konferenz in Südkorea einen Vortrag mit dem Titel “Open”. In diesem Vortrag zeigte Lessig kurze Videoclips aus Amateur-Tanzvideos, welche mit dem Song “Lisztomania” der französischen Band Phoenix unterlegt waren. Der gesamte Vortrag wurde im Anschluss an die Veranstaltung bei Youtube hochgeladen. Anfang dieses Jahres meldete sich die Plattenfirma Liberation Music und gab an, die Rechte an “Lisztomania” zu besitzen und begann das Video bei Youtube sperren zu lassen. Als Lessig daraufhin eine Gegendarstellung abgab, drohte Liberation Music Lessig zu verklagen. Daraufhin wandte Lessig sich an die EFF, welche nun ihrerseits Klage gegen Liberation Music eingereicht hat.

Die EFF stützt sich nun bei ihrer Klage darauf, dass die Nutzung des Songs innerhalb des Vortrags unter “Fair Use” falle, bei dem urheberrechtlich geschützte Materialien zu Bildungszwecken verwendet werden dürfen. Sie fordert das Gericht nun auf klarzustellen, dass es sich bei dem Video um “Fair Use” handele und fordert Schadenersatz anzuerkennen.

Corynne McSherry, Leiterin der Abteilung Urheberrecht bei der EFF, sagte das solche Arten des Missbrauch des Urheberrechts gestoppt werden müssen:

There’s a long and sorry history of content owners abusing copyright to take down fair uses, but this one is particularly shocking. Based on nothing more than a few clips illustrating Internet creativity, Liberation Music took down an entire lecture by one of the leading experts in the world on copyright and fair use. This kind of abuse has to stop.

Lawrence Lessig betonte, dass das derzeitige Urheberrecht und die teils extreme Durchsetzung von Seiten der Inhaber, kreative Prozesse beeinträchtige:

The rise of extremist enforcement tactics makes it increasingly difficult for creators to use the freedoms copyright law gives them. I have the opportunity, with the help of EFF, to challenge this particular attack. I am hopeful the precedent this case will set will help others avoid such a need to fight.

Die vollständige Klageschrift wurde von der EFF auf ihrer eigenen Seite veröffentlicht. Und auch die Email von Liberation Music and Lawrence Lessig ist von der EFF online gestellt worden.

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Reposted bymondkroete mondkroete

August 12 2013

Deutsche Telekom wertet Verbindungsdaten des gesamten Telefonverkehrs ihrer Kunden aus

Die Deutsche Telekom wertet den gesamten Telefonverkehr ihrer Kunden aus, sowohl im Festnetz aus auch im Mobilfunknetz. Das berichtet die Wirtschaftswoche in einem Bericht. Demnach liegen der Wirtschaftswoche interne Dokumente der Telekom-Arbeitsgruppe mit der Namen GBS-MIS vor, die im vergangenen Jahr Schäden in Höhe von 200 Millionen Euro verhindert haben soll.

Aus den Dokumenten gehe hervor, dass ein computergesteuertes Überwachungssystem den gesamten Telefonverkehr der Telekom überwacht und mit Hilfe der gesammelten Verbindungsdaten auswertet. In erster Linie sollen mit dem System starke Abweichungen in der Nutzung des Telefonanschlusses festgestellt werden, welche auf einen betrügerischen Missbrauch hindeuten würden. Als Beispiele nennt die Wirtschaftswoche häufige und lange Gespräche in Ländern wie Guinea oder São Tomé, bei denen die Telekom hohe Minutenpreise zahlen muss, die zum Teil wieder zu den Betrügern zurück fließen. Laut Bericht wurden alleine im letzten Jahr rund 160.000 Anschlüsse auf Grund von Missbrauch gesperrt.

Doch auch Hacker, welche in den Nachtstunden Telefonanlagen von Firmenkunden manipulieren um dann teure Servicenummern anzurufen, sollen von der GBS-MIS aufgespürt werden. Laut Wirtschaftswoche wurden im letzten Jahr 525 solche Fälle bekannt, die sich auf eine Schadenssumme von rund 2 Millionen Euro summierten.

