Tumblelog by Soup.io
Newer posts are loading.
You are at the newest post.
Click here to check if anything new just came in.

April 13 2012

ZDF macht aus vollkommen anderen Gründen genau das, was die Verleger wollen

Wir erinnern uns: Die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten verhandeln seit einiger Zeit mit großen deutschen Zeitungsverlegern darüber, in welcher Form sie ihr dank Depublizierungspflicht eh schon trauriges Online-Angebot noch nutzloser machen können. Die Pläne sahen dem Vernehmen nach so aus, dass auf Texte weitgehend verzichtet werden soll.

Heute hat der Leiter der Abteilung “Neue Medien” des ZDF, Eckart Gaddum, der dapd ein paar Fragen zum neuen ZDF-Onlineauftritt beantwortet. Überraschung: Auf Texte wird weitgehend verzichtet. Aber:

Der ZDF-Manager erklärte, diese Entwicklung habe “absolut nichts” mit dem anhaltenden Druck vieler Verlage zu tun.

Der Grund sei stattdessen, dass das ZDF für bewegte Bilder stünde. Die große Innovation sieht deswegen so aus:

Wir verknüpfen Videotext mit Online.

Dazu fällt einem bei diesem Sender auch nix mehr ein, was nicht schon tausende von Malen geschrieben worden ist. Videotext dürften die noch lebenden Zuschauer zumindest noch aus ihrer Jugend kennen, insofern herzlichen Glückwunsch zur zielgruppengerechten Gestaltung des Online-Angebots.

Reposted by02mydafsoup-01 02mydafsoup-01

January 20 2012

WDR beantwortet offenen Brief zu Depublikationspflicht und CC

Im Dezember hatte Blogger Peter Piksa sich per offenem Brief an den WDR gewandt. Ihm (wie vielen anderen) leuchtet nicht ein, warum öffentlich-rechtliche Medieninhalte – wenn sie schon vom jeweligen Sender selbst wieder depubliziert werden müssen – nicht vorher unter CC-Lizenzen gestellt werden. Das würde es den Hörern/Zuschauern gestatten, die Sendungen ihrerseits zu verbreiten und dadurch länger verfügbar zu halten, ohne dass die Depublikationspflicht verletzt werden würde. Inzwischen hat der WDR recht ausführlich geantwortet und man sieht der Antwort an, dass man sich dort mit dem Thema schwertut.

Grundaussage der Antwort ist, dass der WDR nur schwer die für eine CC-Lizenzierung erforderlichen Rechte einholen könne, weil CC-Lizenzen immer auch das Recht zur Bearbeitung mit umfassen würden. Das stimmt so nicht. Zwar können Bearbeitungen tatsächlich das Urheberpersönlichkeitsrecht beeinträchtigen und auch die Persönlichkeitsrechte von gefilmten/aufgezeichneten Personen können dann betroffen sein. Aber gerade dafür gibt es die CC-Lizenzvarianten mit “ND” für “no derivatives”, also die BY-ND und BY-NC-ND. Sie erlauben (nur) genau das, was Peter Piksa einfordert, nämlich die öffentliche Verbreitung durch jede/n.

Man kann sicherlich darüber streiten, ob die ND-Lizenzen noch eine “Freigabe” im eigentlichen Sinne sind, ein Mittel zur Behebung von “Depublikationsschäden” wären sie allemal. Den Hinweis auf die CC-lizenzierten Formate des NDR beantwortet der WDR damit, dass dort bewusst auf eine Freigabe hin in besonderer Weise produziert werde. Das aber heißt nur, dass eine CC-ND-Lizenzierung auf eigenes Material der jeweiligen Rundfunkanstalt beschränkt werden müsste. Damit dürfte noch immer der allergrößte Teil des Contents erfasst sein.* Und dass es gar nicht so schwer ist, beim Online-Stellen “unfreies” Material rauszunehmen aus den Beiträgen, beweist Deutschlandradio Kultur mit seiner Sendung Breitband jede Woche.

*Anm./Update: Der Genauigkeit halber muss allerdings anerkannt werden, dass sich Hörfunk und Fernsehen hier deutlich unterscheiden. Bei Fernsehbeiträgen ist es wesentlich schwieriger, ohne Fremdmaterial zu produzieren oder es nachträglich zwecks Freigabe herauszunehmen.

(Crossposting von creativecommons.de)

Reposted bykrekk02mydafsoup-01

June 21 2011

Jetzt sollen auch Apps depubliziert werden.

Es ist zum Verzweifeln. Dass die öffentlich-rechtlichen Online-Angebote seit dem letzten Jahr schon gezwungen sind, ihre Inhalte nach einer Woche zu löschen, obwohl es keinen nennenswerten Grund dazu gibt (ganz im Gegenteil), reicht wohl noch nicht.

