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September 24 2010

Bilderserie: HIV-positive Mütter in Lesotho

Zuletzt habe ich von den Transparenz-Prinzipien des Global Fund berichtet. Heute möchte ich beispielhaft einige in Lesotho finanzierte Projekte mit wenig Text und mehr Bildern dokumentieren.

Die Übertragung des HI-Virus von Müttern auf ihre Kinder ist eines der großen Probleme in der Ausbreitung der Infektionen. Es gibt aber Maßnahmen, die Wahrscheinlichkeit einer Infektion des Kindes stark zu minimieren. Aufklärung über diese Vorsichtsmaßnahmen und Medikationen ist die wichtigste Waffe im Kampf um das Leben der Kinder.

Die folgenden Bilder zeigen positive Mütter mit Ihren Kindern. Sie werden ambulant in einem Krankenhaus, das ein Programm zur Verhinderung der Übertragung auf die Kinder unterhält, beraten und kostenlos versorgt.

‘Positiv’ bedeutet auch in Ländern, in denen dies an der Tagesordnung ist, eine gesellschaftliche Ächtung. Kinder sind einige der wenigen Freuden, die das Leben dieser Frau ihr vergönnt. Und das merkt man.

Mit psychischen Problemen, Sehproblemen und einer HIV-Infektion – eines davon kostet sie nach kürzester Zeit jeden Job – bleibt die einzige Hoffnung dieser schwangeren Frau, dass auch ihr zweites Kind negativ sein wird. Sie ist 28 Jahre alt und verheiratet.

Jeden Montag läuft diese Frau mit ihrem Kind auf den Schultern über eine Stunde durch unwegsames Gelände zum Krankenhaus. Sie besucht dort das Mutter-Kind-Treffen für positive Mütter und Schwangere, oder holt sich Ihre Medikation ab, lässt Routinechecks vornehmen.

Seine Eltern haben sich in der HIV-Therapie kennengelernt. Sie erwarten in wenigen Tagen ein Kind, und werden alles tun, damit auch der neue Nachwuchs negativ bleibt. Er weiß noch nicht, ob es ein Bruder oder eine Schwester wird.

Doch selbst wenn es gelingt, eine Infektion durch strenge Disziplin und verschiedene Maßnahmen zu verhindern, werden diese Kinder wahrscheinlich früh ihre Eltern verlieren. HIV-Waisenheime gibt es hier an jeder Ecke. Um Diskriminierung im Klassenverband zu verhindern, besuchen die Kinder in der Regel weiter entfernte Schulen.

Diese Kinder zeige ich euch morgen.


Alle Bilder CC-BY-NC-ND aus Respekt vor den den abgebildeten Personen, die – sorget euch nicht – nicht nur zugestimmt haben, sondern fotografiert werden wollten. Sie möchten ihre Geschichte erzählen. Eine größere Auswahl der Bilder vom gestrigen Tag gibt es in meinem persönlichen Blog.

September 23 2010

HIV-positiv, na und? Teil II

Ich habe ja schon einmal über die Einstellung zu HIV hier in Lesotho geschrieben, und wie schwer es fällt, dafür ein Gefühl zu bekommen, sie zu verstehen. Heute fiel mir in einer Shopping-Mall amerikanischen Vorbilds, wie sie in Europa schon überall stehen, in Lesotho aber noch eine Attraktion sind, folgendes Schild auf:

Die 3-Monatskur gegen HIV/Aids für nur 150€ aus dem Kosmetik-Salon. Nach 3 Monaten ist alles vorbei, und man kann aufhören die Pillen zu nehmen. Es sei denn man infiziert sich erneut.

Mir fehlen die Worte – und doch wird so einiges klar.

Unklar bleibt nur, welche Strafe ich für einen so bösartigen Betrug, eine so zynische, verantwortungslose, ekelhafte Geschäftspraxis für angemessen hielte.

Wie bereits erwähnt, gibt es die ‘besten’ Mittel, die wirklich so weit helfen, wie es möglich ist, hier kostenlos. In der Klinik.

Reposted bycliffordastrid

September 19 2010

Afrika-Tage bei Netzpolitik und Spreeblick

Vor einigen Tagen murmelte Markus beiläufig (wir waren beide gerade in das Schreiben von Artikeln vertieft) irgendetwas von “Mist, da kann ich nicht. Hast du Bock nach Afrika zu fliegen?” In Gedanken versunken antwortete ich “Klar…” und maß dem aber erstmal keine weitere Bedeutung bei.
Nun bin ich vor einigen Stunden in Lesotho gelandet. Das als Enklave in Südafrika liegende Königreich Lesotho gehört zu den ärmsten Ländern der Welt und hat mit 29% HIV-Infektionen (Stand: 2003, Tendenz natürlich steigend) eine der höchsten Quoten weltweit. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt hier unter 50 Jahren.

Angereist bin ich mit einer Hand voll Blogger aus Spanien, Frankreich, Kanada, USA und Deutschland. Mit dabei ist auch Kathrin Kaufmann, die für Spreeblick von der Reise berichten wird. In den nächsten Tagen werden wir uns hier Hospize, Kranken- und Waisenhäuser ansehen – und hoffentlich auch ein paar ermutigende Dinge erleben. Das zumindest hat der Global Fund uns in Aussicht gestellt, der uns hier einen Einblick in die Entwicklungshilfe und darüber hinaus verschaffen möchte.