Doch wie so oft, wenn die Technik erst einmal vorhanden und etabliert ist, kommen die Verantwortlichen auf die Idee die Technik auch auf andere Art und Weise einzusetzen. Wobei es missbrauchen wohl eher trifft:

Die Telekom ist so zufrieden mit der Arbeit ihrer Flatrate-Polizei, dass es nach Informationen der WirschaftsWoche Überlegungen gibt, dass System auch einzusetzen, um „unwirtschaftliche Kunden“ aufzuspüren. Die Telekom könnte dann künftig Kunden, die deutlich mehr telefonieren als sie für ihre Flatrate bezahlen, zu einem teureren Tarif drängen. Akzeptieren die Kunden den neuen Tarif nicht, könnte die Telekom Klauseln in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen so ändern, dass sie solchen Kunden dann kündigen kann.

Die Deutsche Telekom hat bereits eine Stellungnahme veröffentlicht.

“Wie jedes andere Telekommunikationsunternehmen nutzt die Telekom Missbrauchserkennungssysteme, die auch dem Schutz der Kunden dienen. Das System ist dem Bundesdatenschutzbeauftragten bekannt und wir haben es vor Jahren bereits öffentlich kommuniziert.

Die Unterstellung, es gäbe Überlegungen, diese Systeme gegen Kunden zu nutzen, die das Magazin als unwirtschaftlich bezeichnet, ist völliger Unsinn. Das hatten wir gegenüber dem Autor im Vorfeld eindeutig klar gestellt.”

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Soup.io will be discontinued :(

Dear soup.io fans and users,
 
today, we have to share very sad news. Soup.io will stop working in less than 10 days. :(
 
It's breaking our heart and we honestly tried whatever we could to keep the platform up and running. But the high costs and low revenue streams made it impossible to continue with it. We invested a lot of personal time and money to operate the platform, but when it's over, it's over.
 
We are really sorry. Soup.io is part of the internet history and online for one and a half decades.
 
Here are the hard facts:
- In 10 days the platform will stop working.
- Backup your data in this time
- We will not keep backups nor can we recover your data
 
July, 20th, 2020 is the due date.
 
Please, share your thoughts and feelings here.
 
Your Soup.io TEAM
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October 16 2010

“Tatort Internet”: Zwischenstand und Danksagung

Ich muss mich mal kurz bedanken. Als ich vorhin bei Twitter nach Hinweisen und Screenshots fragte, wo und wann am Montag zuerst Details aus dem Privatleben der in der RTL2-Sendung “Tatort Internet” des (versuchten) sexuellen Missbrauchs Beschuldigten veröffentlicht wurden, hatte ich innerhalb 30 Minuten nicht nur die gewünschten Screenshots, sondern auch ausreichend Material, um den Ablauf in den Minuten nach der Sendung zu rekonstruieren. Ich war für einen kurzen Moment tatsächlich sprachlos, wie gut dieses Internet manchmal funktioniert. Danke auch noch einmal für den nächtlichen Tipp an sumoso. Sexueller Missbrauch ist ansonsten ja nun wirklich kein Thema, mit dem man sich gerne rumschlägt.

Im Moment schaut es so aus, dass am Montag gegen viertel vor zehn – die Sendung lief zu diesem Zeitpunkt noch – zwei Tweets mit Hinweisen auf einen der Beschuldigten veröffentlicht wurden (Da zumindest ein Tweet den Realnamen eines Beschuldigten enthält, verzichte ich auf einen Link. Der andere und zeitlich erste stammt übrigens vom Gründer einer gut vernetzten Kinderschutzplattform.).

Um 22:06 Uhr, kurz nach dem Abspann, ging es – laut Zeitstempel – dann bei krautchan los (inzwischen gelöscht). Auf Board /b/ wurde der Beschuldigte nach allen Regel der Kunst “nackig gemacht”. Bilder, persönliche Daten, beides auch aus dem familiären und beruflichen Umfeld, das volle Programm. Kurz nach Mitternach ging es in diversen Foren weiter, u.a. bei boerse.bz. Der Rest ist bekannt.

Auch sonst muss ich mich bedanken. In den Kommentaren zu den bisherigen Blogbeiträgen werden immer wieder äusserst interessante Links gepostet. Zum Beispiel dieser hier zu einem Artikel in der Mainpost, in dem von einem dritten Fall berichtet wird. Es soll sich um einen Kinderdorf-Leiter aus dem Raum Würzburg handeln.

Der 61-Jährige war am Freitag nicht nur für die Redaktion nicht zu erreichen. Der Kinderdorf-Verein gab am Nachmittag bei der Polizei eine Vermisstenanzeige auf.