Die Verlage der WAZ, M. Dumont Schauberg, Rheinische Post, Lensing Wolff, Axel Springer, die Medienholding Nord, die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” und die “Süddeutsche Zeitung” haben sich im Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) zusammengetan und klagen dagegen, dass in der “Tagesschau”-iOS-App auch Texte vorkommen

Wie fürchterlich! Hatten die Verlage sich doch gerade erst ein so attraktives Geschäftsfeld wie den App-Store für sich entdeckt, bei dem sie 1/3 der Einnahmen an Apple abdrücken müssen (was ihnen dann aber doch auch wieder nicht gefiel), kommt nun der öffentlich-rechtliche Rundfunk seiner Aufgabe nach, und wartet dort mit einem Gratis-Angebot auf. Dadurch verderbe er nun den Verlagen ihr geliebtes neu entdecktes Geschäftsmodell.

Klingt beknackt, ist aber die Argumentation. Laut SpOn drohte Jürgen Doetz (VPRT, das ist der, der der re:publica faschistoide Tendenzen diagnostiziert) der ARD sogar bereits 2009 mit einer EU-Klage wegen Wettbewerbsverzerrung. Ich BITTE euch!

Die weitgehende Demontage des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zugunsten kommerzieller Anbieter ist eine wirklich zutiefst beunruhigende Entwicklung. Reicht es nicht, dass unsere Gesundheits- und Alters-Vorsorge, unsere Renten, unsere öffentlichen Verkehrs- und in absehbarer Zeit auch unsere weiterführenden Bildungssysteme privatisiert werden? In keinem dieser Bereiche konnten für die Bevölkerung nennenswerte Vorteile diagnostiziert werden – und es würde mich sehr wundern, wenn dies bei der Beschneidung der iPhone-App oder dem Ausfechten dieser Auseinandersetzung mit unseren GEZ-Gebühren der Fall wäre. Und Monika Piel sitzt inzwischen als ARD-Intendantin sogar in den Reihen der Deutschen Content-Allianz, die sich für das Leistungsschutzrecht einsetzt – was ist hier eigentlich los?

flattr this!

October 11 2010

Domain verschwunden: Aus depub.org wird erstmal depub.info

Depub.org, das öffentliche Backup des Tagesschau.de-Archives, hat seit einigen Tagen Probleme mit der eigenen Domain. Diese ist verschwunden. Zuerst hieß es, es handele sich um ein DNS-Problem. Dann wurde eine Sperrung vermutet, und heute twitterte das Projekt, dass der Provider versprochen habe, dass depub.org “im Laufe der nächsten Woche” wieder funktioniere. Bis dahin findet sich das Archiv auch unter http://200.74.245.87 , sowie unter der Ersatz-Domain depub.info.

September 25 2010

Depub.org und die Tagesschau aus dem digitalen Jenseits

Das WDR5-Medienmagazin Töne, Texte, Bilder hat mich über depub.org und Depublizieren interviewt: Depub.org und die Tagesschau aus dem digitalen Jenseits. Das wurde heute ausgestrahlt und hier ist die MP3.

Reposted byreturn13 return13

September 23 2010

ZAPP: Der Kampf der Netzaktivisten gegen das Depublizieren

NDR-Zapp hat gestern wieder einen Bericht über das depublizieren gesendet und dabei depub.org gewürdigt: Der Kampf der Netzaktivisten gegen das Depublizieren.

Es ist Wahnsinn. Erst sind öffentlich-rechtliche Journalisten jahrelang damit beschäftigt, Themen zu recherchieren und zu realisieren. Und dann müssen sie Zeit und Gebühren verschwenden, um sie wieder zu löschen. Der Rundfunkänderungsstaatsvertrag sieht dies vor. Und daher müssen ARD und ZDF, ihre Archive im Internet verkleinern. Mehr als eine Million Dokumente sind so schon verschwunden, zum Ärger vieler Gebührenzahler. Und die Internet-Nutzer laufen nicht nur Sturm, sie wehren sich. Zapp über die Retter der Archive.

Hier ist das Video als Stream. Steht leider noch nicht zum einbinden online. Und hier ist das Interview mit Johnny Haeusler in voller Länge als Stream.

Hier ist der Bericht auf Youtube:

Bereits vor zwei Wochen hat NDR-Zapp über depublizieren berichtet.