Für Netzpolitik werde ich mich hauptsächlich bemühen, die Rolle von Patenten im medizinischen Bereich und Strategien zur Verhinderung von Korruption zu ergründen. Das alles lässt sich natürlich nicht gesondert von den gesellschaftlichen Bedingungen betrachten, deshalb wird es hier in den nächsten Tagen (wie auch drüben beim Spreeblick) eine Art “Afrika-Tage” geben, bei denen wir auch mal ein bisschen über unsere klassischen Themen hinausblicken – aber natürlich ohne diese aus den Augen zu verlieren, versprochen!

Außerdem werde ich ein paar mehr Photos, als hier in die Artikel passen, in meinem Blog posten. Nach einem kleinen Spaziergang habe ich das heute zum Beispiel schon gemacht. Neben mir für Netzpolitik berichten Catherine Connors (her bad mother), Monique Griffin (yes I am my sisters keeper) und, wie schon erwähnt, Spreeblick (die spanisch- und französisch-sprachigen liefere ich nach).

Alle Fotos CC-BY Linus Neumann

December 01 2009

Welt-Aids-Tag: Forderungen an Pharmafirmen

Das ist ein Gastbeitrag von Oliver Moldenhauer von Ärzte ohne Grenzen zum heutigen Welt-Aids-Tag. Direkt zur Aktion von Ärzte ohne Grenzen für günstigere Aids-Medikamente.

Welt-Aids-Tag: Ärzte ohne Grenzen fordert von Pharmafirmen – Geben Sie Ihre Patente auf HIV/Aids-Medikamente in den Patentpool.

Heute ist Welt-Aids-Tag. Mehr als 33 Millionen Menschen leben mit dem HI-Virus und immer noch sterben jedes Jahr 2 Millionen Menschen an HIV/Aids. Die meisten von Ihnen würden mit einer adäquaten Behandlung noch leben. Mindestens 10 Millionen Menschen in den ärmeren Ländern benötigen heute die sogenannte anti-retrovirale Therapie. Diese Behandlung hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht: Schon 4 Millionen Menschen in den ärmeren Ländern erhalten die antiretrovirale Therapie. – Noch 6 Millionen zu wenig, aber ein vielfaches derjenigen, die sie noch vor wenigen Jahren erhalten haben.

image001-gut-foto-florian-sokollDieser Teilerfolg wurde erst möglich durch kostengünstige Generika (Nachahmerpräperate) der Aids-Medikamente möglich, die meist aus indischer Produktion stammen. Die Preise der älteren Aids-Medikamente konnten dadurch von 10.000 US-Dollar pro Patient und Jahr auf 80 US-Dollar gesenkt werden. – Die gleichen Medikamente kosten in Deutschland immer noch ca. 20.000 US-Dollar. Die Produktion dieser älteren Aids-Medikamente wird in Indien nicht durch Patente verhindert, weil sie vor Gründung der WTO 1995 erfunden wurden und daher deren Patent-Abkommen (TRIPS) noch nicht galt.

Inzwischen brauchen aber immer mehr Patienten neuere Medikamente, da bei ihnen Unverträglichkeiten oder Resistenzen aufgetreten sind. Viele dieser Medikamente sind auch in den ärmeren Ländern patentiert, oder ihre Patentierungsverfahren laufen noch.

Diese Medikamente der sogenannten zweiten Behandlungslinie kosten daher ein Vielfaches der alten Medikamente, so dass der bisherige ohnehin schon nicht ausreichende Erfolg der HIV/Aids-Therapie gefährdet ist. Wir brauchen eine Generika-Produktion auch für diese Medikamente, um den Menschen mit HIV/Aids eine Perspektive zu geben.

Eine Lösung für dieses Problem schlägt die internationale Organisation UNITAID vor: Die Einrichtung eines Patentpools für Aids-Medikamente in den ärmeren Ländern. UNITAID ist eine von 35 Staaten getragene Institution, darunter Frankreich, Großbritanien und Brasilien, die sich für einen besseren Zugang zu Medikamenten für HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria einsetzt.

Dieser Patentpool würde die Patentrechte für Aids-Medikamente sammeln und sie gegen Lizenzgebühren an Generika-Produzenten beispielsweise in Indien weitergeben. – Ein Verfahren, das in der Unterhaltungsindustrie, zum Beispiel zur Produktion von CDs und CD-Playern schon lange üblich ist.

Der Patentpool hat derzeit tatsächlich gute Chancen auf Realisierung: UNITAID ist mit den relevanten Pharmafirmen in Gesprächen über eine Teilnahme am Patentpool. Am 14. und 15. Dezember wird der Verwaltungsrat von UNITAID entscheiden, ob sie für die Einrichtung eines Pools genug Unterstützung hat. Es kommt daher jetzt darauf an, die Unterstützung für dieses Konzept deutlich zu machen. Ärzte ohne Grenzen ruft daher dazu auf, E-Mails an die Chefs der relevanten Pharmafirmen zu schicken und direkt zu unterschreiben.

Der Patentpool ist übrigens nicht die einzige Möglichkeit das Patentproblem zu lösen, so fordert das Aktionsbündnis gegen Aids die Pharmafirmen auf, noch weiter zu gehen und die Patente in Indien gleich ganz zurückzunehmen. – Eine Forderung die leider derzeit weniger Chancen auf Realisierung hat.

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