Aufschlußreich ist der Bericht aber noch in einem anderen Punkt. Anscheinend haben RTL2 & Diwafilm ihr während der Dreharbeiten entstandenes “Beweismaterial” nicht an die Ermittlungsbehörden weitergeben. Das wurde in den Sendung anders dargestellt, oder? Die Erklärung für die Nichtweitergabe ist in ihrer bigotten Ekelhaftigkeit jedenfalls nur schwer zu überbieten:

Bleibt die Frage, warum RTL 2 das Verhalten des Heimleiters nicht gleich nach dem Dreh im Mai dem Arbeitgeber oder der Justiz gemeldet hat. Eventuell wären ja Schutzbefohlene in Gefahr gewesen. „Wir haben überlegt, das recherchierte Material gleich weiterzugeben“, so Udo Nagel auf Nachfrage. Der frühere Hamburger Innensenator moderiert „Tatort Internet“ gemeinsam mit Stephanie zu Guttenberg, der Frau des Bundesverteidigungsministers. Weil „Cyber-Grooming“ aber keine Straftat ist, habe man die „Persönlichkeitsrechte des Heimleiters“ letztlich höher bewertet, sagte Nagel. Ziel der Sendung sei es nicht den Voyeurismus der Zuschauer zu bedienen, sondern auf die Gefahren hinzuweisen, die Kindern durch Pädophile im Internet drohen.

Danke, euer Ehren, keine Fragen mehr. Interessant sind auch die Medienberichte zur Rechtslage, die verlinkt wurden:

Apropos Rechtslage: Nach einem aus unterschiedlichen Quellen unbestätigten Gerücht haben RTL2 und Diwafilm bereits mindestens eine einstweillige Verfügung kassiert, das die Austrahlung aufgenommen Materials verbietet. Das Gerücht klingt für mich plausibel, insbesondere wenn man den Artikel “Kinderschützer attackieren RTL-2-Show” bei Spiegel Online liest:

Die drei Kinderschutzvereine werfen den Machern von “Tatort Internet” auch vor, “intransparent” und “manipulativ” vorgegangen zu sein. Repräsentanten der Vereine seien unter Vortäuschung falscher Tatsachen um Interviews gebeten worden. [...] Demnach wurde den Interviewten gesagt, die Aufnahmen würden unter anderem für eine Dokumentation über die Arbeit der Kinderpsychologin Julia von Weiler gemacht. Weiler ist in dem Kinderschutzverein “Innocence in Danger” aktiv.

Inhaltlich können die (recht renommierten) Vereine Dunkelziffer, Kibs sowie die Deutsche Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung und -vernachlässigung (DGfPI) dem Format auch nichts abgewinnen:

Ein “solch reißerisches und vorurteilsstärkendes” Format leiste keinen Beitrag zum Schutz von Mädchen und Jungen vor sexualisierter Gewalt, heißt es in der Stellungnahme. “Es erfüllt einzig und allein die Aufgabe, potentielle Sexualtäter an den Pranger zu stellen und altbewährte Ressentiments zu verstärken.”

Auch sonst sie die Kritiken inzwischen durchweg vernichtend. Man könnte fast meinen, das Format stände unmittelbar vor der Absetzung und die Beteiligten hätten ihren Ruf endgültig ruiniert. Das Gegenteil dürfte der Fall sein. RTL2 und “Innocence in Danger” haben erreicht, was von Anfang an Sinn und Zweck der Sendung war: Sich ins Gespräch zu bringen. Der Zweck heiligt die Mittel.

PS: Wer darauft hofft, dass die hessische Landesmedienanstalt als für RTL2 zuständige Aufsichtsbehörde den Stecker zieht, dürfte auch enttäuscht werden. Ich habe gestern länger mit der Leiterin des entsprechenden Fachbereichs telefoniert. Das Gespräch war interessant und aufschlussreich, im Ergebnis aber wenig überraschend. Natürlich beobachte man die Sendung, die Situation sei aber schwierig und die rundfunkrechtlichen Möglichkeiten begrenzt, man stimme sich gerade mit den anderen Landesmedienanstalten ab. Bedeutet übersetzt wohl: Mehr als einen erhobenen Zeigefinger wird es nicht geben, irgendwann.

Reposted bymondkroeteacid

April 24 2010

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