Reposted bykrekkmondkroete02mydafsoup-01

September 17 2010

NDR: Depub.org ist ein Beispiel für die kreative Anarchie im Internet

Am Mittwoch fragten wir noch nach einer etwas missverständlichen Äusserung der NDR-Pressesprecherin, ob der NDR gegen depub.org vorgehen will, wo die depublizierten Inhalte von tagesschau.de wieder zu finden sind. Heute gibt der NDR eine offizielle Pressemitteilung heraus, wo die Vorsitzende des NDR Rundfunkrates, Dagmar Gräfin Kerssenbrock, zu Wort kommt. Und das klingt sehr positiv:

“Depub.org ist ein Beispiel für die kreative Anarchie im Internet, das zeigt, wie unsinnig kleinteilige Regulierungsversuche im Netz sind. Es besteht offenkundig großes Interesse an den Inhalten informativer Webseiten wie tagesschau.de. Solange das so ist, wird es immer Menschen geben, die einen Weg finden, diese Inhalte auch verfügbar zu machen. Webseiten wie depub.org sind ein Beleg für die Fragwürdigkeit des Drei-Stufen-Tests.”

September 15 2010

Wird NDR gegen depub.org vorgehen?

Gestern haben wir über depub.org berichtet, einer Plattform, wo die depublizierten Inhalte von tagesschau.de für die Nachwelt gerettet werden. Heute berichtet Carta, dass der NDR auf Nachfrage erklärt habe: NDR will mit “allen juristischen Mitteln” gegen Depub.org vorgehen.

Der NDR wird mit allen juristischen Mitteln gegen Depub.org vorgehen, soweit dies möglich ist.


Erschwert wird das Vorgehen dadurch, dass die Server im Ausland stehen und der Domaininhaber nicht so einfach zu identifiizieren ist (Gut gemacht!). Gut möglich, dass der NDR in Form seiner Pressesprecherin nur das sagt, was man offiziell halt zu einem solchen Fall sagen muss. Denn mit einem rechtlichen Vorgehen hat man die große Chance, sich im Netz so richtig unbeliebt zu machen. Und das wird man sicher nicht wollen.

Vor kurzem erst erklärte der Redaktionsleiter von tagesschau.de, Jörg Sadrozinski, im Interview mit Politik-Digital:

Ich kann es gut verstanden, wenn man sagt: Wir wollen diese Inhalte retten und wir wollen sie quasi anderen zur Verfügung stellen. Also von uns aus wird da nichts passieren, das wir eben dies verhindern würden.

Kai Biermann hat den passenden Kommentar auf Zeit.de: Freie Archive für informierte Bürger!

Rechtlich ist das illegal. Sachlich aber ist es zivile Courage. Illegal, weil der von gewählten Abgeordneten in einem demokratischen Prozess beschlossene Rundfunkstaatsvertrag das sogenannte Depublizieren vorsieht und zum Recht erhebt. Illegal auch, weil die Aktion die Urheberrechte von Autoren verletzt. Zivilcourage, weil sie – um ein unabhängiges und frei zugängliches Informationsportal namens Wikipedia zu zitieren – bedeutet, dass jemand “ohne Rücksicht auf sich selbst, soziale Werte oder die Werte der Allgemeinheit vertritt”. Und das tut depub.org.

Meine Unterstützung hat depub.org.

Reposted bymondkroetecoloredgrayscalelotterlebenreturn13krekk02mydafsoup-01

September 14 2010

Das depublizierte tagesschau.de – Archiv

Nachdem das depublizierte Archiv von tagesschau.de vor einiger Zeit mal im Netz aufgetaucht ist, haben ein paar fleißige Freiwillige depub.org geschaffen, um das Archiv der Nachwelt zu erhalten. Dort findet sich mittlerweile auch eine Suchfunktion, mit deren Hilfe man das Archiv durchsuchen kann.

Geplant ist eine automatische Aktualisierung der Inhalte von tagesschau.de und die Einrichtung weiterer Archive für andere Öffentlich-Rechtliche Seiten. Komplette Datenbank-Dumps können gerne direkt an das Projekt verschickt werden.

September 09 2010

NDR-Zapp über Depublizieren

Das Medienmagazin NDR-ZAPP hat gestern Abend über die neue Aufgabe der Öffentlich-Rechtlichen Sender berichtet, ältere Inhalte zu depublizieren: Das Löschen von Internet-Archiven. Gibt es auch auf Youtube:

Ich wurde für den Beitrag auch interviewt und das volle Interview mit mir, ebenso wie zwei andere Interviews mit befragten Experten, wurde von Zapp jeweils unter einer CC-BY-NC-ND-Lizenz online gestellt. Hier ist das volle Interview mit mir zum depublizieren:

Reposted bymondkroete mondkroete
Older posts are this way If this message doesn't go away, click anywhere on the page to continue loading posts.
Could not load more posts
Maybe Soup is currently being updated? I'll try again automatically in a few seconds...
Just a second, loading more posts...
You've reached the end.

Don't be the product, buy the product!

Schweinderl