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February 01 2011

Neues vom Internetführerschein: Zeitungsverleger erklären das Internet

Deutscher Jugend Internetpass (Symbolbild)

Deutscher Jugend Internetpass (Symbolbild)*

Erinnert sich noch jemand, wie wir uns letzten Herbst über den abgestuften “Medienkompetenzführerschein” in Nordrhein-Westfalen lustig gemacht haben? Zugegeben, das war billig. Tatsächlich sind in der Debatte, wie wir den Sprung über den digitalen Graben schaffen, bisher noch viele Fragen unbeanwortet. Und ja, die Zeit drängt durchaus.

Diskussionen zum Internetführerschein oder vergleichbare Qualifikationsnachweise drehen sich in der Regel um zwei scheinbar gegensätzliche Pole: Auf der einen Seite die – nicht nur für die digitale Gesellschaft – essenstielle Fähigkeit zu Abstraktion bei der Problemlösung. Auf der anderen Seite das vgl. stumpfe Abprüfen normierten Faktenwissens zwecks besserer Vergleichbarkeit der Prüflinge.

Nun ist das Abprüfen normierten Faktenwissens nicht pauschal schlecht. Eine gemeinsame Basis bzw. ein Regelwerk, auf das sich alle an einem Prozess Beteiligten einigen können, erleichtert Dinge wie Kommunikation und Zusammenarbeit schließlich ungemein. Spätestens aber, wenn über das normierte Faktenwissen ein ideologischer Wertekanon etabliert oder gefestigt werden soll, stellt sich die Frage der Definitionshoheit.

Genug geschwurbelt. Stefan Niggemeier hat gerade ein schönes Beispiel aus der Praxis. Es geht um eine Unterrichtseinheit zum „Medienführerschein” der Bayerische Staatskanzlei:

Unter dem Vorwand einer guten Sache, nämlich Kinder dafür zu sensibilisieren, dass nicht jeder Information zu trauen ist und dass Quellen unterschiedlich vertrauenswürdig sind, erzählt der bayerische „Medienführerschein” ihnen das Märchen von der Überlegenheit gedruckter Nachricht. Es geht nicht nur um den Kontrast professionell ersteller journalistischer Informationen zu privaten Blogs — eine zumindest theoretisch sinnvolle Gegenüberstellung [...] Die Unterrichtsmaterialen mischen das konsequent mit dem behaupteten qualitativen Unterschied zwischen Print und Online.

Herausgeber der Unterrichtseinheit ist der Verband Bayerischer Zeitungsverleger (VBZV).

*Vielen Dank für die Illustration an Karl Bihlmeier. Karl Bihlmeier? Ja, genau, der Karl Bihlmeier, Vater von Hermann, dem User!

Reposted bymondkroete mondkroete
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